Cranio-Sacral-Therapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. September 2017
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Die Cranio-Sacral-Therapie oder auch Schädel-Kreuzbein-Therapie zählt zu den alternativmedizinischen Therapieformen. Es ist eine manuelle Behandlung, bei der Handgriffe hauptsächlich im Bereich des Nackens, des Schädels, des Kreuzbeins, der Wirbelsäule, der Füße bzw. des Beckens ausgeführt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Cranio-Sacral-Therapie?

Die Cranio-Sacral-Therapie entstand aus der kraniosakralen Osteopathie, deren Gründer der amerikanische Arzt William Garner Sutherland war. Sutherland vertrat die Meinung, dass die Schädelknochen erwachsener Menschen nicht starr sondern beweglich seien. Er führte viele Eigenexperimente sowie Versuche an Dritten durch und konnte dabei den so genannten craniosacralen Puls - minimale rythmische Bewegungen - am menschlichen Skelett spüren.

Außerdem entdeckte er, dass die Bewegungen des Kreuzbeins dazu synchron verliefen. Die heutige Ausprägung geht auf den Osteopathen John E. Upledger zurück, der 1983 ein Buch mit dem Titel "Craniosacral Therapy" veröffentlichte. Upledger beobachtete im Rahmen einer Wirbelsäulenoperation die rythmische Bewegung der Gehirn-Rückenmarkshaut (Dura Mater Spinalis), wodurch die Lehre von Sutherland weiterentwickelnt werden konnte. Upledger entwarf ein Konzept, das aus zehn Einzelschritten bestand und das er mit der alternativen Psychotherapie kombinierte. Dieses Konzept nannte er "Somato Emotional Release".

Es ist eine manuelle Behandlung, bei der Handgriffe hauptsächlich im Bereich des Nackens, des Schädels, des Kreuzbeins, der Wirbelsäule, der Füße bzw. des Beckens ausgeführt werden.

Das Cranio-Sacrale-System umhüllt das Rückenmark und das Gehirn und ist aus der zerebrospinalen Flüssigkeit, den drei Hirnhäuten, den Schädelknochen sowie der Wirbelsäule aufgebaut. Dieses System stellt das "innere Milieu" für das Wachstum und die Funktion des Gehirns bzw. des Rückenmarks dar. Das Verbindungsglied zwischen den peripheren Körperanteilen und dem Cranio-Sacralen-System ist das Bindegewebe. Wenn in einem der Systeme also eine erhöhte Spannung vorherrscht, so überträgt sich diese über das Bindegewebe auf die anderen Systeme und hat Einfluss auf ihre Funktionen.

Die Spannung setzt den Energiefluss sowie die Zirkulation von Körperflüssigkeiten herab. Mit Hilfe der Cranio-Sacralen-Therapie kann die Spannung im Cranio-Sacralen-System ausgeglichen und die Selbstregulation gefördert werden. Dabei ist die Cranio-Sacral-Therapie aus folgenden Grundelementen aufgebaut:

  • energetische Techniken
  • strukturelle Arbeit am Bindegewebe
  • Sprache als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel
  • der Organismus und seine Möglichkeiten des Ausdrucks
  • die somatoemotionale Entspannung

In den letzten zwanzig Jahren erlebte die Cranio-Sacral-Therapie einen Aufschwung, da sehr viele Physiotherapeuten, Masseure bzw. Heilpraktiker für diese Form der Therapie Interesse zeigten

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Schädel-Kreuzbein-Therapie ist eine sehr sanfte, aber effektive Methode, um den Körper von Blockaden bzw. Schmerzen zu befreien. Somit ist diese Form der Behandlung eine Art Bindeglied zwischen Alternativ- und Schulmedizin. Als Indikator dient die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit, die in der Wirbelsäule sowie im Schädel zirkuliert. Der Therapeut kann die rythmische Eigenbewegung ertasten und dadurch Blockaden lösen.

