Brechreiz beim Husten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Atemwegserkrankungen sind häufig mit starken Husten verbunden. Dabei kann es passieren, dass ein Brechreiz beim Husten ausgelöst wird.

Inhaltsverzeichnis

Was kennzeichnet Brechreiz beim Husten?

Das Husten gehört zu unseren Körperreflexen dazu und wird vom Menschen völlig automatisch ausgeführt. Sehr feine Sinneszellen, die sich in den Atemwegen, Kehlkopf und Rachen befinden, haben die Aufgabe Krankheitserreger aus dem menschlichen Körper zu befördern. Dies geschieht durch das ruckartige Zusammenziehen von Zwerchfell, Rücken- und Bauchmuskulatur. Unter Umständen kann es bei sehr starken Hustenanfällen zu einem Brechreiz beziehungsweise zum Erbrechen kommen.

Ursachen

In den meisten Fällen herrscht ein Brechreiz beim Husten, wenn eine Erkältung beziehungsweise ein grippaler Infekt vorliegt. Die Atemwege sind in so einem Fall mit Schleim zugesetzt, sodass ein starker und intensiver Hustenanfall oftmals unausweichlich ist.

Auch bei Atemwegserkrankungen oder Lungenentzündungen kann ein Brechreiz beim Husten auftauchen. Beim Keuchhusten kann dies sogar über mehrere Wochen anhalten. Dies ist eines der Hauptsymptome dieser Krankheit. Eine andere Ursache die jedoch außerhalb der Atemwege liegt, ist die Refluxerkrankung. Dabei handelt es sich meist um eine angeborene Schwäche des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen.

Dabei kommt es zu einer Vermischung von Speisebrei und Magensäure, die dadurch wieder in die Speiseröhre zurückfließen kann. Durch das dadurch entstehende Sodbrennen in der Speiseröhre kann es zu einem sehr unangenehmen Husten kommen, der oftmals auch mit einem sehr starken Brechreiz verbunden ist.

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Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Krankheitsverlauf

In den meisten Fällen herrscht ein Brechreiz beim Husten, wenn eine Erkältung beziehungsweise ein grippaler Infekt vorliegt.

Ist ein Husten so stark, dass es dabei zum Brechreiz kommt, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Als erstes sollte mit einem Stethoskop das Herz und die Lunge abgehört werden. So wird festgestellt ob ungewöhnliche und krankhafte Atemgeräusche vorliegen. Stellt der Arzt genau solche Geräusche fest, so sollten auf jeden Fall weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Dazu zählt beispielsweise eine Bronchoskopie. Dadurch kann der jeweilige Zustand von Lunge und Bronchien ganz genau festgestellt werden.

Zusätzlich kann auch ein Lungenfunktionstest gemacht werden, um alle Eventualitäten ausschließen zu können. Wird in den genannten Bereichen keine Erkrankung festgestellt, so gibt es eine Magenspiegelung, die über den Magen und der Speiseröhre eine genauere Auskunft gibt. Liegt eine Refluxerkrankung vor, so wird diese spätestens bei einer Magenspieglung erkannt. Danach folgt meist ein Bluttest.

Damit können verschiedene Entzündungsparameter ermittelt werden, die ebenfalls Ursache für den Husten sein könnten. Zudem können auch verschiedene Allergietests durchgeführt werden. Bei einem positiven Befund werde diese in einem Allergiepass eingetragen, sodass gezielt dagegen vorgegangen werden kann.

Komplikationen

Brechreiz beim Husten ist ein Symptom und keine Erkrankung, somit lassen sich nicht alle möglichen Komplikationen aufführen, da einige in Abhängigkeit von der Grunderkrankung betrachtet werden müssen. Generell lässt sich zudem sagen, dass auch das Symptom des Brechreizes beim Husten eine Komplikation darstellen kann.

Die wohl schwerwiegendste mögliche Komplikation ist die Aspiration von Erbrochenem. Kommt es in der Folge des Brechreizes tatsächlich zum Erbrechen, ist es möglich, Teile des Erbrochenen zu aspirieren. Diese gelangen dabei in die Luftröhre. Es kommt in der Folge zu einem erneuten meist starken Hustenreiz. Der Husten dient dazu, das Erbrochene aus den Luftwegen zu befördern. Gelingt dies nicht, droht im schlimmsten Falle das Ersticken. Gelangt das Erbrochene in die Lunge, kann es dort zu Infektionen und Entzündungsreaktionen kommen. Kommt es zur Aspiration, gilt es, das Erbrochene möglichst schnell aus den Luftwegen zu befördern.

