Diät und Ernährung bei Durchblutungsstörungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Dezember 2016
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Bei vielen Männern und Frauen kommt es häufig nach dem vierzigsten Lebensjahr vor, dass sie plötzlich beim Laufen stehenbleiben müssen, weil sie einen Schmerz in den Waden bekommen, der sie immer häufiger zwingt, ihren eingeschlagenen Weg zu unterbrechen. Meist wenden sie sich in der Schmerzattacke einem Schaufenster zu, um ihren Mitmenschen nicht durch das plötzliche Stehenbleiben aufzufallen. Nach einer gewissen Zeit vergeht der Schmerz, und der Weg kann fortgesetzt werden. Diese Beschwerden sind auf Durchblutungsstörungen der Beine zurückzuführen.'

Inhaltsverzeichnis

Ursachen & Behandlung

Ursache der Schmerzen ist eine Verengung der Gefäßbahnen, die zu einem mehr oder weniger akuten Sauerstoffmangel der Umgebung führt und damit die Funktion beeinträchtigt. Je länger die Blutgefäße ihre Verengungstendenz beibehalten, um so länger dauert die Pause, die der Betroffene beispielsweise gerade beim Laufen einlegen muss. Löst sich diese Art von Verkrampfungen, so hört der Schmerz auf, und die Funktion ist fast völlig wiederhergestellt.

Leider bleibt es meist nicht bei vorübergehenden Erscheinungen, sondern die Veränderungen der Blutgefäße nimmt unter einer Reihe von schädigenden Faktoren weiter zu und führt zu einer Einengung des Gefäßvolumens. Unter ungünstigen Umständen kann es sogar zu einer Verstopfung kommen, indem entweder das Blutgefäß zuwächst oder ein Blutgerinnsel entsteht und sich festsetzt. Die echten Verschlüsse in den Blutgefäßen der Beine, vor allem die der ateriellen Strombahn, sind oft von sehr dramatischen Umständen begleitet. Bei der Verlegung von größeren Blutgefäßen ist meist das ganze Bein gefährdet. Das Bein kann absterben und ein höchst gefährlicher Zustand eintreten, der das Eingreifen eines Chirurgen erforderlich macht.

Zweifellos spielt für das Entstehen verengender Gefäßprozesse neben anderen Krankheiten auch die Arteriosklerose eine Rolle.

Jedoch hat sich gerade die Chirurgie auf diesem Gebiet so weit entwickelt, dass die Extremität bei rechtzeitigem Eingreifen gerettet werden kann, beispielsweise auch durch Einsetzen eines künstlichen Blutgefäßes, das restlos verheilen kann. Die Blutversorgung ist dann weiterhin gesichert, wenn auch der Patient ständig in ärztlicher Behandlung und unter Kontrolle bleiben muss. In vielen Fällen schafft sich allerdings der Organismus in dem betroffenen Abschnitt selbst einen Umgehungskreislauf und sichert somit die Blutversorgung von sich aus, wenn auch unter etwas ungünstigeren Bedingungen.

Schafft sich der Körper auf diese Art die Hilfe von selbst, so kann ein chirurgischer Eingriff vermieden werden. Diese Veränderungen sind auch unter anderem als die sogenannten Raucherbeine bekannt. Tatsächlich muss in diesen Fällen der dringende ärztliche Rat erteilt werden, vom Nikotingenuß in jeder Form abzusehen. Ganz besonders streng gilt dieses Verbot bei jüngeren Kranken. Das Nikotin wird als ein Gefäßgift betrachtet, das die Neigung zur Arterienverkalkung begünstigt. Ganz ohne Zweifel haben auch Faktoren nervaler Art, wie seelische Belastungen, gefäßverengende Wirkung.

Kommt dazu noch der Nikotingenuß, sind die Auswirkungen besonders schädlich. Jedoch haben auch eine Reihe anderer Faktoren, wie lang anhaltende Kälteeinwirkung, Nässe, schlechtsitzende Schuhe oder Strümpfe aus Kunstfasern, die die Hautatmung beeinträchtigen, ungünstigen Einfluss. Auf Strümpfe aus Kunstfasern braucht man allerdings erst dann zu verzichten, wenn die Durchblutungsstörungen stark ausgeprägt sind.

Diagnosedaten & Häufigkeit bei Durchblutungsstörungen

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland
(ICD-10: I95-I99 Sonstige und nicht näher bezeichnete Krankheiten des Kreislaufsystems) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Ernährung

Zweifellos spielt für das Entstehen verengender Gefäßprozesse neben anderen Krankheiten auch die Arteriosklerose eine Rolle. Leider finden wir die genannten Faktoren meist kombiniert, und die Behandlung muss deshalb durch verschiedene Maßnahmen erfolgen. Neben dem absoluten Nikotinverbot und einem geregelten Tagesablauf ist eine besondere Ernährungsweise wichtig. Es handelt sich dabei vor allem um eine sehr vitaminreiche, fettarme, aber an gewissen pflanzlichen Ölen relativ reiche Kost. Auf jeden Fall muss eine Übergewicht vermieden werden, schon um die Extremitäten nicht übermäßig zu belasten. Da die sogenannten ungesättigten Fettsäuren nach ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen günstig auf die Gefäßprozesse wirken, soll man vor allem Öle in kleineren Mengen zu sich nehmen.

