Charcot-Fuß

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 13. Oktober 2016
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Der Charcot-Fuß stellt eine seltene Sonderform des diabetischen Fußes dar. Dabei kommt es zu einer Aufweichung des Knochens, der schließlich schon bei normalen Belastungen bricht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Charcot-Fuß?

Unter einem Charcot-Fuß oder einer Charcot-Arthropathie leiden in erster Linie Diabetiker. So handelt es sich bei 95 Prozent aller Patienten um Menschen, bei denen die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) vorliegt.

Der Charcot-Fuß gilt als selten auftretende Sonderform des diabetischen Fußes. Ein oder mehrere Knochen des Fußes werden bei dieser Erkrankung zunehmend aufgeweicht, was schließlich zur Knochenfraktur führt, obwohl der Fuß lediglich normalen Belastungen ausgesetzt ist.

Als Namensgeber des Charcot-Fußes diente der französische Neurologe und Pathologe Jean-Martin Charcot (1825-1893). Erstmaliger Beschreiber der Erkrankung war allerdings der britische Mediziner Herbert William Page im Jahr 1881. Weitere Bezeichnungen für den Charcot-Fuß lauten Neuroarthropathie oder Diabetische Neuropathische Osteo-Arthropathie (DNOAP).

Ursachen

Auf welche Weise ein Charcot-Fuß entsteht, konnte noch nicht genau ermittelt werden. Als Voraussetzung für die Neuroarthropathie gilt die Einbuße der Schmerzsensibilität an den Füßen. Auslöser der Krankheit ist in der Regel eine traumatische Verletzung des Skeletts.

Zur Entstehung des Charcot-Fußes gibt es zwei Theorien. Dabei handelt es sich um die neurovaskuläre sowie die neurotraumatische Theorie. Nach Auffassung der neurovaskulären Theorie kommt es aufgrund von nervlichen Fehlsteuerungen zu einer stärkeren Durchblutung sowie einen umfangreicheren Knochenabbau.

In der neurotraumatischen Theorie wird hingegen die Auffassung vertreten, dass sich wiederholende kleinere Verletzungen an den Gelenkflächen durch Überlastung bilden, weil es an der Wahrnehmung von Schmerzen mangelt. Dies führt zu einer zunehmenden Knochenzerstörung.

Fast immer handelt es sich bei den Betroffenen des Charcot-Fußes um Diabetiker. In seltenen Fällen kann das Leiden aber auch andere Ursachen haben. Dazu gehören angeborene oder erworbene Neuropathien, bei denen eine gestörte Schmerzwahrnehmung besteht, sowie Erkrankungen wie eine Syringomyelie, Lepra, Syphilis oder Spina bifida.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptomatik des Charcot-Fußes umfasst mehrere Stadien. Zunächst kommt es im Fuß zu einer Ansammlung von Flüssigkeit. Dieses Ödem macht sich als Schwellung oder gerötete Stelle bemerkbar. Schmerzen verspürt der Patient jedoch nur selten, was auf die Schädigung der Nerven zurückzuführen ist.

Gelingt es, den Charcot-Fuß in diesem Stadium zu entlasten, erfolgt eine Rückbildung der Knochenerweichung, was einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten in Anspruch nimmt. Nach sechs bis zwölf Monaten hat sich der Charcot-Fuß wieder komplett zurückgebildet. Dauert jedoch die normale Belastung des Fußes an, führt dies zur Fortsetzung des Knochenabbaus. Schließlich bricht der Knochen vollständig zusammen.

Zeigt sich der Knochenbruch im Mittelfuß, führt dies zunächst zur Entstehung eines Plattfußes. Im weiteren Verlauf bildet sich ein Schaukelfuß. Ist das Sprunggelenk betroffen, besteht das Risiko, dass sich die Führung komplett aufhebt. Der Patient bewegt sich dann auf seinem Innen- oder Außenknöchel fort. Aus den Fehlstellungen gehen wiederum Druckstellen hervor, die dann Blasen oder offene Stellen zur Folge haben.

