DNA-Viren

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Die Welt ist voller Viren. Einige können erfolgreich bekämpft werden, andere hingegen lösen schwere Krankheiten aus. Warum das so ist, soll folgender Text erläutern. DNA-Viren sind Viren, deren Genom aus DNA (Erbmaterial) besteht.

Inhaltsverzeichnis

Was sind DNA-Viren?

Ein Virus allgemein ist ein Infektionsträger, der aus einem Strang Erbmaterial besteht. Dieser kann aus DNA (Desoxyribonukleinsäure) oder aus RNA (Ribonukleinsäure) bestehen. Die Stränge sind in eine Proteinhülle eingepackt. Ein DNA-Virus ist ein Virus, dessen Erbmaterial aus Desoxyribonukleinsäure besteht.

Das Erbmaterial wird als Genom bezeichnet. Das Genom kann doppel- oder einsträngig vorliegen. Die Stränge selbst bestehen aus einem Stück (nicht-segmentiert) oder können auf verschiedene Stücke (segmentiert) verteilt sein. Ein DNA-Genom hat die Fähigkeit, in einem Ring (zirkulär) oder in einem offenen Strang (linear) aufzutreten. Im Gegensatz zu RNA-Viren sind DNA-Viren weniger variabel.

Sie sind folglich häufig stabil gegenüber Umwelteinflüssen. Grund hierfür ist ihre höhere chemische Stabilität und ihre geringere Mutationsrate. Ihre Enzyme, die der Vermehrung der DNA dienen, die DNA-Polymerasen, besitzen eine eigene Korrekturlesefunktion. Dies bedeutet, das falsch eingebaute DNA erkannt und entfernt wird. Dadurch kommt es seltener zu Mutationen. Die Viren sind nicht in der Lage, eigenständige Stoffwechselvorgänge zu bewältigen. Sie benötigen hierfür eine Wirtzelle, in die das eigene Erbmaterial eingebracht wird.

Die Forschung zählt viele verschiedene Viren und teilt sie in 20 Virusfamilien ein. In der folgenden Auflistung sind die sechs wichtigsten Virenarten aufgeführt:

Bedeutung & Funktion

Kommt es zu einer Infektion des Körpers durch Viren, ist der gesamte Körper in Alarmbereitschaft. Durch die Fähigkeit der DNA-Viren, keinen eigenen Stoffwechsel aufbauen zu können, sind sie darauf angewiesen, eine Zelle zu befallen.

Sie nutzen die körpereigenen Zellen als Wirt. In diese besetzten Zellen bringen sie ihr eigenes Erbmaterial ein. Anschließend nutzt die befallene Zelle ab diesem Zeitpunkt das fremde Erbmaterial, um neue Viren zu erstellen. Werden die Viren freigesetzt, sterben die Zellen ab. Die Viren veranlassen die Selbstzerstörung der Zellen. Das Immunsystem des menschlichen Körpers versucht den Befall der Zellen zu verhindern. Es werden Fresszellen ausgeschickt, die die DNA-Viren und kranken Zellen zerstören sollen.

Bei der Abwehrreaktion entstehen typische Krankheitssymptome wie Fieber, Schwäche und Appetitlosigkeit. Übersteht der Körper eine Attacke der Viren, besteht im Nachhinein eine Immunität gegen diese Viren. Die Immunabwehr hat Gedächtniszellen erstellt, die den Feind bei einem erneuten Angriff erkennen können. Dadurch erkranken Menschen lediglich einmal in ihrem Leben gegen Windpocken, Mumps oder Masern.

Im Rahmen von Schutzimpfungen werden abgeschwächte Viren zur Immunisierung genutzt. Diese bringen den Körper dazu, Abwehrkräfte zu entwickeln. Bei einer möglichen Infektion kann das Immunsystem die Viren direkt bekämpfen. In der westlichen Welt ist es gelungen, mit Hilfe der Schutzimpfung die annähernde Ausrottung von Windpocken zu erzielen. Es gibt jedoch auch Infektionen, die nicht durch Impfungen behandelt werden können. Hierzu zählt der HI-Virus, welcher die körpereigenen Abwehrzellen befällt und eine vorherige Impfung hinfällig werden lässt.

Viren sind für Menschen und für Tiere sehr gefährlich. Sie sind äußerst anpassungsfähig und wandelbar. Das Erbgut der DNA-Viren verändert sich durch Mutation ständig weiter. Sie können ihre Oberfläche verändern, anhand derer sie vom körpereigenen Abwehrsystem erkannt werden. Sie überlisten die gebildeten Antikörper, da diese nicht mehr an die Oberfläche der Viren andocken können. Die Antikörper können die Viren aufgrund der veränderten Oberfläche nicht mehr erkennen und zerstören. Aus diesem Grund werden jährlich neue Impfstoffe gegen Grippeviren für die Schutzimpfungen verwendet.

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Krankheiten & Beschwerden

DNA-Viren haben außerdem die Fähigkeit, von einer auf die nächste Art zu überzuspringen. Sie können vom Tier auf den Menschen übergehen, um sich auf ihrem neuen Wirt zu vermehren.

Dies ist äußerst gefährlich, da die vorhandenen Abwehrkräfte weitgehend wirkungslos bleiben. Der Wirt ist somit hochinfektiös und es kann zu einer schnellen Verbreitung kommen. Dies geschah bei der Schweinegrippe oder der Vogelgrippe. Damit der tierische Virus im Menschen überhaupt funktionieren kann, ist mehr als nur eine Mutation notwendig. Es vermischen sich zwei verschiedene Viren zu einem neuen Virus. Um die Gefahr von Pandemien einzuschränken, sind viele Viruserkrankungen darum meldepflichtig.

Eine weitere Gefahr geht von DNA-Viren aus, da sie sich über Jahre hinweg im Körper befinden können, ohne Symptome hervorzurufen. Die Infektion führt erst dann zu Zellschäden und einer spürbaren Erkrankung, wenn weitere Auslöser hinzukommen.

Zu den häufigsten DNA-Viren gehören die Herpesviren. Speziell der Herpes-simplex-Virus ist weit verbreitet. Eine Infektion ist an Bläschen im Gesicht, den Lippen, der Mundschleimhaut oder an den Augen zu erkennen.

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