Candida stellatoidea

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
Startseite » Krankheitserreger » Candida stellatoidea

Candida stellatoidea ist eine Art von Hefe, die als Saprophyt lebt und kein obligater Krankheitserreger ist. Es handelt sich um einen allenfalls opportunistischen Krankheitserreger, der bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem Infektionen der Schleimhäute und Sepsis (Blutvergiftung) verursachen kann. Eine Sepsis durch den Erreger entspricht einer Fungämie und stellt einen lebensbedrohlichen Zustand dar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Candida stellatoidea ?

Candida entspricht einer Gattung von Hefen, die in die Abteilung der Schlauchpilze beziehungsweise Ascomycota fallen und darunter der Unterabteilung Saccharomycotina zugeordnet werden. Die Hefe-Gattung gehört zur Klasse der Saccharomycetes und zählt darin zur Ordnung Echte Hefen beziehungsweise Saccharomycetales. Die übergeordnete Familie der Candida sind die Inceratae sedis. Es existieren etwa 150 unterschiedliche Spezies der Gattung. Die Art Candida stellatoidea ist eine davon. Eng verwandt scheint die Art insbesondere mit Candida albicans zu sein. Offenbar handelt es sich bei ihrem Genom um eine Mutation des Candida-albicans-Genoms.

Candida ist immer als polymorpher Pilz anzusehen und bildet sich damit in verschiedenen Wachstumsformen aus. Seine Einzelzellen tragen rundlich-ovale Form und besitzen einen Durchmesser von etwa vier bis zehn Mikrometern. Neben der Bildung von Pseudomyzelen in Fadenform gilt auch die Bildung von echten Hyphen für einige Candida-Arten als typisch. Letzteres gilt allerdings nur für die manifeste Infektion mit den Hefen.

Die Pilz-Spezies Candida stellatoidea ist weltweit verbreitet. Die Art bildet Kolonien länglicher oder zylinderförmiger Sprosszellen. Meist wirken die Pseudomyzelen der Hefe lang und gewunden. An ihnen entlang liegen clusterartige Blastosporen geringen Ausmaßes.

Vertreter der Art Candida stellatoidea sind Saprophyten, die zu den opportunistischen Krankheitserregern zählen. Damit kann die Spezies humanpathogen sein. Als Hefe entspricht die Art einem einzelligen und eukaryotischen Mikroorganismus, der sich in Form von Sprossung, Spaltung oder Teilung vermehrt.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Die Pilzart Candida stellatoidea ist ein Saprophyt. Als solche betreiben Vertreter der Art keine Photo- oder Chemosynthese. Hefen gehören zu den chemo-organotrophen Lebewesen und betreiben ihren Energiestoffwechsel durch Energiequellen organischen Ursprungs. Als Energiequelle dienen ihnen so Glukose, Maltose, Fruktose oder Sucrose. Sie können auch in vollständiger Abwesenheit von Sonnenlicht wachsen und fühlen sich in Milieus mit neutralen oder geringfügig sauren pH-Werten am wohlsten.

Als Saprophyten ernähren sich Vertreter der Candida stellatoidea ausnahmslos heterotroph und brauchen in diesem Sinne organisch tote Stoffe für ihren Stoffwechsel. Sie verstoffwechseln diese Substanzen zu energiereicheren Stoffen und wandeln sie im Verlauf in anorganische Substanzen um.

Candida stellatoidea vermehren sich ähnlich anderer Hefe-Zellen durch Sprossung. Aus je einer Mutterzelle wird bei diesem Vorgang ein Bereich der Zellwand ausgestülpt und bildet damit eine Knospe. In die so entstandene Knospe wandern Zellkernkopien, die sich von der Mutterzelle vollständig abtrennen. Sprosspilze sind, unter besonders günstigen Bedingungen, zur Bildung von Zellverbänden in der Lage. Da die Zellen ihrer Verbände nicht miteinander kommunizieren, handelt es sich statt um echte Myzel um sogenannte Pseudomyzel.

Bedeutung & Funktion

Die Hefe-Spezies Candida stellatoidea ist kein obligater Krankheitserreger. Sie lebt als harmloser Saprophyt mit dem Menschen und ist damit eher ein Kommensale. In diesem Zusammenhang fügt die Hefe-Art dem Menschen keinen Schaden zu und nutzt ihm genauso wenig. Als Kommensale können Candida auf der Haut, auf den Schleimhäuten, im Magen-Darm-Bereich oder in der Scheide vorkommen. Die Hefe-Spezies Candida stellatoidea siedelt sich dort in der Regel an, ohne jegliche Symptome einer Infektion hervorzurufen.

Dies ist bei Menschen mit einem gesundem Immunsystem der Fall. Ihr Abwehrsystem verhindert die Infektion, indem es vor der Ausbreitung der Hefezellen Immunzellen zur Intervention schickt. Die Immunzellen erkennen die Hefe als körperfremd und machen sie rechtzeitig unschädlich. Die pathologische Bedeutung von Candida stellatoidea ist damit als gering einzustufen.

Nichtsdestotrotz bestehen zwischen Parasiten und Saprophyten fließende Grenzen. Und so kann aus einem harmlosen Saprophyten wie Candida stellatoidea unter bestimmten Bedingungen ein Parasit oder Krankheitserreger werden. Die Candida-Art wird deshalb trotz ihrer Verbreitung als Kommensale auch als opportunistischer Krankheitserreger bezeichnet.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Krankheiten & Beschwerden

Immundefizienz kann die harmlose Hefe-Spezies Candida stellatoidea zu einem Krankheitserreger werden lassen. Eine Immundefizient steht zum Beispiel mit Erkrankungen wie AIDS in Zusammenhang, ist jedoch auch mit einer Schwächung durch Erkrankungen wie Krebs oder vorausgegangene Infektionen assoziiert. Darüber hinaus ist altersphysiologisch eine Schwäche des Immunsystems zu erwarten. Auch die Therapieansätze für Autoimmunerkrankungen unterdrücken das Immunsystem.

Bei immungeschwächten Patienten kann die Candida-Art aufgrund der ausbleibenden Intervention des Immunsystems eine extreme Ausbreitung im Körper erreichen. Als Folge stellen sich nicht nur Mykosen innerer Schleimhäute, wie der Vaginalschleimhaut oder der Herzinnenhaut ein.

Bei einer Infektion mit Candida stellatoidea besteht zudem ein Risiko für Candida-Sepsis. Diese Art der Sepsis entspricht einer Fungämie, also einer Blutvergiftung durch Pilze oder Hefen. Die Blutvergiftung ist eine systemische Entzündungsreaktionen, die lebensbedrohlich sein kann.

Bei Infektionen mit Candida stellatoidea handelt es sich meist um endogene Infektionen. Bei rein äußerlichen Mykosen durch Candida kommen Antimykotika therapeutisch zum Einsatz. Komplikationen wie die Candida-Sepsis haben oft einen ungünstigen Verlauf und erfordern eine Therapie mit Amphotericin B oder liposomalem Amphotericin B. Unter Umständen kommt außerdem Voriconazol, Posaconazol, Caspofungin oder Anidulafungin zum Einsatz. Die Betroffenen werden meist auf der Intensivstation betreut, wo sie 24 Stunden am Tag überwacht werden können.

Bücher über Darmentzündungen

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: