Darmstenose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2017
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Als Stenose wird die Verengung eines Hohlkörpers bezeichnet. Im Falle einer Darmstenose ist es der Darm, der infolge von verschiedensten Gründen verengt sein kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Darmstenose?

Der Darm ist als Hohlraum das wichtigste Element des menschlichen Verdauungssystems, durch den täglich große Mengen an verzehrten Mahlzeiten fließen. Hat sich erst einmal aus welchen Gründen auch immer eine Verengung eingestellt, unternimmt der Körper selbst Versuche, die Verengung zu durchbrechen, indem er die natürlichen Darmbewegungen verstärkt.

Gelingt dies dem Körper nicht, liegt ein krankhafter Fall einer Darmstenose vor, die unverzüglich einer ärztlichen Behandlung bedarf. Denn bei einer Darmstenose stauen sich die kontinuierlich eingenommenen Mahlzeiten auf, die im schlimmsten Fall zu einer gänzlichen Verstopfung des Darmes und damit zum sogenannten Megakolon führen können: dem Aufblähen des Darmes bis hin zum Riss.

Ein weiteres Problem, das hinzukommt, ist die Gefahr einer erhöhten Keimbelastung: Die Mahlzeiten verbleiben infolge der Darmstenose an der Verengung und werden von der natürlichen Darmflora zersetzt, was zu einer zu starken Vermehrung der dort lebenden Keime führt.

Ursachen

Eine Darmstenose kann unterschiedliche Ursachen haben. Sie kann beispielsweise angeboren sein oder aber sich erst im Laufe der Zeit eingestellt haben. Insbesondere als Folgeerkrankung anderer Haupterkrankungen spielt die Darmstenose eine erhebliche Rolle. Als Beispiel seien die chronischen Darmentzündungen Colitis ulcerosa sowie der Morbus Crohn genannt.

Hier leiden die Betroffenen an einer chronischen Entzündung der Darmwege. Der Körper versucht, der entzündeten Darmregionen durch erhöhte Zellproduktion entgegenzuwirken. Die Darminnenwand wird immer dicker, bis es zu einer Darmstenose kommt.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Anamnese ist - wie bei allen Erkrankungen - der erste Anhaltspunkt für den Arzt, um vom Vorliegen einer Darmstenose auszugehen. Typische Symptome sind Abdominalschmerzen, also nicht näher lokalisierbare Bauchschmerzen, die infolge der Verengung auftreten. Ferner gehört ein anormaler Stuhlgang zum typischen klinischen Bild, der im Extremfall sogar blutig-schleimig sein kann.

Liegt der Anfangsverdacht vor, lässt der Arzt den Patienten röntgen. Anhand des Bildes lassen sich mögliche Verengungen feststellen. Je früher eine Darmstenose konstatiert wird, desto geringer sind die Gefahren möglicher Komplikationen, wie beispielsweise die Verstopfung des Darmes.

Komplikationen

Durch die Darmstenose kommt es zu erheblichen Beschwerden und Komplikationen im Bereich des Magens und des Darms. In den meisten Fällen ist es für den Patienten dann nicht mehr möglich, einen gewöhnlichen Alltag zu meistern, da er ständig an Durchfall oder Verstopfung leidet. Es kommt zu starken Schmerzen in der Magenregion, die mit Erbrechen und Übelkeit verbunden ist.

Ebenso können Blähungen den Alltag weiterhin erschweren. Durch die Darmstenose neigt der Betroffene oft zu einer verringerten Nahrungsaufnahme. Ebenso kann der ständige Durchfall zu einer starken Dehydrierung führen und dabei einen sehr ungesunden Zustand für den Körper darstellen. Nicht selten kommt es dann zu einer Appetitlosigkeit, die mehrere Tage lang anhalten kann.

Es kommt zur Ausbildung von Mundgeruch und zu einem weißen Belag auf der Zunge, der für die Darmstenose spricht. Im schlimmsten Falle kann ein Darmriss auftreten. In der Regel ist bei der Darmstenose eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Falls diese frühzeitig durchgeführt wird, treten keine weiteren Komplikationen ein.

Sollten Teile des Darmes irreversibel geschädigt worden sein, so werden diese meistens operativ entfernt. Weiterhin muss der Betroffene auf eine gesunde Ernährung achten, um die Symptome der Darmstenose vorzubeugen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei den typischen Anzeichen einer Darmstenose wie Erbrechen und Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und Magenschmerzen ist es ratsam, einen Arzt einzuschalten. Patienten mit chronischen Darmentzündungen wie Colitis ulcerosa sind besonders anfällig für eine Darmstenose und sollten bei genannten Symptomen sofort zum Arzt gehen. Ähnliches empfiehlt sich Morbus-Crohn-Patienten, Menschen mit Gallensteinen, chronischen Durchfallerkrankungen oder Darmtumoren sowie Schwangeren und Menschen, die regelmäßig bestimmte Medikamente wie Antidepressiva einnehmen.

Wer sich zu einer dieser Gruppen zählt, muss bei den Symptomen einer Darmstenose umgehend einen Mediziner zurate ziehen. Bei einer Darmstenose sind die Heilungsaussichten grundsätzlich gut, insofern die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird. Bleibt die Darmstenose allerdings unbehandelt, kann es in der Folge zu einem Darmverschluss kommen. Dieser äußert sich unter anderem durch schmerzhafte Bauchkrämpfe, einen aufgeblähten Bauch und starkes Aufstoßen – Warnzeichen, die eine notärztliche Behandlung erfordern. Sollte es zu einem Kreislaufschock kommen, müssen umgehend Erste-Hilfe-Maßnahmen geleistet werden. Bei einem solch schweren Verlauf ist anschließend ein Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Behandlung & Therapie

Wie bereits erwähnt ist oftmals eine Grunderkrankung für die Bildung einer Darmstenose verantwortlich. Insofern sollte zuvörderst diese behandelt werden, sodass sich im Regelfall die Stenose in der Darmgegend von selbst zurückentwickelt.