Weitere mögliche Komplikationen sind Atemnot, eine Verstärkung des Hustenreizes und Angst. Kommt es während des Hustens zum Erbrechen, tritt häufig Atemnot auf, die unter Umständen zu Angst bis hin zu regelrechten Panikattacken führen kann. Generell ist es ratsam, ruhig zu bleiben, da die Situation durch panisches und undurchdachtes Verhalten verschlimmert werden kann.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Reizhusten mit Erbrechen ist, auch wenn er sich bedrohlich anfühlt, ist meist das Symptom einer harmlosen Erkältung. Reizhusten erzeugt keinen Schleim, er ist trocken und daher sehr unangenehm. Nicht selten steigert sich ein Hustenanfall so extrem, dass der Betroffene Atemnot und Brechreiz bekommt. Krampfartige Hustenanfälle sind auch bei Kindern nichts Ungewöhnliches. Bei anhaltenden Hustenbeschwerden kann es sich um einen Virusinfekt nun handeln, die meist nach einigen Tagen wieder abklingt.

Zur Sicherheit kann beim Erkrankten eine Blutuntersuchung durchgeführt werden. Zeigen sich im Blut erhöhte Entzündungswerte, handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die auf mehrere Krankheiten hindeutet. Gesellen sich zum Husten auch Beschwerden wie Schmerzen beim Luftholen, Kopfschmerz und Heiserkeit, könnte es sich um eine Bronchitis handeln. Dies muss durch den Facharzt abgeklärt werden.

Je nach Situation kann eine Röntgenaufnahme der Lunge Klarheit bringen. Keuchhusten ist eine hoch ansteckende bakterielle Infektion, die häufig bei Kindern auftritt, aber auch nicht geimpfte Erwachsene befallen kann. Nach einer länger zurückliegenden Impfung kann es ebenfalls wieder zu einer Ansteckung kommen. Auch hier gibt eine Blutuntersuchung Aufschluss.

Da Keuchhusten durch Bakterien hervorgerufen wird, verschreibt der Arzt Antibiotika. Damit sich die angegriffenen Bronchien wieder beruhigen können, sind codeinhaltige Hustenstiller häufig Teil der Therapie. Keuchhusten ist ein meldepflichtiger Infekt.

Behandlung & Therapie

Handelt es sich um eine sehr langwierigen und trockenen Husten, so ist die Einnahme eines stärkeren Hustensaftes zu empfehlen. Dieser kann zwar den lästigen Hustenreiz unterbinden, nicht jedoch die Krankheitserreger aus dem Rachen verbannen. Ein Hausmittel welches in vielen Fällen sehr gut helfen kann ist das Inhalieren von heilenden Kräutern. Dies kann sehr beruhigend auf die Atemwege wirken und den Husten sowie den Brechreiz unterbinden.

Bei sehr zähem und festsitzenden Schleim sollte ein schleimlösendes Medikament verabreicht werden. Der Schleim ist nämlich in vielen Fällen der Auslöser des eigentlichen Brechreizes, da der Schleim nicht richtig abgehustet werden kann. Bei einem Keuchhusten hingegen bleiben schleimlösende Medikamente eher wirkungslos. Bei besonders schweren Fällen kann auch Antibiotika verabreicht werden. Bei Bedarf kann außerdem auch eine stationäre Behandlung erfolgen.

Ist der Auslöser eine Allergie, so gilt es als Erstes den Auslöser dafür zu finden. In vielen Fällen reicht das schon aus. Lautet die Ursache des Brechreizes jedoch Asthma, so müssen zusätzliche Medikamente verabreicht werden, die entzündungshemmend wirken. Handelt es sich um eine schwere Erkrankung des Herzens oder der Lunge, so müssen entsprechende Medikamente verabreicht werden, die dem jeweiligen Stadium der Krankheit entsprechen.

Eine stationäre Behandlung oder eine Operation sind in solchen Fällen meist nicht mehr zu umgehen. Liegt die oben bereits erwähnte Refluxerkrankung vor, so muss der Betroffene einige Dinge im Bezug auf seine Ernährung beachten. Sehr säurehaltige Nahrungsmittel sollten komplett vermieden werden. Auch üppige Mahlzeiten mit einem sehr hohen Anteil an Fett sollten nicht regelmäßig verzehrt werden. Ist danach immer noch keine deutliche Besserung zu erkennen, so können sogenannte Säurehemmer verschrieben werden. Dies sollte jedoch keine dauerhafte Lösung sein, denn der menschliche Körper kann sich an diesen Stoff gewöhnen, der alles andere als gesund auf Dauer ist.

