Chirotherapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. September 2017
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Das Gebiet der Chirotherapie umfasst Methoden der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates, insbesondere der Beweglichkeit der Gelenke. Grundlegende Annahme der Chirotherapie ist die Überzeugung, dass der Mensch ein sich selbst regulierender komplexer Organismus ist und dass ein normal strukturierter Körper sich selbst zu heilen vermag. Die Wiederherstellung eines schmerzfreien Zustandes des Bewegungsapparates in einem Haltungsgleichgewicht ist oberstes Ziel der Chirotherapie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Chirotherapie?

Die Chirotherapie ist eine therapeutische Intervention, die ihre Wurzeln in der traditionellen Medizin hat und seit Tausenden von Jahren von verschiedenen Kulturen verwendet worden ist.

Die moderne erneute Auseinandersetzung mit Chirotherapie setzte im späten 19. Jahrhundert ein und wurde erst Mitte des vergangenen Jahrhunderts von der Schulmedizin akzeptiert. Chirotherapie ist heute fester Bestandteil medizinischer Praxis. Die Diagnose in der Chirotherapie erfolgt über eine umfassende Anamnese sowie detaillierten und spezifischen körperlichen Untersuchungen zur Feststellung von orthopädischen, neurologischen beziehungsweise rheumatologischen Asymmetrien.

Dies geschieht durch geeignete radiologische Untersuchungen und spezifische Handgriffe der Chirotherapie zur Ertastung der Beweglichkeit des Muskel-Skelett-Systems, der Feststellung von Gewebeveränderungen oder zur Beurteilung der Zirkulation von Flüssigkeiten und Energie im Bewegungsapparat. Die Behandlungsmethoden der Chirotherapie sind nicht nur auf die Wiederherstellung gerichtet, vielmehr werden verschiedene manipulative Verfahren angewendet, um Läsionen zu beheben.

Funktion, Wirkung & Ziele

Der interdisziplinäre Behandlungsansatz der Chirotherapie erstreckt sich über die Fachgebiete der Neurologie, Orthopädie sowie der Rheumatologie und wird in der Anwendung durch medizinisch ausgebildetes Personal (Manuelle Medizin oder Chirotherapie), nicht ärztlich ausgebildete Personen (Manualle Therapie) oder Heilpraktiker (Chiropraktik) ausgeübt.

Dies schließt Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Chiropraktiker oder Osteopathen ein. Sie behandeln mittels Chirotherapie Probleme des Bewegungsapparates (Muskeln und Gelenke), Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Auswirkungen der Erkrankung innerer Organe sowie neurologische Erkrankungen. Die Chirotherapie legt besonderes Augenmerk auf die Funktionalität von Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule sowie die Lösung der damit verbundenen Blockierungen, die zu Gelenkschmerzen, Tinnitus oder Muskelschmerzen führen.

Infolge der häufig durch äußere Einflüsse oder Haltungsfehler ausgelösten Fehlstellung verkrampft die ein Gelenk umgebende Muskulatur und hält dieses in seiner unnatürlichen Lage, was Schmerzen auslöst. Viele Patienten fühlen bereits nach der ersten Chirotherapie eine Schmerzlinderung, zur Erzielung eines Behandlungserfolges genügen bei etwa 80 % der Patienten durchschnittlich fünf Besuche.

In der inzwischen nicht nur in den komplexen asiatischen Medizinsystemen verankerten Chirotherapie haben sich zahlreiche Methoden etabliert, darunter beispielsweise:

Die Diagnose in der Chirotherapie erfolgt über eine umfassende Anamnese sowie detaillierten und spezifischen körperlichen Untersuchungen zur Feststellung von orthopädischen, neurologischen bzw. rheumatologischen Asymmetrien.

Unabhängig von der Behandlungsmethode wird ein mittels Chirotherapie zu behandelnder Patient zunächst in eine geeignete Körperhaltung gebracht, damit das betreffende Gelenk vorsichtig unter Spannung gesetzt werden kann. Beim entscheidenden Behandlungsschritt wird das Gelenk dann mit den jeweils speziellen Grifftechniken in schnellen, kräftigen Impulsen über die übliche Bewegungsachse hinaus manipuliert, um die Muskelverhärtungen aufzulösen.

Chirotherapie ist in der Regel nicht schmerzhaft und führt zu raschen Ergebnissen. Lediglich, wenn den Fehlstellungen andere Grunderkrankungen, z.B. von inneren Organen, zugrunde liegen, wird zunächst diese Erkrankung zu behandeln sein. Erst mit einsetzender Heilung wird eine Chirotherapie nachhaltig erfolgreich wirken können.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Wie bei allen Eingriffen gibt es auch bei der Chirotherapie mit der Manipulation der Wirbelsäule verbundene Risiken. Zu den seltene, aber potenziell schwerwiegenden Nebenwirkungen gehören vertebrobasiläre Unfälle, Schlaganfall, Bandscheibenvorfall, Frakturen von Wirbeln oder Rippen und das Kauda-Syndrom.

Insbesondere die Manipulation der Halswirbelsäule ist mit größeren Risiken behaftet, da in diesem Bereich die Blutzufuhr zum Gehirn verläuft. Mehrere statistische Erhebungen haben allerdings kein signifikantes Risiko belegen können. Bei korrekter Anwendung durch medizinisch ausgebildete Spezialisten sollten in der Chirotherapie außer einem leichten Muskelkater sowie leichten Kreislaufsymptomen keine Nebenwirkungen zu erwarten sein.

Patienten mit einer Osteoporose, Blutgerinnungsstörungen, chronischen Bandscheibenerkrankungen mit Nervenschädigungen, Frakturen oder Tumoren wird von einer Behandlung mit Chirotherapie abgeraten. In jedem Fall sollte vor jeglichen Maßnahmen im Rahmen einer Chirotherapie eine umfangreiche Aufklärung über die Risiken einer solchen Behandlung erfolgen.

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Quellen

  • Augustin, M., Schmiedel, V.: Leitfaden Naturheilkunde, Urban & Fischer, München 2012
  • Federspiel, F., Herbst, V.: Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

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