Brustkrebs Früherkennung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Unter den Krankheiten, von denen die weibliche Brust bedroht ist, kann der Brustdrüsenkrebs (Brustkrebs, (lateinisch: Mammakarzinom)) wohl als der gefährlichste gelten. Zum Glück haben sich jedoch seit den letzten 30 Jahren sowohl die Behandlungsergebnisse als auch die Chancen der Früherkennung dieser Krankheit ganz erheblich verbessert. Dennoch bleibt die Kenntnis des eigenen Körpers für die Frau nach wie vor der sicherste Schutz vor Krankheitsverschleppunq. Aus ihr leitet sich ie Fähigkeit ab, Veränderungen rechteitig zu erkennen und Krankhaftes vom Gesunden zu unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

Häufigkeit & Verteilung von Brustkrebs

Die Voraussetzungen dafür sind gerade beim Brustkrebs besonders günstig. Wegen seiner oberflächlichen Lokalisation ist der Arzt beispielsweise bei Reihenuntersuchungen, aber auch in der Praxis, wenn die Frau sich wegen anderer Beschwerden in Behandlung begibt, in der Lage, schon mit einfachen Untersuchungsmethoden einen Brustkrebs bereits in seinen frühesten Stadien zu erkennen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

Die statistische Übersicht über die Häufigkeit von Brustdrüsenerkrankungen in den verschiedenen Lebensaltern gibt Auskunft, dass der Brustkrebs nicht nur, wie vielfach angenommen wird, eine Erkrankung der älteren Frau ist. Er kann, auch wenn solche Fälle seiten sind, bereits im dritten Lebensjahrzehnt auftreten. Es ist sogar anzunehmen, dass sich Brustkrebs in den jüngeren Altersgruppen noch häufiger feststellen ließe, wenn mehr Frauen sich selbst aufmerksamer kontrollieren und die Reihenuntersuchungen weiter intensiviert würden.

Mit höherem Lebensalter steigt die Gefahr der Erkrankung. So werden in Deutschland jährlich ca. 150 Neuerkrankungen auf je 100000 Frauen im Alter von 50 Jahren gemeldet. Bei 70jährigen Frauen registriert man von der gleichen Anzahl jährlich sogar rund 250 Neuerkrankungen. Schon diese Zahlen machen die Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärung über den Brustkrebs sowie die Möglichkeiten, die jeder Frau zur "Selbstbeobachtung" zur Verfügung stehen, deutlich.

Symptone & Anzeichen

Die weibliche Brustdrüse besteht aus dem eigentlichen Brustdrüsengewebe und etwa 15 bis 20 größeren Brustdrüsengängen, die im Bereich der Brustwarze zusammentreffen. Das Brustdrüsengewebe kann als sogenannter Achselfortsatz bis in die Achselhöhle hinaufreichen. Zwischen den einzelnen Brustdrüsenlappen findet sich mehr oder weniger reichlich Fettgewebe. Krankhafte Prozesse im Bereich der Brustdrüse können nun bestimmte Veränderungen hervorrufen, die bereits durch einfaches Betasten erkennbar sind. Gar nicht so selten offenbaren sie sich jedoch dem Auge noch eindrucksvoller als der tastenden Hand.

Zu solchen sichtbaren Veränderungen gehören: Entzündungen der Brustwarze, Flüssigkeits- oder Blutabsonderungen aus der Brustwarze, Hochstand oder Einziehungen einer Brustwarze, Hauteinziehungen, Hautrötungen oder Hautschwellungen. Manche Frauen leiden während der Stillperiode an Entzündungen der Brustwarze, die häufig recht schmerzhaft sind und erst noch ärztlicher Behandlung abheilen.

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau weiblichen Brust bei Brustkrebs. Klicken, um zu vergrößern.
Nicht alle Knoten in der Brust, deuten auf Brustkrebs hin. Dennoch sollten sie in der Mammographie abgeklärt werden.

Treten, solche Veränderungen jedoch außerhalb der Stillperiode auf und lassen sie zudem auch keine Neigung zum Abheilen erkennen, ist dringend eine Kontrolluntersuchung auf Krebs geboten. Gerade ältere Frauen aber bagatellisieren solche Entzündungen der Brustwarze oft und behandeln sie selbst mit Salben oder Umschlägen, ohne um die Krebsqefdhr zu wissen. Ein anderes recht ernstzunehmendes Anzeichen einer möglichen Erkrankung sind Flüssigkeits- oder Blutabsonderungen aus der Brustwarze. Sie deuten auf krankhafte Prozesse innerhalb der Milchgänge oder in deren unmittelbarer Umgebung hin.

Ausgenommen ist hierbei natürlich die normale Milchsekretion während der Stillperiode. Krankhafte Absonderungen aus der Brustwarze sind qelb, braun oder blutig gefärbt. Gar nicht so selten werden sie nur zeitweilig bemerkt. Meist ist dabei auch kaum ein Tastbefund vorhanden. Das ist auch der Grund, warum Frauen mit solchen Erscheinungen erst spät zum Arzt gehen. Hochstand oder Einziehung einer Brustwarze, die ebenfalls krebsbedingt sein können, sind als Frühbefunde beim gewöhnlichen Betrachten schwer erkennbar. Sie können ober bei gehobenen Armen oder in die Hüfte gestemmten Händen sichtbar werden.

