Cilastatin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. November 2016
Symptomat.deWirkstoffe Cilastatin

Cilastatin ist ein Arzneistoff, der zusammen mit dem Antibiotikum Imipenem verabreicht wird und die schnelle Metabolisierung des Imipenems verzögern soll. Cilastatin zählt zu den Protease-Inhibitoren. Es inhibiert das Nierenenzym Dehydropeptidase-I, das für die Metabolisierung des Imipenems verantwortlich ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Cilastatin?

Cilastatin (chemische Summenformel: C16H26N2O5S) ist ein weißes bis hellgelbes amorphes Pulver (Cilastatin-Natrium). In der Pharmazie wird es als Protease-Inhibitor genutzt, d.h. es hemmt die Peptidasen (früher Proteasen genannt) und verhindert damit den Abbau von Proteinen.

Cilastatin hemmt das Enzym Dehydropeptidase-I. Die Hemmung erfolgt kompetitiv und reversibel, d.h. Cilastatin konkurriert mit der Dehydropeptidase-I um die Besetzung der gleichen Rezeptoren. Nach Absetzen des Cilastatins ist die Hemmung aufgehoben, da das Enzym die Rezeptoren wieder besetzen kann.

Pharmakologische Wirkung

Cilastatin wird als Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung verwendet. Hieraus lässt sich ableiten, dass die Applikation immer intravenös stattfindet. Zur Pharmakokinetik ist zu sagen, dass die Plasmahalbwertszeit des Arzneistoffes durchschnittlich eine Stunde beträgt.

Cilastatin wird in Form seines Salzes Cilastatin-Natrium verabreicht. Der Wirkmechanismus des Cilastatins besteht in einer Hemmung der Dehydropeptidase-I, einem Nierenenzym, das für die Metabolisierung des Imipenems verantwortlich ist.

Es liegt, bei gleichzeitiger Gabe, eine kompetitive Hemmung vor, das heißt das Cilastatin besetzt die gleichen Rezeptoren wie das Nierenenzym und 'kämpft' mit diesem um die Besetzung der Rezeptoren. Die Dehydropeptidase-I wird so in ihrer Aktivität gehemmt bzw. an ihrer Aktivität gehindert. Dies ist die gewünschte Wirkung des Arzneistoffes, da eine Metabolisierung des Imipenems durch diesen Vorgang verzögert wird.

Durch die verzögerte Metabolisierung entstehen höhere Konzentrationen und eine längere Wirkdauer des Imipenems. Das Imipenem wird in der Niere hydrolisiert, das heißt, es wird durch Anlagerung eines Wassermoleküls aufgespalten. Bei dieser Metabolisierung des Imipenems, die durch das Cilastatin verzögert wird, entstehen inaktive nephrotoxische Metaboliten. In Tierversuchen zeigte sich, dass das Cilastatin die Nephrotoxizität reduzieren kann.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Cilastatin wird in fixer Kombination zusammen mit Imipenem, einem Antibiotikum aus der Gruppe der ß-Laktam-Antibiotila, eingesetzt. Es hat die Aufgabe, eine schnelle Metabolisierung des Imipenems zu verhindern. Dies ist notwendig, um für die gewünschte therapeutische Wirkung eine ausreichend hohe Konzentration des Antibiotikums zu erhalten.

Des Weiteren zeigte sich im Tierversuch eine Reduzierung der nephrotoxischen Wirkung des Imipenems, wenn es in Kombination mit Cilastatin eingesetzt wurde. Cilastatin selbst wirkt nicht antibakteriell. Es beeinflusst die antibakterielle Wirkung des Imipenems nicht, es verhindert lediglich die schnelle Metabolisierung des Imipenems, was dessen Konzentration im Plasma erhöht. Chemisch betrachtet stellt Cilastatin ein Derivat der natürlichen Aminosäure (R)-Cystein dar.

Imipenem, das Antibiotikum, das zusammen mit Cilastatin verabreicht wird, wirkt über eine Hemmung der Zellwandsynthese der Bakterien bakterizid. Es besteht eine Stabilität gegenüber bakteriellen Beta-Laktamasen. Imipenem ist ein Breitspektrumantibiotikum, das aerobe und anaerobe, grampositive und gramnegative Bakterien erfasst.

Es wird als Reserveantibiotikum zur Therapie lebensbedrohlicher bakterieller Infektionen eingesetzt. Auch Mischinfektionen gehören zu den Indikationen des Imipenems. Aus den genannten Indikationen ergibt sich eine strenge Indikationsstellung für den Einsatz der Kombination Imipenem/Cilastatin. Imipenem wird aus diesem Grund immer in Kombination mit Cilastatin verabreicht.




Risiken & Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen und Risiken, die durch das Cilastatin hervorgerufen werden können, zählen Überempfindlichkeiten mit lokalen Gewebeverhärtungen und Schmerzen; allergische Reaktionen wie lokale Hautreizungen, Hautrötungen, Hautausschläge, Juckreiz, Urtikaria (Nesselsucht); Blutbildveränderungen wie eine Thrombozytose oder eine Eosinophilie sowie vorübergehende Leberfunktionsstörungen.

Zu den Kontraindikationen des Cilastatins bzw. der Kombination von Cilastatin mit Imipenem zählen Überempfindlichkeiten gegenüber Cilastatin, Überempfindlichkeiten gegenüber Imipenem oder anderen Beta-Laktamase-Antibiotika sowie Nierenfunktionsstörungen bei Kindern. Zudem darf das Arzneimittel weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit angewendet werden. Auch eine Anwendung bei Kleinkindern ist kontraindiziert.

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