Deodorant

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2016
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Deodorants werden benutzt, um besonders im Bereich der Achselhöhlen durch eine verengende Wirkung auf die Schweißdrüsen eine erhöhte Schweißbildung zu verhindern und durch bakterizide Wirkstoffkomponenten unangenehme Geruchsbildungen zu vermeiden. Zusätzlich werden bereits bestehende Gerüche durch parfümierte Deodorants überdeckt. Durch diese Dreifachwirkung soll erreicht werden, das Problem der Schweißflecken an Kleidungsstücken im Bereich der Achselhöhlen und der durch bakterielle Zersetzungen entstehenden unangenehmen Körpergerüchen wirksam zu begegnen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Deodorant?

Unter dem Begriff Deodorant, umgangssprachlich auch einfach als Deo bezeichnet, ist ein Körperpflegemittel zu verstehen, das eine übermäßige Schweißabsonderung und eine unangenehme Geruchsbildung, durch sich bakteriell zersetzenden Schweiß, im Bereich der Achselhöhlen verhindern soll.

Während Schweißdrüsen auf der gesamten Haut verteilt sind und der abgesonderte Schweiß ausschließlich Kühlungszwecken dient und nahezu geruchlos ist, befinden sich im Bereich der Achselhöhlen zusätzlich viele Duftdrüsen, die je nach emotionalem Zustand wie z. B. Angst, Wut oder sexueller Erregung besondere Geruchsstoffe absondern.

Während der zu Kühlungszwecken abgesonderte Schweiß nahezu ausschließlich aus Wasser besteht, bietet der durch Duftdrüsen sezernierte Schweiß Bakterien genügend Nahrung, um über eine Zersetzung als Abfallprodukte üble Gerüche zu erzeugen.

Es bieten sich daher prinzipiell zwei Möglichkeiten an, eine übermäßige Schweiß- und Geruchsbildung im Bereich der Achselhöhlen zu unterbinden. Einerseits können bestimmte Wirkstoffe in einem Deodorant die Kanäle der Duftdrüsen verengen oder sogar gänzlich verstopfen (Antitranspirant), um so eine Sezernierung zu erschweren. Andererseits können bakterizide Stoffe in dem Körperpflegemittel durch Abtötung der Bakterien die Zersetzung des Schweißes weitestgehend verhindern. Zusätzlich überdecken Parfums in vielen Deodorants eventuell vorhandene üble Gerüche durch angenehme Düfte.

Formen, Arten & Typen

Die Vielfalt an angebotenen Deodorants, die meist auch antitranspirante komplexe Aluminiumverbindungen enthalten, ist fast unüberschaubar. In technischer Hinsicht lassen sie sich vor allem über die physikalische Art ihrer Anwendung unterscheiden. Die weiteste Verbreitung haben in Deutschland Deo-Sprays gefunden. Ihre Handhabung ist denkbar einfach, da alle Bereiche in der Achselhöhle benetzt werden und zwischen dem Behältnis des Deos und der Haut kein direkter Kontakt stattfindet. Deo-Sprays enthalten in der Regel eine Kombination von adstringierenden Aluminiumverbindungen zur Verengung oder Verstopfung der Schweißkanäle, bakterizide Stoffe zur Abtötung der Bakterien und Duftstoffe zur Überdeckung übler Gerüche.

Auch Deo-Roller werden in großer Vielfalt angeboten. Sie enthalten am oberen Ende des Behälters eine große Kugel an der die Deo-Flüssigkeit haftet und durch direkten Hautkontakt an die „überrollten“ Hautpartien abgegeben wird. Weniger weit verbreitet ist der Deo-Kristall. Er hat einen hohen Anteil an Aluminiumsalzen, ist geruchsneutral und enthält keinerlei Duft- und Konservierungsstoffe. Darüber hinaus werden Deo-Sticks, Deo-Cremes und Deo-Puder angeboten.

Aufbau & Funktionsweise

Deo-Roller enthalten am oberen Ende des Behälters eine große Kugel an der die Deo-Flüssigkeit haftet und durch direkten Hautkontakt an die „überrollten“ Hautpartien abgegeben wird.

