Dialysator

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 15. Dezember 2016
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Ein Dialysator ist ein Gerät, das unter anderem in der Hämodialyse zum Einsatz kommt. Dialysatoren sind in Dialysegeräte eingebaut, die ohne sie nicht funktionsfähig sind. Dialysebehandlungen können beispielsweise im Rahmen der Therapie von Hyperkaliämie, einigen Vergiftungen, bestimmten Formen des Nierenversagens oder Überwässerung in Frage kommen. Ein Beispiel für eine Grunderkrankung, die die Nierenersatztherapie erforderlich machen kann, ist die Stoffwechselstörung Diabetes.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Dialysator?

Bei einem Dialysator handelt es sich um ein technisches Gerät, das die Medizin als Hilfsmittel zur Anwendung bringt. Ein Einsatzgebiet des Dialysators ist beispielsweise die Hämodialyse, das heißt einer Blutreinigung, wie sie im Rahmen einer Nierenersatztherapie erforderlich sein kann.

Zum Teil nutzen Mediziner Dialysator und Dialysegerät auch als Synonyme, während andere mit dem Dialysator das wichtigste Stück im Dialysegerät bezeichnen: Es beinhaltet die halbdurchlässige (semipermeable) Membran, an der der eigentliche Filterungsprozess stattfindet.

Der Dialysator stellt einen wichtigen Bestandteil eines Dialysegeräts dar und kann in einer von zwei Variationen auftreten: dem Kapillardialysator und dem Plattendialysator.

Bei der Dialyse leiten dünne Schläuche das Blut des Patienten aus dem Körper und führen es der Dialysemaschine zu. Dort fließt es durch den Dialysator und wird an der Membran gefiltert. Dadurch verlassen die harnpflichtigen Stoffe, die normalerweise über die Niere in den Urin gelangen würden, das Blut des Erkrankten. Ein Dialysat in flüssiger Form nimmt die Stoffe auf.

Formen, Arten & Typen

Die Medizin nutzt in der Nierenersatztherapie den Kapillardialysator und den Plattendialysator.

Bei dem Kapillardialysator handelt es sich um ein Gerät, in welchem das Blut des Patienten durch Kapillaren fließt, also durch hohle, dünne Gefäße. Eine einzelne Kapillare besitzt einen Durchmesser von nahezu exakt 200 µm. Eine alternative Bezeichnung für sie lautet „Hohlfaser“, weshalb Mediziner teilweise auch vom Hohlfaserdialysator sprechen. Kapillardialysatoren sind besonders weit verbreitet. Darüber hinaus existieren Plattendialysatoren, die das Blut nicht in viele dünne Gefäße leiten, sondern in breite.

Aufbau & Funktionsweise

Dialysatoren sind in Dialysegeräte eingebaut, die ohne sie nicht funktionsfähig sind. (weiße Röhre links im Bild)

Eine wichtige Rolle im Dialysator spielt die Membran, die den eigentlichen Filter darstellt. Diese Dialysemembran ist halbdurchlässig (semipermeabel), das heißt sie lässt nicht jeden Stoff automatisch auf die andere Seite gelangen, sondern filtert bestimmte Substanzen heraus bzw. lässt sie nicht durch die Dialysemembran wandern.

Sie kann grundsätzlich auch nur in eine Richtung durchlässig sein, was ebenfalls der Definition von Semipermeabilität entspricht. Bei der Dialyse kommt eine Membran zum Einsatz, die nur die harnpflichtigen Stoffe herausfiltert, damit der Patient die übrigen Blutbestandteile zurückerhalten kann.

An der Dialysemembran findet der wichtigste Prozess im Dialyseablauf statt. Er kommt der natürlichen Funktionsweise der Niere nahe. Je größer die Oberfläche der Membran, desto effizienter und effektiver ist die Filterung.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Dialysatoren können im Rahmen der Behandlung bestimmter Erkrankungen zum Einsatz kommen. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Dialyse die filternde Funktion der Niere nachahmt. Dies ist zum Beispiel dann notwendig, wenn die Niere versagt oder mit einer außerordentlichen Menge von Schadstoffen konfrontiert ist, der sie nicht gewachsen ist. Die Medizin bezeichnet die Dialyse deshalb auch als Nierenersatzverfahren. Dabei kann die Niere des entsprechenden Patienten jedoch noch (teilweise) funktionsfähig sein. Ob eine solche Behandlung notwendig ist, hängt von den individuellen Bedingungen ab.

Bei einem gesunden Menschen spielt die Niere eine entscheidende Rolle bei der Reinigung des Blutes. Ist sie geschädigt, besteht deshalb ein erhebliches gesundheitliches Risiko. Organschäden können auf die unterschiedlichsten Ursachen zurückgehen.

Eine akute Indikation für die Nierenersatztherapie kann bei akutem Nierenversagen vorliegen, wenn beispielsweise bei einem Unfall schwere Verletzungen die übliche Funktion des reinigenden Organs so stark beeinträchtigen, dass das Risiko für kurz- oder langfristige Schädigungen besteht.

Ein anderes Beispiel ist die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Stoffwechsels, die von Insulinresistenz oder mangelnder Insulinproduktion in den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gekennzeichnet ist. Diabetes kann sowohl erblich bedingt sein als auch auf Faktoren zurückgehen, die den persönlichen Lebensstil betreffen. Unter Ärzten besteht weitestgehend Konsens darüber, dass Ernährung und Bewegung eines Menschen sich maßgeblich auf das Risiko auswirken, an Diabetes zu erkranken. Auch auf den weiteren Verlauf der Stoffwechselstörung können diese beiden Faktoren in der Regel Einfluss ausüben. Diabetes-Patienten, die infolge ihrer Grunderkrankung unter einer Störung der Nierenfunktion leiden, stellen jedoch nur ein Beispiel von vielen für die potenzielle Notwendigkeit der Nierenersatztherapie dar.

Ein weiteres Beispiel sind Patienten, die absichtlich oder unabsichtlich ein Medikament überdosiert haben oder anderweitig giftigen Stoffen ausgesetzt waren. Eine solche akute Vergiftung kann ebenfalls eine Indikation für die Dialyse darstellen. In diesem Fall wäre der Körper mit der Menge der harnpflichtigen Stoffe, die die Niere aus dem Blut herausfiltern muss, über die Maße gefordert. Das Einnehmen einer Überdosis von Medikamenten kann unter anderem ebenfalls zu Nieren- und anderen Organschäden führen, die langfristig regelmäßige Dialyse-Behandlungen erfordern können.

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