Carotinoide

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. November 2016
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Carotinoide sind in diversen Obst und Gemüsesorten enthalten und haben viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Das wohl bekannteste Carotinoid ist Beta-Carotin.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Carotinoide?

Carotinoide sind sekundäre Pflanzenstoffe. Da der Körper sie nicht selbst produzieren kann, müssen sie über die tägliche Nahrung zugeführt werden. Wissenschaftler haben bis dato etwa 600 Carotinoide identifiziert.

Die gesundheitsfördernden Substanzen sind in zwei Gruppen aufgeteilt (Carotine und Xanthophylle). Sie unterscheiden sich in Bezug auf ihren molekularen Aufbau: Carotine bestehen nur aus Kohlenstoff und Wasserstoffatomen, Xanthophylle haben noch zusätzlich eine Hydroxylgruppe. Zu den Carotinen gehören Alpha-Carotin, Beta-Carotin und Lycopin. Diese Carotinoide sind hitzebeständig. Lutein, Beta-Cryptoxanthin und Zeaxanthin sind bekannte Xanthophylle. Nahrungsmittel, die diese Carotinoide enthalten, sollten auf keinen Fall erhitzt werden, da hohe Temperaturen ihre bioaktiven Wirkstoffe zerstören.

Carotinoide sind fettlöslich und farbig (rot, gelb, orange). Ein Zehntel von ihnen kann zur Vitamin A-Synthese eingesetzt werden. Außer Beta-Carotin sind noch Alpha-Carotin und Beta-Cryptoxanthin in der Lage, das wichtige Vitamin herzustellen.

Funktion, Wirkung & Aufgaben

Carotinoide sind wichtige Antioxidantien. Sie geben Elektronen ab und können dadurch Radikale unschädlich machen. So wird die Oxidation von LDL-Cholesterin in den Gefäßwänden und damit die Entstehung von Arteriosklerose verhindert. Das Lebensalter sämtlicher Zellen wird erhöht.

Dieser Anti-Aging-Effekt zeigt sich vor allem auch bei den Hautzellen: Vorzeitiger Faltenbildung wird vorgebeugt. Je mehr Carotinoide im Blut vorhanden sind, desto besser wird der Körper vor den sogar Krebs erzeugenden freien Radikalen geschützt. Um ihre antioxidative und zellschützende Wirkung noch zu steigern, sollte der Verbraucher die carotinoidhaltigen Lebensmittel unbedingt zusammen mit Vitamin E und Glutathion zu sich nehmen. Die antikanzerogenen Eigenschaften der Wirkstoff-Gruppe zeigt sich darin, dass sie sowohl das Wachstum der Tumorzellen als auch ihre Vermehrung hemmt (zytostatische Wirkung).

Verschiedene Carotinoide wie beispielsweise Beta-Carotin sind in der Lage, das Antioxidans Vitamin A (Retinol) zu synthetisieren. Es baut die Magenschleimhaut auf und schützt vor der aggressiven Magensäure. Außerdem verbessert Retinol die Informationsübertragung zwischen den Zellen. Im Gehirn älterer Menschen hemmt es Entstehung und Fortschreiten der gefürchteten Alzheimer'schen Erkrankung, indem es die Kommunikation zwischen den Nervenzellen fördert. Zum Aufbau des wichtigen Vitamin A benötigt Beta-Carotin Sauerstoff und ein Eisen Ion. Außerdem haben Carotinoide eine stark entzündungshemmende Wirkung. Sie fördern die Vermehrung der B-, T- und der T-Helfer-Zellen des Immunsystems und erhöhen die Aktivität der Killerzellen.

