Brown-Séquard-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 13. Oktober 2016
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Das Brown-Séquard-Syndrom ist ein selten auftretendes Krankheitsbild, das im Regelfall durch Rückenmarksverletzungen auftritt. Der Patient kann auf einer Körperhälfte weder Schmerz noch Temperaturen wahrnehmen. Nur selten handelt es sich um das sogenannte reine Brown-Séquard-Syndrom; in vielen Fällen liegt eine unvollständig ausgeprägte Form des Syndroms vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Brown-Séquard-Syndrom?

Als Brown-Séquard-Syndrom wird ein sogenannter Symptomkomplex beschrieben, der im Rahmen einer halbseitigen Rückenmarkschädigung auftritt. Es kommt dabei zu Muskellähmungen sowie dissoziierten Störungen der Sensibilität. Das Brown-Séquard-Syndrom wurde erstmals zwischen 1850 und 1851 von Charles-Édouard Brown-Séquard dokumentiert; das Brown-Séquard-Syndrom tritt vorwiegend nach Verletzungen oder Quetschungen des Rückenmarks auf.

Mitunter kann auch ein Tumor im Wirbelkanal für die Entstehung des Brown-Séquard-Syndroms verantwortlich sein. Das Rückenmark besteht aus aufsteigenden sensiblen und absteigenden motorischen Nervenbahnen, die auch auf die andere Seite des Marks wechseln können.

Kommt es zu einer Beschädigung, entsteht - nicht wie bei einer totalen Querschnittslähmung - ein diffuses Krankheitsbild: Während auf einer Seite Lähmungserscheinungen auftreten, nimmt der Patient auf der anderen Seite Störungen der Schmerz-, Druck- und Temperatur-Wahrnehmung auf.

Ursachen

Das Brown-Séquard-Syndrom tritt äußerst selten auf. Die Ursachen, warum es zu einem Brown-Séquard-Syndrom kommen kann, sind vielfältig: Vorwiegend entsteht das Brown-Séquard-Syndrom durch eine stumpfe oder penetrierende Verletzung, durch sub- oder epidurale Hämatome der Rückenmarkshäute oder auch durch Herniationen der Bandscheiben.

Auch lokale Pimärtumore oder Metastasen können für die Entstehung des Brown-Séquard-Syndroms verantwortlich sein. Die Ursache ist, bezugnehmend auf die weitere Behandlung, von wesentlicher Bedeutung. Aus diesem Grund muss der Mediziner im Vorfeld erkennen, welche Gründe verantwortlich waren, dass es überhaupt zu einem Brown-Séquard-Syndrom kommen konnte.

Ein spontanes Auftreten ist de facto nicht möglich. Mitunter kann es zwar zu akut auftretenden Symptomen kommen, wobei diese vorwiegend auf einen Tumor schließen lassen. Im Regelfall tritt das Syndrom jedoch nur in Verbindung mit bereits vorhandenen Verletzungen am Rückenmark auf.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das Brown-Séquard-Syndrom äußert sich vorwiegend durch neurologische Funktionsausfälle. Dabei unterscheidet der Mediziner zwischen motorischen und sensiblen Ausfällen. Zu den motorischen Ausfällen gehört etwa die ipsilaterale spastische Beinparase, die aufgrund einer Schädigung der Pyramidenbahn (Tractus corticospinalis) entsteht.

Zu den sensiblen Funktionsausfällen gehören die sogenannte epikritische Sensibilität der ispilateralen Seite, wenn Schädigungen in der Hinterstrangbahn eingetreten sind. Es kommt auch zu einem Ausfall Schmerz- und Temperaturwahrnehmungen, wobei hier die Mediziner von einer dissoziierten Empfindungsstörung sprechen.

Zu den vegetativen Symptomen gehören Rötungen sowie Überwärmungen der Haut; in einigen Fällen wurde auch eine fehlende Schweißsekretion dokumentiert. Der Patient stellt also zu Beginn eine einseitige Lähmung fest, bemerkt jedoch, dass er auf der anderen Körperseite weder Temperatur noch Schmerz wahrnehmen kann.

Derartige Symptome, in Verbindung mit der bestehenden und bekannten Krankheitsgeschichte, dürfen daher keineswegs ignoriert oder aufgeschoben werden. Besteht die Möglichkeit, dass es sich um das Brown-Séquard-Syndrom handelt, muss daher sofort ein Mediziner kontaktiert werden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Das reine Brown-Séquard-Syndrom stellt eine Seltenheit dar. In fast allen Fällen dokumentieren Mediziner eine unvollständige Form des Syndroms; mitunter können auch - durch andere Verletzungen - weitere Symptome und Beschwerden auftreten, die keinesfalls typisch für das Brown-Séquard-Syndrom sind. Der Mediziner muss daher neurologische Untersuchungen durchführen, wobei hier entsprechende Prüfungen der Motorik in den Vordergrund rücken.

Des Weiteren überprüft der Mediziner die Tiefen- sowie Oberflächensensibilität, den Temperatursinn des Patienten und versucht, basierend auf die Sensibilitätsausfälle, die Lokalisation der Läsionshöhe festzustellen. Um die Diagnose zu sichern, werden bildgebende Verfahren als Unterstützung herangezogen.

Dabei handelt es sich vorwiegend um Röntgen, Magnetresonanztomographien und Computertomographien. Im Rahmen der bildgebenden Verfahren ist es möglich, dass die Ursache der Läsion und das Ausmaß erkannt werden können. Derartige Diagnosen werden vorwiegend von Fachmediziner gestellt; es ist daher ratsam, dass ein Arzt zu Rate gezogen wird, der sich auf das Thema Rückenmarksverletzungen spezialisiert hat.

Behandlung & Therapie

Stellt der Mediziner fest, dass ein Tumor auf das Rückenmark des Patienten drückt, kann eine Operation dazu führen, dass der Tumor entfernt und somit das Brown-Séquard-Syndrom gelindert werden kann. Entsteht eine akute Symptomatik, die darauf schließen lässt, dass es sich um eine sogenannte mechanische Rückenmarkskompression handelt, wird der Betroffene umgehend operiert.

Auch wenn eine Operation nicht immer für eine Verbesserung der neurologischen Situation sorgt, erleichtert sie jedoch den anschließenden Behandlungsverlauf. Auch die Nachsorge und Remobilisation führt zu besseren Erfolgen, wenn der Mediziner den Patienten operiert. Nach der Operation ist es wichtig, dass der Patient physiotherapeutische Maßnahmen in Anspruch nimmt.

Eine Heilung ist nicht möglich. Im Endeffekt dienen die operativen Behandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen der Symptomatik-Verbesserung. Das Ziel ist es, dass sich der Patient - nach operativem Eingriff und Rehabilitation - selbstständig mit Hilfsmitteln fortbewegen kann.




Vorbeugung

Da das Brown-Séquard-Syndrom aufgrund Verletzungen oder Tumoren entsteht, ist eine Vorbeugung nicht möglich. Es ist ratsam, sofern Symptome auftreten, die auf ein Brown-Séquard-Syndrom hinweisen, sofort ein Mediziner zu kontaktieren. Eine frühere Behandlung kann in weiterer Folge zu einer schnelleren Rehabilitation des Betroffenen führen.

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