Chronisch obstruktive Bronchitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2017
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Ähnlich der chronischen Bronchitis ist die chronisch obstruktive Bronchitis eine chronische Lungenerkrankung. Obstruktiv bedeutet hierbei, dass die Bronchien verengt sind. Die Hauptbeschwerden sind in der Folge Husten, Atemnot und Auswurf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine chronisch obstruktive Bronchitis?

Die chronisch obstruktive Bronchitis bezeichnet eine dauerhafte (chronische) Lungenerkrankung, die zu einer Verengung (Obstruktion) der Atemwege führt.

Der Durchmesser der in der Lunge enthaltenen Bronchiolen wird durch Parasympathikus (Nerven) und Sympathikus (Nerven) reguliert. Der Parasympathikus verengt die Bronchiolen, der Sympathikus erweitert sie. Dabei kann es aber auch zu Fehlregulationen (Rauchen, chemische Dämpfe) kommen, bei denen sich die Bronchialmuskeln stärker anspannen und so die Atmung erschweren.

Zuerst liegt eine "normale" chronische Bronchitis vor, die dann mit dem Symptom der akuten Atemnot zur chronisch obstruktiven Bronchitis gesteigert wird. Diese Krankheit ist nicht ansteckend, kann aber auch durch keine Behandlung vollständig rückgängig gemacht werden.

Im späteren Stadium der Atemwegserkrankung werden Flimmerhärchen zerstört und die Schleimhaut der kleinen Lungenbläschen geschädigt. Daher nehmen die Lungenbläschen beim Ausatmen fortlaufend an Instabilität zu und fallen in sich zusammen. Die entzündete Bronchialschleimhaut verdickt sich und wirkt verengend auf die Luftwege.

Ursachen

Als Auslöser für die chronisch obstruktive Bronchitis kann man das regelmäßige Rauchen, seltener auch Luftverschmutzungen, wie Staub, chemische Dämpfe und Gase beobachten. Auch das Passivrauchen kann zu schweren Erkrankungen der Lunge führen.

Außerdem fördern eine anlagebedingte Bindegewebsschwäche oder Minderbelastbarkeit des Atemtrakts den Übergang von einer chronischen- zur chronisch obstruktiven Bronchitis.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die chronisch obstruktive Bronchitis äußert sich vor allem durch Auswurf, Husten und Atemnot. Anfänglich ähneln die Symptome denen einer chronischen Bronchitis. Es kommt zu einem anhaltenden Reizhusten mit Auswurf (weiß oder grün-gelb bei bakteriellem Infekt), der anfänglich nur unter Belastung, bei stärkerem Krankheitsbild auch in Ruhe zum Vorschein kommt.

Gesteigert wird das ganze noch durch die akute Atemnot. Im weiteren Verlauf der Atemwegserkrankung entwickelt sich eine krankhafte Überblähung der Lunge (Lungenemphysem), das in der Lunge dauerhaften Schaden anrichtet.

Über das Lungenemphysem in den Lungengefäßen entsteht ein erhöhter Blutdruck, der letztlich das Herz chronisch schädigt und schwächt (Cor pulmonale, Rechtsherzinsuffizienz). Die häufigsten Komplikationen sind die Infektionen der Bronchien und die Lungenentzündung.

Die Diagnose beginnt mit der Aufnahme der Krankheitsgeschichte,mit einer Lungenfunktionsdiagnostik (Vitalkapazität (maximales, willkürliches Fassungsvermögen der Lunge an Luft). In der ersten Sekunde werden zwei Drittel der Luft, der Rest in ein bis zwei weiteren Sekunden ausgeatmet. Wenn der zu Untersuchende weniger als zwei Drittel der Vitalkapazität ausatmen kann, sind die Bronchien bereits mehr oder weniger stark eingeengt), Allergiediagnostik und weiteren Bluttests im Labor.

Eine exaktere Bestimmung ist durch die Ganzkörperplethysmographie (Messung des Widerstandes, den die Atemwege der ein- und ausgeatmeten Luft entgegensetzen) durchführbar. Auch ein Pneumologe kann weitere Diagnosen entwickeln.

Komplikationen

Eine chronisch obstruktive Bronchitis, wie es oft bei Rauchern der Fall ist, kann in verschiedene schwere Komplikationen enden. Zum einen wird durch die Bronchitis ständig Sekret ausgesondert. Dadurch wird das Risiko auf eine Infektion durch Bakterien erhöht, was das Krankheitsbild verschlimmern kann (Exazerbation).

