Chiropraktik

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. September 2017
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Die Chiropraktik wurde erfunden von dem Kanadier David Palmer, der schon im 19. Jahrhundert versuchte, Verschiebungen an den Gelenken mittels einer speziellen Grifftechnik zu beheben. Die Chiropraktik ist eine Form der Manuellen Therapie, die heutzutage von Ärzten, wie auch Heilpraktikern, in einer Zusatzausbildung erlernt werden kann. Viele Orthopäden haben eine Zusatzausbildung in der Chirotherapie, welche die gängige manuelle Therapie der Orthopädie, ergänzt, obwohl bis heute wissenschaftlich noch nicht endgültig geklärt werden konnte, ob die Behauptung der Chiropraktik, Fehlstellungen der Gelenke und der Wirbelsäule hätten einen Rückkopplungseffekt auf die Organe, tatsächlich der Wahrheit entspricht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Chiropraktik?

Manuelle Behandlungen der Wirbelsäule und der Gelenke wurden bereits im alten Ägypten und in der Antike in Griechenland ausgeführt. Die Chiropraktik erhielt ihren Namen vom Kanadier David Palmer (1845-1913), der die Methodik ursprünglich wahrscheinlich von Jim Atkinson aus Davenport in Iowa erlernte.

Der Begriff Chiropraktik ist abgeleitet aus dem Griechischen und hat die ursprüngliche Bedeutung „mit der Hand tun“. In der Orthopädie wurden schon seit jeher manuelle Therapien eingesetzt, die versuchten Fehlstellungen des Bewegungs- und Halteapparates mittels spezieller Grifftechniken wieder auszugleichen.

David Palmer war hingegen der erste, der die Chiropraktik in einer Form vermarktete, die behauptete, dass auch nicht-othopädische Erkrankungen durch diese Fehlstellungen verursacht sein könnten und durch eine chiropraktische Behandlung wieder ausgeglichen werden könnten.

In Deutschland darf die Chiropraktik ausgeführt werden von Heilpraktikern und Ärzten mit der Zusatzausbildung Chirotherapie.

Funktion, Wirkung, Behandlungen & Ziele

Anwendung findet die Chiropraktik in erster Linie bei funktionellen Gelenkbeschwerden im Bereich der Wirbelsäule. Verschobene Wirbel durch Verspannungen oder Muskelverkrampfungen können zum einen die Beweglichkeit der Wirbelsäule einschränken und zum anderen auch für Rückenschmerzen verantwortlich sein, indem sie auf Nerven drücken oder diese sogar einklemmen. Ursache für diese Verspannungen sind oft falsche Bewegungsabläufe oder auch Schwellungen und Entzündungen im Bereich des Bindegewebes.

Vor der eigentlichen manuellen Behandlung wird vom Therapeuten eine Anamnese durchgeführt. Der Patient wird ausführlich befragt und anschließend auch einer körperlichen Untersuchung unterzogen, für welche sich der Patient in der Regel entkleiden muss. Der gesamte Bewegungs- und Halteapparat wird beim Stehen, beim Gehen und im Liegen beobachtet und untersucht, da Fehlstellungen einzelner Gelenke ihre Ursache auch oft in anderen Körperregionen haben können.

Durch spezielle Handgrifftechniken versucht der Chiropraktiker anschließend die Blockierungen im Bereich der Gelenke wieder zu lösen. Oft geschieht dies mit einer ruckartigen Bewegung, die zu dem typischen Knackgeräusch führt, das allerdings oft falsch interpretiert wird. Das Knacken entsteht durch das Zusammenfallen von kleinen Gasbläschen, die sich aufgrund der Fehlstellung in der Gelenkflüssigkeit gebildet haben und ist vollkommen harmlos.

Die Chiropraktik ist eine Form der Manuellen Therapie, die heutzutage von Ärzten, wie auch Heilpraktikern, in einer Zusatzausbildung erlernt werden kann.

Die Techniken der Anwender der Chiropraktik variieren und sind oft auch abhängig vom Einfühlungsvermögen des Chiropraktikers und seiner Fähigkeit die Flächen der Gelenke so zueinander in Stellung zu bringen, dass diese wieder in die richtige Stellung gleiten können.

Die Behandlung wird nicht immer ruckartig ausgeführt, sondern kann auch sanft und durch ein wiederholtes Dehnen erfolgen. Grundsätzlich werden diese beiden Techniken in der Chiropraktik voneinander unterschieden. Die langsame Methodik wird als mobilisierend bezeichnet, die ruckartige Methodik ist die manipulative.

Der manipulativen Technik wird nachgesagt, dass sie die Beweglichkeit von Gelenken schneller und in vollständigerem Maße wieder herstellen kann. Welche der Techniken zum Einsatz kommt ist dem Anwender der Chiropraktik überlassen.

Zusätzlich kommen noch weitere Techniken zum Einsatz, die alle darauf abzielen die Gelenke und Bänder, wie auch die Spinalnerven, zu entlasten und dadurch das Gelenk wieder in seine ursprüngliche Stellung zu bekommen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Vor Anwendung einer chiropraktischen Behandlung sollte immer eine bildgebendes Verfahren, wie beispielsweise ein CT, ein MRT oder eine einfache Röntgenuntersuchung, eingesetzt werden, um abzuklären, ob etwas gegen eine Behandlung spricht.

Gegenanzeigen können sein Tumoren oder ein Bandscheibenvorfall, wie auch Probleme im Bereich der Halsschlagader, die unter Umständen zu einer Verletzung derselben führen könnten. In seltenen Fällen können auf diese Weise Blutgerinnsel entstehen, die in der Folge einen Schlaganfall auslösen könnten, indem sie im Gehirn ein Gefäß verstopfen.

Auch Nervenschädigungen können in Folge einer unsachgemäßen Anwendung der Chiropraktik auftreten, die sich ausdrücken können durch ein verändertes Gefühlsempfinden oder aber auch durch Lähmungen.

Generell ist zu sagen, dass es in der Chiropraktik nur äußerst selten zu Komplikationen kommt, wenn die Methodik von einem ausgebildeten Chiropraktiker durchgeführt wird und im Vorfeld eventuelle Risikofaktoren ausgeschlossen werden.

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Quellen

  • Augustin, M., Schmiedel, V.: Leitfaden Naturheilkunde, Urban & Fischer, München 2012
  • Federspiel, F., Herbst, V.: Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

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