Calciummangel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Calcium ist einer der wichtigsten Mineralstoffe, welcher dem Körper zugeführt werden muss. Wird der Körper nur unzureichend mit Calcium versorgt, kommt es zu Mangelerscheinungen, dem sogenannten Calciummangel. Ein 60 Kilogramm schwerer Mensch beispielsweise besteht zu knapp 1,1 Kilogramm aus Calcium, wobei sich 99 Prozent des Calciums in Knochen und Zähnen befinden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Calciummangel?

Ein Erwachsener benötigt am Tag etwa 800 Milligramm Calcium; bereits ein volles Glas Milch deckt diesen Bedarf. Manche Personen aber, etwa Schwangere oder stillende Mütter, haben einen erhöhten Bedarf an Calcium. Vor allem in der Schwangerschaft und Stillzeit ist es daher besonders wichtig, ausreichend Calcium zu sich zu nehmen.

Nicht nur Schwangere jedoch, auch Kinder sollten ausreichend mit Calcium versorgt werden, denn bei ihnen kann schnell ein Mangel entstehen. Ebenso sollten ältere Frauen auf eine ausreichende Versorgung mit Calcium achten, denn diese haben ein besonders hohes Risiko, an Osteoporose zu erkranken.

Doch welche Rolle spielt Calcium im menschlichen Körper? Besonders wichtig ist dieses für das Skelettsystem und die Zähne, doch spielt es auch eine entscheidende Rolle für die Funktion zahlreicher anderer Organe. So sorgt es beispielsweise für einen niedrigen Cholesterinspiegel und auch für die Abwehr von Entzündungen und Allergien ist Calcium von entscheidender Bedeutung. Weiterhin ist Calcium verantwortlich für die Gerinnung des Blutes und die Herztätigkeit.

Ursachen

Die Ursachen für einen Calciummangel liegen meist in einer unzureichenden beziehungsweise unausgewogenen Ernährung. Ein Mangel an dem Vitamin D kann ebenso einen Mangel an Calcium hervorrufen. Selbst bei der Verwendung von enthärtetem Wasser wurde bereits bei manchen Personen ein Calciummangel beobachtet.

Ein vorübergehender Calciummangel jedoch kann auch durch eine sogenannte Hyperventilation, also eine Störung der Atmung, entstehen. Diese ist in den meisten Fällen psychisch bedingt. Darüber hinaus können bestimmte Erkrankungen der Niere oder der Schilddrüse einen Mangel an Calcium hervorrufen.

Selbst einige Medikamente können zu einem Calciummangel führen - hier besonders zu erwähnen sind viele harntreibende Mittel.

Diagnose & Verlauf

Ein Mangel an Calcium spiegelt sich zuerst in Knochen und Zähnen wider. Eine Erkrankung, die besonders häufig aufgrund von Calciummangel entsteht, ist die Osteoporose, der Knochenschwund. Auch die Zähne werden deutlich weniger widerstandsfähig und können schlimmstenfalls sogar ausfallen. Parodontose, der Zahnfleischschwund nämlich, wird in erster Linie durch einen Mangel an Calcium ausgelöst.

Starke Krämpfe sind ein weiteres Symptom, welches sich im Verlauf des Mangels an Calcium zeigen kann.

Auf der anderen Seite aber sollte man seinem Körper auch nicht zu viel Calcium zuführen. Eine Überdosierung nämlich kann sowohl zu Übelkeit und Erbrechen als auch zu Nierensteinen, Muskelschwäche und Müdigkeit führen. Selbst Depressionen können durch eine Überdosierung von Calcium entstehen.

Komplikationen

Durch einen nicht behandelten Calciummangel kann es zu Osteoporose kommen. Es handelt sich um eine Erkrankung des Skeletts. Die Knochenstruktur wird beeinträchtigt und die Knochendichte nimmt ab. Es kommt zu einer vermehrten Gefahr eine Knochenfraktur zu erleiden. Besonders häufige Brüche kommen an den Oberschenkelknochen, den Oberarmknochen oder an den Speichen vor.

