Chondrosarkom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2017
Startseite » Krankheiten » Chondrosarkom

Das Chondrosarkom ist eine spezielle Form der malignen Tumorerkrankung. Ein maligner Tumor ist eine bösartige Zellentartung, die zur Gruppe der Krebserkrankungen gezählt wird. Diese Krebserkrankung tritt vorwiegend bei Männern auf und ist eine spezielle Form des Knochenkrebses. Ein Chondrosarkom spricht auf Chemotherapie nicht sonderlich gut an. Das sekundäre Chondrosarkom kann durch die vorherige Streuung von Metastasen einer anderen Krebsart entstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Chondrosarkom?

Um das Chondrosarkom näher zu definieren, so muss man es von dem Osteosarkom abtrennen. Das Osteosarkom ist eine Form des Knochenkrebses, wie die schwere Erkrankung umgangssprachlich genannt wird, bei der Zellen der Knochensubstanz unkontrolliert wuchern.

Beim Chondrosarkom kommt es zu gefährlichen Zellfehlbildungen innerhalb der Knorpelmasse eines Knochens. Um das Chondrosarkom vom Chondrom abzugrenzen, wird gesagt, dass das Chondrom quantitativ weniger Zellwucherungen verursacht. Bei der Erkrankung handelt es sich um die zweithäufigste Erkrankung, die zur Gruppe des Knochenkrebses angehört.

Männer trifft die Krebserkrankung bei Weitem häufiger als Frauen. Diese Form von Krebs verursacht relativ geringe Schmerzen und tritt vor allem in der Rumpfgegend oder am Oberschenkelknochen, aber auch im Bereich des Schulterblatts auf. Falls keine anderen Ursachen für die Symptome gefunden werden können, wird der behandelnde Arzt die nötigen Schritte angehen. Die Patienten klagen oftmals über Schmerzen im Bereich der Erkrankung, sie leiden unter schmerzhaften oder schmerzfreien Schwellungen.

Über Benommenheit wird berichtet, sowie über einen gewissen Leistungsabfall. Oftmals kann starke, ungewollte Gewichtsabnahme auftreten. Patienten berichten von Schwellung der Lymphknoten und ungewöhnlicher Blässe. All diese Symptome sollten vom Arzt abgeklärt werden, der dann noch immer kein Chondrosarkom feststellen muss.

Ursachen

Zu den Ursachen für die Erkrankung kann die Fachwelt wenig Verwertbares aussagen. Das Chondrosarkom kommt vor allem bei Männern ab 30, gehäufter noch ab dem sechsten Lebensjahrzehnt vor. Bei Menschen, die sich einer Chemotherapie oder einer Strahlenbehandlung unterzogen, kann das Chondrosarkom erneut oder erstmalig auftreten.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Um ein Chondrosarkom feststellen zu können, sollte zunächst eine genaue Anamnese durchgeführt werden. Bei einer Anamnese wird die Krankheitsgeschichte des Patienten abgefragt und für die Diagnose herangezogen. Anschließend wird eine Inspektion am entkleideten Patienten durchgeführt.

Inspektion ist hier ein medizinischer Begriff für eine Untersuchung. Zur genauen Bestimmung des Chondrosarkom muss eine Inzisionsbiopsie durchgeführt werden. Anschließend sollte der Biopsiekanal entfernt werden, da es sonst wahrscheinlich sein kann, dass im entsprechenden Gewebe Implatationsmetastasen den Genesungsprozess stark gefährden. Vorher beginnt man anhand von Röntgenbildgebungsverfahren, MRT und anhand von Bluttests zu ermitteln, ob der Patient an einem Chondrosarkom erkrankt sein könnte.

Auch Ultraschallgeräte kommen zum Auffinden des möglicherweise malignen Gewebes in Einsatz. Nach aktuellen Statistiken haben Patienten nach medizinischer Klassifikation auf zirka fünf Lebensjahre nach der Krebsbehandlung Aussicht.

Komplikationen

Beim Chondrosarkom handelt es sich um ein schwerwiegendes Symptom, welches zu verschiedenen Komplikationen führen kann. Da es sich hierbei um eine Krebserkrankung handelt, können diese nicht universell vorausgesagt werden. In den meisten Fällen wird das Chondrosarkom vom Patienten nicht direkt wahrgenommen.

