Boutonneuse-Fieber (Mittelmeer-Zeckenfleckfieber)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. November 2017
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Das Boutonneuse-Fieber wird auch als Mittelmeer-Zeckenfleckfieber bezeichnet und beschreibt damit die Übertragungsform und die ursprüngliche geografische Hauptregion dieser Bakterienerkrankung. Nach einer mehrtätigen Inkubationszeit entwickeln Infizierte Fieber, Ausschläge, allgemeine Beeinträchtigungen des Wohlbefindens sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Grundsätzlich ist Boutonneuse-Fieber eine nur selten lebensbedrohlich verlaufende Infektionskrankheit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Boutonneuse-Fieber?

Das Boutonneuse-Fieber gehört zu den von den Bakterien des Rickettsien-Stammes verursachten Infektionserkrankungen. Nach dem Biss einer mit Rickettsien infizierten Zecke bildet sich an der Bissstelle ein schwarzer, knopfähnlicher Entzündungsherd.

Von diesem typischen Merkmal stammt auch die Herleitung des Namens, da "Bouton" das französische Wort für Knopf ist. Die Boutonneuse-Fieber übertragenden Zecken sind hauptsächlich im Mittelmeerraum anzutreffen. Durch den Klimawandel und eine nach Norden gehende Verbreitungsrichtung ist Mittelmeer-Zeckenfleckfieber mittlerweile aber auch in den kühleren, nördlich gelegenen Teilen Europas anzutreffen.

Der Krankheitsverlauf ist nur in seltenen Fällen schwerwiegend oder sogar tödlich. Zumeist muss eine bereits bestehende Vorerkrankung oder ein geschwächtes Immunsystem vorliegen, um bei Boutonneuse-Fieber einen derart schwerwiegenden Verlauf zu verursachen.

Ursachen

Die Infektion mit Boutonneuse-Fieber wird nur durch infizierte Zecken verursacht. Bei einem Zeckenbiss beißt sich die Zecke zunächst in der Haut fest und verletzt diese. Sie nimmt Blut auf, um gegen Ende dieser Aufnahme den Inhalt ihres Magens auszuspeien.

Dieser gelangt in die Wunde. Die Rickettsien befinden sich im Mageninhalt und bekommen die Gelegenheit, vom Zeckenwirt auf den Menschen überzutreten. Im Körper verursachen die Rickettsien eine Infektion, die in Teilen einer Grippe gleicht. Dazu gehören Abgeschlagenheit, Fieber und Gliederschmerzen. Auffällig bei Boutonneuse-Fieber ist die Veränderung der Haut direkt um die Bissstelle herum.

Es ist ein Ausschlag mit einem dunklen Hautfleck zu erkennen. Mittelmeer-Zeckenfleckfieber gehört zu den milderen Fieberinfektionen, die durch Zeckenbisse übertragen werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Anders als bei anderen von Zecken übertragenen Krankheiten, wie zum Beispiele Borreliose oder Meningoenzephalitis, treten bei einer Infektion mit Rickettsien bereits sehr kurze Zeit nach dem Insektenstich erste Symptome auf, sofern es zu einer Infektion gekommen ist. In aller Regel bemerken die Betroffenen nicht, dass sie am Boutonneuse-Fieber erkrankt sind, da die Begleiterscheinungen meist denen eines grippalen Infekts gleichen.

Etwa fünf bis zehn Tage nach dem Zeckenstich fühlen sich die Patienten oft abgeschlagen und leiden an Kopfschmerzen. Meist treten noch Fieber und Gelenkschmerzen oder Muskelschmerzen hinzu. Bei empfindlichen Patienten kommt es zudem zu einem Anschwellen der Lymphknoten, allerdings meist auch nur in einem Umfang, wie dies auch bei Erkältungen nicht unüblich ist.

Bei einem schwereren Verlauf können Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie rote Flecken auf der Haut oder ein Hautausschlag hinzutreten. Gelegentlich entwickeln die Patienten auch eine Bindehautentzündung. Die wenigen für die Krankheit typischen Symptome zeigen sich nicht bei jedem Patienten.

Oftmals kommt es aber an der Einstichstelle zur Bildung kleiner blau-schwarz verfärbter Geschwüre. Treten die Geschwüre auf, kommt es fast immer zu einer Schwellung der Lymphknoten und rötlichem Hautausschlag. Die Symptome dauern je nach schwere des Verlaufs zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen an.

Diagnose & Verlauf

Ein Zeckenbiss oder Zeckenstich kann verschiedene Krankheiten in den Wirtsorganismus übertragen. Am bekanntesten ist hierbei die Borreliose. In anderen Ländern sind jedoch auch andere Erkankungen durch Zecken möglich.

Zur Diagnose des Boutonneuse-Fleckfiebers erstellt der behandelnde Arzt eine genaue Anamnese mit einem Schwerpunkt auf Zeckenbissereignisse innerhalb der vergangenen fünf bis sieben Tage.