Knochenbrüche kommen auch regelmäßig an den Handgelenken der Betroffenen vor. Zusätzlich kommt es zu einem Verlust an Körpergröße aufgrund von Wirbelkörper-Einbrüchen. Dies äußert sich durch eine gebückte Körperhaltung des Betroffenen. Durch Calcium Zufuhr kann die Osteoporose vermindert werden. Jedoch können nicht alle Symptome bei langanhaltendem Calciummangel wieder rückgängig gemacht werden.

Die Betroffenen dürfen keine schwere Last heben und sollten für solche Tätigkeiten Hilfe in Anspruch nehmen. Die Rachitis kann eine weitere Störung sein, die durch Calciummangel hervorgerufen wird. Es handelt sich um eine Beeinträchtigung der Mineralisierung des wachsenden Knochens. Calcium spielt zusätzlich eine wesentliche Rolle bei der Muskeltätigkeit.

Kommt es zu einem Calciummangel, so kann es zu verstärkt auftretenden Muskelkrämpfen führen. Bei einem langanhaltendem Calciummangel kann es auch zu Beschwerden des Herzens kommen. Das Herz wird schwächer, die Kontraktion wird eingeschränkt und der Blutkreislauf im Körper wird gestört. In diesem Fall muss der Betroffene im Krankenhaus stationär behandelt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wer glaubt, an einem Calciummangel zu leiden, sollte sich vor Einnahme von Calcium-Präparaten medizinisch untersuchen lassen. Der Arzt kann dann bestätigen, ob eine erhöhte Calciumzufuhr überhaupt notwendig ist. Mit Hilfe von Blut- bzw. Urinuntersuchungen ist es dem Mediziner möglich, einen Calciummangel zu bestätigen, außerdem zeigt ein EKG (Elektrokardiogramm) bei einem Mangel typische Veränderungen an. Darüber hinaus kann der Arzt feststellen, welche Ursachen hinter dem Mangel stecken.

Bei einer Selbstbehandlung mit calciumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln bzw. Medikamenten ist zu beachten, dass zu viel Calcium dem Körper auch schaden kann. Ein Überschuss an Calcium führt zu Herzrythmusstörungen, Antriebslosigkeit, Depressionen, Magen-Darmbeschwerden sowie Muskelschwäche. Außerdem sollte mit einem Arzt abgeklärt werden, welche Calcium-Präparate empfehlenswert sind. Es gibt sehr viele frei verkäufliche Produkte, nicht alle davon sind jedoch qualitativ hochwertig. Manche Präparate sind darüber hinaus oft Kombinationen aus unterschiedlichen Vitaminen und Mineralstoffen, deren Bestandteile sich oftmals gegenseitig neutralisieren oder hindern. Im Zweifel kann ein Arzt daher eine Empfehlung für ein bestimmtes Calciumprodukt abgeben.

Behandlung & Therapie

Bei einem Calciummangel genügt es meist schon, seine Ernährung konsequent umzustellen. Neben Milchprodukten sind auch Nüsse besonders empfehlenswert bei einem Calciummangel. Ebenso aber ist ausreichend Calcium in vielen Gemüsesorten und auch in Vollkornbrot vorhanden.

Gut helfen auch spezielle Calciumpräparate, die in allen Apotheken und Reformhäusern erhältlich sind. Zur Behandlung beziehungsweise Vorbeugung von Osteoporose sollte man zu diesem Zweck täglich etwa 1.000 Milligramm Calcium in Form von Tabletten oder Pulver zu sich nehmen.

Ein ganz besonderer Geheimtipp ist calciumreiches Heilwasser - dieses sollte mindestens 250 Milligramm Calcium je Liter enthalten. Dieses Heilwasser kann nicht nur helfen, einen Calziummangel abzustellen, sondern auch bereits bestehende Krankheiten wie die Osteoporose zu lindern.

