Coxsackie-Virus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Juni 2017
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Coxsackie-Viren gehören zur Gruppe der humanen Enteroviren, die hauptsächlich grippeähnliche Erkältungen, virale Meningitis und schmerzhafte Entzündungen im Mund- und Rachenbereich verursachen. Durch ihre kardiotrope Wirkung sind Myokarditis oder Perikarditis häufige Begleiterscheinungen dieser Infektion. Virusreservoir ist der Mensch, die Übertragung erfolgt fäkal-oral beziehungsweise über Tröpfchen- oder Schmierinfektion.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Coxsackie-Virus?

Coxsackie-Viren sind sphärische unverhüllte RNA-Viren, die zur Gruppe der Enteroviren in der Familie Picornaviridae gehören und in zwei Stämme (A und B) eingeteilt werden. Wie alle humanen Enteroviren sind sie relativ umweltresistent, was ihre Verbreitung vergleichsweise einfach macht.

Coxsackie-Viren sind überall auf der Welt anzutreffen und werden fäkal-oral sowie über Tröpfchen- oder Schmierinfektion direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Eine indirekte Übertragung ist durch kontaminierte Gegenstände oder verunreinigte Nahrung möglich.

Die Namensgebung geht auf den Ort Coxsackie bei New York zurück, wo der Pathologe und Virologe Gilbert Dalldorf diese Viren 1948 erstmals beschrieben hat.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Erkrankte Personen und Keimträger scheiden Coxsackie-Viren über den Stuhl aus, wobei die Ausscheidung über mehrere Wochen andauern kann. Die Infektion erfolgt direkt von Mensch zu Mensch oder indirekt über kontaminierte Gegenstände, auf denen die Viren über einen längeren Zeitraum überleben können. Eine Ansteckung ist auch über kontaminiertes Wasser sowie verunreinigte Lebensmittel möglich.

Für Menschen mit einem gesunden Immunsystem stellen diese Viren jedoch nur eine geringe Gefahr dar, denn im Laufe der Zeit ist eine starke Anpassung an den humanen Reservoirwirt erfolgt, wodurch eine gewisse Immunität entstanden ist.

Die Inkubationszeit beträgt sieben bis 14 Tage, jedoch ist auch eine Latenzzeit von zwei bis 35 Tagen möglich. Gesunde Menschen, die mit erkrankten Personen in Kontakt kommen, können sich bereits zwei bis drei Tage bevor die Krankheit merklich zum Ausbruch kommt anstecken. Eine Ansteckungsgefahr besteht ferner während der gesamten Dauer der klinischen Symptome.

Coxsackie-Viren sind weltbreit verbreitet, in Ländern mit sozioökonomisch niedrigen Lebensbedingungen treten diese Viren jedoch häufiger auf als in den hochentwickelten Industrieländern. Die Hauptgründe sind kontaminiertes Wasser und mangelnde Hygiene. In den Breitengraden mit gemäßigten Klimabedingungen treten Coxsackie-Infektionen vorwiegend im Sommer und Herbst auf. Die wirksamsten Präventionsmöglichkeiten sind regelmäßiges Händewaschen und effiziente Hygienemaßnahmen.

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Krankheiten & Beschwerden

Wie alle humanen Enteroviren verursachen Coxsackie-Viren vorwiegend Infektionen ohne eindeutige Assoziation zu bestimmten Krankheiten, denn die Viren sind in der Lage, vielfältige Symptome auszulösen, die sowohl auf eine Coxsackie-A- wie auch Coxsackie-B-Infektion hinweisen können, da die Beschwerden bei beiden Infektionstypen größtenteils identisch sind.

Bei sechzig Prozent der Menschen verläuft eine Coxsackie-Infektion jedoch asymptomatisch, da keine Beschwerden auftreten und die Viren unbemerkt über den Stuhl wieder ausgeschieden werden. Herpangina, eine Entzündung der Mundschleimhaut, geht mit hohem Fieber und grippeähnlichen Allgemeinbeschwerden einher.