Hinzu kommt eine Sichtdiagnose des Bereichs rund um die Bissstelle oder bei Verdacht auf Boutonneuse-Fieber ohne konkretes Bissereignis eine eingehende Untersuchung des Körpers auf auffällige Stellen. Die genaue Bestimmung von Boutonneuse-Fieber kann über einen Bluttest und die Anlage einer Bakterienkultur erfolgen. Besonders hilfreich ist es, wenn die Zecke noch vorhanden ist, die den Biss verursacht hat.

Unbehandelt kann sich Boutonneuse-Fieber nach einem mehrtägigen Krankheitsverlauf von selbst zurückbilden. Sind die betroffenen Patienten in ihrem Immunsystem geschwächt, kann sich der Krankheitsverlauf des Mittelmeer-Zeckenfleckfiebers verstärken. Boutonneuse-Fieber verläuft bei einer geringen Prozentzahl der Betroffenen tödlich.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Mit einem Zeckenbiss sollte grundsätzlich zu einem Arzt gegangen werden. Medizinischer Rat ist spätestens dann angezeigt, wenn sich erste Symptome des Boutonneuse-Fiebers einstellen. Insbesondere Übelkeit und Erbrechen, Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschläge sollten umgehend abgeklärt werden. Sollte sich begleitend dazu ein roter Streifen an der Bissstelle bilden, ist von einer Infektion auszugehen, die sofort zu behandeln ist. Eine rasche Diagnose verbessert die Erfolgsaussichten einer Behandlung erheblich und verhindert schwere Komplikationen und Langzeitschäden.

Leichte Rötungen an der Bissstelle sind jedoch nicht immer behandlungsbedürftig. Sollte sich die Entzündung innerhalb einiger Tage nach dem ersten Arztbesuch wieder zurückbilden, ist keine weitere Untersuchung erforderlich. Sofern es nach einigen Tagen nicht zu einer Besserung der Symptome kommt, müssen weitere Behandlungsschritte eingeleitet werden. Dies gilt vor allem dann, wenn Beschwerden wie eine Schwellung der Lymphknoten oder schwärzlich-blaue Geschwüre an der Bissstelle hinzukommen. Auch Bindehautentzündungen und Muskel- und Gelenkschmerzen sind eindeutige Warnzeichen für eine Infektion mit dem Boutonneuse-Fieber und bedürfen eines sofortigen Arztbesuchs.

Komplikationen

Anders als bei anderen von Zecken übertragenen Krankheiten, wie zum Beispiel Borreliose oder Meningoenzephalitis, treten bei einer Infektion mit Rickettsien bereits sehr kurze Zeit nach dem Insektenstich erste Symptome auf, sofern es zu einer Infektion gekommen ist. In aller Regel bemerken die Betroffenen nicht, dass sie am Boutonneuse-Fieber erkrankt sind, da die Begleiterscheinungen meist denen eines grippalen Infekts gleichen.

Etwa fünf bis zehn Tage nach dem Zeckenstich fühlen sich die Patienten oft abgeschlagen und leiden an Kopfschmerzen. Meist treten noch Fieber und Gelenkschmerzen oder Muskelschmerzen hinzu. Bei empfindlichen Patienten kommt es zudem zu einem Anschwellen der Lymphknoten, allerdings meist auch nur in einem Umfang, wie dies auch bei Erkältungen nicht unüblich ist.

Bei einem schwereren Verlauf können Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie rote Flecken auf der Haut oder ein Hautausschlag hinzutreten. Gelegentlich entwickeln die Patienten auch eine Bindehautentzündung. Die wenigen für die Krankheit typischen Symptome zeigen sich nicht bei jedem Patienten.

Oftmals kommt es aber an der Einstichstelle zur Bildung kleiner blau-schwarz verfärbter Geschwüre. Treten die Geschwüre auf, kommt es fast immer zu einer Schwellung der Lymphknoten und zu rötlichem Hautausschlag. Die Symptome dauern je nach schwere des Verlaufs zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen an.

Behandlung & Therapie

Das Boutonneuse-Fieber ist in den überwiegenden Fällen durch die Gabe von Antibiotika zu heilen. Möglichst früh nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen sollte die Behandlung beginnen. Bei Boutonneuse-Fieber hat sich Doxycyclin bewährt. Schon kurz nach Beginn der Behandlung mit diesem Wirkstoff stellt sich eine Besserung der Symptome ein. Trifft dies nicht zu, ist die Diagnose auf Boutonneuse-Fieber zu überprüfen.

Andere Zeckenbissinfektionen zeigen ähnliche Symptome, haben aber einen ernsteren Verlauf, sodass die Behandlung mit anderen Antibiotika und einer genaueren Diagnose der Erreger geprüft werden muss. Bei Risikogruppen wie geschwächten Personen oder Allergikern kann wegen Boutonneuse-Fieber ein stationärer Aufenthalt erforderlich sein. Hohes Fieber und andauernde Übelkeit und Erbrechen sind ein wesentlicher Faktor für eine Krankenhauseinweisung.