Die Fette im Tier- und Pflanzenreich sind Verbindungen von Glyzerin und Fettsäuren, die in der Hauptsache sogenannte gesättigte und ungesättigte Fettsäuren darstellen. Die Fette tierischer Herkunft enthalten in der Hauptsache höhere Fettsäuren wie Palmitin-, Öl- und Stearinsäure, sowie wenig niedere Fettsäuren. Die Buttersäure im Milchfett ist beispielsweise die Fettsäure mit der niedrigsten Kohlenstoffatomzahl. Wird die Butter ranzig, so hängt das in der Regel von der Spaltung des Buttersäurefetts in Buttersäure und Glyzerin ab. Tierisches Fett findet sich hauptsächlich unter der Haut im Bindegewebe in Fettzellen eingelagert.

Das Fett der Pflanzen befindet sich vor allem im Samen. Unter den ungesättigten Fettsäurern unterscheidet man einfache ungesättigte Fettsäuren, wie Palmitolein-, Öl- und Erucasäure, ferner die zweifach ungesättigte Linolsäure, die dreifach ungesättigte Linolensäure und die vierfach ungesättigte Arachidonsäure. Die Ölsäure ist außer in pflanzlichen auch in tierischen Fetten enthalten. Erucasäure findet sich im Rapsöl, im Öl der Senfsamen und im Traubenkernöl. Linol- und Linolensäure sind in reicher Menge im Leinöl enthalten. Die ungesättigten Fettsäuren werden im menschlichen Organismus nicht gebildet und müssen deshalb stets zugeführt werden. Aus diesem Grund bezeichnet man sie auch als essentielle Fettsäuren.

Es ist also ratsam, für die Zubereitung des Essens außer den genannten Ölen auch Sonnenblumenöl zu verwenden. Vor allem empfiehlt es sich, die Öle kalt an Salate zu geben. Auch beim Dünsten und Grillen ist es günstig, kleine Ölmengen dieser Art zu verwenden.

Wer an Durchblutungsstörungen leidet, sollte nicht mehr als 20 bis 30 Gramm Butter pro Tag verbrauchen, es sei denn, dass der behandelnde Arzt größere Mengen erlaubt. Auch Weißbrot und Kuchen, Süßigkeiten und Schokolade sollten in der Kost möglichst nicht enthalten sein. Der Süßigkeitsbedarf lässt sich am besten mit reinem Bienenhonig decken, der auch unter Speisen und Getränke gemischt werden kann. Er enthält eine große Anzahl sogenannter Spurenelemente, die im Zellstoffwechsel des menschlichen Organismus eine wichtige Rolle spielen.

Von den Brotsorten sind die Vollkornbrotarten am vorteilhaftesten, da sie neben Mineralien auch Vitamine enthalten. Auch Kartoffeln können in der Diät bei Durchblutungsstörungen enthalten sein. Teigwaren dagegen lassen sich entbehren, da sie lediglich Kalorienträger, aber keine Nährstoffträger sind. Auch Salzarmut wird in der Kost bei Gefäßprozessen angestrebt. In diesem Zusammenhang hat der Reis als Kohlenhydrat große Bedeutung, da er eine salzarme Dauernahrung gewährleistet. Besonders sei noch darauf hin¬gewiesen, dass der Fleisch- und Eiweißverbrauch möglichst niedrig sein soll. Der günstigste Eiweißträger ist der Quark, am besten ohne Sahne. Käse ist bereits wieder zu fetthaltig. Kleine Mengen Schnittkäse können gelegentlich verzehrt werden, auch frische Eier, die aber mit Zurückhaltung in die Kost einbezogen werden sollten.

Fische, möglichst gekocht, gedünstet oder gegrillt, sind günstiger als Fleisch. Wurst ist am besten ganz zu vermeiden, da ihr Fett- und Salzgehalt unkontrollierbar ist. Den Vitaminbedarf kann man aus allen Obst- und Gemüsesorten decken, die in reichlicher Auswähl zur Verfügung stehen. Auch Säfte, besonders Apfelsaft, sind zu empfehlen. Die modernen Küchenmaschinen garantieren ein schnelles Entsaften frischer Früchte, so dass wir lernen können, auf Konserven oder Fruchtsaftkonzentrate so weit wie möglich zu verzichten. Aber auch gedünstet trägt Gemüse, wie Paprika, Chicorée und Chinakohl, dazu bei, unsere Blutgefäße elastisch zu erhalten.

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