Ein hoher Carotinoid-Spiegel im Blutserum bedingt automatisch einen niedrigen Interleukin-6-Spiegel. Da sich die Carotinoide auch in die oberste Hautschicht einlagern, bieten sie der Haut einen Schutz vor schädlichem UV-Licht. Um die beste Wirkung auf den Körper zu erzielen, sollte der Verbraucher die Carotinoide mit ungesättigten Fettsäuren, eisenhaltigen Lebensmitteln und Speisen kombinieren, die die Vitamine A, D, E und K enthalten. Nahrungsmittel mit Beta-Carotin sind am nützlichsten, wenn sie zuvor zerkleinert oder erhitzt wurden. Das Carotinoid Lycopin ist besser aufspaltbar, wenn es aus verarbeiteten Nahrungsmitteln stammt (Tomatensaft statt roher Tomate).

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte

Carotinoide werden in den Chromoplasten roter und gelber Gemüse und Obstsorten (Paprika, Tomaten, Rote Bete, Aprikosen) und in den Chloroplasten grüner Gemüse gebildet. Dort wird ihr roter bzw. gelber Farbstoff jedoch vom Grün des Chlorophyll überdeckt. Grüne Gemüsesorten haben einen Gehalt von 60 bis 80% Xanthophyll.

Im menschlichen Körper sind Carotinoide in unterschiedlicher Konzentration vor allem in den Zellwänden enthalten. Im Blutserum befinden sich etwa 40 Carotinoide. Mit 15 bis 30% ist Beta-Carotin dort am stärksten vertreten. 65% der Carotinoide sind im menschlichen Fettgewebe gespeichert. Leber, Nebenniere, Eierstöcke und Hoden sind die Organe mit der höchsten Konzentration an Carotinoiden. Um den Körper ausreichend mit Beta-Carotin zu versorgen, sollte der Verbraucher täglich 2 bis 5 mg zu sich nehmen. Dieser Wert entspricht einer Beta-Carotin-Konzentration von mindestens 0,5 u mol/l im Blutplasma. Ein Beta-Carotin-Mangel liegt vor, wenn der Wert bei unter 0,3 u mol/l liegt.

Noch besser vor Carotinoid-Mangel schützt die "5-am-Tag"-Regel: 5 Portionen rotes, gelbes, grünes Obst und Gemüse täglich. Auf diese Weise kommt der Verbraucher auf eine Menge von 10 bis 25 mg gemischte Carotinoide. Auch bei Nahrungsergänzungsmitteln sollte der Anwender unbedingt darauf achten, dass sie möglichst viele verschiedene Carotinoide enthalten.

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Krankheiten & Störungen

Nimmt der Mensch nicht genügend Carotinoide zu sich, kommt es zu einem Carotinoid-Mangel. Eine Unterversorgung mit Beta-Carotin bedingt automatisch einen Mangel an Vitamin A.

Wer dauerhaft zu wenig Carotinoide zu sich nimmt, hat ein erhöhtes Krebsrisiko. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung (Herzinfarkt, Schlaganfall etc.) zu bekommen, sehr hoch. Weitere mögliche Folgen einer Unterversorgung mit Carotinoiden sind: Sehstörungen bis hin zur Makuladegeneration, Grauer Star (Katarakt), Wachstumsstörungen bei Kindern, erhöhte Infekt-Anfälligkeit, Pigmentstörungen, Hautkrebs. Die meist bei älteren Personen auftretende Zerstörung des blinden Flecks auf der Augennetzhaut (Makuladegeneration) kann sogar zur Blindheit führen.

Außerdem bekommen manche Patienten mit Carotinoidmangel Sarkopenie (Muskelschwund) - eine Erkrankung, die nicht nur mit einer Muskelschwäche und Bewegungseinschränkung bis hin zur Immobilität verbunden ist, sondern das Risiko von Stürzen stark erhöht. Die Gabe von Carotinoiden bewirkt eine Besserung der Vitiligo (Weißfleckenkrankheit). Die nicht pigmentierten Hautareale dunkeln leicht nach, sodass der Unterschied zwischen kranken und gesunden Hautpartien nicht mehr so deutlich zu erkennen ist.

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