Chronischer Husten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. Dezember 2017
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Nicht nur Raucher haben mit chronischem Husten zu kämpfen und er ist stets ärztlich abzuklären. Aber ab wann ist es ein chronischer Husten und welche Krankheiten verbergen sich dahinter.

Inhaltsverzeichnis

Was ist chronischer Husten?

Dauert ein Husten bei Erwachsenen länger als acht Wochen, spricht die Medizin von chronischem Husten. Besonders Raucher tun den allmorgendlichen Hustenanfall als Nebenerscheinung des Lasters ab und schenken ihm keine weitere Aufmerksamkeit.

Dabei ist Husten ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers, mit dem er sich die Atemwege freihalten möchte. Es ist immer ein Arzt aufzusuchen, wenn sich der Husten nicht von selbst oder mithilfe Hausmitteln nach drei bis vier Wochen verschwindet. Eine Rolle spielt auch, ob der chronische Husten von Auswurf begleitet wird und ob dieser blutig ist. Ist Letzteres der Fall, ist ohnedies der Notarzt die nächste Ansprechperson anstatt auf einen Termin beim Lungenfacharzt (Pneumologe) zu warten.

Ursachen

Chronischer Husten ohne Auswurf ist häufig auf eine Entzündung der Atemwege oder Fremdkörper in der Lungen zurückzuführen. Der Körper versucht dabei, die Lunge zu reinigen und den Störfaktor mit großem Druck aus den Atemwegen zu befördern. Eine Lungenentzündung wird nicht selten von einem Muskelkater begleitet, weil die Bauchmuskeln ständig angespannt werden.

Das frühe Stadium von Asthma bronchiale kündigt sich bei Kindern häufig mit hartnäckigem Reizhusten an, der zusätzlich die oberen Atemwege beeinträchtigt.

Ist der chronische Husten von Auswurf begleitet, kann dies das erste Anzeichen einer COPD oder Asthma bronchiale im fortgeschrittenen Stadium. Eine Lungenentzündung geht ebenfalls mit chronischem Husten einher. Überhaupt dann, wenn sich der Schleim in den Bronchien zu lösen beginnt und der Körper mit dem Abtransport aus der Lunge beginnt.

Ist der Auswurf blutig, ist dies in den meisten Fällen auf eine schwere Lungenentzündung oder Lungenkrebs in einem fortgeschrittenen Stadium zurückzuführen.

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Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Dauert ein Husten bei Erwachsenen länger als acht Wochen, spricht die Medizin von chronischem Husten.

Für die Diagnose COPD muss der Patient an mindestens drei Monate am Stück in zwei aufeinanderfolgenden Jahren husten und alle andere Erkrankungen ausgeschlossen sein.

Bei der sogenannten Ausschlussdiagnose übersieht der behandelnde Arzt häufig andere Ursachen wie ein Bronchialkarzinom oder eine Tuberkulose, weil sich die Symptome überlappen. Unbehandelt entsteht aus dem chronischen Husten recht schnell Atemnot, der im fortgeschrittenen Stadium nicht nur bei Belastung auftritt, sondern auch bei alltäglichen Situationen. Die COPD ist derzeit nicht heilbar und kann nur gebremst werden. Gerade bei Rauchern wird die Krankheit sehr spät erkannt.

Chronischer Husten ist das erste Anzeichen eines Bronchialkarzinoms und dies in einem relativ frühen Stadium. Im Gegensatz zur Bronchitis verändert sich dieser Husten aber häufig zum trockenen Reizhusten. Handelt es sich tatsächlich um ein Karzinom, verstreicht während des Abwartens wertvolle Zeit. Deshalb werden Röntgenbilder auch gleich am Anfang angefertigt.

Ein häufiger Auslöser für chronischen Husten sind auch ACE-Hemmer. In diesem Fall werden die Medikamente abgesetzt und zugewartet, ob der Husten nach zwei bis drei Wochen von selbst abklingt. Lässt sich der chronische Husten nicht eindeutig zuordnen, wird auf eine Bronchoskopie zurückgegriffen.

