Dermatophyten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Wer von einer Pilzinfektion der Haut spricht, bezieht sich meist auf Fußpilz. Doch es gibt am Körper noch viele andere Hautpartien, auf denen sich die Mikroben niederlassen. Bei schlimmen Fällen müssen die mit Dermatophyten infizierten Patienten monatelang spezielle Medikamente einnehmen, damit die entzündeten Stellen ausheilen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Dermatophyten?

Dermatophyten sind Fadenpilze (Hyphomycetes). Die winzigen Mikroben verursachen Hautinfektionen (Dermatophytosen). Dort nisten sie sich in den oberen oder sogar weiter unten befindlichen Hautschichten ein und ernähren sich von den Keratinen der abgestorbenen Hautschuppen. Die winzigen Krankheitserreger verfügen über Enzyme wie die Keratinase, um die Partikel aufzuspalten.

Aktuell sind 38 Arten von Dermatophyten bei Mensch und Tier bekannt. Sie werden drei Gattungen zugeordnet: Trichophyton, Microsporum und Epidermophyton floccosum. Die überwiegende Anzahl von Hautpilz-Erkrankungen wird durch Fadenpilze verursacht. Die meisten von ihnen befallen lediglich die Oberhaut (Epidermis). Manche sind jedoch auf Nährstoffe spezialisiert, die sich in Dermis und Subcutis befinden. In der Regel befallen sie mit Hornzellen bedeckte Körperpartien. Andere Dermatophyten bevorzugen Kopfhaut und Nägel. Epidermophyten sind nur selten Erreger von Pilzinfektionen der Haut.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Fadenpilze kommen, außerhalb von Menschen, im Erdreich und auf der Haut von Tieren vor. Dabei handelt es sich meist um Haustiere (Hund, Katze, Nager). Da der Mensch besonders intensiven Kontakt zu ihnen hat, kommt es relativ häufig zu Tier-zu-Mensch-Übertragungen. Hautpilze können auch von Ratten und Mäusen übertragen werden. Boden-Mensch-Ansteckungen sind eher selten und betreffen meist nur Berufsgruppen, die häufig Kontakt mit Erde haben. Infektiös können allerdings auch Nass-Zonen in öffentlichen Schwimmbädern und Saunen sein. Tragen die Besucher dann keine Badelatschen, kommt es oft zu Infektionen. Die Mensch-zu-Mensch-Ansteckung kommt dagegen häufiger vor. Sie kommt durch engen Körperkontakt und gemeinsam benutzte Flächen (Schwimmbad-Boden) und Objekte (Kämme, Bürsten) zustande.

Die von den Dermatophyten verursachte Hautentzündung kann je nach Art und Größe der befallenen Hautstelle unterschiedliche Formen haben. Bei starkem Befall können sogar große Teile des Säureschutzmantels der Haut zerstört werden. Manche Hyphen heften sich mithilfe spezieller Haftvorrichtungen an die Hautzellen an, andere Pilzarten besiedeln bevorzugt schwer erreichbare Körperstellen (Zehen-Zwischenräume). Je nach bevorzugtem Besiedlungsort verfügen sie über Enzyme wie Elastasen (zersetzen die Elastin-Schicht der Haut), Keratinasen (sind auf Hornschuppen spezialisiert) und Kollagenasen (ernähren sich von Kollagen). Ihre Stoffwechselprodukte rufen dann die Pilzinfektion (Tinea) hervor.

Fadenpilze befallen nicht nur die Haut, sondern auch Haare und Nägel. Trichophyten kommen auch bei Haustieren vor und können Nägel, Haut und Haare infizieren. Microsporum Arten besiedeln ebenfalls gerne Tiere, die in engem Kontakt mit Menschen leben. Sie bevorzugen Haare und Haut. Epidermophyton floccosum ist - falls es denn überhaupt in Erscheinung tritt - auf Nägel und Haut spezialisiert.

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Krankheiten & Beschwerden

Voraussetzung für eine Infektion mit Fadenpilzen sind ein schlechter Zustand der Hautbarriere, hoher Feuchtigkeitsgrad, längerer Kontakt mit dem Erreger und die Stärke des infektiösen Potenzials der Pilze. Bei den durch Fadenpilze verursachten Infektionen gibt es je nach Ausbreitungsgebiet drei Typen (Haut, Nagel und Haar-Mykosen).

Haut-Mykosen (Tinea corporis) zeigen sich in Form von geröteten, schuppigen und scharf begrenzten Hautblüten (Ring-Flechten) mit dunkelrotem schuppigem Rand, die sich vom Rumpf aus verbreiten. Daher kommen sich auch an den Armen und in der Leisten- und Anal-Region vor. Verursacher von Tinea corporis sind Trichophyten und Microsporum (vom Hund). Die Effloreszenzen jucken und breiten sich von innen nach außen aus, wobei die von ihren ausgeschiedenen Stoffwechsel-Produkte einen ringförmigen Wall hervorrufen, der hoch infektiös ist. Die darin befindliche Fläche heilt schneller ab und wird dabei immer heller.

Größere, von der Hautflechte betroffene, Flächen wachsen auch ineinander. Befinden sich auf den infizierten Stellen Haare, so fallen sie meist schnell aus. Bei Patienten mit einem geschwächtem Immunsystem breitet sich die Tinea corporis in der Regel über den gesamten Körper aus. Eine infektiöse Sonderform ist das Tinea-rubrum-Syndrom: Trichophyton rubrum, das normalerweise nur Fußpilz verursacht, breitet sich dabei über den gesamten Körper aus. Das Syndrom tritt familiär gehäuft auf. Sogar die Nägel können infiziert sein.

Handpilz-Infektionen (Tinea manuum) beschränken sich meist auf Angehörige bestimmter Berufsgruppen wie Landarbeiter und Gärtner. Sie werden durch das im Erdreich lebende Microsporum gypseum verursacht. Entzündungen dieser Art sind meist auf eine einzige Handfläche beschränkt. Sie ist schuppig, rissig und durch Hornschichten verdickt. Nagelmykosen (Tinea unguium) verursachen bräunliche brüchige Nägel. Schuld daran sind Epidermophyton floccosum oder Trichophyton-Arten. Nagelpilz-Befall tritt oft zusammen mit Fußpilz auf. Die Infektion des Zehen-Zwischenraums breitet sich dabei auf die Fußnägel aus. Nagel-Mykosen kommen gehäuft bei Patienten mit Diabetes und Durchblutungsstörungen der Beine vor.

Fußpilz (Tinea pedis) betrifft nach Schätzungen inzwischen bereits jeden fünften Bundesbürger. Zu seiner Entstehung tragen alle drei Fadenpilz-Gattungen bei, vor allem jedoch das in Europa weit verbreitete Trichophyton rubrum.

Haar-Mykosen kommen entweder auf dem Kopf als Tinea capitis oder im Bart (Tinea barbae) vor. Verursacher sind Trichophyten und Microsporen, die bevorzugt auf der Haut von Hunden leben. Die infizierten Stellen auf der Kopfhaut sind kreisrund, mit Schuppen bedeckt und haben die typische "abgemähte Wiese": Die dort befindlichen Haare sind alle in gleicher Höhe abgebrochen. Tinea barbae hinterlässt kahle Stellen, die mitunter verkrustet und mit Eiterherden bedeckt sind.

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