Caput medusae

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 7. November 2016
Symptomat.deKrankheiten Caput medusae

Caput medusae bezeichnet das Auftreten von Krampfadern am Bauch, welches infolge von Pfortaderhochdruck, verursacht durch schwere Lebererkrankungen, auftreten kann. Das Leiden wird durch die Behandlung des Leberleidens beseitigt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Caput medusae?

Unter dem Begriff Caput medusae versteht man das Aufquellen und Auftreten der Venen im Bauchnabelbereich, welche unter der Oberbauchdecke ineinander verschlungen erscheinen und hervortreten. Diese erinnern optisch an die Schlangen auf dem Kopf der Medusa aus der griechischen Mythologie.

Caput medusae ist keine eigenständige Erkrankung, sondern eine Folge von Bluthochdruck in der Pfortader (Baucharterie), hervorgerufen durch Blutstauung. Der Pfortaderhochdruck ist ein Symptom schwerer Lebererkrankungen und kann die Entstehung weiterer Krampfadern, zum Beispiel in der Speiseröhre, führen.

Ursachen

Die Ursachen findet man bei Lebererkrankungen, insbesondere bei Leberzirrhose, weshalb diese hier hervorgehoben wird. Die Pfortader führt das Blut von Magen, Darm und Milz zur Leber. Das Blut ist durch die Verdauung mit Nähr- und Giftstoffen angereichert. Die Giftstoffe werden in der Leber herausgefiltert.

Ist der Blutfluss durch eine Blockade (Tumor, umgewandeltes Bindegewebe oder Parasiten, die durch die Nahrungsaufnahme in die Leber gelangen) gehemmt, entsteht eine Blutstauung. Durch Verengungen in der Baucharterie können sich Blutgerinnsel in der Pfortader bilden. Ursache der Leberzirrhose kann starker Alkoholkonsum, eine Fettleber oder eine infektiöse Leberentzündung sein.

Auch die langjährige Einnahme rezeptpflichtiger und frei verkäuflicher Medikamente (Antibiotika, Schmerzmittel, Psychopharmaka) kann zu Leberkrankheiten führen. Selten können erbliche Stoffwechselstörungen eine Lebererkrankung hervorrufen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Spezifische Symptome sind im Anfangsstadium von Lebererkrankungen schwer erkennbar und werden oft verharmlost. Es treten Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit auf. Oberbauchschmerzen, Blähungen und Völlegefühl können als Symptome eines Infektes oder als Menstruationsbeschwerden fehlgedeutet werden.

Eine weißliche Verfärbung der Fingernägel, spinnennetzförmige Gefäßneubildungen auf der Haut, eine Rötung der Zunge (Leberzunge), häufiger Juckreiz sowie Infektanfälligkeit kommen oft dazu. Eine Gelbsucht kann infolge einer Stauung von Gallensaft auftreten. Auch hormonelle Störungen (Menstruationsstörungen) sind möglich.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Oberbauch wird auf Leberleiden untersucht. Die Diagnose wird beim niedergelassenen Spezialisten oder in einer Fachklinik gestellt. Wichtige Ursachen für den Hochdruck (Leberzirrhose, Tumor, Bauchwassersucht) werden durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie festgestellt.

Die Krankheitsvorgeschichte ist entscheidend: Hatte der Betroffene schon als Kind Leberprobleme? Trinkt der Patient Alkohol oder nimmt er starke Medikamente ein, wenn ja, seit wann? Waren die Eltern Alkoholiker? Sind schwere Lebererkrankungen in der Familie bekannt? Liegen sonstige Stoffwechselstörungen vor?

Einen Hinweis zur Einschränkung der Leberfunktion kann auch die Erhöhung spezifischer Leberwerte (Transaminasen) geben. Der Verlauf hängt von der Schwere und der Ursache der Grundkrankheit sowie von der Mitarbeit des Patienten ab. Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann die Hirnfunktion beeinträchtigt werden.

Krampfadern in der Speiseröhre können vorhanden sein und werden per Magenspiegelung festgestellt. Diese können eine Schwarzfärbung des Stuhls, Magenschleimhautentzündungen und Bluterbrechen nach sich ziehen. Durch unbemerkte Blutungen in der Speiseröhre besteht die Gefahr des Verblutens.

Etwa jeder Fünfte stirbt daran. Werden diese Krampfadern erfolgreich behandelt und stellt der Betroffene den Alkoholkonsum ein, können sich diese zurückbilden. Auch eine krankhafte Abmagerung durch eine gestörte Verdauung ist möglich. Da die Leber den Körper nicht mehr ausreichend entgiften kann, bilden sich Ammoniaksäuren im Gehirn.

Dadurch können sich Depressionen, Wesensveränderungen, Verwirrungs- und Dämmerzustände einstellen. Bei Männern können schwere Lebererkrankungen zu Impotenz und Brustbildung führen. Schlimmstenfalls führt die Lebererkrankung zu tödlichem Leberversagen.

Behandlung & Therapie

Der Hochdruck wird durch Betablocker oder durch operative Verfahren gesenkt. Die Krampfadern sind lebensbedrohlich und müssen verödet werden. In schweren Fällen der Stauung wird ein Stent in die Leber eingesetzt. Der Alkoholkonsum muss eingestellt werden, damit sich krankhaft verändertes Lebergewebe wieder regenerieren kann.

Gegebenenfalls ist eine Entziehungskur anzuraten. Anstatt schwerer Medikamente sind, wenn möglich, Naturheilmittel einzunehmen. Der Abbau von Übergewicht und eine ausgewogene Ernährung sind wichtig. Eine spezielle Diät ist nicht notwendig. Milchprodukte fördern die Leberfunktion und sind daher zu empfehlen.

In schweren Fällen von Leberzirrhose wird eine Lebertransplantation zur Lebensrettung des Patienten unerlässlich. Die Leberwerte müssen in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Die Kosten der Behandlung des Leberleidens werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Schweres Tragen ist zu vermeiden, da eine geschädigte Leber durch die Belastung reißen kann. Ein Diabetes sollte konsequent behandelt werden. Bei Bauchwassersucht helfen Entwässerungsmittel oder eine Punktion. Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B ist wichtig. Es wird in der Leber gespeichert und schützt vor Nervenschäden.

Es gibt derzeit kein Medikament zur Heilung von Leberzirrhose. Um die Hirnleistung zu erhalten, ist eine eiweißarme Diät zur Senkung des Ammoniakgehalts im Blut ratsam. Lactulose kann die Ausscheidung des Ammoniaks über den Darm fördern.




Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen Lebererkrankungen und somit gegen das Hochdruckleiden ist das Vermeiden von übermäßigem Alkoholkonsum. Schmerzmittel sollten so selten wie möglich eingenommen werden. Von Reisen in Länder mit hohem Hepatitisrisiko ist abzuraten oder rechtzeitig eine Impfung vorzunehmen.

Übergewicht sollte vermieden werden, da eine Fettleber langfristig in eine Zirrhose übergehen kann. Einem Diabetes ist mit gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung vorzubeugen. Auf ausreichend Bewegung sollte geachtet werden.

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