Asthma bronchiale ist zu 80% auf eine Allergie zurückzuführen und sinnvollerweise setzt die Therapie auch hier an, anstatt lediglich die Symptome zu bekämpfen. Zusätzlich sind Bedarfsmedikamente nötig, um einen Asthmaanfall schnell zu beruhigen. Ein weiteres Therapieziel ist eine Stärkung der Lungenfunktion sowie die Herabsetzung der Erregbarkeit.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

In der kalten Jahreszeit müssen die meisten Menschen mehr oder weniger häufig husten. Doch jeder Husten, der länger als zwei Wochen dauert, ist chronisch und sollte Anlass für einen Arztbesuch sein. Er kann durch eine Erkältung, aber auch durch eine Bronchitis, eine Lungenentzündung oder einen Lungentumor ausgelöst werden.

Während Erkältungsviren zu Reizhusten führen, der im Normalfall nach einigen Tagen abklingt, können Bakterien eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung auslösen. Diese Erkrankungen lassen sich nicht so einfach behandeln. Häufig sind Antibiotika notwendig. Um die Diagnose stellen zu können, muss der Arzt Bronchien und Lunge abhören, doch im Zweifelsfall ist nur eine Röntgenuntersuchung aussagekräftig. Die Therapie richtet sich nach der Ursache.

Bei Erkältungshusten helfen oft schon beruhigende Hustensäfte, Tees und Ruhe. Starker Hustenattacken, die sogar Atemnot zur Folge haben, sollten immer zu einem Arztbesuch führen. Sie können auf Keuchhusten oder einen anderen bakteriellen Infekt hinweisen. Kinder mit derart starken Hustenanfällen gehören immer in ärztliche Behandlung.

Keuchhusten ist eine extrem ansteckende Infektionskrankheit muss entsprechend therapiert werden. Chronischer Husten mit Auswurf kann auf eine ernste Lungenerkrankung hinweisen. Auch wenn andauernder Husten nicht die Folge einer ernsten Erkrankung ist, sollte er mit Medikamenten behandelt werden, denn die Hustenanfälle verhindern gesunden Schlaf und verzögern damit den Heilungsprozess.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der COPD hängt im Wesentlichen vom Schweregrad ab. Im Anfangsstadium ist eine medikamentöse Therapie nur im Notfall vorgesehen und beschränkt sich auf atemwegserweiternde Medikamente bei akuter Atemnot.

Die mittelgradige COPD wird bereits mit länger wirksamen atemwegserweiternden Medikamenten behandelt. Außerdem ist der Behandlungserfolg sehr von der Eigeninitiative des Patienten abhängig. Neben der Vermeidung von Schadstoffen (Zigaretten, Staub)sind die Atemphysiotherapie und körperliches Training ein wesentlicher Bestandteil der Therapie.

Die schwere Form der COPD macht meist eine Langzeitsauerstofftherapie nötig und die Inhalation von Kortikosteroiden, die jedoch mit erheblichen Nebenwirkungen, insbesondere bei der Langzeiteinnahme, einhergehen. In seltenen Fällen wird auch die Emphysemchirurgie eingesetzt, bei der die überblähten Teile aus der Lunge entfernt werden.

Ist ein Lungenkarzinom Auslöser für chronischen Husten, hängt die Therapie nicht nur vom Alter des Patienten und seinem allgemeinen Gesundheitszustand ab, sondern auch vom geweblichen Typ des Tumors ab. Der nicht-kleinzellige Tumor wird dabei immer operiert wogegen der kleinzellige zuerst mit Strahlen- und Chemotherapie behandelt wird.

Aussicht & Prognose

Bleibt ein chronischer Husten unbehandelt und ohne jegliche ärztliche Versorgung, so kann sich dieses Krankheitsbild innerhalb kürzester Zeit deutlich verschlimmern. Ohne entsprechende Medikamente kann sich aus einem chronischen Husten sehr schnell eine Lungenentzündung oder auch eine Rippenfellentzündung entwickeln. Durch das ständige Abhusten kann es zu einem sehr unangenehmen Druckgefühl im Kopfbereich kommen, das wiederum zu Kopfschmerzen führen kann.

