Bowenoide Papulose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 13. Oktober 2016
Sie sind hier: Symptomat.deKrankheiten Bowenoide Papulose

Bei der Bowenoiden Papulose handelt es sich um eine Hautinfektion, die von humanen Papillomviren hervorgerufen wird. Dabei kommt es in der Genitalregion zu papulösen Veränderungen der Haut.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bowenoiden Papulose?

In der Medizin trägt die Bowenoide Papulose auch die Fachbezeichnung Condylomata plana. Gemeint ist damit eine Hautinfektion, deren Verursacher das humane Papillomvirus (HPV) ist. Gekennzeichnet ist die Bowenoide Papulose durch papulöse Hautveränderungen am Genitalbereich.

Die Bowenoide Papulose gilt einerseits als Symptom und andererseits als Infektion. Darüber hinaus besteht durch die Hauterkrankung die Gefahr von schwerwiegenden Folgen. So können humane Papillomviren auch Karzinome am After, am Penis sowie an der Gebärmutter hervorrufen. Besonders betroffen von einer Bowenoiden Papulose sind Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.

Beschrieben wurde die Bowenoide Papulose zum ersten Mal im Jahr 1970. 1978 wurde auch eine Unterart der Erkrankung festgestellt, die die Region von Kopf- und Barthaaren betrifft.

Ursachen

Urheber der Bowenoiden Papulose sind humane Papillomviren. Genauer gesagt entstammen sie den HPV-Gruppen 16, 18, 31 und 33. Dabei handelt es sich um Unterformen (Serotypen) von bestimmten Viren, die als High-Risk-Typen (Hochrisikotypen) gelten. So besteht bei diesen Viren die Gefahr, dass sie das Wachstum eines Krebsgeschwürs auslösen.

In rund 90 Prozent sämtlicher Zervixdysplasien lässt sich die DNA dieser hochriskanten Serotypen nachweisen. Daher wird angenommen, dass die Erreger auch Anteil an der Pathogenese von Peniskrebs und Gebärmutterhalskrebs haben. So gilt eine Bowenoide Papulose oftmals als sicherer Hinweis auf eine Infektion mit humanen Papillomviren.

Daher sollte möglichst rasch ein Arzt konsultiert werden, wenn der Verdacht auf diese Hauterkrankung vorliegt. Übertragen wird die Bowenoide Papulose fast immer durch Hautkontakt. In der Regel handelt es sich um ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Die Bowenoide Papulose zählt außerdem zu den am häufigsten beim Sex übertragenen Infektionen. Die Ansteckung bleibt jedoch in vielen Fällen unbemerkt. In seltenen Fällen kann die Übertragung der humanen Papillomviren auch durch Handtücher erfolgen, die gemeinsam benutzt wurden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Als typisches Merkmal der Bowenoiden Papulose gilt das Auftreten von Papeln mit rot-brauner Färbung, die flach und samtartig sind. Diese haben die Größe eines Stecknadelkopfes oder einer Linse und erreichen einen Durchmesser zwischen zwei und acht Millimetern. Die Papeln, die mitunter auch mazeriert sind, zeigen sich beim Mann in erster Linie am Glans penis und beim weiblichen Geschlecht an den großen und kleinen Labien.

Diese Veränderungen an der Haut rufen jedoch keine Schmerzen hervor. Nur in seltenen Fällen ist leichter Juckreiz zu verzeichnen. Mitunter bemerken die betroffenen Personen die Infektion deswegen gar nicht. Andere Patienten unternehmen meist eine Selbsttherapie.

Da jedoch das Risiko besteht, dass es zu einem Übergang zu einem Vulva- oder Peniskarzinom kommt, sollte die Behandlung von einem Arzt durchgeführt werden. Die Papeln bilden sich bei der Bowenoiden Papulose oft innerhalb von kurzer Zeit. Mitunter erfolgt ihr Wachstum aber auch sehr langsam über Jahre hinweg.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bei Verdacht auf eine Bowenoide Papulose ist der Gang zum Arzt unvermeidlich. Einem erfahrenen Mediziner fallen dyskeratotische Zellen in der Lederhaut (Dermis) auf. Sie gelten als Frühstadium eines Carcinoma in situ. Dabei handelt es sich um einen epithelialen Tumor, bei dem kein invasives Wachstum erfolgt. So bildet er sich nur intraepithelial aus. Durch diesen Umstand lässt sich die Diagnose Bowenoide Papulose sichern.

Als weitere Bestätigung gilt die starke Ähnlichkeit zu Morbus Bowen. Außerdem besteht die Option, die DNA der humanen Papillomviren durch das Verfahren einer Polymerase-Kettenreaktion nachzuweisen. Durch Hybridisierung sowie Sequenzierung ist es ferner möglich, den exakten viralen Serotyp der HP-Viren festzustellen, noch bevor sich die ersten Symptome zeigen.

Fällt die Konzentration der Viren jedoch zu niedrig aus, besteht das Risiko von falschen negativen Resultaten. Der Verlauf der Bowenoiden Papulose ist unterschiedlich. So kann es mitunter nach einigen Monaten zu spontanen Heilungen ohne eine medizinische Behandlung kommen. Gehen die Symptome jedoch nicht wieder zurück, besteht die Gefahr einer Karzinombildung, die im ungünstigsten Fall sogar den Tod des Patienten zur Folge haben kann.

Behandlung & Therapie

In der Regel erfolgt die Therapie einer Bowenoiden Papulose durch das Abtragen der Hautveränderungen. Dabei greift der Arzt auf einen Elektrokauter oder einen Kohlendioxidlaser zurück. Bei der Elektrokaustik handelt es sich um das operative Durchtrennen von Gewebestrukturen mithilfe von intensivem elektrischen Strom.

Eine andere Therapieoption stellt das Entfernen der Papeln durch eine Kürettage oder eine Diathermie dar. Die Diathermie wird auch als Hochfrequenzthermotherapie bezeichnet und zählt zu den elektrotherapeutischen Verfahren. Dabei kommt es mithilfe von elektrischem Strom zum Erzeugen von Wärme innerhalb des Körpergewebes. Das infizierte Gewebe lässt sich durch den hochfrequenten Strom abtrennen und örtlich zerstören.

Aufgrund der starken Durchblutung des genitalen Gewebes gilt die Diathermie als sinnvollste Therapiemethode, weil die Blutung bei ihr geringer ausfällt. Bei der Kürettage wird das infizierte Gewebe ausgeschabt. Auch nach erfolgreichem Entfernen der Papeln müssen regelmäßige Nachuntersuchungen stattfinden, weil weiterhin das Risiko einer bösartigen Entartung besteht.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Um einer Bowenoiden Papulose vorzubeugen, wird eine allgemeine Impfung gegen HP-Viren empfohlen. Sie gilt für Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren als sinnvoll. Darüber hinaus ist es ratsam, sich beim Geschlechtsverkehr mit einem Kondom zu schützen.

Bücher über Geschlechtskrankheiten

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Bowenoide Papulose?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: