Coronavirus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Das Coronavirus gehört zu den Coronaviridae, einer Gruppe von Viren, die nicht nur den Menschen, sondern auch andere Säugetiere sowie Vögel befallen und eine Vielzahl von Erkrankungen auslösen können. Beim Menschen verursacht das Coronavirus insbesondere Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfekte. Weltweit bekannt wurde das Virus im Zusammenhang mit der SARS-Epidemie in den Jahren 2002 und 2003.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Coronavirus?

Bei dem Coronavirus handelt es sich um ein RNA-Virus mit ungewöhnlich großem Genom. Eine Virenhülle aus Proteinen und einer Lipidmembran macht es äußerst widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse.

Die Familie der Coronaviridae ist sehr vielfältig und sowohl bei Säugetieren als auch bei Vögeln verbreitet. Derzeit sind etwa fünf verschiedene Coronavirus-Arten bekannt, die beim Menschen vor allem Infektionen der Atemwege auslösen können. Man geht davon aus, dass ein großer Anteil der gewöhnlichen Erkältungen im Winterhalbjahr von Coronaviren verursacht wird. Eine Ausnahme bildet dabei das bekannteste Coronavirus, das SARS-Coronavirus, das neben Atemwegserkrankungen gleichzeitig auch entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen kann.

Die Übertragung erfolgt bei allen Coronaviren in der Regel durch Tröpfcheninfektion, eine Schmierinfektion kann aber nicht ausgeschlossen werden. Auch die Übertragung durch Tiere, die den Coronavirus in sich tragen, gilt als möglich.

Übertragung, Ansteckung & Bedeutung

Während die meisten Coronaviren eher harmlose Erkrankungen hervorrufen, löst das SARS-Coronavirus einen lebensbedrohenden Atemwegsinfekt aus, der als Schweres Akutes Atemwegssyndrom bzw. SARS bekannt wurde.

Die Symptome ähneln denen im Wesentlichen einer klassischen Grippe: Kopf- und Gliederschmerzen, starker Husten, Atemnot und eine mit Heiserkeit einhergehende Halsentzündung. Typisch für eine Infektion mit dem SARS-Coronavirus ist allerdings das plötzliche und ungewöhnlich schnell auf über 38°C ansteigende Fieber. Im weiteren Verlauf kommt eine beidseitige Lungenentzündung hinzu.

Infolge der Krankheit nimmt auch die Zahl der Blutplättchen und der weißen Blutkörperchen ab, was das Immunabwehrsystem weiter schwächt. Die Inkubationszeit beträgt bis zu sieben Tagen. Während der SARS-Pandemie 2002/2003 verstarben knapp 1000 Menschen, was etwa zehn Prozent der Infizierten entspricht. Die Überlebenden behielten teilweise Schäden an der Lunge, der Milz, dem Rückgrat und dem Nervensystem zurück. Zu den Langzeitschäden zählen insbesondere Lungenfibrose, Osteoporose und Knochennekrose.

Krankheiten & Behandlung

Gegen das Coronavirus gibt es bislang keine wirksamen Behandlungsmethoden. Um bakterielle Sekundärinfektionen zu bekämpfen, können verschiedene Antibiotika verabreicht werden.

Das Immunsystem kann durch die Gabe von Virostatika und Cortison gestärkt werden. Je nach Schwere der Infektion muss auch künstliche Beatmung eingesetzt werden. Letztendlich kann aber mit heutigen Mitteln der Verlauf der Erkrankung kaum beeinflusst werden. Deshalb setzte man bei der Bekämpfung der SARS-Pandemie 2002/2003 hauptsächlich auf die Isolierung der Erkrankten und das Verhindern einer weiteren Ausbreitung.

Obwohl das Genom des SARS-Coronavirus inzwischen entschlüsselt ist, konnte bislang weder ein entsprechender Impfstoff noch ein wirksames Medikament entwickelt werden. Da das Coronavirus sehr schnell mutiert, konzentrieren sich die gegenwärtigen Forschungen auf die Proteine der Virenhülle. Hier gab es zwar erste Ergebnisse, wann eine praktische Anwendung möglich sein wird, ist aber noch nicht abzusehen.

Im Jahr 2012 trat erstmals das als „neuer Coronavirus“ bekannt gewordene Humane Coronavirus EMC auf. Die bislang bekannten Erkrankungen verliefen deutlich langsamer als SARS, dafür aber sehr schwer und mehrheitlich tödlich. Von bislang siebzehn bekannten Erkrankten sind zehn verstorben. Die Infizierten entwickeln in der Regel aus einem allgemeinen Atemwegsinfekt heraus eine atypische Lungenentzündung und erleiden bereits frühzeitig im Krankheitsverlauf ein akutes Nierenversagen.

Aufgrund der geringen Fallzahlen und der Tatsache, dass im persönlichen Umfeld der Infizierten keine weiteren Erkrankungen aufgetreten sind, geht man derzeit davon aus, dass das Humane Coronavirus EMC nur eine sehr geringe Übertragungsrate aufweist. Vermutlich wird es anders als andere Coronaviren nicht durch Tröpfchen, sondern durch Schmierinfektion übertragen, so dass bereits einfache Hygienemaßnahmen die Ausbreitung effektiv verhindern können.

Da alle bislang an dem neuen Coronavirus erkrankten Menschen aus dem Nahen Osten stammen, wird der Ursprung dieses Virus auf der arabischen Halbinsel vermutet. Möglicherweise besteht eine Verwandtschaft zu einem Coronavirus, der eine dort vorkommende Fledermausart befällt.

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