Brustrekonstruktion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Als Brustrekonstruktion bezeichnet man eine plastische Rekonstruktion der Brust, die sehr häufig auf Grund von Brustkrebs durchgeführt wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Brustrekonstruktion?

Brustkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen der Frau. Im Rahmen einer Therapie muss die erkrankte Brust sehr oft entfernt werden, was auch einer der Hauptgründe für einen anschließenden Brustaufbau bzw. eine Brustrekonstruktion ist. Mit Hilfe von Implantaten bzw. Eigengewebe kann die weibliche Brust auf diese Weise wiederhergestellt werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Um eine weibliche Brust wieder aufzubauen, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Welches Verfahren gewählt wird, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu zählen:

  • die Qualität des verbliebenen Gewebes
  • der Gesundheitszustand der Patienten
  • Form und Größe der Brust
  • Wünsche der Betroffenen

Grundsätzlich unterscheidet man eine Brustrekonstruktion mit Hilfe von körpereigenem Gewebe bzw. mit einem Implantat. Hier stehen kochsalz- oder silikongefüllte Implantate zur Verfügung, wobei diese in letzter Zeit durch die Verwendung von vorbehandelter Tierdermis erheblich verbessert werden konnten, sodass eine oftmals sehr aufwändige Rekonstruktion mit Hilfe von Eigengewebe vermieden werden kann. Implantate werden unter oder auf den Brustmuskel geschoben. Verfügen die Patientinnen über einen ausreichend großen Hautmantel, so setzt der Arzt das Implantat direkt ein.

Wenn die Haut nach der Operation aber zu straff ist, so wird sie zunächst mit einem Expander gedehnt. Dafür wird ein Kunststoffbeutel unter der Haut eingesetzt, der mit Hilfe einer Injektionsnadel mit Kochsalzlösung gefüllt wird. Nach einigen Monaten ist die Haut gedehnt und das Implantat kann eingesetzt werden. Ein Brustaufbau mit einem Implantat ist eine relativ einfache und kurze Operation und verursacht wenig Schmerzen. Bei einer Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe wird zunächst Muskel- oder Fettgewebe aus dem Bauch, Rücken oder dem Gesäß entnommen, wobei diese Form der Operation sehr viel Erfahrung erfordert. Der Chirurg löst hier Muskelgewebe vom Bauch oder Rücken ab und verschiebt es auf die Brustwand, wo er eine neue Brust modelliert.

Bei einer Gewebeverpflanzung wird das Gewebe hingegen völlig vom Körper abgetrennt und mit den Blutgefäßen neu verbunden. Eine Methode, die sehr häufig angewandt wird, ist die so genannte TRAM-Lappen-Methode (Transverse Rectus Abdomis Muscle), wobei hier Fett- oder Muskelgewebe aus dem Unterbauch verwendet wird. Eine weitere Technik ist eine Brustrekonstruktion mit Eigengewebe aus dem großen Rückenmuskel (Musculus Latissimus Dorsi). Darüber hinaus wird für einen Brustaufbau auch Eigenfett aus dem Bauch oder Oberschenkel verwendet. Eine Methode für den Brustaufbau ohne Muskulatur stellt die so genannte DIEP-Lappen-Transplantation (Deep Inferior Epigastric Perforator) dar. Dafür wird Fettgewebe aus der Bauchwand entnommen und nach der Aufbereitung injiziert der Arzt das Fett mit Hilfe von Kanülen. Anschließend ist meist noch eine Nachbehandlung erforderlich, um die ästhetische Form komplettieren zu können.

Als Brustrekonstruktion bezeichnet man eine plastische Rekonstruktion der Brust, die sehr häufig auf Grund von Brustkrebs durchgeführt wird.

Eine Rekonstruktion kann dabei entweder gleichzeitig mit der Operation des Tumors erfolgen (primäre Rekonstruktion) oder zu einem anderen Zeitpunkt (sekundäre Rekonstruktion). In diesem Fall müssen eventuell erforderliche Terapien (zum Beispiel Strahlentherapie, Chemotherapie, Hormontherapie) abgeschlossen sein. Da sich die aufgebaute Brust nach einer Rekonstruktion oftmals verändern kann, rekonstruiert der Chirurg die Brustwarzen erst einige Monate später. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass die aufgebaute Brust auch komplett ausgeheilt ist. Eine Brustwarze wird entweder mit Hilfe einer Hautverpflanzung oder einer lokalen Lappenplastik nachgeahmt.

Für den Warzenhof verwendet man Haut, die stärker pigmentiert ist und häufig von der Oberschenkelinnenseite stammt. Dieser Eingriff ist relativ kurz und kann auch unter lokaler Betäubung durchgeführt werden. Nach einer erfolgten Brustrekonstruktion sollte auf körperliche Belastungen wie Tragen oder Hochheben verzichtet werden. Außerdem ist es sinnvoll, einen speziellen Büstenhalter zu tragen sowie die Brust zu massieren.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Implantate mit Silikongel sind im Normalfall nicht gesundheitsschädigend. Da aber ein Risiko nie vollkommen ausgeschlossen werden kann, ist es notwendig, die aufgebaute Brust ständig kontrollieren zu lassen. Ein Implantat stellt für den Körper außerdem einen Fremdkörper dar, sodass es manchmal zu Verhärtungen kommt, wodurch das Implantat zusammengedrückt werden kann.

Das verursacht Schmerzen und kann zu einer Deformation der Brust führen. In diesem Fall ist eine erneute Operation notwendig, bei der das alte Implantat entfernt und durch ein neues ersetzt wird. Die Gefahr, das Silikon austritt, besteht bei den modernen Implantaten allerdings nicht mehr. Die Silikongele sind heute nicht mehr flüssig, sondern dem Brustgewebe sehr ähnlich. Außerdem sind sie sehr stabil und haben auch eine lange Haltbarkeit. Allerdings halten sie nicht ein ganzes Leben, sondern müssen nach einigen Jahren ausgetauscht werden.

Ein Brustaufbau mit Eigengewebe ist belastender und aufwändiger als das Einsetzen eines Implantats. Die Operation dauert länger und auch das Blutungsrisiko bzw. das Risiko von Komplikationen steigt. Darüber hinaus müssen die Patientinnen auch mit Narben rechnen. Je nach gewählter Technik kann es zu Bewegungseinschränkungen oder Durchblutungsstörungen kommen. Die Erholungsphase nach einem Aufbau mit Eigengewebe ist länger als bei einer Brustrekonstruktion mit einem Implantat. Das Eigengewebe wird aber vom Körper nicht abgewehrt, sodass auch keine Kapselfibrosen auftreten. Außerdem entfällt der Austausch des Implantats. Ein Brustaufbau mit Eigenfett (ohne Muskulatur und Haut) ist eine Methode, die noch nicht vollständig ausgereift ist und daher nur selten angewandt wird.

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Quellen

  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013
  • Schumpelick, V.: Operationsatlas Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Vogt, P. M.: Praxis der Plastischen Chirurgie. Springer, Heidelberg Berlin 2011

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