Cefotiam

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. November 2016
Symptomat.deWirkstoffe Cefotiam

Bei dem Medikament Cefotiam handelt es sich um einen Wirkstoff, der zur Kategorie der Cephalosporine zählt. Cefotiam ist ein Antibiotikum und zeigt in erster Linie gegen grampositive aerobe Keime eine Wirkung. Jedoch ist das Medikament auch gegen einige gramnegative Bakterien wirksam. Aus diesem Grund eignet sich das Arzneimittel zur Therapie von zahlreichen Infektionen, die von Bakterien verursacht werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Cefotiam?

Cefotiam ist ein Antibiotikum der zweiten Generation von Cephalosporinen. Das Medikament wird im überwiegenden Teil der Fälle auf parenteralem Weg verabreicht. Das Antibiotikum zeichnet sich durch ein relativ breites Wirkungsspektrum aus und wirkt dabei vor allem gegen grampositive sowie spezielle gramnegative Erreger.

Zudem handelt es sich bei dem Wirkstoff Cefotiam um ein sogenanntes Beta-Lactamat. Diese Stoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Synthese von Zellwänden bei Bakterien hemmen. In einer Folge davon sind die Bakterien nicht mehr in der Lage, sich ungestört zu teilen und zu vermehren. Stattdessen sterben die Bakterienzellen unter der Einwirkung von Cefotiam ab.

Ursprünglich wurde das Arzneimittel Cefotiam unter dem Handelsnamen Pansporin im Jahr 1981 auf den japanischen Markt gebracht. Bis 1993 war es zudem als Generikum erhältlich.

Pharmakologische Wirkung

Cefotiam zeichnet sich durch einen speziellen Wirkungsmechanismus aus und eignet sich aus diesem Grund zur Therapie bestimmter Infektionen, die von empfindlichen Bakterien ausgelöst werden. Grundsätzlich beruht die Wirkungsweise des Arzneimittels darauf, dass Cefotiam die Bildung von bakteriellen Zellwänden beeinträchtigt und hemmt. Dabei werden die Keime fest an sogenannten Transpeptidasen gebunden. Der Vorteil dieses Prozesses liegt darin, dass sich nur in sehr seltenen Fällen Resistenzen gegen den Wirkstoff bilden.

Der Arzneistoff Cefotiam zeigt zum Beispiel gegen grampositive Staphylokokken und Streptokokken Wirkung. Auf der anderen Seite weisen bestimmte Arten von gramnegativen Bakterien Resistenzen gegen das Beta-Lactamat auf. Besonders gut wirksam ist das Medikament gegen zahlreiche Arten von Enterobakterien, wie zum Beispiel Enterobacter, Escherichia coli, Salmonella, Klebsiella sowie bestimmte Arten von Proteus. Cefotiam wirkt auch gegen Hämophilus influenzae, Meningokokken, Gonokokken sowie gegen Anaerobier und Shigellen.

Im Rahmen der klinischen Verwendung von Cefotiam weisen Beobachtungen darauf hin, dass sich der Wirkstoff vermehrt in bestimmten Gewebearten anreichert. Dazu zählt zum Beispiel das Gewebe von Nieren, Herz, Prostata, Ohren und dem Genitalbereich. Darüber hinaus sammelt sich das Arzneimittel in bestimmten Körperflüssigkeiten und Sekreten an.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Der Wirkstoff Cefotiam eignet sich aufgrund seiner speziellen Wirkungsweise und seines breiten Wirkungsspektrums zur Behandlung von zahlreichen Infektionskrankheiten, die von bestimmten Bakterien hervorgerufen werden.

Dabei kommt er insbesondere zur Therapie von Infektionen zum Einsatz, die die oberen sowie die unteren Atemwege betreffen. Dazu gehören zum Beispiel Bronchitis, Pharyngitis, Pneumonie, Tonsillitis, Otitis media sowie eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis).

Darüber hinaus eignet sich das Medikament Cefotiam auch zur Behandlung von Pyelonephritis, Infekten der ableitenden Harnwege sowie Entzündungen der Blase.

Das Medikament wird in erster Linie oral in der Form von festen Tabletten verabreicht. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Wirkstoff Cefotiam intravenös anzuwenden. Für diesen Zweck stehen entsprechende Injektionslösungen bereit.




Risiken & Nebenwirkungen

Während oder unmittelbar nach der Therapie mit Cefotiam sind eine Reihe von unerwünschten Nebeneffekten und sonstige Beschwerden möglich, die durch den Wirkstoff verursacht werden. Diese Nebenwirkungen variieren je nach Einzelfall in ihrer Ausprägung und Zusammensetzung.

Grundsätzlich treten die potenziellen Nebenwirkungen mit unterschiedlichen Häufigkeiten auf. So kommt es nach der Einnahme von Cefotiam in einigen Fällen zum Beispiel zu Ausschlägen auf der Haut, Schwellungen an den Gelenken oder sogenannten Quincke-Ödemen. Außerdem steigen teilweise die Konzentrationen von Kreatinin und Harnstoff an, was sich bei Untersuchungen von Blut oder Urin feststellen lässt.

Mitunter klagen die betroffenen Patienten während der Einnahme des Antibiotikums über Erbrechen und Übelkeit sowie Schmerzen in der Bauchgegend. Auch Beschwerden wie Durchfall, Thrombozytopenie, Anämie, Leukozytopenie oder eine Granulozytopenie sind möglich.

In einigen Fällen zeigen sich während der Einnahme des Medikaments Symptome, die denen eines Vitamin-B12-Mangels ähneln. Einige Patienten reagieren allergisch auf den Wirkstoff, was im schlimmsten Fall zu einem anaphylaktischen Schock führt. Aus diesem Grund darf das Medikament keinesfalls verschrieben werden, wenn Unverträglichkeiten gegen ein Arzneimittel aus der gleichen Wirkstoffgruppe bekannt sind.

Zu schwerwiegenden, aber seltenen Komplikationen zählen auch ein akutes Versagen der Niere sowie eine Hepatitis. Außerdem bilden sich durch die Einnahme des Medikaments teilweise eine Stomatitis sowie ein Ikterus.

Während der Behandlung mit Cefotiam ist zu beachten, dass das Medikament mit einigen anderen Wirkstoffen interagiert. So beeinträchtigt das Antibiotikum unter Umständen die Wirksamkeit von oralen Kontrazeptiva, Probenecid, Chloramphenicol und Warfarin.

Grundsätzlich ist von einer Einnahme des Medikaments abzusehen, wenn eine Allergie gegen Cefotiam oder andere Cephalosporine bekannt ist. Auch bei Unverträglichkeiten gegenüber Penicillinen sowie Beta-Lactam-Antibiotika ist auf die Therapie mit Cefotiam zu verzichten. Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf Cefotiam ebenfalls nicht eingenommen werden.

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