Es kommt zu leichten Schmerzen, die allerdings als gewöhnlich und harmlos empfunden werden. Auch für den Arzt ist es damit nicht offensichtlich, wenn ein Chondrosarkom beim Patienten vorliegt. Falls sich der Tumor weiter ausbreitet, kommt es zu stärkeren Schmerzen und zu einer Benommenheit. Es fällt dem Patienten schwer, sich zu konzentrieren und die Leistung nimmt in der Regel stark ab.

Durch den Tumor kommt es zu einem starken Gewichtsverlust. Dieser tritt auch dann auf, wenn der Patient seine Ernährung nicht umstellt. Das Untergewicht schwächt das Immunsystem und der Patient führt sich dadurch schlapp und kraftlos. Die Behandlung führt nur in wenigen Fällen zum Erfolg und verlangsamt nur die Voranschreiten des Chondrosarkoms.

In der Regel kommt es durch die Krankheit zum Tode. Die Behandlung ist vor allem auf operative Eingriffe und Strahlen- und Chemotherapien ausgelegt. Dadurch kann die Ausbreitung des Tumors verlangsamt werden. In leichten Fällen wird das Knochengewebe komplett entfernt. Schwerwiegende Fälle sprechen auf keine Behandlung an. Hier kommt es nach einiger Zeit zum Tode.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Heilungschancen des malignen Chondrosarkoms als Knorpeltumor hängen ganz wesentlich von der möglichst frühzeitigen Diagnosestellung ab. Denn weit fortgeschrittene Befunde können oft nur noch palliativ behandelt werden. Die Symptomatik des Chondrosarkoms ist auch deshalb so heimtückisch, weil zu Beginn der Erkrankung in der Regel keine oder nur sehr wenige Symptome auftreten. Je schneller und weiter der Tumor wächst, umso mehr kommt es zu Schwellungen und Schmerzen in der betroffenen Weichteilzone.

Auch schmerzhafte Bewegungseinschränkungen können die Folge eines schnell wachsenden Chondrosarkoms sein. Es hängt also stets von Lage und Größe des bösartigen Knorpeltumors ab, ob und in welcher Intensität Symptome auftreten. Der Arzt sollte spätestens aber dann aufgesucht werden, sobald diese Krankheitszeichen einzeln oder in Kombination wahrgenommen werden.

Es sollten dann umgehend eine umfangreiche Anamnese mit radiologischer und hämatologischer Diagnostik erfolgen. Durch den bösartigen Tumor verliert der betroffene Knochen auch wesentlich an Festigkeit, weshalb spontan Knochenbrüche ohne äußere Einwirkung auftreten können. Auch in diesem Fall sollte umgehend ein Facharzt konsultiert werden. Bereits jede eingeschränkte Beweglichkeit einer Gliedmaße sollte Grund genug sein, einen Arzt aufzusuchen. Das gilt insbesondere für Patienten, bei denen bereits in der Vergangenheit ein Chondrosarkom diagnostiziert wurde. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen treten darüber hinaus im Frühstadium der Erkrankung Krankheitsgefühl mit Fieber auf. Auch bei diesen Allgemeinsymptomen sollte der Arzt aufgesucht werden, insbesondere dann, wenn das Fieber nach spätestens drei Tagen nicht remittiert, also zurückgeht.

Behandlung & Therapie

Da das Chondrosarkom besonders strahlungsresistent ist und auch auf Chemotherapie nicht sonderlich günstig anspricht, wird meist chirurgisch operiert. Dabei sind Amputationen in der Mehrzahl der Fälle nicht notwendig.

Tumorendoprothesen werden oftmals für die Gelenke an den betroffenen Körperstellen eingesetzt, um eine flinke Genesung und Belastungsfähigkeit sowie hohe Beweglichkeit neu zu erzielen. Im selben Moment wird der Effekt erzielt, dass das maligne, also kranke Knochengewebe aus dem Körper entfernt wurde. Obwohl, wie erwähnt, Chemotherapie und Strahlenbehandlung im Vergleich zu anderen Krebsarten weniger wirksam sein kann, wird beides je nach Bedarf beim Chondrosarkom therapeutisch eingesetzt.