Erkrankungen des Atemtrakts machen sich durch Husten, Halsschmerzen und Reizhusten bemerkbar. Die betroffenen Regionen im Rachenraum sind gerötet und mit hellen Bläschen versehen. Wenn sie platzen, bilden sich kleine runde Geschwüre mit rotem Hof, die innerhalb von drei bis vier Tagen abheilen.

Die sogenannte Hand-Fuß-Mund-Krankheit macht sich durch rotgesäumte Bläschen an Füßen und Händen bemerkbar. Pseudoparalyse, Schnupfen und schmerzhafte Stomatitis im Bereich von Zunge, Gaumen und Zahnfleisch weisen gleichfalls auf eine Typ-A-Infektion hin.

Wie Echoviren entfalten auch Coxsackie-Viren eine kardiotrope Wirkung, die Perikarditis und Myokarditis verursachen können. Eine weitere Begleiterscheinung ist Myalgia epidemica, die Schmerzen im Brustkorb, Rippenfell und Oberbauch verursacht. Sie ist auch unter der Bezeichnung Morbus Bornholm bekannt. Der Krankheitsbeginn tritt plötzlich ein und macht sich mit Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen, Übelkeit und Durchfall bemerkbar. Es kann zu Atemnot, Kollapsneigung und Kopfschmerzen kommen.

Seltenere Erkrankungen sind Bauchspeicheldrüsenentzündung, Hodenentzündung und Bindehautentzündung. Beide Virustypen können Diabetes mellitus Typ 1 verursachen. Bei Neugeborenen sind schwere systemische Erkrankungen wie Herzrasen, Blausucht, Atemnot, Herzbeutelentzündung und Herzmuskelentzündung möglich.

Der Erregernachweis erfolgt über eine Untersuchung von Stuhl, Rachenspülwasser, Bindehautabstrich (Konjunktivalabstrich) und Liquor. Eine Differenzialdiagnose muss hinsichtlich mehrerer Erkrankungen erfolgen, die mit ähnlichen Symptomen einhergehen wie eine Infektion mit Coxsackie-Viren. Hierzu gehören Arbovirus-Infektionen, Meningitis nach Infektion mit anderen Enteroviren, Entzündung der Mundschleimhaut, Pfeiffersches Drüsenfieber, Blinddarmentzündung und Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Weitere Krankheiten mit ähnlichen Beschwerden sind Rheumatismus, Gallenblasenentzündung, Echovirus-Erkrankungen, Hexenschuss, tuberkulöse Meningitis, Lungenentzündung sowie verschiedene Herzerkrankungen. Bei schmerzhaften Symptomen, die länger als zwei Tage andauern, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Virusinfektion nicht zu verschleppen und ähnlich verlaufende Krankheiten auszuschließen.

Die Therapie erfolgt mit Analgetika und Antipyretika. Bei erschwertem Krankheitsverlauf verschreibt der Arzt Gamma-Globin-Präparate. Es handelt sich um Immunglobuline (Antikörper), die vor allem gegen Bakterien und Viren wirken. Bevorzugt werden diese Antikörper aus Rekonvaleszentenseren hergestellt. Diese Blutseren werden von Menschen gewonnen, die gerade eine Infektionskrankheit überstanden haben und deren Blut die notwendigen Antikörper für eine erfolgreiche Behandlung aufweist. Durch diese Behandlung wird eine passive Immunisierung des Patienten erreicht.

Eine unterstützende Begleittherapie kann mit den homöopathischen Mitteln Mercurius corrsivus, Acidum muriaticum sowie Rhus toxicodendron durchgeführt werden. Diese assoziierten Einzelmittel gehen gegen Hautauschlag und schmerzhafte Bläschen und Rötungen im Hals- und Rachenraum vor.

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