Candida parapsilosis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Candida parapsilosis ist ein Hefepilz mit diploidem Chromosomensatz, der menschliche Schleimhäute befallen und eine Pilzinfektion verursachen kann. Der Pilz ist fast ubiquitär verbreitet und tritt beim Menschen normalerweise als heterotropher Kommensale auf, der sich von abgestorbenen Zellresten ernährt, ohne Schaden anzurichten. Pathogen wird Candida parapsilosis hauptsächlich bei Personen mit geschwächtem oder künstlich supprimiertem Immunsystem.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Candida parapsilosis?

Candida parapsilosis gehört zu den Arten von Hefepilzen, die beim Menschen eine Candida-Infektion, eine Candidose verursachen kann. Der Pilz ist fast allgegenwärtig und tritt normalerweise als wenig störender Kommensale auf, der sich als Heterotroph von abgestorbenem Gewebe ernährt. Im Gegensatz zu anderen Candida Arten ist Candida parapsilosis daher kein obligat menschlicher Erreger.

Ausgesprochen pathogen kann Candida parapsilosis werden, wenn er auf ein durch Krankheit geschwächtes oder künstlich supprimiertes Immunsystem trifft. Er wird daher als opportunistischer Erreger eingestuft und tritt auch als krankenhaustypischer nosokomialer Erreger auf. Der Pilz kann auf den Schleimhäuten in Mund- und Rachenraum, im Bereich der Genitalien oder im Verdauungstrakt eine leichte bis schwerwiegende Candidose auslösen.

An allen auftretenden Candida-Infektionen sind Candida parapsilosis-Infektionen mit etwa 15 Prozent vertreten. Der Pilz besitzt als besonderes Merkmal einen diploiden Chromosomensatz, pflanzt sich allerdings ausschließlich asexuell fort. Aufgrund voneinander unterscheidbarer DNA lässt sich Candida parapsilosis in die Gruppen I, II oder III unterteilen.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Der Hefepilz Candida parapsilosis ist, als nicht ausschließlich auf den Menschen spezialisierter Pilz, als Kommensale und Opportunitätspathogen fast überall nachweisbar. Ein Problem, besonders für Kliniken, besteht darin, dass der Pilz gut an Implantaten, Kathetern und anderen medizinischen Gerätschaften anhaftet und dadurch direkt in die Blutbahn oder in andere Organe eindringen kann, wo er nosokomiale Infektionen verursachen kann.

Ein eventueller direkter Nachweis des Pilzes an Organen – solange keine Symptome erkennbar sind – ist schwierig. Candida parapsilosis wird auch als potenziell krebserregend eingeschätzt. Wenn eine systemische Infektion vorliegt, können schlimmstenfalls außer der Haut Muskeln, Herz und Nervensystem betroffen sein, mit z. T. schwerwiegendem Verlauf.

Insgesamt zeigt der Pilz eine Vorliebe für Schleimhäute, beispielsweise im Mund- und im Rachenbereich sowie im Darm. Da eine Besiedelung der Schleimhäute mit Candida parapsilosis als eher normal eingestuft werden kann, ist eine Abgrenzung zwischen einer eher harmlosen Besiedelung und einer pathologischen Candidose in vielen Fällen nur schwer zu treffen.

Bedeutung & Funktion

Welche positive Bedeutung Candida parapsilosis für den Körper und für den Stoffwechsel hat, wenn er als Kommensale in der Darmschleimhaut und in anderen Schleimhäuten auftritt, ist nicht hinreichend erforscht. Offensichtlich steht die potenzielle Pathogenität des Pilzes mehr im Fokus des Interesses als seine möglichen positiven Bedeutungen.

Mehrfach wird Candida parapsilosis mit der Ausleitung giftiger Schwermetalle aus dem Körper in Verbindung gebracht. Dem Pilz wird die Fähigkeit zugeschrieben, Schwermetalle, die in bestimmten Geweben vorhanden sind, zu binden und auf natürlichem Wege über den Darm auszuscheiden. Manche Autoren nehmen an, dass eine vermehrte Ansammlung von Candida-Pilzen, die eine Candidose verursachen, häufig mit einer Kontamination mit toxischen Schwermetallen korreliert und in ursächlichem Zusammenhang steht. Das würde bedeuten, dass eine Candidose nicht nur durch ein geschwächtes Immunsystem gefördert wird, sondern auch durch eine Ansammlung toxischer Schwermetalle im Organismus.

Im Umkehrschluss kann dann angenommen werden, dass sich nach einer Ausleitung der Schwermetalle aus dem Körper auch die Ansammlung der Candida-Pilze auf ein nicht-pathogenes Normalmaß reduziert. Falls sich die These als zutreffend erweist, könnte eine Bekämpfung der Candida-Pilze bei gleichzeitigem Vorliegen einer Schwermetallvergiftung sogar kontraproduktiv sein, da dadurch die Ausleitung der Schwermetalle behindert werden könnte.

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Krankheiten & Beschwerden

Als opportunistisch pathogener Keim hat Candida parapsilosis grundsätzlich das Potenzial, eine Candidose mit leichtem bis schwerwiegendem Verlauf zu verursachen. Menschen mit uneingeschränkt funktionsfähigem Immunsystem zeigen nur sehr selten pathologische Symptome, die auf eine Candidose hinweisen, obwohl ihre Schleimhäute häufig mit Candida parapsilosis besiedelt sind.

Das Risiko, an einer Candidose zu erkranken, steigt deutlich bei Menschen, deren Immunsystem durch Krankheit oder Mangelernährung geschwächt ist oder deren Immunsystem künstlich supprimiert wurde, um beispielsweise Abstoßungsreaktionen nach Transplantationen mit körperfremdem Gewebe zu unterdrücken. Auch bei verschiedenen Krebsbehandlungen, die von Chemo- oder Strahlentherapien begleitet sind, steigt das Risiko einer Pilzinfektion.

Typische Erkrankungen, die mit einem erhöhten Candidose-Risiko korrelieren, sind Immunschwäche-Krankheiten wie AIDS und Diabetes mellitus. Ebenso kann sich die Infektionsgefahr durch die Einnahme bestimmter Medikamente in Form unerwünschter Nebenwirkungen erhöhen. Das ist besonders nach Behandlungen mit Antibiotika der Fall.

Ein Problem bereitet den Klinken die Eigenschaft des Candida parapsilosis, an Kathetern und Implantaten wie Herzklappenersatz oder ähnlichen Gegenständen anzuhaften und dadurch direkt in das Herz oder in andere Organe eingeführt zu werden, wo der Pilz eine schwerwiegende Infektion verursachen kann. Beispielsweise besteht nach dem Einsetzen einer synthetischen Herzklappe ein Restrisiko, an einer Endokarditis, einer Herzinnenhautinfektion, zu erkranken, die von Candida parapsilosis verursacht wird. Ein ähnliches postoperatives Risiko besteht nach dem Einsatz einer künstlichen Augenlinse. Durch anhaftende Candida-Pilze kann sich eine Endophthalmitis, eine Entzündung des Augapfels, entwickeln.

Auch Bauchfellentzündungen wurden nach Bauchfelldialysen beobachtet. In seltenen Fällen kann Candida parapsilosis eine Lungenentzündung verursachen. Zudem zeigen Neugeborene, bei denen das Immunsystem noch nicht vollständig ausgeprägt ist, eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Infektionen mit Candida parapsilosis.

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