Dermatitis herpetiformis Duhring

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
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Dermatitis herpetiformis Duhring ist eine chronische Erkrankung der Haut. Sie ist durch Bläschenbildung an verschiedenen Körperstellen gekennzeichnet und geht mit starkem Juckreiz einher. Viele Patienten mit Morbus Duhring leiden an der entzündlichen Dünndarmerkrankung Zöliakie. Dermatitis herpetiformis Duhring ist die Hautmanifestation dieses Krankheitsbildes. Zur Therapie kommen bestimmte Salben und Lotionen sowie eine lebenslange Diät in Frage.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Dermatitis herpetiformis Duhring?

Dermatitis herpetiformis Duhring oder Morbus Duhring ist eine chronische Erkrankung der Haut. Charakteristisch für das Krankheitsbild sind Blasenbildungen an den Innenseiten von Armen und Beinen. Die Erkrankung ist eher selten.

Sie tritt gehäuft im mittleren Lebensalter auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die Erkrankung verläuft chronisch. Ihre Symptome können immer wieder zum Vorschein kommen. In vielen Fällen lässt die Intensität der Symptome im Laufe der Jahre nach.

Ursachen

Die Ursachen der Erkrankung sind noch nicht gänzlich geklärt. Eine genetische Veranlagung ist dabei nicht auszuschließen. Die Erkrankung kann durch Jod oder Gluten ausgelöst werden. Menschen die an dieser Hauterkrankung leiden, sollten unbedingt auf Zöliakie getestet werden, da diese beiden Erkrankungen miteinander assoziiert werden.

Bei der Zöliakie, auch gluteninduzierte Enteropathie genannt, handelt es sich um eine Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten in verschiedenen Getreidesorten. Die Betroffenen zeigen Merkmale einer Autoimmunerkrankung und einer Allergie. Durch den Verzehr von Gluten kommt es zu einer chronischen Entzündung der Schleimhaut im Dünndarm. Diese Überempfindlichkeitsreaktion bleibt lebenslang bestehen. Die Dermatitis herpetisformis Duhring ist die Hautmanifestation der Erkrankung.

Symptome, Beschwerden und Anzeichen

Zu Beginn kommt es bei vielen Betroffenen zu einer Bildung von nesselsuchtartigen Ausschlägen. Die Erkrankten klagen über starken Juckreiz an den betroffenen Stellen der Haut. Zudem sind deutlich erkennbare Rötungen der Haut typisch für das Krankheitsbild. Auf den geröteten Hautstellen bilden sich nach und nach Blasen. Diese können sich auf benachbarte Hautgewebe ausdehnen und Krusten bilden. Die Knötchen auf der Hautoberfläche sind wenige Millimeter breit und entwickeln sich nach ungefähr sieben bis zehn Tagen zu den für die Hauterkrankung charakteristischen Blasen.

Typische Körperstellen für die Bildung von Blasen sind der Bauch, die Oberschenkel, die Streckseiten beider Arme, die Gesäßregion, das Kreuzbein und der Schultergürtel. Blasenbildungen an den Schleimhäuten werden eher selten beobachtet. In nur wenigen Fällen sind der Nacken, der Rücken oder das Gesicht befallen.

Die Blasen weisen einen anfangs klaren, später trüben Inhalt auf und können mit Blut gefüllt sein. Für die Erkrankung charakteristisch ist die empfindliche Reaktion auf das Spurenelement Jod. Ist ein Patient Jod ausgesetzt, führt dies in den meisten Fällen zu einer drastischen Verschlechterung der Symptome. Zudem weisen die Patienten die an Dermatitis herpetiformis Duhring leiden, eine Zöliakie auf. Diese kann asymptomatisch oder mit Auftreten von vermehrten Fettstühlen verlaufen.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Aufgrund der besonders zu Anfang der Erkrankung eher unspezifischen Symptomatik wird Dermatitis herpetiformis Duhring häufig erst spät erkannt. Zur Diagnosestellung müssen zunächst ähnlich verlaufende Erkrankungen zum Ausschluss gebracht werden. Dazu zählen unter anderem das sogenannte Erythema exsudativum multiforme.

Diese Erkrankung beschreibt eine Entzündung der Lederhaut. Zur Sicherung der Diagnose Dermatitis herpetiformis Duhring wird eine Biopsie im gesunden Hautgewebe gemacht. Um die Diagnose sicher stellen zu können, ist ein Nachweis von sogenannten granulären IgA-Ablagerungen nötig. Das dazu entnommene Gewebe muss dazu in einem Speziallabor untersucht werden.

Da viele Patienten die an Morbus Duhring leiden zusätzlich an Zöliakie erkrankt sind, muss auch eine Diagnostik hinsichtlich dieses Krankheitsbildes durchgeführt werden. Dazu werden bestimmte Antikörper im Blut bestimmt. Neben dem Nachweis von Gliadin- und Endomysium-Antikörpern werden die Patienten auf Transglutaminase-IgA-Antikörper untersucht.

Zudem muss eine Biopsie des Dünndarms zur Diagnosesicherung durchgeführt werden. Die meisten Patienten die an Morbus Duhring erkrankt sind weisen einen eher harmlosen Verlauf der Zöliakie auf. Bei einigen wenigen können jedoch massive Fettstühle, Osteoporose und Vitaminmangel auftreten.

Behandlung und Therapie

Die juckenden Regionen der Haut werden meist mit dem Sulfon Dapson behandelt. In der Regel sind die meisten Patienten nach dieser Anwendung innerhalb kurzer Zeit beschwerdefrei. Dapson kann Nebenwirkungen haben. Die Therapie sollte daher durch regelmäßige Blutwertkontrollen gestützt werden.

Da die Erkrankung durch Jod verschlimmert werden kann, sollten besonders am Anfang jodreiche Speisen ausgespart werden. Dazu zählen unter anderem bestimmte Seefischarten. Die betroffenen Hautstellen und der Juckreiz können zudem mit beruhigenden Salben oder Lotionen behandelt werden. In einigen Fällen ist eine kurzzeitige Behandlung mit Kortisonpräparaten induziert. Eine dauerhaft spezielle Pflege der Haut ist bei Dermatitis herpetiformis Duhring nicht nötig.

Da in den meisten Fällen eine Zöliakie der Dermatitis herpetiformis Duhring zu Grunde liegt, muss diese Erkrankung mit der gleichen Therapie behandelt werden. Für die Betroffenen bedeutet das, ein Leben lang auf das Klebereiweiß Gluten zu verzichten. Selbst geringste Mengen können den Krankheitsverlauf drastisch verschlimmern.

Gluten ist das Kleberprotein bestimmter Getreidesorten. Die Erkrankten müssen daher auf die Getreidesorten Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Kamut, Einkorn, Emmer und Grünkern verzichten. Auch Erzeugnisse aus diesen Produkten wie Couscous oder Nudeln müssen ausgespart werden. Ausdrücklich gestattet sind Mais, Hirse, Reis, Quinoa, Soja und Buchweizen. Produkte die kein Klebereiweiß enthalten sind mit dem Zusatz „glutenfrei“ gekennzeichnet und können ohne Bedenken konsumiert werden.




Vorbeugung

Eine Prävention der Erkrankung ist nur eingeschränkt möglich. Da die Dermatitis herpetiformis Duhring mit der Zöliakie und mit starker Jodexposition assoziiert ist, ist es denkbar, dass eine lebenslange spezielle Diät die Wahrscheinlichkeit der Hauterkrankung verringern könnte.

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