Blutvolumen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2016
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Mit dem Begriff Blutvolumen wird die gesamte Blutmenge des Körpers bezeichnet. Das Blutvolumen besteht aus dem Volumen des Blutplasmas und aus dem Volumen der zellulären Blutbestandteile.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Blutvolumen?

Die gesamte Blutmenge des Körpers wird als Blutvolumen bezeichnet. Das Blut lässt sich in zwei Anteile aufteilen. Zum einen gibt es das Plasmavolumen. Es entspricht dem Blutvolumen ohne die Blutzellen. Das Blut besteht zu rund 55 Prozent aus Blutplasma. 90 Prozent des Blutplasmas besteht wiederum aus Wasser. Die restlichen 10 Prozent bestehen aus gelösten Substanzen. Zu den wichtigen gelösten Substanzen gehören Elektrolyte wie Natrium, Chlorid, Kalium, Kalzium, Magnesium, Bikarbonat und Phosphate.

Auch Plasmaproteine wie Albumin, Lipoproteine, Immunglobuline und Fibrinogen sind Bestandteile des Blutplasmas. Das Blutplasma enthält zudem Hormone und Nährstoffe wie Glukose. Ebenso finden sich im Blutplasma Abbauprodukte aus dem Stoffwechsel. Dazu gehören Pyruvat, Kreatinin, Kreatin, Harnsäure und Laktat.

Mit dem Begriff Blutvolumen wird die gesamte Blutmenge des Körpers bezeichnet.

45 Prozent des Blutvolumens sind korpuskuläre Bestandteile. Bei den zellulären Anteilen können drei Zelltypen unterschieden werden: rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Thrombozyten (Blutplättchen). Den weitaus größten Anteil stellen mit vier bis fünf Millionen Zellen pro µl Blut die roten Blutkörperchen. Die Thrombozyten bilden mit 150000 bis 300000 Zellen die zweitstärkste Fraktion. Pro µl finden sich hingegen nur 4000 bis 9000 Leukozyten.

Insgesamt beträgt das Blutvolumen bei Erwachsenen vier bis sechs Liter. Bei Frauen kann pro Kilogramm Körpergewicht mit 61 Millilitern Blut gerechnet werden. Bei Männern sind es pro Kilogramm Körpergewicht durchschnittlich 70 Milliliter. Je nach Organ oder Kompartiment kann das Blutvolumen in zerebrales, pulmonales, intrathorakales, extrathorakales, venöses und arterielles Blutvolumen unterteilt werden. Das Blutvolumen, dass das Herz pro Minute durch den Körperkreislauf pumpt, wird Herzminutenvolumen genannt.

Funktion & Aufgabe

Das Blutvolumen kann aber auch nach Funktionsaspekten gegliedert werden. Das zentrale Blutvolumen ist derjenige Anteil des Blutvolumens, der sich im Bereich zwischen der Pulmonalklappe und der Aortenklappe des Herzens befindet. Bei dem zentralen Blutvolumen handelt es sich also um das Blutvolumen des linken Vorhofs, der rechten Herzkammer und des Lungenkreislaufs.

Das zentrale Blutvolumen ist eine entscheidende Stellgröße des zentralen Venendrucks. Der zentrale Venendruck ist der venöse Blutdruck, der am zentralen Venenkatheter gemessen wird. Das zentrale Blutvolumen dient zudem als Blutdepot für den linken Ventrikel. Bei einem Missverhältnis zwischen der Pumpleistung der beiden Herzkammern kann durch das Blutdepot die Auswurfleistung der linken Kammer schnell gesteigert werden, sodass das Missverhältnis ausgeglichen werden kann.

Das zirkulierende Blutvolumen ist das Blutvolumen, das im Augenblick tatsächlich im Umlauf ist. Ein Teil des Blutvolumens befindet sich im Niederdrucksystem und ein anderer wird als Blutspeicher genutzt. Das zirkulierende Blutvolumen dient vor allem dem Stofftransport. Das Blut transportiert Nährstoffe, Vitamine und Sauerstoff zu den Körperzellen. Gleichzeitig transportiert es Schadstoffe oder Stoffwechselendprodukte von den Zellen zu den Ausscheidungsorganen. Auch Hormone gelangen über das zirkulierende Blutvolumen vom Produktionsort zu den Zielzellen. Das zirkulierende Blutvolumen spielt zudem eine Rolle bei der Infektabwehr. Mit dem zirkulierenden Blut gelangen die weißen Blutkörperchen zu Infektionsorten.

Das periphere Blutvolumen befindet sich in der Peripherie des Körpers. Aufgrund der Wärmekapazität kommt dem peripheren Blutvolumen vor allem Bedeutung bei der Aufrechterhaltung der Köpertemperatur zu. Ein ausreichendes und gleichbleibendes Blutvolumen spielt zudem eine wichtige Rolle für die Aufrechterhaltung des Blutdrucks in den Gefäßen. Ohne ein konstantes Blutvolumen können Organe und Gewebe nicht mit Sauerstoff oder Nährstoffen versorgt werden.

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Krankheiten & Beschwerden

Eine Verkleinerung des Blutvolumens wird als Volumenkontraktion bezeichnet. Das Blutvolumen kann sich durch Dehydration, also durch Austrocknung, verringern. Eine Dehydration kann entweder durch eine unzureichende Zufuhr von Flüssigkeit oder durch einen pathologisch gesteigerten Flüssigkeitsverlust hervorgerufen werden. Erkrankungen der Nieren, hohes Fieber, Stillen, Durchfälle und Erbrechen können starke Flüssigkeitsverluste zur Folge haben.

Eine übermäßige Verringerung des Blutvolumens macht sich durch Durst, Trockenheit von Haut und Schleimhäuten und durch eine verminderte Urinausscheidung bemerkbar. Auch niedriger Blutdruck ist ein charakteristisches Symptom für eine Dehydration. Bei einem Verlust von 12 bis 15 Prozent der Körperflüssigkeit kommt es zum hypovolämischen Schock. Der hypovolämische Schock kann allerdings auch andere Ursachen haben.

Flüssigkeit kann beispielsweise bei großflächigen Verbrennungen verloren gehen. Auch der hämorrhagische Schock ist ein hypovolämischer Schock. Ursache des hämorrhagischen Schocks sind Blutungen innerhalb des Körpers. So tritt ein hämorrhagischer Schock häufig nach gastrointestinalen Blutungen auf. Ein traumatisch-hämorrhagischer Schock ist ein hämorrhagischer Schock, der als Folge einer traumatischen Einwirkung auftritt. Durch den starken Flüssigkeitsverlust nimmt die Menge des zirkulierenden Blutvolumens ab.

Ein Blutverlust von einem Liter kann noch kompensiert werden. Der arterielle Blutdruck bleibt weitgehend normal. Bei einem größeren Flüssigkeitsverlust sinkt der Blutdruck ab. Im Anfangsstadium des hypovolämischen Schocks ist der Blutdruck noch normal. Die Haut ist kühl, feucht und blass. Im zweiten Stadium, dem Stadium der beginnenden Dekompensation, sinkt der systolische Blutdruck auf weniger als 100 mmHg. Die Halsvenen sind kollabiert, die Patienten haben starken Durst und die Harnausscheidung ist stark vermindert. Im dritten Stadium liegt der systolische Blutdruck unter 60 mmHg. Der Puls kann kaum noch ertastet werden und die Atmung ist flach. Die Patienten werden bewusstlos. Die Nierenfunktion fällt komplett aus. Der hypovolämische Schock muss schnellstmöglich intensivmedizinisch behandelt werden. Andernfalls kann er tödlich enden.

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