Kombinationspräparate, die häufig als Deo-Spray oder Deo-Roller angeboten werden, enthalten als erste Hauptkomponente ein Gemisch aus adstringierenden Stoffen, die die Schweißkanäle verengen oder gar verstopfen, um eine übermäßige Schweißabsonderung rein physikalisch zu verhindern. Die Hauptbestandteile der adstringierenden Stoffe sind meist ein Komplex aus Aluminiumchlorhydraten und ein Aluminium-Zirkonium-tetrachloro-Glycin-Komplex (ZAG). Auch Propanthelinbromid ist in der Regel als Wirkstoff enthalten.

Der zweite Wirkstoffkomplex besteht aus bakteriziden Substanzen, meist handelt es sich um Bakteriostatika, die das Wachstum der Bakterien hemmen oder um bakterizide Stoffe, die Bakterien abtöten können. Die von den einzelnen Herstellern verwendeten Bakteriostatika und bakteriziden Substanzen sind sehr unterschiedlich. Teilweise werden auch natürliche Stoffe, die aus Pflanzen extrahiert wurden, eingearbeitet.

Wirksamkeit und Verträglichkeit der Substanzen eines Deos lassen sich nicht von vornherein vorhersagen, so dass meist ein Ausprobieren (Selbsttest) verschiedener Produkte von verschiedenen Herstellern sinnvoll scheint. Einige Deodorants werden wahlweise parfümiert oder nicht-parfümiert angeboten, da einige Menschen auf die Parfümierung allergisch reagieren oder den Duft nicht mögen. Häufig verwendete Geruchsüberdecker sind Parfumöle, die sich mit den individuellen körpereigenen Geruchsbildnern zu einer besonderen Geruchsnote verbinden und klassischerweise unangenehmen Schweißgeruch überdecken.

Häufig enthalten Deodorants zusätzlich sogenannte Geruchsabsorber. Das sind Substanzen, die die geruchsbildenden Moleküle umschließen können, so dass sie nicht mehr von den Geruchsrezeptoren in unserer Nasenschleimhaut wahrgenommen werden können.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Bei der Beurteilung des medizinischen und gesundheitlichen Nutzens klassischer Deodorants muss berücksichtigt werden, dass die enthaltenen Wirkstoffe fast ausschließlich symptomatisch wirken, d.h., dass sie die Gerüche überdecken oder einfangen, nicht aber ihre Entstehung selbst verhindern können.

Vor allem die adstringierenden Bestandteile in den Deos, die die Drüsen verengen, haben nicht nur positive Wirkungen, da die Sekretierung von Schweiß durch die speziellen Duftdrüsen vom Körper teilweise auch zur Entsorgung von Abfall- und Giftstoffen genutzt werden. Eine Verhinderung der Schweißabsonderung kann damit zu einem künstlich herbeigeführten Stau dieser Stoffe führen, was Entzündungen auslösen kann. Deodorants, die an den Ursachen einer übermäßigen Schweißbildung im Bereich der Achselhöhlen ansetzen, sind nicht bekannt.

Unter Fachleuten wird über die Gefahr der Aluminiumverbindungen diskutiert, da die Verbindungen über die Schweißkanäle in das umliegende Gewebe eintreten und Reaktionen des Lymphsystems auslösen können. Aluminium zählt zu den Schwermetallen und kann schwere Schäden im Körper hervorrufen. Drastisch gesteigert wird die Aufnahme der Aluminiumsalze zudem, sobald ein Deo auf Haut aufgetragen wird, die z. B. während der Entfernung der Achselhaare mit Mikrorissen verletzt wurde. Mittlerweile finden sich in einigen Drogerie-Filialen Listen mit Deodorants die ohne Aluminiumzusätze auskommen.

Auch die anderen Wirkstoffkomponenten in Deos sind nicht für jedermann verträglich, sondern können allergische Hautreaktionen auslösen. Falls derartige Hautveränderungen auftreten, sollte für einige Zeit auf die Nutzung eines Deos verzichtet werden und danach ein anderes Produkt mit anderen Wirkstoffen getestet werden.

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