Ein chronischer Husten kann unter Umständen eine langwierige Angelegenheit werden, da der Heilungsprozess in so einem Fall nur sehr langsam fortschreitet. Mit entsprechenden Medikamenten bzw. einer ärztlichen Behandlung sieht die Prognose bei einem chronischen Husten deutlich positiver aus.

Ein chronischer Husten kann beispielsweise effektiv und wirksam mit Codein-Tropfen bekämpft werden. Dadurch fällt dem Betroffenen das Abhusten deutlich leichter und der Heilungsprozess wird um ein Vielfaches beschleunigt. Diverse Komplikationen werden zudem frühzeitig vermieden, sodass der chronische Husten innerhalb von 2 Wochen deutlich abklingen dürfte.

Allerdings weist ein chronischer Husten oftmals verschiedene Begleiterscheinungen auf. Dazu zählen starke Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Halsschmerzen. Außerdem treten in vielen Fällen Schluckbeschwerden auf, wodurch die Nahrungsaufnahme deutlich eingeschränkt wird.

Fest steht: Ohne eine ärztliche Behandlung kann sich ein chronischer Husten zu einer ernstzunehmenden Erkrankung entwickeln. Daher ist eine frühzeitige Behandlung immens wichtig.

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Vorbeugung

Rauchen verklebt die Flimmerhärchen in der Lunge und ist der Risikofaktor für chronischen Husten, COPD und Lungenkrebs schlechthin. Wer das Rauchen aufgibt, verringert somit das Risiko für schwere Lungenkrankheiten erheblich.

Ausdauersport ist ebenfalls eine gute Maßnahme, da hierbei das Lungenvolumen vergrößert und die Atemwege gestärkt werden. Nach einer Joggingrunde vermeidet man jedoch besser große Feinstaubbelastungen, weil die Lunge aufnahmefähiger ist.

Günstig sind außerdem Aufenthalte an Orte mit sogenanntem Reizklima. Ein Urlaub am Meer lindert nicht nur bestehende Atemwegserkrankungen, sondern wirkt als Reinigungskur vorbeugend.

Das können Sie selbst tun

Es gibt zahlreiche Hausmittel, die chronischen Husten lindern und die Heilung unterstützen. Empfehlenswert ist es, viel zu trinken. Sinnvoll sind warme Getränke und mindestens zwei Liter am Tag. Umso flüssiger der Schleim ist, umso leichter gelingt das Abhusten. Das Abhusten des Schleims kann auch durch das Abklopfen von Brust und Rücken unterstützt werden. Sinnvoll sind zudem Massagen mit ätherischen Ölen wie Pfefferminzöl, Thymianöl, Eukalyptusöl, Anisöl oder Fenchelöl.

Inhalationen und Dampfbäder befeuchten die Atemwege und erleichtern somit den Abtransport von Schleim. Auch die Befeuchtung der Raumluft kann Linderung verschaffen. Beispielsweise kann ein Wäscheständer mit feuchten Handtüchern im Zimmer aufgestellt oder ein feuchtes Tuch über den Heizkörper gelegt werden.

Hilfreich sind auch Heilkräuter in Form von Hustensaft, Hustentropfen, Hustenbonbons, Hustenpastillen oder Hustentee. Salbei, Efeublätter, Spitzwegerich, Schlüsselblumenblüten, Schwarzer Rettich oder Thymian unterstützen die Linderung von chronischem Husten. Für Kinder eignet sich Fenchelhonig. Ist der chronische Husten besonders zäh, kann eine Zwiebelauflage auf der Brust oder dem Rücken helfen, den Schleim zu lösen.

Handelt es sich bei dem chronischen Husten um trockenen Reizhusten helfen beispielsweise Huflattich, Eibisch, Isländisches Moos oder Malve als Saft, Sirup, Tee oder Extrakt. Geeignete homöopathische Mittel sind Drosera und Byronia. Auf das Rauchen sollte bei chronischem Husten unbedingt verzichtet werden.

Bücher über COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

Quellen

  • Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

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