Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 8. November 2016
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Bei der Chronisch rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis handelt es sich um eine spezielle Form der Osteomyelitis, die nicht von Bakterien ausgelöst wird. Die Krankheit zeichnet sich dadurch aus, dass sie einen chronischen Verlauf nimmt. Die Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis wird in vielen Fällen auch mit der Abkürzung CRMO bezeichnet. Grundsätzlich handelt es sich bei einer Osteomyelitis um eine Entzündung der Knochen, wobei die verantwortlichen Keime in der Regel nicht feststellbar sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis?

Die Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis zeigt sich im überwiegenden Teil der Fälle in den sogenannten Metaphysen an den langen Röhrenknochen, dem Becken, der Wirbelsäule und dem Schultergürtel. Die Erkrankung wurde 1972 zum ersten Mal durch den Arzt Andres Giedion beschrieben.

Grundsätzlich handelt es sich bei der Chronisch rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis entweder um eine monofokale oder eine multifokale Osteitis. Die Krankheit tritt in der Regel bei Kindern oder Jugendlichen auf und weist einen schubartigen Verlauf auf. Grundsätzlich handelt es sich bei der Chronisch rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis um eine Erkrankung, die sehr selten auftritt. So wird die Häufigkeit der Krankheit bei Patienten im Kindesalter mit vier auf 1.000.000 Personen geschätzt.

Im überwiegenden Teil der Fälle zeigt sich die Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis zum ersten Mal im zehnten Lebensjahr. Bei erwachsenen Patienten existiert eine Erkrankung mit ähnlichen Symptomen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um die Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis, sondern um das sogenannte SAPHO-Syndrom.

Ursachen

Prinzipiell sind zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine gesicherten Aussagen im Hinblick auf die Ursachen für die Entstehung der Chronisch rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis möglich. Denn die medizinische Forschung hat bisher noch keine zureichenden Ergebnisse in Bezug auf die Pathogenese der Krankheit gefunden.

Allerdings besteht die Vermutung, dass ein spezieller immunpathologischer Vorgang an der Entstehung der Chronisch rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis beteiligt ist. Darüber hinaus stehen auch genetische Faktoren in der Diskussion um die Ursachen der Erkrankung. Außerdem sind womöglich auch latente Infekte in einigen Fällen für die Entstehung der Chronisch rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis mitverantwortlich.

Zwar sind die Ursachen für die Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis noch nicht abschließend geklärt. Allerdings existiert eine enge Verbindung der Erkrankung zu Psoriasisarthritis und Arthritis. Hinweise auf Mutationen als Ursache für die Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis sind bisher nicht nachweisbar. Auch ist bis zum heutigen Zeitpunkt noch unklar, ob die Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis eine Autoimmunkrankheit ist.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis geht mit einer Vielzahl an verschiedenen Beschwerden und Symptomen einher. Diese konzentrieren sich in erster Linie auf die Metaphysen der langen Röhrenknochen. Etwas seltener zeigen sich die Symptome in der Gegend von Wirbelkörper, Fuß oder Becken.

Darüber hinaus kommt es in zahlreichen Fällen zu Entzündungen an den benachbarten Gelenken. Außerdem bildet sich bei etwa 10 bis 20 Prozent aller betroffenen Patienten im Kindesalter eine sogenannte palmoplantare Pustulose. Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine besondere Art der Psoriasis. Grundsätzlich tritt die Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis in mehreren Schüben auf. Dabei kommt es zu Symptomen wie chronischen Schmerzen, Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit sowie örtlichen Schwellungen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

In Bezug auf die Diagnose der Chronisch rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis stehen zahlreiche unterschiedliche Methoden der Untersuchung zur Auswahl. Der behandelnde Facharzt wählt den Einsatz der Untersuchungsmethoden nach Abwägung des Einzelfalls aus. In der Regel wird die Diagnose der Chronisch rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis nach diversen radiologischen, klinischen und eventuell auch histologischen Untersuchungen gestellt.

Dabei lässt sich die Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis per Ausschlussdiagnose feststellen. An erster Stelle steht in der Regel die Anamnese, die der behandelnde Arzt mit dem erkrankten Patienten durchführt. Im Anschluss daran kommen üblicherweise Röntgen- und Laboruntersuchungen zum Einsatz. Möglich ist auch die Durchführung einer Kernspintomographie.

Dabei wird in den meisten Fällen der ganze Körper untersucht. Im Rahmen der Differentialdiagnose ist die Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis in erster Linie von der Juvenilen idiopathischen, der bakteriellen Osteomyelitis, der Arthritis oder der Hypophosphatasie abzugrenzen. Auszuschließen sind auch ein Ewing-Sarkom, ein Osteosarkom sowie eine Langerhans-Zell-Histiozytose. Zusätzlich sind die Patienten auf eine aseptische Knochennekrose zu untersuchen.




Behandlung & Therapie

Eine Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis wird in der Regel mit entzündungshemmenden Arzneimitteln behandelt, die nicht-steroidal sind. Eine Alternative stellen TNF-Blocker sowie Bisphosphonate dar. In einigen Fällen bilden sich Sinterungen an den Wirbelkörpern, wobei sich in der Regel auch eine Vertebra plana bildet. Diese Symptome sind einzeln zu therapieren.

Die Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis verläuft schubartig, wobei es zu Spontanremissionen kommt. Die Krankheit ist oftmals mit Autoimmunkrankheiten assoziiert, zum Beispiel entzündlichen Darmerkrankungen mit chronischem Verlauf. Zur Unterstützung der medikamentösen Behandlung ist üblicherweise eine Physiotherapie angezeigt. Grundsätzlich steht die Prognose der Chronisch rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis relativ gut.

Vorbeugung

Zum derzeitigen Zeitpunkt sind noch keine wirksamen Vorbeugungsmaßnahmen bezüglich der Chronisch rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis bekannt. Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass die Ursachen bisher weitgehend unbekannt sind. Besonders wichtig ist es daher, Beschwerden und Symptome ernst zu nehmen und einen geeigneten Facharzt zu informieren.

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