Chondroblastom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
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Chondroblastome sind gutartige Knochentumore. Am häufigsten sind Kinder und Jugendliche von der gutartigen Neubildung betroffen. Die Behandlung erfolgt mittels Kürettage.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Chondroblastome?

Knochengewebe entspricht besonders hartem Binde- und Stützgewebe und bildet das menschliche Skelett. Zwischen 208 und 212 Knochen kommen im menschlichen Körper vor. Alle davon können von Erkrankungen betroffen sein. Einige dieser Erkrankungen sind Gewebeneubildungen. Diese Neoplasien entsprechen entweder gutartigen oder bösartigen Knochentumore.

Das Chrondroblastom ist ein gutartiger Knochentumor, der aus der medizinischen Literatur auch als Codman-Tumor bekannt ist. Der gutartige Tumor macht rund fünf Prozent aller benignen Knochentumore aus. Normalerweise zeigen sich die Symptome des Tumors im zweiten Lebensjahrzent.

Meist entsteht der Tumor an der Epiphyse langer Röhrenknochen. Die häufigste Entstehungsstelle ist das untere Ende des Oberschenkelknochens. Dem Chrondroblastom eng verwandt sind Chondrome aus Knochen- oder Knorpelgewebe, die ebenfalls zu den gutartigen Knochentumoren zählen.

Ursachen

Das Chrondroblastom betrifft vorwiegend Jugendliche und junge Erwachsene. Es handelt sich um im Prinzip um eine Wachstumsstörung, die von den sekundären Ossifikationszentren der Epiphysen innerhalb von langen Röhrenknochen ausgeht. Die Ossifikationszentren dieser Knochen entstehen vor der Verknöcherung der Wachstumsfuge und entsprechen den Gewebezonen, von denen aus später die Verknöcherung stattfindet.

Die Zentren werden auch als Knochenkerne bezeichnet. In der Regel tragen Knochen mehrere Knochenkerne, die den Verknöcherungsvorgang zu unterschiedlichem Zeitpunkt starten. Wie für sämtliche Neoplasien ist die Ursache für ein Chondroblastom im Wesentlichen eine Fehlsteuerung oder Fehlregulierung von Zellwachstumsprozessen.

Genetische Veranlagungen spielen dafür eine entscheidende Rolle. Eine intern genetische Prädisposition zur Ausbildung eines Chondroblastoms muss allerdings nicht zwingend in die tatsächliche Ausbildung münden. Externe Faktoren aktivieren sozusagen erst die tatsächlichen Wachstumsprozesse.

Symptome, Beschwerden und Anzeichen

Chondroblastome sind extrem langsam wachsende Knochentumore, die von den Ossifikationszentren der langen Röhrenknochen ausgehen. Bevorzugt entstehen sie an den Oberschenkelknochen. Meist erkranken Jugendliche im Wachstumsprozess an Chondroblastomen. Bis ins zweite Lebensjahrzehnt hinein verursachen die Neubildungen in der Regel keine Symptome.

Erste Beschwerden stellen sich oft im Alter zwischen20 und 30 Jahren ein. Diese Beschwerden können Schmerzen entsprechen, die in vielen Fällen auf Ergüsse in angrenzenden Gelenken zurückzuführen sind. Je größer der Tumor wird, desto stärker wird die Gelenkbeeinträchtigung und mit ihr die Schmerzsymptomatik.

Ab einem gewissen Zeitpunkt können die Schmerzen derart stark sein, dass die Motorik der Patienten beeinträchtigt ist. Belastungsabhängig verstärkt sich die Schmerzsymptomatik. Aus diesem Grund nehmen einige Betroffene eine Schonhaltung während des Laufens oder Stehens ein.

Auch wachstumshemmende Prozesse können auf den Tumor zurückgehen. Zwar handelt es sich bei Chondroblastom im Wesentlichen um einen gutartigen Tumor, allerdings können trotz dieser Einstufung Metastasen auftreten. Die Metastasen dieser Tumor-Art betreffen meist die Lungen.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Nach der Anamnese ordnet der Arzt bei entsprechenden Beschwerden eine Bildgebung des Skeletts an. Sämtliche Neubildungen lassen sich auf der Bildgebung zwar sehen, oft allerdings nicht klar als gut oder bösartig einstufen. Die feingewebliche Untersuchung ist zur Einordnung von Knochenneubildungen grundsätzlich indiziert. Diese Einordnung erfordert in der Regel eine Biopsie des betroffenen Bereichs. In der Untersuchung zeigt sich das Chondroblastom als scharf umgrenzter Tumor Chondroblasten-artiger Zellen und Riesenzellen. Die Prognose hängt für Patienten mit Chondroblastomen vorwiegend von der Frage ab, ob Metastasen im Bereich der Lungen vorliegen.

Behandlung und Therapie

Eine symptomatische Therapie mit Schmerzmitteln ist bei Chondroblastomen nicht indiziert. Die Therapie der Wahl entspricht bei den Knochentumoren einer Kürettage des Tumorgewebes. Diese chirurgisch mechanische Ausschabung oder Auskratzung des Knochens führt der Chirurg mit einem scharfkantigen Instrument durch, das für das anatomische Einsatzgebiet innerhalb der Knochen geformt ist.

Mit dieser Kürette entfernt der Chirurg das Tumorgewebe möglichst vollständig und füllt den so entstandenen Gewebedefekt anschließend mit Spongiosa auf. In manchen Fällen verwendet er auch eine temporäre Zementplombe, die den Defekt im Knochengewebe stabilisiert. Durch die Plombe lassen sich mögliche Rezidive frühzeitig erkennen und beheben.

Da das Chondroblastom meist Patienten im Wachstumsalter betrifft und besonders oft in der unmittelbaren Nähe eines Gelenks gelegen ist, muss der Chirurg eventuell eingesetzten Zement nach spätestens zwei Jahren oft wieder entfernen. Dazu ist eine zweite Operation von Nöten, bei der die Plombe entnommen und das Knochenloch mit Spongiosa befüllt wird. Da Rezidive in zehn bis dreißig Prozent aller Fälle auftreten, sollten Kontrolluntersuchungen nach der Operation wahrgenommen werden.

Solange die Weichteile nicht betroffen sind, findet zur Behandlung möglicher Rezidive eine En-bloc-Resektion statt. Von einer En-bloc-Resektion ist bei Eingriffen die Rede, die im gleichen chirurgischen Eingriff nicht nur den eigentlichen Befund, sondern auch das Nachbargewebe in einem Stück mit dem Tumor entfernen. Falls die Rezidive dagegen mit Weichteilbeteiligung einhergehen, findet eine möglichst weite Tumorresektion Anwendung.

Bei Metastasen im Bereich der Lungen kommt für viele Patienten mit Chondroblastom eine medikamentöse Therapie in Frage. Abhängig von den Metastasen im Einzelfall entscheidet der behandelnde Arzt zwischen medikamentöser Therapie und invasiver Entfernung der metastatischen Herde.




Vorbeugung

Für Chondroblastome und andere Neoplasien spielt genetische Prädisposition eine nicht zu unterschätzende Rolle. Zwar sind auch externe Faktoren an der Bildung von Tumoren beteiligt, allerdings lassen sich weder die internen, noch die externen Faktoren in vollem Ausmaß eliminieren. Bei entsprechender Prädisposition sollten Kontrolluntersuchungen des Skeletts wahrgenommen werden. Allerdings belasten diese Kontrollen das Skelett mit Strahlung, die als externer Faktor Knochentumore begünstigen kann.

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