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Aussicht & Prognose

Die Prognose eines Calciummangels ist sehr gut. Bei den meisten Patienten genügt es bereits, konsequent die Nahrungszufuhr umzustellen. Dabei wird sie verstärkt auf die Bedürfnisse es Körpers abgestimmt. Zu Beginn erfolgt eine hohe Aufnahme von Calcium über die Nahrung wie frisches Obst, Gemüse und Nüsse. Der verstärkte Konsum dieser Lebensmittel wird über mehrere Tage angeraten bis sich der Organismus wieder im Gleichgewicht befindet.

Sobald der Mangel behoben wurde, findet eine weitere Optimierung des Lebensmittelkonsums statt, damit der Anteil von Calcium auch langfristig stabil bleibt. Dafür kann der anfänglich verstärkte Konsum von calciumhaltigen Produkten wieder auf einen normalen Anteil reduziert werden. Zusätzlich kann zu einer Verkürzung des Heilungsweges gezielt mit der Gabe von Calciumpräparaten gearbeitet werden. Diese sind in Apotheken, Drogerien oder Reformhäusern zu erhalten. Selbstverständlich kann auch ein Arzt ein passendes Rezept ausstellen.

Der Patient hat bei einem Calciummangel eine gute Aussicht auf eine Genesung innerhalb weniger Wochen. Voraussetzung dafür ist, dass bis dato keine Folgeschäden durch den Mangel eingetreten sind. Wurden die Knochen oder Zahnstruktur bereits durch einen länger anhaltenden Calciummangel beschädigt, ist eine vollständige Heilung unwahrscheinlich. Beides gilt als irreparabel und kann nur durch einen Ersatz oder die Umstellung der allgemeinen Lebensführung verbessert werden.

Vorbeugung

Einem Calciummangel kann man am besten mit der entsprechenden Ernährung vorbeugen. Doch welche Lebensmittel enthalten besonders viel Calcium? Hier sind besonders alle Milchprodukte zu nennen; aber auch Nüsse und Gemüse sowie etliche Vollkornprodukte enthalten ausreichend Calcium.

Darüber hinaus ist eine ausreichende Bewegung unerlässlich, um gesund zu bleiben und Krankheiten wie der Osteoporose vorzubeugen. Etwa 45 Minuten am Tag sollte man sich mindestens bewegen - hier genügt schon ein Spaziergang an der frischen Luft.

Das können Sie selbst tun

Eine abwechslungsreiche und calciumhaltige Ernährung beugt in der Regel gegen Calciummangel vor. Zu den Lebensmitteln, die besonders viel Calcium enthalten, zählen neben Milch- und Sojaprodukten auch grünes Gemüse, Nüsse, Kräuter und einige Beerensorten. Außerdem weisen Eier, Fisch und Mineralwasser einen hohen Calciumgehalt auf. Der Calciumspiegel lässt sich mit gesunder Ernährung gut ausgleichen.

Stellt der Arzt einen niedrigen Calciumwert fest, kommen Medikamente zum Einsatz, um den Calciumspiegel wieder anzuheben. Es gibt jedoch auch Calcium-Präparate, die frei verkäuflich sind und in der Apotheke erworben werden können. Diese rezeptfreien Medikamente sind geeignet, um einem Calciummangel vorzubeugen oder einen geringen Calciummangel zu beheben. Die Präparate werden in Form von Brausetabletten, Ampullen oder in Pulverform angeboten und enthalten oft zusätzlich Magnesium, Vitamin D3 und Zink. Bei der Aufnahme größerer Calciummengen empfiehlt es sich, die Dosis über den Tag zu verteilen und mit viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um eine optimale Aufnahme des Calciums zu gewährleisten.

Beim eigenständigen Zuführen von Calcium ist Vorsicht geboten. Ein Calciumüberschuss kann schwerwiegende Folgen wie Herzrhythmusstörungen oder Verdauungsschwierigkeiten nach sich ziehen. Eine Überwachung der Calciumwerte durch den Arzt ist daher ratsam.

Bücher über Kalzium (Calcium)

Quellen

  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007
  • Mader, F., Weißgerber, H.: Allgemeinmedizin und Praxis. Springer, Heidelberg 2014
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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