In einigen Fällen kann es zu einer Luftansammlung in den Lungenbläschen (Alveolen) kommen. Dadurch kann es passieren, dass sich diese überblähen und es kommt so zu einem Emphysem. Die Bläschen können als Folge platzen und die Luft entweicht in den Pleuraspalt. Dadurch kann sich ein Pneumothorax entwickeln.

Auch das Herz wird durch das Emphysem überbelastet, da aufgrund der Überblähung die Lungengefäße komprimiert, so dass das Herz einen höheren Druck aufwenden muss, um den Blutstrom zu gewährleisten. Daraus kann sich dann eine Herzschwäche des rechten Herzens (Rechtsherzinsuffizienz) entwickeln. Dabei sind weitere Komplikation das Entstehen von Ödemen vor allem in den Unteren Extremitäten.

Die Kombination aus einer chronischen Bronchitis und einem Emphysem wird auch als COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) bezeichnet. Die Lebenserwartung ist hierbei um fünf bis sieben Jahre verringert. Durch die chronische Bronchitis wird der Betroffene auch häufiger Giften in der Umgebungsluft ausgesetzt. Diese können die Bronchien schädigen. Außerdem ist das Risiko dabei erhöht, an einem Lungenkarzinom zu erkranken.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Mit Husten, Auswurf, Atemnot und anderen Anzeichen einer chronisch obstruktiven Bronchitis sollte grundsätzlich ein Arzt konsultiert werden. Noch besser ist es, bereits eine chronische Bronchitis medizinisch abklären und behandeln zu lassen. Spätestens, wenn die typische Atemnot bemerkt wird, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Fieber, ein Gefühl der Enge in der Brust und zunehmender Auswurf sind ebenfalls medizinische Notfälle, die sofort behandelt werden müssen. Bei einem akuten Notfall – also bei Atemnot und Kreislaufkollaps – muss der Rettungsdienst alarmiert werden.

Eventuell ist es erforderlich, den Betroffenen bis zum Eintreffen des Arztes zu beatmen. Wird die chronisch obstruktive Bronchitis nicht ausreichend behandelt, können Komplikationen wie eine Rechtsherzinsuffizienz oder Lungenkrebs auftreten – beides schwere Erkrankungen, die stationär behandelt werden müssen. Raucher und Patienten mit chronischen Atemwegsinfektionen sind besonders anfällig für die Erkrankung. Wer zu diesen Risikogruppen zählt, hält bei genannten Symptomen am besten Rücksprache mit dem Hausarzt. Weitere Ansprechpartner sind der Lungenfacharzt, ein Internist oder der HNO-Arzt.

Behandlung & Therapie

Die erste und wichtigste Behandlung ist es, das Rauchen aufzugeben. Dies gilt natürlich nur für tatsächliche Raucher. Ansonsten sollten sehr "staubige" Tätigkeiten (Staub wischen, Staub saugen) nur mit aufgesetzter Atemmmaske durchgeführt werden.

Durch aktive sportliche Betätigung kann das Voranschreiten der chronisch obstruktiven Bronchitis aufgehalten, jedoch nicht verhindert werden. Es verbessert sich die körperliche Belastbarkeit und somit auch die Lebensqualität des Erkrankten.

In speziellen Schulungen kann der Patient erlernen, die verordneten Medikamente ordnungsgemäß einzuteilen und normal mit der Krankheit zu leben. Auch das sind Schritte, um die Funktionsfähigkeit der Lunge zu stabilisieren. In sehr schweren Fällen kann es sein, dass Schleim abgesaugt oder der Erkrankte künstlich beatmet werden muss. Dies kann man aber durch rechtzeitige Prophylaxe verhindern.

Um die Atmung zu erleichtern, ist ein Antrag auf Kur am Meer empfehlenswert.

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Aussicht & Prognose

Die Prognose bei einer chronisch obstruktiven Bronchitis lässt keine Aussicht auf Heilung zu. Allerdings kann der Verlauf höchst unterschiedlich ausfallen. Es gilt hier, dass ein gänzlicher Behandlungsverzicht einen negativen Verlauf befördert. Außerdem ist das schnelle Eingreifen bei Folge- und Begleiterkrankungen relevant. Die Lebenserwartung kann mehr oder minder stark verkürzt sein. Ein Weiterrauchen wird die Schäden, die durch die Krankheit bedingt sind, in ihrer Wirkung stärken und den Verlauf der Krankheit beschleunigen.

