Cefuroxim

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Als Cefuroxim wird ein Arzneistoff bezeichnet, der zu den Cephalosporinen gehört. Das Beta-Lactam-Antibiotikum dient zur Therapie von bakteriellen Infektionen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Cefuroxim?

Bei Cefuroxim handelt es sich um ein bakterienabtötendes Beta-Lactam-Antibiotikum. Es entstammt der Gruppe der Cephalosporine der 2. Generation. Der Arzneistoff ist mit einem breiten Wirkspektrum ausgestattet und lässt sich bei mittelschweren Erkrankungen einsetzen, bei denen keine Lebensgefahr besteht.

Cephalosporine stehen der Medizin bereits seit 1955 zur Verfügung. Sie wurden von den Medizinern Edward Penley Abraham und Guy G. F. Newton aus dem Pilz Cephalosporium acremonium in reiner Form gewonnen. Ab den 1960er Jahren entstanden zahlreiche Abkömmlinge des Cephalosporins mit stärkerer Wirkung, wie zum Beispiel Cefuroxim.

In Deutschland wird Cefuroxim unter dem Präparatnamen Elobact® angeboten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Generika.

Pharmakologische Wirkung

Ebenso wie die anderen Cephalosporine ist Cefuroxim in der Lage Bakterien abzutöten, was auch für schnell wachsende Exemplare gilt. So sind die Beta-Lactam-Antibiotika strukturell mit einem speziellen Beta-Lactam-Ring ausgestattet, der das Entstehen der bakteriellen Zellwand stört. Dieser Vorgang hat letztlich das Absterben der Keime zur Folge. Durch den Wirkeffekt von Cefuroxim strömt Wasser in die Zellen der Bakterien ein, was zu deren Anschwellen und Zerfall führt.

Eine besonders gute Wirkung entfaltet Cefuroxim gegen gramnegative Stäbchen. Dazu gehört in erster Linie die Bakteriengattung Haemophilus influenzae. Dagegen weisen Pseudomonaden und Enterokokken Resistenzen gegen das Antibiotikum auf. Gegen Beta-Lactamasen verfügt Cefuroxim über eine ausgeprägte Stabilität.

Über den Mundraum gelangt Cefuroxim in den Magen-Darm-Trakt, von dem es in den Organismus des Patienten aufgenommen wird. Es ist aber ebenso möglich, das Antibiotikum per Transfusion in eine Vene zu verabreichen. Ein Abbau des Medikaments findet nicht statt. Stattdessen erfolgt das Ausscheiden aus dem Körper rasch über die Nieren.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Zur Anwendung kommt Cefuroxim hauptsächlich gegen Infektionen, die von Streptokokken ausgelöst werden, da diese sehr empfindlich auf das Antibiotikum reagieren. Dabei handelt es sich um Atemwegsinfektionen wie eine chronische Bronchitis oder eine Lungenentzündung, Entzündungen in der Mund- und Rachenregion, Infektionen des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs wie Schnupfen, eine Nasennebenhöhlenentzündung, eine Mittelohrentzündung oder eine Mandelentzündung.

Weitere Indikationen stellen Infektionen auf der Haut, Harnwegsinfekte, eine Nierenentzündung, Infektionen der Weichteile, Gelenkentzündungen, Knocheninfektionen, eine Lyme-Borreliose, eine Blutvergiftung (Sepsis) oder Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe (Tripper) dar.

Die Einnahme von Cefuroxim-Tabletten erfolgt direkt nach einer Hauptmahlzeit. Von einer Zerteilung oder dem Kauen der Tablette wird abgeraten, um die Wirkung des Antibiotikums nicht zu beeinträchtigen. Es besteht außerdem die Möglichkeit, aus einem Cefuroxim-Trockensaft eine Suspension herzustellen. Zu diesem Zweck wird dem Trockensaft abgekochtes kaltes Wasser in die Flasche beigemischt. Anschließend ist die Flasche gut zu schütteln. Ebenso wie bei den Tabletten findet die Einnahme der Suspension nach einer Hauptmahlzeit statt.

Wichtig ist die regelmäßige Einnahme von Cefuroxim, damit die Konzentration des Wirkstoffs im Organismus hoch bleibt. Für erwachsene und jugendliche Patienten wird eine maximale Tagesdosis zwischen 250 und 500 Milligramm empfohlen. Die Verabreichung der Dosis nimmt der Patient alle 12 Stunden vor. Für Kinder ab 5 Jahren sind zwei Mal täglich 125 bis 250 Milligramm Cefuroxim vorgesehen.

Wie lange das Antibiotikum dargereicht wird, hängt davon ab, unter welcher Erkrankung der Patient leidet und wie groß deren Ausmaß ist. Keinesfalls darf der Patient die Therapie zu früh abbrechen, da sonst ein Rückfall der Erkrankung droht, da nicht alle Bakterien abgetötet wurden. Ebenso kann dadurch eine Resistenz der Bakterien gegen Cefuroxim entstehen.

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Risiken & Nebenwirkungen

Durch den Gebrauch von Cefuroxim sind Nebenwirkungen im Bereich des Möglichen. So leiden 1 bis 10 Prozent aller Patienten unter unerwünschten Nebeneffekten wie Nesselsucht, Hautausschlag und Juckreiz. Ebenso können Atembeschwerden, Fieber und Kreislaufprobleme auftreten.

Die allergischen Reaktionen zeigen sich entweder unmittelbar nach Beginn der Behandlung oder erst Wochen später. Die Menge des Antibiotikums spielt dabei keine Rolle. Kommt es zu einer Allergie, muss der Patient den behandelnden Arzt kontaktieren und ggf. die Therapie abbrechen.

Bei bis zu 10 Prozent der Erkrankten sind außerdem Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Pilzinfektionen denkbar. Als weitere Nebeneffekte kommen Leberfunktionsstörungen, zeitweilige Blutbildveränderungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, ein Gallenstau und Gelbsucht infrage.

Dauert die Behandlung mit Cefuroxim länger an, droht mitunter ein Befall des Dickdarms mit Pilzen oder resistenten Bakterien, was sich durch eine Darmentzündung mit Durchfall bemerkbar macht.

Nicht zum Einsatz kommen darf Cefuroxim, wenn der Patient überempfindlich auf den Wirkstoff oder ein anderes Beta-Lactam-Antibiotikum reagiert. Im Falle von Asthma bronchiale oder Allergien ist eine ärztliche Abklärung erforderlich, da Überempfindlichkeiten drohen. Nicht geeignet ist Cefuroxim für Kinder unter drei Monaten.

Im Rahmen der Schwangerschaft muss der Arzt vor der Anwendung konsequent zwischen Nutzen und Risiko für die Patientin abwägen. Gleiches gilt für die Stillzeit, da Cefuroxim über die Muttermilch auf das Baby übergehen kann, was nicht selten Störungen der Darmflora nach sich zieht.

Da Wechselwirkungen drohen, sollte Cefuroxim nicht gemeinsam mit Aminoglykosid-Antibiotika wie Amikacin oder Gentamicin sowie harntreibenden Arzneimitteln wie Torasemid und Furosemid eingenommen werden. Es besteht dadurch die Gefahr, dass eine Schädigung der Nieren eintritt.

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