Bromocriptin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Bei Bromocriptin handelt es sich um einen Wirkstoff, der zur Gruppe der Mutterkornalkaloide gerechnet wird. Zum Einsatz kommt der Wirkstoff in erster Linie dann, falls eine Erkrankung vorhanden ist, die auf einen zu hohen Prolactinspiegel im Blut zurückzuführen ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bromocriptin?

Per Definition ist Bromocriptin ein spezieller Wirkstoff, der in die Kategorie der Dopamin-Agonisten eingeordnet wird. Aufgrund seiner speziellen Eigenschaften wird Bromocriptin vor allen Dingen bei gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen eingesetzt, die auf eine zu hohe Konzentration von Prolactin im Blut zurückzuführen sind.

Bei Prolactin handelt es sich um ein bestimmtes Hormon, welches unter anderem dafür verantwortlich ist, dass im Zuge einer Schwangerschaft die Brustdrüse anwächst und die Produktion von Muttermilch stattfindet. Durch den Wirkstoff Bromocriptin wird erreicht, dass die Herstellung des Hormons gehemmt wird.

Diese Wirkung führt unter anderem dazu, dass der Arzneistoff häufig nach Ende der Stillzeit, also zum Abstillen, verwendet wird. In den meisten Fällen wird Bromocriptin in Form von Salz, nämlich als Bromocriptinmesilat, angewendet. Vor allem aufgrund von möglichen Nebenwirkungen ist der Wirkstoff Bromocriptin verschreibungspflichtig.

Pharmakologische Wirkung

Aufgrund seiner speziellen Eigenschaften wird Bromocriptin bei gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen eingesetzt, die auf eine zu hohe Konzentration von Prolactin im Blut zurückzuführen sind.

Als so bezeichneter Dopamin-Agonist wird Bromocriptin in die Gruppe der Mutterkornalkaloide eingeordnet und entfaltet seine Wirkung an verschiedenen Stellen im Bereich des Gehirns.

Eine direkte Wirkung wird zum Beispiel an den Dopamin-Rezeptoren erreicht, sodass eine ähnliche Wirkung eintritt, wie sie auch durch das körpereigene Hormon auftritt. Konkret beinhaltet die Wirkung an diesen Rezeptoren, die sich im Bereich der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) befinden, dass die Produktion bzw. vielmehr die Freisetzung von Prolactin gehemmt wird. Aufgrund dieser Wirkungsweise kann durch Bromocriptin erreicht werden, dass sich Regelstörungen oder ein nicht erwünschter Milchfluss verbessern.

Wichtig zu wissen ist, dass diese Wirkung auch dann anhält, falls der Wirkstoff über einen relativ langen Zeitraum hinweg angewendet wird. Somit hält die Wirkung ebenso im Zuge einer Langzeitanwendung unvermindert an. Eine weitere Wirkung besteht darin, dass nicht nur die Freisetzung des Prolactins gehemmt wird, sondern gleichzeitig auch des Wachstumshormon Somatotropin. Aufgrund dieser Wirkung kommt Bromocriptin unter anderem zur Behandlung von Akromegalie (Hirnanhangdrüse produziert viel zu hohe Mengen an Wachstumshormonen) zum Einsatz.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Ein Vorteil des Wirkstoffs Bromocriptin besteht unter anderem darin, dass es verschiedene Einsatzgebiete in der Medizin gibt. Aufgrund der bereits dargestellten Wirkung wird Bromocriptin zum Beispiel bei Parkinson, auch als Schüttellähmung bezeichnet, angewendet.

Typisch für die Parkinson-Krankheit ist, dass der Botenstoff Dopamin im Gehirn nicht verfügbar ist bzw. die Produktion deutlich vermindert ist. Da der Abbau des Botenstoffs jedoch gleich bleibt, kommt es nach einiger Zeit zu einem Mangel. Der Wirkstoff Bromocriptin kann sich dann aufgrund seiner Eigenschaften positiv auf die Erkrankung auswirken. Eine weitere häufige Anwendung besteht darin, den natürlichen Milchfluss nach einer Schwangerschaft zu verhindern.

Ein weiteres Einsatzgebiet sind Stoffwechselstörungen, die im Erwachsenenalter auftreten und sich durch eine zu hohe Produktion des körpereigenen Wachstumshormons auszeichnen. Diese Störungen werden auch als Akromegalie bezeichnet und machen sich vor allem durch ein überdurchschnittliches Wachstum im Bereich der Nase, des Kinns oder der Ohren bemerkbar. Aber auch bei einer Stoffwechselstörung, die sich durch eine erhöhte Produktion des Hormons Prolactin auszeichnet, wird Bromocriptin erfolgreich angewendet.

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Risiken & Nebenwirkungen

Es gibt einige Nebenwirkungen, die während der Einnahme von Bromocriptin relativ häufig auftreten können. Dazu zählen unter anderem Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Schwindelgefühle, Erbrechen, sonstige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Müdigkeit oder auch Depressionen.

Darüber hinaus gibt es noch gelegentlich auftretende Nebenwirkungen, wie zum Beispiel allergische Hautreaktionen, Angst, Nervosität, Muskelkrämpfe, Durchblutungsstörungen, Schlafstörungen, Sehstörungen oder Mundtrockenheit.

Ferner können in seltenen Fällen Gesichtsblässe, Bluthochdruck, Kurzatmigkeit oder sogar ein Herzinfarkt sowie ein Schlaganfall als Nebenwirkungen auftreten. Allerdings kommen diese Nebenwirkungen relativ selten vor. Sehr selten auftretende Nebenwirkung sind unter anderem Magen-Darm-Blutungen, Herzrhythmusstörungen und ebenfalls Störungen im Sprachbereich.

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