Budipin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. November 2016
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Bei Budipin handelt es sich um einen Arzneimittelwirkstoff, der zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt wird. Er wirkt in jedem Stadium der Erkrankung und lässt sich optimal mit anderen Anti-Parkinson-Mitteln kombinieren. Vor allem wird durch Budipin das typische Zittern der Erkrankten vermindert und die verlangsamten Bewegungen werden deutlich verbessert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Budipin?

Budipin wird zur Behandlung von Parkinson in allen Stadien verwendet. Diese Erkrankung ist geprägt von Zittern (Tremor), Bewegungsarmut beziehungsweise Bewegungslosigkeit und Muskelstarre. Vorrangig hilft der Wirkstoff gegen den Tremor, der für das krankheitsspezifische Zittern sorgt. Zudem wird die allgemeine Beweglichkeit der Betroffenen positiv verändert.

Die Substanz selbst kann keiner bestimmten Wirkstoffgruppe zugeordnet werden. Sie enthält sowohl anticholinerge und serotonerge als auch dopaminerge sowie antagonistische Eigenschaften. Vor allem jedoch die NMDA-antagonistischen Funktionsmechanismen erweisen sich bei der Parkinson-Krankheit als besonders wirkungsvoll. Diese NMDA-Antagonisten hemmen die Wirkung von Glutamat. Gerade bei den Parkinson-Erkrankten ist dieser Botenstoff in hoher Konzentration vorhanden. Insgesamt muss Budipin also den Dopaminrezeptor-Agonisten, den MAO-Hemmern sowie den NMDA-Rezeptor-Antagonisten zugeordnet werden.

Pharmakologische Wirkung

Die verfügbaren Medikamente gegen Parkinson können dafür sorgen, dass das Ungleichgewicht verschiedener Botenstoffe im Gehirn ausgeglichen werden kann. Hierdurch helfen diese, die Informationsübertragung von einer Zelle zur anderen zu ermöglichen. Der Wirkmechanismus von Budipin ist nur zu Teilen bekannt. Das Mittel durchdringt die Blut-Hirn-Schranke.

Es stimuliert einerseits die Dopamin-Rezeptoren, wobei es die Wirkung von Dopamin nachahmt. Andererseits sorgt der Wirkstoff dafür, dass der Botenstoff Glutamat nur gehemmt freigesetzt wird. Hierdurch wird die Aufnahme des Dopamins in die Nervenzelle unterbunden. Ebenfalls beeinflusst Budipin das Enzym Monoaminooxidase (MAO), wodurch das Dopamin zusätzlich verstärkend wirken kann.

Medikamente mit Budipin begünstigen den Einfluss fast aller Botenstoffsysteme im Gehirn, die bei der Parkinson-Krankheit beeinträchtigt werden. Zu den beiden Haupteffekten des Mittels zählen eine Reduzierung des Tremors sowie eine bewegungsfördernde Wirkung. Klinische Daten zur Wirksamkeit des Mittels sind nur in begrenztem Maße erhältlich. Die Halbwertszeit des Wirkstoffes beträgt 31 Stunden.

Vor Beginn der Therapie ist eine ausführliche Untersuchung des Herzens notwendig. Budipinhaltige Medikamente können im Einzelfall lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen hervorrufen. Aufgrund dieser negativen Auswirkungen auf das Herz müssen Patienten vor Therapiestart eine schriftliche Verpflichtungserklärung zu regelmäßigen EKG-Kontrollen unterschreiben. Nicht nur zu Beginn der Therapie muss ein EKG geschrieben werden, sondern ebenfalls nach einer Woche sowie nach drei Wochen im Anschluss an die Erstmedikation. Anschließend sollte eine Untersuchung mindestens jährlich durchgeführt werden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bei Budipin handelt es sich um einen Arzneimittelwirkstoff, der zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt wird.

Budipin eignet sich vor allem zur Behandlung von leichteren Krankheitsfällen. Ebenfalls für eine Kombinationsbehandlung mit anderen Parkinson-Mitteln ist der Wirkstoff geeignet, sodass er sich auch bei fortgeschritteneren Stadien einsetzen lässt. Bei mild ausgeprägten Fällen kann auch eine alleinige Therapie angestrebt werden. Für gewöhnlich beginnt die Therapie mit einer Gabe von 10mg, wobei die Dosis bis zu 3x20mg gesteigert werden kann. Die tägliche Höchstdosis beträgt dreimal 30mg.

Die Parkinson-Behandlung mit Budipin sollte einschleichend begonnen werden. Indem die Dosis langsam gesteigert wird, können Nebenwirkungen möglichst geringe gehalten werden. Das Mittel sollte morgens oder im Laufe des Vormittags eingenommen werden. Die Verwendung nach 16 Uhr sollte vermieden werden, da durch die späte Medikation die Gefahr für mögliche Schlafstörungen erhöht ist. Um lebensbedrohliche Zustände wie Kammerflimmern oder Herzrhythmusstörungen zu vermeiden, müssen bei der Behandlung die Kontraindikationen strengstens beachtet werden. Es müssen sowohl EKG-Kontrollen als auch ein Ausgleich des Elektrolythaushaltes erfolgen.

Sollten Patienten ihre Herz ungewöhnlich schnell und unregelmäßig wahrnehmen (Palpitationen), beklagen sie Schwindel oder kurzzeitige Bewusstlosigkeit, muss das Medikament sofort abgesetzt werden. Im Falle eines gezielten Absetzens muss das Mittel langsam ausgeschlichen werden.

Die Entstehung der Parkinson-Erkrankung ist bis heute noch nicht ausreichend geklärt. Eine zielgerichtete Vorbeugung ist nicht möglich. Jedoch können sowohl eine gesunde Lebensweise als auch ausreichend Bewegung und geistige Aktivitäten das Ausbrechen der Krankheit vermutlich verzögern.

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Risiken & Nebenwirkungen

Durch die Einnahme von Budipin entsteht erfahrungsgemäß eine anticholinerge Störwirkung, die sich in Form von Mundtrockenheit und auch Problemen beim Wasserlassen äußert. Ebenfalls kann es zu Schwindel sowie Unruhe und Müdigkeit kommen. Zu den weiteren negativen Begleitfolgen zählen Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Hitzewallungen sowie Sehstörungen. In einigen Fällen können sowohl Albträume als auch Verwirrtheit und Halluzinationen auftreten.

Budipin darf lediglich von Ärzten verschrieben werden, die schriftlich festlegen, dass sie die vorgeschriebenen Vorsichtsmaßnamen genauestens einhalten. Neben den regelmäßigen EKG-Kontrollen und unter strenger Berücksichtigung der Kontraindikationen zählt hierzu ebenfalls der Ausgleich der Elektrolyte.

Die Einnahme von Budipin darf unter bestimmten Umständen nicht erfolgen. Zu den Kontraindikationen zählen neben Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen (u.a. AV-Block und ventrikuläre Arrhythmien), Herzverlangsamung (Bradykardie) und Herzmuskelerkrankungen auch die neuromuskuläre Störung Myasthenia gravis sowie Kalium- und Magnesiummangel.

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