Dies gilt auch, wenn sich im Verlauf der Erkrankung eine Beeinträchtigung der Nieren oder Anzeichen für eine Meningitis zeigen. Unabhängig von der Schwere der Infektion mit Mittelmeer-Zeckenfleckfieber sollten die Patienten zur Milderung der Symptome mit schmerzstillenden und fiebersenkenden Medikamenten versorgt werden.

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Aussicht & Prognose

Das Boutonneuse-Fieber ist eine Bakterienerkrankung, die dringend eine medikamentöse und ärztliche Behandlung erfordert. Nur durch eine fachmännische Behandlung kann der gesamte Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden.

Das Boutonneuse-Fieber wird durch einen Zeckenbiss übertragen, sodass es in der Regel immer eine Bissstelle gibt, in der sich eventuell sogar noch die Zecke befindet. Befindet sich die Zecke noch in der Wunde, so sollte das Tier von einem Arzt entfernt werden. Andernfalls kann sich die Wunde entzünden und es kann unter Umständen sogar zu einer Blutvergiftung kommen.

Betroffene Personen leiden zunächst unter grippeähnlichen Symptomen. Es kommt zu Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, einer erhöhten Temperatur, Übelkeit und auch Erbrechen. Rund um die bestehende Bissstelle herum, wird sich die Haut sehr dunkel verfärben. Auch mit einer ärztlichen und medikamentösen Behandlung wird diese Verfärbung definitiv eintreten. Nach vier bis fünf Tagen werden die einzelnen Symptome abklingen, sofern die betroffene Person über ein starkes Immunsystem verfügt.

Auch ohne jegliche Behandlung kann das Boutonneuse-Fieber überwunden werden. Allerdings ist ohne eine solche Behandlung mit einem deutlich unangenehmeren Krankheitsverlauf zu rechnen. Einzelne Symptome werden sich erheblich verstärken und somit den gesamten Krankheitsverlauf erschweren, sodass betroffenen Personen mit einer Behandlung eine deutlich positivere Aussicht auf eine schnelle Heilung haben werden.

Vorbeugung

Die Vorbeugung bei Boutonneuse-Fleckfieber ist eine umfassende Zeckenvorsorge, da ein Impfstoff nicht vorhanden ist. Dazu gehört angemessene Kleidung in zeckenverseuchten Gebieten. Hunde, die häufig das Ziel von Zecken sind, sollten mit entsprechenden Zeckenprodukten behandelt werden, um gar nicht erst die Möglichkeit von Boutonneuse-Fieber in Menschennähe zu tragen. Wird eine Zecke entfernt, sollte diese bis nach Ablauf der Inkubationszeit von Boutonneuse-Fleckfieber tiefgefroren aufbewahrt werden, um eine Bestimmung der Erreger zu erleichtern.

Das können Sie selbst tun

Boutonneuse-Fieber ist eine Ernst zu nehmende bakterielle Infektion. Von einer reinen Selbsttherapie ist dringend abzuraten.

Die beste Form der Vorbeugung bei Boutonneuse-Fieber besteht darin, die Ursache, also Bisse der Braunen Hundezecke, zu vermeiden. Wer in Risikogebieten Urlaub macht, sollten beim Aufenthalt im Freien und beim Wandern hohes Gras sowie niedrige Büsche und Sträucher meiden. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte der gesamte Körper und die Kleidung auf Zecken untersucht werden. Lange Hosen und langärmelige Oberbekleidung tragen dazu bei, dass Zecken entdeckt werden, bevor sie sich festgebissen haben.

Primärer Wirt der Braunen Hundezecke sind jedoch tatsächlich Hunde. Der Vierbeiner sollte deshalb nicht mit in ein Risikogebiet gebracht werden. Ist das nicht vermeidbar, muss das Tier, am besten mehrmals täglich, auf Zecken untersucht werden. Enger Körperkontakt mit dem Hund, insbesondere das gemeinsame Schlafen in einem Bett, sollte während dieser Zeit unbedingt vermieden werden. Außerdem können spezielle Halsbänder Parasiten fernhalten.

Darüber hinaus ist es wichtig, auf ein intaktes Immunsystem zu achten. Dazu tragen vor allem ausreichend Schlaf, eine vitaminreiche pflanzliche Ernährung sowie der Verzicht auf zu viel Zucker, Alkohol und Nikotin bei. In der Naturheilkunde wird das Immunsystem zudem durch die Einnahme von Ascorbinsäure (Vitamin C) und Extrakte aus dem Roten Sonnenhut gestärkt.

Bücher über Zeckenbisse & Zeckenstiche

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004
  • Thomas, C. (Hrsg.): Atlas der Infektionskrankheiten. Schattauer, Stuttgart 2010

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