Blutungen außerhalb der Regel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Frauen mit Zwischenblutungen haben häufig Immunerkrankungen oder Stoffwechselstörungen der Bauchspeicheldrüse und der Schilddrüse. Auch eine Insulinresistenz oder Diabetes, Leber- oder Nebennierenschwäche. Jede Veränderung des Unterleibs, die im Zusammenhang mit Blutungen außerhalb der Regel steht, kann der Frauenarzt frühzeitig erkennen und behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was kennzeichnet Blutungen außerhalb der Regel?

Durchschnittlich gilt eine Blutungsdauer von bis zu 7 Tagen als normal. Der Verlauf der Blutung sollte innerhalb dieser Zeit von schwach zu stärker und wieder abklingend sein. Sind die Blutungsphasen länger oder beginnt nach Abklingen mit einer zu kurzen Pause eine neue Blutung, so liegen Störungen des Blutungsrhythmus vor. Die Ursachen von Blutungen außerhalb der Regel können sehr vielfältig sein und sollten unbedingt abgeklärt werden.

Ursachen

Schleimhautwucherungen wie Gebärmutterpolypen oder Endometriose sind ein möglicher Auslöser für Zwischenblutungen, ebenso Tumore der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses. Stoffwechselstörungen der Nebenniere, Leber, Zirbeldrüse oder Schilddrüse wie Burnout oder Hashimoto treten oft nach langjähriger emotionaler Belastung bei familiären Problemen und Beziehungskrisen auf.

Psychische Belastung wie traumatisierende Erlebnisse oder mangelnde Kräftedosierung im Arbeitsleben sind eine der häufigsten Ursachen für Zwischenblutungen. Erschwert wird der Verlauf durch Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht oder Dauerstress.

Zudem gibt es verstärkende organische und erbliche Faktoren. Ganz natürliche und unbedenkliche Zwischenblutungen treten bei hormonellen Umstellungen in der Pubertät und während der Wechseljahre auf, außerdem kann die Minipille solche auslösen.

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Diagnose & Krankheitsverlauf

Sind die Blutungsphasen der Menstruation länger oder beginnt nach Abklingen mit einer zu kurzen Pause eine neue Blutung, so liegen Störungen des Blutungsrhythmus vor.

Der Arzt tastet bei störenden Zwischenblutungen zur Abklärung den Unterleib der Frau von innen und außen ab und nimmt einen Abstrich vom Scheidensekret. Er untersucht ein Stück der Gebärmutterschleimhaut unter dem Mikroskop und macht eventuell einen vaginalen Ultraschall. Das Labor untersucht eine Blutprobe der Frau auf Entzündungswerte und Tumormarker sowie Hormonwerte.

Eine Zwischenblutung kann über einige Stunden bis zu Wochen andauern und sehr unterschiedlich stark ausfallen. Wiederholt sie sich im nächsten Zyklus ähnlich, ist spätestens ein Arztbesuch nötig. Eine Zwischenblutung mit bedrohlichem Blutverlust ist ein ärztlicher Notfall.

Mit Pillen, Spritzen und Operationen ist es nicht getan, wenn der weibliche Körper aus dem Rhythmus gerät, denn sehr häufig hat dies Ursachen im persönlichen Lebensumfeld, die mit schnellen medizinischen Maßnahmen nicht vollständig behoben sind.

Komplikationen

Blutungen außerhalb der Regel sind nur dann problematisch, wenn sie besonders stark sind. Bei einer schwangeren Frau könnten starke Blutungen außerhalb der Regel auf eine Plazentalösung hindeuten, bei der die Plazenta sich von der Gebärmutterwand gelöst hat. Vorkommen kann das beinahe nur bei Risikoschwangerschaften wie der Plazenta praevia, doch wenn es passiert, ist es durch den hohen Blutverlust lebensbedrohlich für Frau und Kind.

Selbst leichte Blutungen außerhalb der Regel sollten ernst genommen werden, wenn sie regelmäßig auftreten. Gerne werden sie bagatellisiert, da sie durchaus aus hormonellen Ungleichgewichten heraus entstehen können und diese tatsächlich harmlos sind. Sogar Stress kann Blutungen außerhalb der Regel bei manchen Frauen auslösen, die darauf besonders empfindlich reagieren. Allerdings können sie auch auf ernste Erkrankungen der reproduktiven weiblichen Organe hindeuten.

Manche Krebsformen äußern sich in den späten Stadien durch wiederkehrende Blutungen außerhalb der Regel, die noch nicht einmal besonders stark sein müssen. Werden sie jedoch nicht erkannt, kann sich die Krebserkrankung weiter ungehindert ausbreiten und wird womöglich erst in einem Stadium entdeckt, in dem es für eine Heilung schon zu spät ist. Kommt es also ständig zu Blutungen außerhalb der Regel oder treten diese während einer Schwangerschaft auf, sollte zur Vermeidung von Komplikationen immer der Gynäkologe aufgesucht werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Egal aus welcher Körperöffnung es austritt, Blut ist immer ein Alarmzeichen. Deshalb sollten Blutungen außerhalb der Regel, auch Zwischenblutungen oder atypische Blutungen genannt, grundsätzlich zum Gynäkologen führen. Auch wenn sie schwach sind, kann eine ernste Erkrankung dahinterstecken. Unregelmäßige Blutungen können ein Hinweis auf Gebärmutterzysten, Gebärmutterentzündungen, Polypen, Myome oder Tumore sein.