Die Atemnot des Betroffenen kann sich im Verlauf der Krankheit verstärken, was meist auf weitere Verengungen der Atemwege zurückzuführen ist. Die chronisch obstruktive Bronchitis löst somit bei einigen Patienten auch eine Ruhebelastung aus. Eine Überbelastung des rechten Herzteils kann die Folge sein und kann zu Wassereinlagerungen, Herzrhythmusstörungen und einer vergrößerten Herzkammer führen. Die anhaltende Entzündung der Atemwege lässt immer mehr kleine Kanälchen der Bronchien und die Lungenbläschen untergehen. Ein Lungenemphysem ist die Folge.

Ein Verschlechterungsschub kann durch eine Vielzahl an Ursachen erfolgen, darunter etwa bakterielle oder virale Infekte (die Infektanfälligkeit erhöht sich zudem mit der Dauer der Krankheit) und eine plötzlich aufkommende Mehrbelastung der Lunge. Eine solche Verschlechterung kann Spuren hinterlassen und dauerhaft eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes herbeiführen, die sich in einem Verstärken aller Symptome, die mit der chronisch obstruktiven Bronchitis einhergehen, zeigt.

Finanziell und psychisch kann die Krankheit zudem zu einer Belastung werden, da sie zu Arbeitsausfällen, Folgekrankheiten und depressiven Verstimmungen führen kann.

Vorbeugung

Die chronisch obstruktive Bronchitis entsteht nur bei für sie günstigen Voraussetzungen. Deswegen kann man der Krankheit sehr gut vorbeugen. Für den Fall, dass häufig eine Bronchitis im Kindheitsalter vorlag, sollte man auf das Rauchen in späteren Jahren verzichten.

Außerdem sollte kein Beruf ausgesucht werden, bei dem man sich Stäuben, Gasen oder Dämpfen aussetzt. Wenn es doch so ist, sollten Vorsorgeuntersuchungen und Termine dieser Art auf jeden Fall wahrgenommen werden. Eine ausreichende Abhärtung durch kaltes Duschen und genug Bewegung ist hilfreich. In zentralbeheizten Räumen sollte für eine vollständige, möglichst keimfreie Raumluftbefeuchtung gesorgt werden.

Das können Sie selbst tun

Betroffene einer chronisch obstruktiven Bronchitis können mit selbst durchzuführenden Maßnahmen die Leiden lindern. Dies gilt insbesondere für akut auftretende Hustenanfälle und das Risiko der einsetzenden Atemnot.

So ist auf das Rauchen unbedingt zu verzichten. Staub, chemische Dämpfe und sonstige Quellen reizender Partikel sind zu meiden. Wenn nötig, sollten bestimmte Bereiche nur mit einer Atemschutzmaske betreten werden. Während Husten mit Auswurf in einigen Fällen als positiv zu bewerten ist, ist trockener Husten lediglich quälend und unproduktiv. Um diesen zu lindern und auch zu vermeiden, können Betroffene auf Inhalationen mit Dampf zurückgreifen. Auch das Atmen durch die Nase bei geschlossenem Mund beruhigt die Bronchien durch die wärmere Luft. Halsbonbons mit pflanzlichen Mitteln können schleimlösend, beruhigend oder sogar leicht lähmend auf die Bronchien wirken - welche Stoffe verwendet werden dürfen, ist mit dem behandelnden Arzt zu klären.

Betroffene sollten versuchen, ihre Atmung und ihre Leistungsfähigkeit trotz der chronisch obstruktiven Bronchitis zu erhalten oder zu verbessern. Erreicht wird eine bessere Atmung beispielsweise durch das Üben der Lippenbremse, durch gezieltes Atemtraining - auch mithilfe technischer Geräte - und durch Lungensport. Welche Sportart allerdings geeignet ist, ist vor dem Hintergrund der Folgeerscheinungen der Krankheit (Herzinsuffizienz, Lungenkrebs etc.) mit dem Arzt abzuklären. Zudem kann mithilfe von speziellen Techniken, die die Atmung und Körperhaltung betreffen, das Abhusten stark erleichtert werden.

Bücher über Bronchitis

Quellen

  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Renz-Polster, H., Krautzig, S. (Hrsg.): Basislehrbuch Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2012

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