Aussicht & Prognose

In vielen Fällen stell der Brechreiz beim Husten ein gewöhnliches Symptom dar, welches während einer Grippe oder einer Erkältung auftritt. Hier ist keine Behandlung durch den Arzt notwendig, denn das Symptom verschwindet wieder von selbst und führt zu keinen weiteren Komplikationen. Oft wird der Brechreiz beim Husten mit komisch klingenden Atemgeräuschen begleitet. In der Regel kann der Arzt einige Mittel zur Diagnose einsetzen, die die Ursache des Symptoms relativ gut bestimmen können.

Der Alltag des Patienten ist durch das Symptom stark eingeschränkt, da das Ausüben von Tätigkeiten nicht mehr ohne Weiteres möglich ist. Es kann vorkommen, dass das Erbrochene wieder eingeatmet und dabei verschluckt wird. Hier kann es im schlimmsten Falle zum Tode oder zu einem Infekt der Atemwege kommen. Viele Patienten leiden während des Symptoms auch an Angst und Panik.

In den meisten Fällen wird eine Behandlung mit Hilfe von Antibiotika durchgeführt (bei Infektionen) und führt relativ schnell zu einem positiven Krankheitsverlauf. Operationen sind nicht notwendig. Allerdings ist es hilfreich, Panik zu vermeiden und auf säurehaltigen Produkte zu verzichten, damit möglichst wenig Magensäure durch den Brechreiz beim Husten aufsteigt.

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Vorbeugung

Eine gezielte Vorbeugung gegen Husten und den damit verbundenen Brechreiz ist sehr schwer, da es ein automatisierter Schutzreflex ist. Auch die Vorbeugung gegen eine Erkältung beziehungsweise gegen einen grippalen Infekt ist nahezu unmöglich. Einen guten Schutz bietet jedoch unser Immunsystem. Damit dieses zu einhundert Prozent intakt bleibt und aufrecht erhalten wird, ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung von sehr großer Bedeutung.

Sind erste Anzeichen eines Keuchhustens zu erkennen, so sollte auf schnellstem Wege ein Arzt aufgesucht werden. Umso früher die Erkrankung behandelt wird, desto besser lässt sie sich behandeln. Andernfalls besteht Gefahr auf Verschlimmerung der Symptome, die bis zu einer starken Entzündung der Lunge führen können.

Das können Sie selbst tun

Es gibt nicht nur medikamentöse Wege, um einem Brechreiz beim Husten vorzubeugen. Auch Hausmittel können wirksam sein. Am naheliegendsten ist ein Verzicht auf Nahrungsaufnahme, so dass nichts erbrochen werden kann. Davon ist aber abzuraten. Der Mageninhalt ist nicht für den Brechreiz verantwortlich. Dieser bleibt im Magen und der Betroffene spuckt Galle.

Wirksamer ist es, den Hustenreiz zu bekämpfen. Am besten geht das, indem die Schleimhäute im Mund und Hals feucht gehalten werden. Viel Trinken ist der beste Tipp. Aber auch Brühen oder Suppen können helfen. Alles, was die Schleimhäute feucht hält, ist gut. Inhalieren, etwa mit heißem Wasser und Thymian, ist ebenfalls zu empfehlen. Auch Honig kann Wunder bewirken, da er sich schützend über die Schleimhäute legt.

Neben diesen aktiven Gegenmaßnahmen gibt es auch passive Hilfsmittel. So hält etwa ein feuchtes Handtuch im Schlafzimmer die Luftfeuchtigkeit konstant, was die Atemwege entlastet. Auch eine aufgeschnittene Zwiebel im Schlafzimmer soll einen ähnlichen Effekt haben. Zuletzt ist auch eine Reise ans Meer zu empfehlen. Die salzige, feuchte Luft hilft bei allerhand Atembeschwerden und Erkältungsanzeichen. Raucher sollten ihren Tabakkonsum so weit wie möglich zurückfahren.

Bücher über Husten

Quellen

  • Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Braun, J., Dormann, A.J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

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