Die Cranio-Sacral-Therapie wird auf einem Behandlungstisch durchgeführt, wobei man davon ausgeht, dass im Cranio-Sacralen-System eine Störung vorliegt. Zu diesem System gehören das Kreuzbein, die Wirbelsäule, die Hirnhäute, die Schädelknochen sowie die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit. Das Hirnwasser umfließt das Rückenmark und das Gehirn in den so genannten Liquorräumen. Dabei gelangt eine Welle jeweils 6 bis 14mal pro Minute vom Schädel bis zum Kreuzbein, was als CranioSakraler Puls bezeichnet wird. Anhänger dieser Therapieform sind der Meinung, dass dieser Energiefluss die Beweglichkeit bzw. die Ordnung des Schädelskeletts anzeigt.

Verändert sich die Hirnwasserströmung, so treten verschiedenste Symptome bzw. Erkrankungen auf. Therapiert werden sowohl akute als auch chronische Beschwerden wie Wirbelsäulen- und Beckenbeschwerden, Migräne, Beschwerden im Nacken, Schmerzen auf Grund von Unfällen, Lern- und Konzentrationsstörungen bei Kindern, Probleme im HNO-Bereich, psychische Probleme oder Geburtstraumen. Dabei ist der Therapeut vor allem bemüht, die vegetative Flexibilität der Patienten zu fördern. Dieser Terminus bezeichnet die Fähigkeit des vegetativen Nervensystems, besser auf Stressfaktoren reagieren zu können. Das vegetative Nervensystem erhält äußerst wichtige Funktionen aufrecht, wobei die Hauptbestandteile der Parasympathikus und der Sympathikus sind. Der Sympathikus wirkt kreislaufanregend, während der Parasympathikus für die Entspannung verantwortlich ist.

Ist der Sympathikus also überreizt, so kommt es zu Stresssymptomen wie erhöhter Pulsfrequenz, hohem Blutdruck oder Verdauungsproblemen. Um diesen Spannungszustand zu neutralisieren wird im Rahmen einer Cranio-Sacral-Therapie der Parasympathikus aktiviert, sodass es dem Patienten möglich wird, sich wieder zu entspannen. Darüber hinaus vermittelt die Cranio-Sacral-Therapie ein Verständnis für die Ganzheitlichkeit des Menschen. Dadurch kann die Eigenwahrnehmung gefördert und Selbstheilungs- bzw. Selbstregulationsprozesse angeregt werden. Grundsätzlich eignet sich die Cranio-Sacrale-Therapie für alle Altersklassen, wobei das Ziel darin besteht, die Balance des Hirnwasser-Rhythmus wiederherzustellen.

Durch Abtasten des Schädels bzw. des Kreuzbeines versucht der Therapeut den kraniosakralen Rhythmus seines Patienten zu erfühlen. Die Störquellen werden in weiterer Folge durch Massagen oder sanften Druck gelöst. Die emotionale, geistige und körperliche Spannung geht im Laufe der Behandlung zurück und die Selbstheilungskräfte werden angeregt. Eine Sitzung dauert dabei in etwa eine Stunde, eine gesamte Therapie besteht aus zwei bis 20 Behandlungen, wobei zwischen zwei Sitzungen ein Abstand von sieben Tagen liegen sollte.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Bei Patienten, die sich nur auf diese Form der Therapie verlassen, könnten ernsthafte Erkrankungen übersehen werden. Daher sollte eine Behandlung immer auch in Absprache mit einem Mediziner erfolgen.

Für Menschen, die an erhöhtem Hirndruck bzw. Hirnblutungen leiden, ist eine Cranio-Sakrale-Therapie nicht geeignet. Bei der Therapie von Neugeborenen besteht das Risiko, das Gehirn zu verletzen, da sie noch über weit auseinanderstehende Spalten zwischen den Schädelknochen verfügen. Insgesamt ist die Therapie aber sehr angenehm und birgt kaum Risiken.

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Quellen

  • Ernst, E.: Praxis Naturheilverfahren. Springer, Berlin 2005
  • Federspiel, F., Herbst, V.: Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005
  • Kraft, K., Stange, R. (Hrsg): Lehrbuch Naturheilverfahren. Hippokrates, Stuttgart 2010

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