Cascara sagrada

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Cascara sagrada ist ein Extrakt aus der Rinde des amerikanischen Faulbaums. Seit mehr als 100 Jahren wird es als Abführmittel eingesetzt. Die Einnahme sollte ausschließlich nach der Konsultation eines Arztes erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Cascara sagrada

Bei Cascara sagrada handelt es sich um das Extrakt aus der Rinde des Rhamnus purshianu oder Frangula purshiana. Diese Gewächse entsprechen einer Art von Faulbäumen aus der Familie der Rhamnaceae oder Kreuzbaumgewächse. Ihr Verbreitungsgebiet ist vor allem die nordwestliche Pazifikküste der USA. Aufgrund dieses Zusammenhangs werden die Gewächse auch als Amerikanische Faulbäume bezeichnet.

Alle Faulbäume fallen in die Ordnung der Rosenartigen. Neben kleineren Bäumen fallen einzelne Sträucher in die Gattung der Faulbäume. Die amerikanische Art Frangula purshiana ist ein tatsächlicher Baum, der bis zu zehn Meter Höhe erreicht. Schon unter den amerikanischen Ureinwohnern wurde aus der Spezies Frangula purshiana das Extrakt Cascara sagrada gewonnen.

Von April bis August wird die Rinde geschält zur Herstellung von Cascara sagrada geschält. Die der Zweige ist dabei wertvoller als die Rinde des Stammes. Seit mehr als 100 Jahren werden die Pflanzen als alternative Heilmittel angewandt. Unter den Eingeborenen wurden Fallbäume als heilige Bäume behandelt.

Die spanischen Missionare und amerikanischen Siedler übernahmen die Extrakt-Gewinnung und Bezeichnung von den Indianern. Im Jahr 1877 wurde das Extrakt Cascara sagrada erstmals als Heilextrakt vermarktet und später sogar durch Therapeuten verwendet. Die heilende Wirkung der Faulbaumrinde gilt für Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts mittlerweile als bestätigt.

Wirkung & Anwendung

Die Vermarktung von Cascara sagrada begann 1877, als das Extrakt erstmals im Angebot einer pharmazeutischen Firma erschien. Es handelte sich dabei um den Hersteller Eli Lilly & Co., der das Elixir purgans auf den Markt brachte. Enthalten waren in dem Elexier Cascara und andere Substanzen mit abführender Wirkung.

Durch eine Erhöhung der Darmperistaltik sollte das Elexier bei Verstopfung und begleitenden Schmerzen wahre Wunder wirken. Da das Extrakt aus der Rinde des Faulbaums relativ schwache Wirksamkeit besitzt, wird Cascara sagrada bis heute meist mit anderen Abführmitteln kombiniert. Die Verwendungsmöglichkeiten und Produktformen sind mittlerweile vielfältig. Neben der Verwendung der Rinde in Tees wird das Rindenextrakt in Kapsel, in Form eines Pulvers, in Tablettenform und als Granulat angeboten.

Sämtliche Konsumformen wirken abführend. Cascara sagrada besitzt einen stark bitteren Geschmack und fand aus diesem Grund in der Vergangenheit auch zur Kindererziehung Verwendung. Die Fingerkuppen der Kinder wurden in diesem Kontext mit dem eingepinselt, damit die Kinder nicht an ihren Fingernägel kauen.

Um aus der Rinde des amerikanischen Faulbaums ein Extrakt herzustellen, muss das Rindenmaterial vor der Weiterverarbeitung sorgfältig gereinigt werden. Die Zubereitung erfordert ein Garen, da das Extrakt in roher Form den Magen-Darm-Trakt des Anwenders reizt. Der Konsum von unbehandelter Rinde kann Erbrechen oder starke Bauchkrämpfen hervorrufen.

Um solche Reaktionen auszuschließen, wird die Rinde mindestens ein Jahr lang eingelegt, erhitzt oder getrocknet. Erst nach dieser Vorbereitungsphase eignet sie sich zur Herstellung eines verträglichen Extrakts. Die Rinde des amerikanischen Faulbaums enthält neben Anthron vor allem Anthraol. Die Wirkstoffe oxidieren miteinander und bilden Anthrachinonen.

Die Wirkung der Rinde als Abführmittel wird auf die enthaltenen Hydroxianthracen-Derivate und Bitterstoffe zurückgeführt. In der Vergangenheit wurden die Wirkstoffe gegen Leber-Probleme, allgemein schlechte Verdauung, Darmentzündung und Hautprobleme angewandt.

Bei Darmverschluss und während der Schwangerschaft wurde die Cascara-Rinde grundsätzlich nicht verwendet- Auch in der Stillzeit wird Frauen bis heute von der Einnahme abgeraten. Die abführenden Stoffe gehen in die Milch über und können bei Säuglingen Durchfälle hervorrufen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Cascara-sagrada-Extrakte besitzen seit rund 100 Jahren alternativmedizinisch hohe Relevanz. Das Extrakt kann sowohl zur Linderung milder Obstipation, als auch zur unterstützenden Therapie von Hämorrhoiden-bedingten Beschwerden oder Fissuren des Analbereichs eingesetzt werden. Wie alle anderen Abführmitteln auf Basis von Anthrachinonen ist das Extrakt mit Nebenwirkungen assoziiert.

Eine davon ist die Schwatzfärbung der Darmschleimhaut, die sich vor allem aus unkontrollierter und dauerhafter Anwendung ergeben kann. Grundsätzlich wird ärztlich von einer langfristigen und regelmäßigen Einnahme sämtlicher Abführmittel abgeraten. Auch Cascara sagrada eignet sich nicht zur Daueranwendung. Wie alle Abführmittel kann das Extrakt bei langfristiger Einnahme mit Kaliummangel einhergehen.

Dieser Mangel an Kalium wirkt sich auf den menschlichen Organismus ungünstig aus. Das gilt vor allem dann, wenn zusätzlich Digitalis-haltige Arzneien eingenommen werden. Patienten mit Herzrhythmusstörungen sollten Abführmittel generell meiden, da Kaliummangel für sie mit fatalen Risiken verbunden ist.

Auch die zusätzliche Einnahme von Arzneimitteln zur Wasserausscheidung, so zum Beispiel das Konsum von Diuretika, verstärkt die Gefahr des Kaliummangels. Die Anwendung des Extrakts ist daher immer mit dem Arzt zu besprechen. Kaliummangel kann in bestimmtem Kontext lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen verursachen. Neben Kaliummangel führt der langfriste Gebrauch von allen Abführmitteln zu chronischer Verarmungszuständen des Körpers.

Lebenswichtige Mineralien können nicht mehr in ausreichendem Maß aus dem Darm resorbiert werden. In manchen Fällen tritt chronischer Durchfall ein, der meist mit Schwäche vergesellschaftet ist. Darüber hinaus kann Cascara sagrada bei regelmäßiger Anwendung zu einer psychischen Abhängigkeit führen.

Das Maß ist bei der Anwendung von Cascara sagrada demzufolge allesentscheidend. Die Selbstmedikation ist mit hohen Risiken assoziiert. In Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker kann das Extrakt jedoch sinnvoll in die Behandlung verschiedener Darmerkrankung integriert werden.

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