Cefaclor

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. November 2016
Symptomat.deWirkstoffe Cefaclor

Bei Cefaclor handelt es sich um ein Antibiotikum, das zur Gruppe der Cephalosporine gehört. Der Arzneistoff dient in erster Linie zur Behandlung von bakteriellen Atemwegsinfektionen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Cefaclor?

Cefaclor ist die Bezeichnung für ein Cephalosporin, das der 2. Generation entstammt. Die Cephalosporine werden den Beta-Lactamen zugerechnet. Sie lassen sich sowohl als Tabletten als auch in Form von Infusionen verabreichen.

Die Entwicklung der Cephalosporine erfolgte aus einer Substanz, die im Inneren des Pilzes Acremonium chrysogenum enthalten ist. Entdeckt wurde der antibiotisch wirkende Stoff in den 1940er Jahren in Italien. Von Interesse für die Medizin war seinerzeit auch der positive Effekt des Wirkstoffes auf Typhus.

Im Laufe der Zeit erfolgten einige labortechnische Veränderungen an den Cephalosporinen, sodass sich zahlreiche verbesserte Arzneistoffe herstellen ließen. Dazu zählt auch Cefaclor, das in Europa in den 1970er Jahren auf den Markt gelangte. In der heutigen Zeit ist es in einer Vielzahl von Generika enthalten.

Pharmakologische Wirkung

Die antibakterielle Wirkungsweise von Cefaclor entspricht den Effekten der anderen Cephalosporine. So stört das Antibiotikum die Zellwandsynthese sowohl von gramnegativen als auch von grampositiven Bakterien. Durch das Beeinträchtigen des Zellwandaufbaus der Bakterien können diese sich nicht mehr ungestört vermehren.

Denn damit die Bakterien ihr Wachstum steigern können, sind sie gezwungen mit Enzymhilfe ihre Zellwand an speziellen Stellen aufzulösen. Ist das Wachstum erfolgreich abgeschlossen, können sie die betroffenen Stellen wieder aufbauen und sich vernetzen. Aufgrund dieses ständig ablaufenden Prozesses verfügen die Bakterien über die Fähigkeit, sich gut an unterschiedliche Umweltfaktoren anzupassen.

Werden die Enzyme, die den erneuten Aufbau der Zellwand übernehmen, durch Cefaclor gehemmt, führt dies zwar nicht zu einem direkten Absterben der Bakterien, doch sind sie nicht mehr in der Lage, sich weiter zu vermehren. Das menschliche Abwehrsystem erhält auf diese Weise die Gelegenheit gegen die Infektion vorzugehen und sie zu beenden.

Zu den Eigenschaften von Cefaclor gehört eine ausgeprägte Stabilität gegen die Penicillasen von grampositiven Bakterien. Als gering wird jedoch die Stabilität des Antibiotikums gegen plasmid-codierte Betalaktamasen eingestuft.

Die Aufnahme von Cefaclor in den Organismus findet in der oberen Darmregion statt, wo der Wirkstoff größtenteils ins Blut übergeht. Nach einer Stunde kommt es zum höchsten Blutspiegel. Da sich der Wirkstoff rasch im Gewebe verteilt, lässt er sich nach 4 bis 6 Stunden nicht mehr innerhalb des Bluts nachweisen.

Ein direkter Abbau von Cefaclor aus dem Körper erfolgt nicht. Allerdings weist der Arzneistoff in Wasser aufgelöst eine chemische Instabilität auf. Dadurch bilden sich inaktive Zerfallsprodukte, deren Ausscheidung zum größten Teil über den Urin vorgenommen wird.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Cefaclor eignet sich zur Therapie von akuten und chronischen bakteriellen Infektionen. In erster Linie handelt es sich dabei um Erkrankungen an den oberen und unteren Atemwegen wie eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), eine Rachenentzündung (Pharyngitis), eine Mandelentzündung (Tonsillitis) sowie eine Mittelohrentzündung (Otitis media).

Weitere Einsatzgebiete stellen Entzündungen der Harnblase oder der Harnwege, Niereninfektionen, Weichteilgewebs-Entzündungen, Infektionen auf der Haut und die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe (Tripper) dar.

Wichtig ist, dass sich der Patient an die vorgeschriebene Dauer der Cefaclor-Therapie hält. Dies gilt auch bei einer Besserung der Symptome, da sonst eine Resistenz der Bakterien gegen den Wirkstoff droht.

Als wässrige Lösung verfügt Cefaclor lediglich über eine begrenzte Haltbarkeit. Aus diesem Grund wird das Antibiotikum als Kapsel, Tablette, Brausetablette oder Trockensaft dargereicht. Den Trockensaft füllt der Patient vor der Einnahme mit etwas Wasser auf. Daraus entsteht ein Cefaclor-Saft.

Die empfohlene Dosis für Kinder und Jugendliche, die älter als 10 Jahre sind, liegt bei 500 Milligramm Cefaclor, die drei Mal pro Tag eingenommen werden. Bei Bedarf hat der behandelnde Arzt die Möglichkeit, die Dosis auf täglich 4000 mg Cefaclor zu steigern. Eingenommen wird das Antibiotikum im Rahmen der Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit. Die Dauer der Cefaclor-Therapie schwankt zwischen 7 und 10 Tagen.




Risiken & Nebenwirkungen

Bei einem von etwa 10 bis 100 Patienten ist mit unerwünschten Nebenwirkungen durch die Einnahme von Cefaclor zu rechnen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Ausschläge auf der Haut, Rötungen, Juckreiz, Nesselsucht, ein geschwollenes Gesicht, Schwellungen, entzündete Nieren, Blutarmut und Arzneimittelfieber.

Darüber hinaus kann sich zeitweilig das Blutbild des Patienten verändern. Dazu gehören das Vermehren von speziellen weißen Blutkörperchen, eine Leukopenie (Abnahme der weißen Blutkörperchen), eine Reduzierung von Granulozyten oder ein Mangel an Blutplättchen.

In seltenen Fällen leiden die Patienten unter Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Sogar ein allergischer Schock ist im Bereich des Möglichen.

Findet eine längere Therapie mit Cefaclor statt, droht ein Befall des Dickdarms mit Bakterien oder Pilzen, was sich durch eine Darmentzündung bemerkbar macht. Die Cefaclor-Behandlung ist dann sofort einzustellen.

Nicht verabreicht werden darf Cefaclor, wenn der Patient unter einer Allergie gegen den Wirkstoff leidet. Gleiches gilt bei Überempfindlichkeiten gegen weitere Cephalosporine. Liegen andere Allergien oder Asthma vor, muss der Patient dies vor der Behandlung mit dem Arzt besprechen.

Nicht geeignet ist Cefaclor außerdem zur Therapie von Babys. In Schwangerschaft und Stillzeit muss eine Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. So kann Cefaclor über das Fruchtwasser bis zum ungeborenen Kind vordringen. Bekannte Schäden haben sich nach dem bisherigen Wissensstand zwar noch nicht daraus ergeben, dennoch darf eine Therapie mit dem Antibiotikum nur mit ärztlicher Erlaubnis erfolgen.

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