Manchmal treten dabei auch zusätzlich Hauteinziehungen auf. Größenunterschiede der Brüste mit oder ohne Hochstand einer Warze sowie Einziehungen einer oder beider Brustwarzen (sogenannte Schlupfwarzen) müssen aber nicht unbedingt Krankheitssymptome sein. Sie können auch anlagebedingt (erblich) vorkommen. Dann ober sind solche Abweichungen von der Norm der Frau seit ihrer Jugend meist bekannt.

Im Gegensatz zu unterschiedlichen Brustgrößen und eingezogenen Brustwarzen sind Hauteinziehungen ein verhältnismäßig typisches Zeichen für das Vorliegen einer Krebserkrankung. Sie werden durch narbenartige Schrumpfungen der bindegewebigen Elemente in der Brust verursacht. Sind sie bereits bei der einfachen Betrachtung sichtbar, handelt es sich häufig sogar schon um eine fortgeschrittene Erkrankung. Hautrötungen und Hautschwellungen sind durchweg Ausdruck eines entzündlichen Prozesses. Da sie sehr schmerzhaft sind, gehen die Patientinnen meist sehr schnell zum Arzt.

Treten dagegen keine Schmerzen auf, werden solche Veränderungen leicht übersehen, obwohl gerade dann erhöhter Krebsverdacht vorliegt und schnellstens ein Arzt aufgesucht werden sollte. Unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen muss auch jede Frau, die beim Betasten ihrer Brust Knotenbildungen und, mehr oder weniger, gut abgegrenzte Verhärtungen in der Brustdrüse feststellt. Sie können allein vorkommen oder von sichtbaren Veränderungen begleitet sein.

Ein Problem für sich sind die unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone stehenden Veränderungen der Brustdrüse. So beobachten viele Frauen ein bis zwei Wochen vor der monatlichen Blutung Verhärtungen in der Brustdrüse, die sich danach wieder zurückbilden. Sie hängen mit dem rhythmischen Ablauf der Auf- und Abbauvorgänge des Brustdrüsengewebes zusammen. Man kann sie daher nicht direkt als krankhaft ansehen, selbst wenn manchmal starke Schmerzen eine Behandlung erforderlich machen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlungsresultate des Brustkrebses haben sich seit den letzten 30 Jahren deutlich verbessert. Zweifellos haben intensive Aufklärung der Bevölkerung, neue technische Behandlungs- und Erkennungsmöglichkeiten und bessere Diagnostik durch die Ärzte erheblichen Anteil an dieser günstigen Entwicklung. Parallel dazu steigt die Zahl der Fälle, die in den günstigen Frühstadien erkannt werden. Ebenso hat der Anteil der Patientinnen mit gutartigen Prozessen in den letzten Jahrzehnten beträchtlich zugenommen. Nur etwa jede zwanzigste Patientin, die wegen einer krankheften Veränderung der Brustdrüse in ein Krankenhau kommt, hat Brustkrebs.

Das zeigt aber, dass die Frauen sich selbst besser beobachten, was andererseits den Arzt in die Lage versetzt, Krebserkrankungen schon in ihren Frühstadien zu erkennen und erfolgreicher zu behandeln als in früheren Jahrzehnten. Gerade deshalb erscheint es uns um so unverständlicher, dass einige Frauen noch immer sehr spät mit einem bereits fortgeschrittenen Brustkrebs zum Arzt kommen. Häufig berichten sie dann, sie hätten den verdächtigen Knoten in der Brust rein zufällig, meist beim Waschen entdeckt. Nicht selten liegt aber auch diese erste Entdeckung schon Wochen oder gar Monate zurück. Leichtsinn oder falsche Scham hinderten sie lange, einen Arzt aufzusuchen.

Erheblich verminderte Heilungschancen und ein entsprechend größerer chirurgischer Eingriff sind nun die Folge solch, im Grunde sich selbst und der Familie gegenüber, unverantwortlichen Verhaltens. Gerade die eingangs erwähnte oberflächliche Lokalisation des Brustkrebses ermöglicht eine außerordentlich wichtige und erfolgversprechende Vorsichtsmaßnahme, die jede Frau selbst vornehmen kann, die regelmäßige monatliche Selbstuntersuchung. Im Gegensatz zur Mehrzahl aller anderen organischen Krebsarten kann man krankhafte Veränderungen in der Brustdrüse, hinter denen sich mitunter Krebs verbirgt, selbst entdecken.

Selbstuntersuchung & Selbstdiagnose

Jede Frau kann also durch bestimmte Selbstuntersuchungsmethoden mithelfen, Krebserkrankungen der Brustdrüsen so rechtzeitig zu erkennen, dass mit Sicherheit eine erfolgreiche und körperschonende Behandlung eingeleitet werden kann. Vielleicht mögen die folgenden Erörterungen über die Selbstuntersuchung der Brust mancher Frau zu kompliziert erscheinen. Aber das liegt dann nur daran, dass in den vergangenen Jahren zuwenig auf die Möglichkeiten der aktiven Mithilfe des Einzelnen bei der Früherkennung des Brustdrüsenkrebses hingewiesen wurde.