Dadurch besteht die Gefahr des Eindringens von Keimen in den Körper, die gravierende Infektionen nach sich ziehen. In schweren Fällen kann der Patient dadurch sogar in Lebensgefahr geraten. Im Extremfall sind schmerzlose Durchspießungen von Knochenfragmenten durch die Haut zu beobachten. An beiden Füßen tritt ein Charcot-Fuß nur selten auf.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Da die betroffenen Personen den Charcot-Fuß zunächst gar nicht bemerken, begeben sie sich erst spät zum Arzt. Der Mediziner nimmt als erstes eine gründliche Inspektion des Fußes vor, der normalerweise bereits angeschwollen und entzündet ist. Eine Infektion wie eine Wundrose liegt jedoch in der Regel nicht vor.

Oftmals ist der Fuß deformiert, gerötet und erhitzt. Nicht selten kann der Arzt auch offene Wunden an den Vorsprüngen der Knochen erkennen. Liegen eitrige Wunden vor, lassen diese sich meist schmerzlos durch chirurgische Instrumente untersuchen. Zur genauen Diagnose stehen dem Arzt mehrere Untersuchungsverfahren zur Verfügung.

Dazu zählen Röntgenaufnahmen, eine Computertomographie (CT) sowie eine Magnetresonanztomographie (MRT). Zum Ausschluss einer Osteomyelitis (Entzündung des Knochenmarks) kann auch eine Leukozytenszintigraphie erforderlich sein. Bei Verdacht auf Durchblutungsstörungen finden ergänzende Gefäßuntersuchungen statt.

Ein Charcot-Fuß kann für den Patienten gravierende Folgen haben, weil ihm die Knochenfraktur zunächst nicht auffällt. Ist der Patient nicht mehr in der Lage aufzutreten, drohen Komplikationen wie offene Geschwüre. Auch nach erfolgreicher Heilung eines Charcot-Fußes muss sich der Betroffene den Rest seines Lebens medizinischen Kontrollen unterziehen, weil jederzeit erneut die Gefahr einer Neuroarthropathie besteht.

Behandlung & Therapie

Ein akuter Charcot-Fuß wird als medizinischer Notfall eingestuft. Zur Behandlung ist daher eine stationäre Versorgung durch einen Spezialisten nötig, der eine vollständige Druckentlastung vornimmt. In der frühen Ödemphase dauert die Komplettentlastung drei Monate. Bei geringen Einbrüchen kann das Anlegen von Spezialschuhen sinnvoll sein.

Auch entlastende Gehapparate wie Zweischalenorthesen gelangen mitunter zur Anwendung, sodass sich der Knochen wieder festigt und keine Fehlstellung entsteht. Nach der Akutphase erhält der Fuß einen angepassten Gipsverband oder einen starren Verband aus Kunststoff. Anschließend wird ein spezieller Ortheseschuh getragen.

Wichtig ist zudem das Normalisieren des Zuckerstoffwechsels, indem die Zuckerkrankheit entsprechend therapiert wird. In manchen Fällen müssen ein operativer Eingriff oder sogar eine Amputation des betroffenen Fußes vorgenommen werden. Dabei erhält der Patient eine Unterschenkelorthese, die sich mit einem Ortheseschuh tragen lässt.

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Vorbeugung

Da der Charcot-Fuß zumeist von Diabetes mellitus ausgelöst wird, ist eine Vorbeugung nicht einfach. Als wichtig gelten regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Andreas kommentierte am 23.02.2017 um 21:53 Uhr

Ich habe alles links durchgemacht. Ich bin zurzeit in der Reha mit meiner Prothese. Ich habe nicht die geringste Lust, das Theater rechts nochmal zu erleben, nur weil
niemand das Problem erkannt hat. Außer der strikten Überwachung der Blutzucker-Werte, was kann ich sonst noch tun?

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