Neben einer oftmals leider sehr hoch dosierten Chemotherapie wird unterstützend zu Bestrahlung mit Kohlenstoffionen oder Protonen als heilsames Mittel gegriffen, um das Chondrosarkom zu beseitigen. Wenn eine aussichtslose Form der Erkrankung vorliegt, wird letztlich palliativ behandelt.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Aussicht & Prognose

Das Chondrosarkom hat eine ungünstige Prognose. Wesentlich ist sie jedoch von der Früherkennung und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten abhängig. Liegen weitere Erkrankungen vor oder befindet sich der Patient in einem hohen Lebensalter, sinken die Aussichten auf eine Heilung erheblich.

Da der Knochenkrebs meist innerhalb kurzer Zeit neue Metastasen bildet, ist eine frühzeitige Behandlung notwendig. Andernfalls breiten sich die Krebszellen im Organismus schnell weiter aus und können zu weiteren Krebserkrankungen führen. Damit sinken die Heilungschancen bei einer Verzögerung des Therapiebeginns um ein Vielfaches.

Viele Patienten erleiden durch die Erkrankung ein deutliche Verkürzung der durchschnittlichen Lebenserwartung. Statistiken folgend leben ungefähr 5 Jahre nach dem Eintritt des Chondrosarkoms nur noch 30 % der Patienten. Besonders erschwerend ist, dass die übliche Krebstherapie bei dem Chondrosarkom nur sehr schlecht anschlägt. Trotz eines operativen Eingriffs gilt daher die Erkrankung nur selten als vollständig geheilt.

Zusätzlich kommt es zu zahlreichen Folgeerscheinungen und lebenslangen Beeinträchtigungen durch das Chondrosarkom. Bewegungseinschränkungen und psychische Störungen werden bei den Patienten vermehrt diagnostiziert, was zu einer deutlichen Minderung der Lebensqualität beiträgt. Die Rückfallquote des Chondrosarkom ist vergleichsweise hoch. Wird der Knochenkrebs im Verlauf des Lebens erneut diagnostiziert, sinken zudem die Überlebenschancen um ein weiteres.

Vorbeugung

Weil die Ursachen des Chondrosarkom weitestgehend unbekannt sind, kann man im besten Fall zu einer gesunden Lebensführung raten. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung dürften genauso nicht schaden wie ausreichend Bewegung. Frische Luft und ein Anstreben von seelischem Wohlbehagen dürften ähnlich nützlich sein, wie das Meiden von übermäßigem Stress. Dass Tabak und andere krebserregende Gifte eher zu meiden seien, bedarf keiner näheren Erklärung und solbste selbstverständlich sein.

Das können Sie selbst tun

Ein Chondrosarkom stellt eine schwere Erkrankung dar und bedarf einer umfassenden ärztlichen Behandlung. Die Betroffenen sollten nach der Diagnose mit verschiedenen Fachärzten sprechen und sich in Rücksprache mit diesen für eine geeignete Therapie entscheiden. In Zusammenarbeit mit Experten im Bereich der Tumorerkrankungen kann eine individuelle Therapie erarbeitet werden, die optimal auf die Konstitution des Patienten abgestimmt ist.

Die eigentliche Chemotherapie kann durch Schonung und Bettruhe unterstützt werden. Eine angepasste Ernährung verbessert das Wohlbefinden und kann einzelne Symptome wie Hautirritationen oder Schmerzen reduzieren. Langfristig sollten die Betroffenen einen Therapeuten hinzuziehen. Vor allem bei schwer verlaufenden Tumorerkrankungen ist der Austausch mit einem Fachmann wichtig. Der Therapeut kann gegebenenfalls auch den Kontakt zu anderen Betroffenen herstellen oder dem Patienten weitere Maßnahmen empfehlen. Insbesondere der Besuch einer Selbsthilfegruppe hilft vielen Tumorpatienten dabei, ihre Erkrankung zu verstehen und zu lernen, damit umzugehen.

Begleitend dazu ist in jedem Fall eine engmaschige Überwachung durch den Arzt notwendig. Sollten ungewöhnliche Symptome auftreten, muss der Mediziner darüber informiert werden. Die Anwendung alternativer Therapieverfahren sollte ebenfalls zuvor mit dem zuständigen Arzt abgesprochen werden.

Bücher über Knochenkrebs

Quellen

  • Adler, C.-P.: Knochenkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004
  • Freyschmidt, J.: Skeletterkrankungen. Springer, Berlin 2008
  • Nürnberger, H.-R., Hasse, F.-M., Pommer, A. (Hrsg.): Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2010

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: