Boldo

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Der Boldo ist ein Strauch, dessen Blätter als Heilkräuter zahlreiche Anwendungen finden. Vor allem wird die krampflösende und verdauungsfördernde Wirkung des Boldo-Tees wird geschätzt. Allerdings ist zu beachten, dass Nebenwirkungen auftreten können.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Boldo

Der wissenschaftliche Name des Boldo ist Peumus boldus. Die Pflanze gehört zur Familie der Mominiengewächse und ist umgangssprachlich auch als Boldi oder Boldus bekannt. Meist wächst der immergrüne Boldo in Form eines Strauches, auch kleine Boldo-Bäume Maximalhöhen von sechs Metern kommen jedoch vor. Ursprünglich ist die Pflanze in Chile beheimatet, wo sie in einigen Regionen dichte Buschwälder bildet.

Der Boldo benötigt ein trockenes und warmes Klima und bildet duftende weiße oder hellgelbe, glockenförmige Blüten aus, aus denen später kleine grüne oder gelbe Beeren entstehen. Zu medizinischen Zwecken werden jedoch ausschließlich die Blätter des Boldo eingesetzt. Diese sind lederartig, starr und häufig leicht brüchig. Auffällig ist ihr charakteristischee Geruch nach Pfefferminze oder Kampfer.

Zudem ist die Oberseite der Blätter mit zahlreichen hellen Höckern bewachsen, während die Unterseite stets glatt ist. Zur Herstellung von Arzneimitteln werden die Blätter am Baum oder Strauch angeschnitten. Nach dem Trocknen lassen sie sich abschütteln.

Wirkung & Anwendung

In der Volksmedizin in Chile und Peru hat der Boldo seit Jahrhunderten seinen festen Platz. Besonders häufig eingesetzt wird er bei verschiedenen Arten von Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden. Dazu gehören Sodbrennen, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen oder Magenschmerzen. Hilfreich kann der Boldo auch bei Darmträgheit und Verstopfung sein; zudem wirken die Blätter leicht harntreibend.

Eingenommen werden die verkleinerten und getrockneten Blätter meist in Form eines Tees. Für eine Tasse Tee werden etwa zwei Teelöffel der Blätter mit kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten ziehen gelassen. Der leicht abgekühlte Tee wird zwei bis dreimal täglich getrunken. Wissenschaftliche Studien untermauern das traditionelle Wissen: Die Boldoblätter enthalten Alkaloide, Flavonoide und zwei bis drei Prozent ätherisches Öle als wirksame Inhaltsstoffe. Diese regen die Gallenbildung an und stimulieren die Produktion von Magensaft.

Der Boldo benötigt ein trockenes und warmes Klima und bildet duftende weiße oder hellgelbe, glockenförmige Blüten aus, aus denen später kleine grüne oder gelbe Beeren entstehen.

Darum sollten Boldoblätter nur bei Magen- und Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden, die durch mangelnde Gallenbildung oder Völlegefühlen charakterisiert sind. Ein nervöser Magen oder einen Reizdarm kann der Tee dagegen deutlich negativ beeinflussen. In Deutschland sind die Blätter bereits als fertige Teezubereitung und als Flüssigextrakt erhältlich. Auch Arzneimittel, die Boldin in Lösungen oder Tabletten enthalten, sind in Apotheken erhältlich.

Die empfohlen Tagesdosis liegt bei etwa drei Gramm Blättern oder 60 Tropfen Flüssigextrakt. Häufig werden die getrockneten Blätter bei Übelkeit und Erbrechen auch mit anderen Heilkräutern kombiniert, beispielsweise mit Anis, Fenchel oder Pfefferminze. Zur Stimulation der Gallenblase sind auch Kombinationen mit Artischocken und Schöllkraut bewährt. Durch seine die Verdauung stimulierende Wirkung wird dem Strauch auch nachgesagt, Diäten zu unterstützen. So sind die Wirkstoffe der Blätter auch in einigen Mitteln zur Gewichtsreduktion enthalten.

In der lateinamerikanischen Küche werden die Boldoblätter zudem häufig als Gewürz eingesetzt. Das leicht bittere, kräftige Aroma verleiht vielen traditionellen peruanischen Gerichten ihren charakteristischen Geschmack. Die getrockneten Blätter verfeinern beispielsweise Fleischeintöpfe, Fischgerichten oder Beilagen mit Pilzen. Zudem nutzt man sie zum Aromatisieren von alkoholischen Getränken Geschmacklich lassen sie sich mit Lorbeerblättern vergleichen, besitzen jedoch ein weit intensiveres Aroma. In Europa werden die Boldoblätter bislang noch sehr selten zum Kochen verwandt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Hauptbestandteile des Boldo sind Ascaridol, verschiedene Alkaloide, Linalool Flavonoidglycoside und Cineol. Neben der nachgewiesenen Stimulation der Gallenbildung und der Produktion von Magensaft durch die Blätter des Boldostrauches zeigten weitere wissenschaftliche Studien zeigten auf, dass diese zudem entzündungshemmend wirken können. Auch haben sie einen antioxidativen Effekt, neutralisieren also schädliche Sauerstoffverbindungen, die die Zellen schneller altern lassen und anfällig für Krankheiten machen.

Boldo kann in höheren Dosen einen betäubenden und schmerzstillenden Einfluss ausüben. Auch die Ureinwohner Chiles und Perus griffen im Fall von Gliederschmerzen oder Verletzungen zudem Tee aus den Blätter des Boldostrauches. Einige veröffentlichte Studien legen den Schluss nahe, dass die Boldoblätter helfen könnten, einige Krebsarten zu bekämpfen. Zu diesem Aspekt liegen jedoch noch wenige gesicherte Erkenntnisse vor. Darum werden die Blätter bislang in der Behandlung von Krebserkrankungen nicht eingesetzt.

Unbedingt zu beachten ist, dass Boldo nicht überdosiert oder über einen längeren Zeitraum ohne die Aufsicht eines Arztes eingenommen werden sollte. Bei einer erhöhten Einnahme über einige Wochen können nervliche Störungen auftreten. Zu den Symptomen in diesen seltenen Fällen gehört es, dass der Patient abwesend wirkt und sich selbst wie hypnotisiert fühlt. Auch auditive Halluzinationen, das heißt, das Hören von nicht realen Stimmen und Geräuschen können auftreten.

Bei einer Überdosierung sind weitere Nebenwirkungen wiederholtes Erbrechen, Durchfall und Schwindelgefühle. Als zu hohe Dosis gelten mehr als zehn Gramm der Blätter pro Tag. Hält man die angegebenen empfohlenen Dosen ein, sind diese Nebenwirkungen jedoch äußerst selten. Will man die Behandlung mit Boldo länger als vier Wochen fortsetzen, empfiehlt es sich vorsichtshalber, einen Arzt zu konsultieren. Wegen der Nebenwirkungen wird Schwangeren von der Behandlung mit Boldo abgeraten. Auch für Kinder unter zehn Jahren sind bei Übelkeit andere Heilkräuter empfohlen.

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