Für eine erste Entlastung greifen Ärzte zu Einläufen, die den möglicherweise angestauten Stuhl "verflüssigen", damit dieser leichter durch die Verengung abfließen kann und die Schmerzen fürs Erste bekämpft werden. Bis zur Genesung der Grunderkrankung sollten Betroffene auf schwer verdauliche Lebensmittel weitgehend verzichten. Bei schweren Fällen wird den Betroffenen geraten, auf Flüssignahrung auszuweichen, um eine Stauung an der Darmstenose zu verhindern.

Sollte die Verengung so weit fortgeschritten sein, dass sich mittlerweile eine Verstopfung (lateinisch: Ileus) gebildet hat, kommen konventionelle Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr in Betracht. Sollte ein Verdacht auf einen Darmverschluss vorliegen, wird der Patient ins nächste, dafür spezialisierte Krankenhaus eingewiesen, wo nach weiteren Röntgenuntersuchungen die Operation vorgenommen wird.

Hierbei wird die Bauchdecke geöffnet und der verschlossene Darmteil entfernt, sofern dieser abgestorben ist oder Grund zur Annahme besteht, dass sich der Verschluss nicht mehr lösen wird. Im Falle der Entfernung wird der Patient endgültig von der Darmstenose geheilt.

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Aussicht & Prognose

Bei einer Darmstenose kommt es in der Regel nicht zu einer Selbstheilung. Die Betroffenen sind aus diesem Grund in jedem Fall auf eine medizinische Behandlung angewiesen, um die Beschwerden zu lindern.

Im schlimmsten Falle kann es bei der Darmstenose zu einem vollständigen Darmverschluss kommen, welcher auch zum Tode des Patienten führen kann. Ebenso leiden die Betroffenen ohne Behandlung an starken Schmerzen im Bauch und ebenso an Durchfall oder an Verstopfung. Es kommt zu Blähungen und Übelkeit, häufig mit Erbrechen. Durch die starken Schmerzen nehmen viele Patienten keine Nahrung und keine Flüssigkeiten zu sich, sodass es zu einer Dehydration oder zu Mangelerscheinungen kommen kann. Die Lebensqualität des Patienten wird durch die Darmstenose deutlich eingeschränkt.

In der Regel wird immer die Grunderkrankung der Darmstenose behandelt. Dadurch können die Beschwerden langfristig gelindert werden. In einigen Fällen sind dabei auch operative Eingriffe notwendig, wobei es allerdings nicht zu besonderen Komplikationen oder zu anderen Beschwerden kommt. Die Krankheit kann dabei vollständig geheilt werden, sodass auch die Lebenserwartung des Patienten bei der Darmstenose meist unverändert bleibt.

Vorbeugung

Inwiefern sich eine Darmstenose verbeugen lässt, lässt sich nicht pauschal sagen. Vielmehr ist entscheidend, welche Ursache zur Verengung des Darmes geführt hat. Sofern diese erblich bedingt ist, können gegen den Verschluss lediglich regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen; Rezidive, also ein wiederholtes Auftreten nach erfolgreicher Behandlung, sind im Falle einer angeborenen Darmstenose denkbar.

Als Ultima Ratio kommt eine Kolektomie in Betracht, bei der der Dickdarm gänzlich entfernt wird und stattdessen aus dem letzten Teil des Dünndarms ein Reservoir ("Pouch") chirurgisch geformt wird, der dann die Aufgabe des entfernten Dickdarms übernimmt.

Die Kolektomie steht unter dem Vorbehalt, dass lediglich der Dickdarm von der therapieresistenten Darmstenose betroffen ist. Bei den sonstigen Fällen der Darmverengung gilt, dass die Behandlung einer Grunderkrankung immer noch zu der besten Variante zur Vorbeugung einer Darmstenose zählt.

Das können Sie selbst tun

Menschen, die Probleme mit der Darmtätigkeit haben, können durch eine gesunde Lebensführung sich selbst und ihren Körper im Alltag positiv unterstützen.

Die Vermeidung von fetthaltiger oder sehr scharfer Nahrung ist hilfreich, um die Darmtätigkeit nicht unnötig zu reizen oder zu unterbrechen. Alle Lebensmittel, die sich im Laufe des eigenen Lebens als schwer verdaulich erwiesen haben, sollten vermieden werden. Dies ist individuell zu prüfen und bedarf einer guten Körperwahrnehmung für die eigenen Bedürfnisse. Mit einer ausgewogenen und vitaminreichen Ernährung werden das Immunsystem stabilisiert und die Darmtätigkeit angeregt. Der Verzicht auf Giftstoffe wie Alkohol, Nikotin und nicht notwendige Medikamente ist ebenfalls bei der Verdauung förderlich. Zwischen den Mahlzeiten sollte genügend Zeit vergehen, damit der Darm nicht zu gefüllt oder überlastet ist. Entschlackungen oder darmreinigende Programme können darüber hinaus genutzt werden, um das allgemeine Wohlbefinden zu stärken und den Darm zu entlasten. Mit einer ausreichenden Bewegung wird die Stoffwechseltätigkeit zusätzlich angeregt.

Besonders stressempfindliche Menschen sollten darauf achten, dass sie sich nicht zu viel zumuten. Die eigenen emotionalen Grenzen sollten nicht überschritten werden, um aufkommende Stresssituationen nicht eskalieren zu lassen. Hilfreich für die Darmtätigkeit sind des weiteren ein geregelter Tagesablauf, die Einhaltung von Ruhephasen und eine gute Schlafhygiene.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

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