Unsere heutigen Bestrebungen gehen dahin, die Frau mit der Praxis der Selbstuntersuchung vertraut zu machen, weil es ihr nur so möglich ist, sich selbst zu kontrollieren und krankhafte Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Sicher wird jeder Frau ohne weiteres einleuchten, dass der kleine, mit der Selbstuntersuchung verbundene Aufwand sich auf alle Fälle lohnt. Denn je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto größer sind die Heilungsaussichten.

Der günstigste Termin für die Selbstuntersuchung ist der dritte oder vierte Tag nach Beginn der monatlichen Blutung (Regelblutung). Zu diesem Zeitpunkt sind die mit dem Menstruationszyklus zusammenhängenden Schwellungen des Brustdrüsenkörpers wieder abgeklungen und erschweren das Abtasten der Brust nicht mehr. Frauen in der Menopause, also nach Aussetzen der monatlichen Blutungen, untersuchen sich am besten jeden Monat an einem festgesetzen Datum. Die Selbstuntersuchung beginnt mit einem genauen Betrachten der Brüste vor dem Spiegel, dem ein gründliches Durch- und Abtasten folgt.

Beim Betrachten sollte man sich auf eventuelle Veränderungen der Brustwarzen, also Hochstand oder Einziehung einer Brust, auf Hautverwölbungen und -einziehungen oder Hautrötungen konzentrieren. Es genügt aber nicht, solche Kontrolle nur von vorn vorzunehmen. Da manche Veränderungen erst im Profil sichtbar werden, empfiehlt es sich, auch die beiden Seitenansichten gründlich zu überprüfen.

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Früherkennung & Abtasten

Die Mammographie ist eine Untersuchungsmethode zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammakarzinom), der in Deutschland häufigsten Krebserkrankung bei Frauen.

Einige krankhafte Veränderungen der Haut oder der Brustwarzen sind in ihren Anfangsstadien nur sehr schwer zu erkennen. Sie werden jedoch sichtbar, wenn die Brüste aus ihrer Normallage gebracht werden. Deshalb setzt man die optische Kontrolle mit kräftig in die Hüften gestemmten Händen sowie mit über den Kopf erhobenen Armen fort. Auch hierbei ist neben der Vorderansicht ein seitliches Betrachten erforderlich. Erst jetzt geht man zum Abtasten über. Alle Abschnitte der Brust sollen von außen nach innen untersucht werden. Man drückt das Brustdrüsengewebe mit flach aufgelegter Hand leicht gegen die Brustkorbwand.

Wichtig ist dabei, dass stets mit der rechten Hand die linke Brust und mit der linken Hand die rechte Brust abgetastet wird. Bei großen Brüsten ergeben sich hier manchmal Schwierigkeiten, den unteren Brustrand zu erreichen. In solchen Fällen nimmt man die andere Hand zu Hilfe und drückt, indem man den Oberkörper vorbeugt, beispielsweise die linke Brust mit er rechten Hand gegen die untergelegte Linke und wiederholt dies in umgekehrter Anordnung bei der rechten Brust.

Abschließend ist erforderlich, die eben geschilderte Prozedur noch einmal in liegender Stellung zu wiederholen. Es gibt nämlich bestimmte Veränderungen im Brustgewebe, die nur in dieser Lage tastbar sind. Glücklicherweise erweisen sich die weitaus meisten durch Selbstuntersuchung oder bei einer Reihenuntersuchung entdeckten Befunde als gutartige Prozesse, die in der Fachklinik in regelmäßigen Abständen weiter untersucht werden können.

Wird jedoch bei einer solchen Vorsichtsuntersuchung ein Brustkrebs entdeckt, so handelt es sich durchweg um Geschwülste im Frühstadium, die noch auf den Entstehungsort beschränkt sind und daher gut geheilt werden können.

Im Einzelfall ist jedoch eine sichere Diagnose durch bloßen Sicht- oder Testbefund nicht immer möglich. Deshalb wird eine mikroskopische Untersuchung von Gewebsteilen erforderlich, die von einem kleinen Schnitt aus gewonnen werden. Die Angst vor entstellenden Narben ist hier unbegründet. Solche Wunden verheilen in der Regel reizlos. Selbst wenn jedoch von solchen Schnitten geringfügige Narben zurückbleiben sollten, sind sie kleiner und weniger sichtbar als Narben, die im allgemeinen nach kosmetischen Operationen der Brust zurückbleiben.

Jede Frau sollte heute wissen, dass Brustkrebs heilbar ist, wenn er rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Regelmäßige Reihen- und Selbstuntersuchungen erhöhen diese günstigen Heilungsaussichten noch erheblich.

Bücher über Brustkrebs

Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Heywang-Köbrunner, S.H., Schreer, I.: Bildgebende Mammadiagnostik. Thieme, Stuttgart 2015
  • Regierer, A.C., Possinger, K.: Mammakarzinom. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2005

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