Candida dubliniensis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 31. Oktober 2016
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Candida dubliniensis ist ein Hefepilz und kommt oft in der Mundhöhle von HIV- bzw. AIDS-Patienten vor. Darüber hinaus tritt er häufig zusammen mit Candida albicans bei der Kandidose auf. Die Ähnlichkeit zwischen Candida dubliniensis und Candida albicans erschwert die korrekte Identifikation des Mikroorganismus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Candida dubliniensis?

1995 grenzten Wissenschaftler Candida dubliniensis von dem sehr ähnlichen Pilz Candida albicans ab. Im Rahmen einer Kandidose (Candidiasis) tritt Candida dubliniensis oft gemeinsam mit Candida albicans oder anderen Arten dieser Gattung auf.

Die Artbezeichnung „dubliniensis“ geht auf die irische Hauptstadt Dublin zurück, da Forscher den Hefepilz in diesem Teil Europas erstmals als neue Art erkannten. Innerhalb dieser Einteilung lassen sich verschiedene Typen von Candida dubliniensis unterscheiden, von denen einer möglicherweise pathogene Eigenschaften aufweist. Da der Pilz jedoch fast nur zusammen mit anderen Candida-Arten auftritt, können Experten seine generelle Bedeutung für die medizinische Praxis nur schwer einschätzen.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Obwohl Candida dubliniensis erst in den 1990er Jahren beschrieben wurde, wiesen Untersuchungen den Mikroorganismus nachträglich für einen Zeitraum von mindestens 40 Jahren nach. Mutmaßlich handelt es sich deshalb bei Candida dubliniensis nicht um eine neue Art oder Mutation. Stattdessen gehen Forscher davon aus, dass es in der Vergangenheit oft zu Verwechslungen mit Candida albicans kam.

Der Mikroorganismus ist weltweit verbreitet. 1998 stellten die Wissenschaftler Sullivan und Coleman fest, dass sich die Häufigkeit der verschiedenen Candida-Arten verschiebt. Verhältnismäßig sinke die Anzahl der Infektionen mit Candida albicans, während andere Arten nach und nach an ihre Stelle träten. Dennoch ist Candida albicans nach wie vor der häufigste Erreger von Candida-Infektionen.

Mundschleimhaut-Abstriche von Menschen mit HIV oder AIDS enthalten überdurchschnittlich oft Sporen von Candida dubliniensis. Ein Ausbruch von Kandidose erfolgt jedoch nicht zwingend, da ein starkes Immunsystem einen natürlichen Schutz gegen die Krankheitserreger bildet. Da genau dieses Abwehrsystem bei Menschen mit AIDS (oder anderen erheblichen Infektionen) geschwächt ist, gelingt es dem Pilz sich auszubreiten.

Candida dubliniensis bildet, mit bloßem Auge betrachtet, einen weißlichen Belag auf befallenen Oberflächen. Zunächst bildet er oft eine flächige Besiedlung, doch vor allem nach längerer Dauer kann der Pilz sich zu kleinen Kolonien formen, die voneinander abgegrenzt sind.

Chlamydosporen und ihnen ähnliche Röhren bildet der Mikroorganismus in einigen Fällen, jedoch nicht konstant. Bei Chlamydosporen handelt es sich um Kapseln oder Bläschen, die sich an Zweigen des Pilzgeflechts bilden und zunächst mit dem restlichen Organismus in Verbindung bleiben. Die Blase besteht aus der Zellwand, die sich verdickt und dadurch eine widerstandsfähige Schutzschicht bildet. Wenn die Umgebung austrocknet oder nicht genug Nährstoffe bietet, kann der Organismus in diesen Hüllen überdauern. Das umliegende Gewebe stirbt ab, doch aus dem Rückzugsort in der Chlamydospore kann der Pilz von Neuem wachsen. Für die Medizin kann dies eine erschwerte Behandlung bedeuten, da der Organismus vorübergehend inaktiv, aber dennoch vorhanden sein kann.

Der Pilz vermehrt sich optimal bei 30–37° C, nicht jedoch bei über 42° C. Labore machen sich das Temperaturmaximum des Wachstums zunutze, indem sie Kulturen mit Sporen anlegen und bei 42° C für 48 Stunden ruhen lassen. Handelt es sich bei den Sporen um Candida dubliniensis, so wächst kein Belag auf dem präparierten Nährmedium. Handelt es sich hingegen um das sehr ähnliche Candida albicans, so vermehrt sich der Pilz und es entsteht eine charakteristische weißliche Schicht.

Auf diese Weise gelingt die Abgrenzung zwischen den beiden Mikroorganismen. Auf speziellen Nährmedien entwickeln Candida dubliniensis und Candida albicans zudem unterschiedliche Färbungen. Auch hinsichtlich ihres Erbguts unterscheiden sich die beiden Mikroorganismen. Candida dubliniensis besitzt für gewöhnlich einen diploiden Chromosomensatz, in dem jedes Chromosom zweimal auftaucht, doch vorübergehend kann der Pilz eine haploide Form annehmen.

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Krankheiten & Beschwerden

Candida dubliniensis kommt besonders häufig in der Mundhöhle von Patienten vor, die mit dem HI-Virus infiziert sind bzw. die unter AIDS leiden. Letzteres beschreibt ein spezifisches Syndrom, das das menschliche Immunsystem infolge einer HIV-Infektion stört und fortschreitend zersetzt, während die Infektion mit dem HI-Virus für sich genommen (zunächst) symptomfrei verlaufen kann.

Candida dubliniensis ist in vielen Fällen auch an der Bildung einer Kandidose beteiligt. Zu den Symptomen gehören weißer Belag im Mund (beispielsweise auf der Zunge oder in der Speiseröhre), an Fingernägeln oder in Hautfalten. Im Fall der systemischen Kandidose kann Candida dubliniensis zahlreiche Organe befallen.

Die Krankheit tritt vor allem bei Menschen auf, deren Immunsystem nicht voll funktionsfähig ist. Dabei kommt als Ursache auch die vorübergehende Einnahme von Antibiotika, eine Krebserkrankung und damit verbundene Medikation, Diabetes mellitus, Sepsis oder eine andere Grunderkrankung infrage. Candida dubliniensis spielt bei der Kandidose bislang jedoch eine untergeordnete Rolle.

Bei der Behandlung der Infektionskrankheit finden verschiedene Antimykotika Anwendung. Diese Gruppe von Medikamenten bekämpft die Mikroorganismen und verhindert ihre weitere Ausbreitung im Gewebe.

„Kandidose infolge HIV-Krankheit“ stellt im internationalen Klassifikationssystem der Krankheiten (ICD) eine eigenständige Diagnose dar (B20.4). Die Pilzinfektion manifestiert sich bei Betroffenen häufig als eines der ersten sichtbaren Anzeichen des zunehmend geschwächten Immunsystems. Darüber hinaus konnte eine Untersuchung in einem Einzelfall die Besiedlung mit Candida dubliniensis in der Lunge eines Verstorbenen nachweisen. Ob die Infektion zum Tod beitrug oder zufällig erfolgte, ist unbekannt.

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