Bei sehr jungen Mädchen kommt es zu Zwischenblutungen, wenn sich der Zyklus noch nicht richtig eingespielt hat. Meist sind sie harmlos, doch vorsichtshalber sollten Mütter mit ihren Töchtern zum Arzt gehen. Das gleiche Phänomen ist auch typisch für die Wechseljahre. Wie am Anfang der fruchtbaren Zeit sollten Frauen den Arzt aufsuchen. Durch körperliche Untersuchungen und Blutanalysen kann er eine Diagnose stellen.

Zwischenblutungen sind auch ein Warnsignal für Östrogenschwankungen oder sexuell übertragbare Krankheiten. Selbst ein Gehirntumor und Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus können sich durch Zwischenblutungen äußern. Alle diese Auffälligkeiten sind behandlungsbedürftig. Eine Schmierblutung außerhalb des Zyklus kann sogar durch seelischen Stress wie Liebeskummer oder Trauer verursacht werden.

Entstanden die Blutungen infolge von Blutgefäßverletzungen beim Geschlechtsverkehr, sollte eine Kontrolluntersuchung stattfinden, um Folgeerkrankungen auszuschließen. Enthaltsamkeit beschleunigt den Heilungsprozess. Zwischenblutungen können auch durch hormonelle Verhütungsmittel wie die Anti-Baby-Pille oder eine Hormonspirale verursacht werden. In diesem Fall muss die Patientin zu einem anderen Verhütungsmittel wechseln.

Behandlung & Therapie

Es gibt harmlose kürzere Zwischenblutungen mit geringem Blutverlust, welche keiner Behandlung bedürfen. Dazu zählen kleine Blutungen während des Eisprungs, nach dem Geschlechtsverkehr oder dem Arztbesuch oder wenn ein Blutgefäß verletzt wurde. Alternativ zu Hormonen gilt die Einnahme von Mönchspfeffer als wirksam, das man frei als Tablette kaufen kann. Vorher sollte aber ein Arzt ausschließen, dass den Zwischenblutungen eine ernste Krankheit zugrunde liegt.

  • Hormonell bedingte Zwischenblutungen können durch Hormontherapie behandelt werden. Bei Myomen liegt oft ein Missverhältnis der restlichen Hormone zur dominierenden Östrogenbildung vor. Hier kann bereits eine frei erhältliche Progesteroncreme helfen. Progesteron ist das Ausgangshormon für andere Hormone und kann vom Körper nach Belieben beispielsweise in Androstenedione umgwandelt werden.
  • Wächst die Gebärmutterschleimhaut unkontrolliert außerhalb der Gebärmutterhöhle, liegt eine Endometriose vor, die operativ entfernt wird.
  • Tumore in der Gebärmutter und dem Gebärmutterhals werden nach der Operation durch eine Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung behandelt.
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes Typ I und II kann ein Endokrinologe wie Schilddrüsenfunktionsstörungen durch Gabe von Ersatzhormonen regulieren. In Eigeninitiative kann die Patientin ihre schulmedizinische Behandlung gut durch Naturheilverfahren und Achtsamkeit zu einer ganzheitlichen Therapie vervollständigen.
  • Bei psychischer Belastung helfen Psychotherapie und Kuren. Hier ist zu unterscheiden, ob es sich durch aktuelle Belastung durch Arbeitsleben und Lebensumstände handelt oder durch alte Wunden und emotionalen Stress durch eingefahrene Verhaltensweisen.

In der Naturheilkunde werden Globuli wie Calcium Carbonicum Hahnemanni eingesetzt. Es hilft bei Uterusmyomen, die Zwischenblutungen hervorrufen. Abendliche kalte Hände und Füße sind ein häufiger Begleiter von Myomen und Polypen. Naturheilkundlich ausgebildete Ärzte empfehlen über eine Dauer von 3-6 Monaten täglich 5 Globuli. Akupunktur kann Störungen des Blutungsrhythmus über das Chi der Nieren und Nebennieren sowie Aktivierung des Milzmeridians regulieren.

Da Stress ein wichtiger Verstärker für viele Ursachen von Zwischenblutungen ist, sollte die Frau für Ausgleich sorgen. Neue Möglichkeiten kreativ zu sein und weiblichen Schöpfungswillen zu leben, können in der Behandlung positiv wirken. Rauchen schadet nicht nur dem weiblichen Zyklus, sondern auch der schönen Haut.

Aussicht & Prognose

Blutungen außerhalb der Regel kommen im Leben der meisten erwachsenen Frauen gelegentlich vor. Die Prognose hängt von der Ursache ab. Wenn hormonelle Verhütungsmittel eingenommen werden, liegt es nahe, dass diese den weiblichen Zyklus beeinflussen. Es handelt sich dann zwar nicht um eine echte Blutung außerhalb der Regel, sondern um eine "unnatürliche" Blutung, die auf die Unverträglichkeit des Verhütungsmittels hindeutet. Dennoch wird sie als Blutung wahrgenommen. Durch das vollständige Absetzen des Verhütungsmittels oder den Wechsel auf ein besser verträglicheres Produkt können die Blutungen außerhalb der Regel gestoppt werden.

Während der Wechseljahre sind sie selbst ohne Verhütung normal, da sich der Körper wieder in einer Phase der Umstellung befindet und Zeit braucht, um diese vollständig zu bewerkstelligen. Daher kann es Monate oder manchmal Jahre dauern, bis sich die Frau sicher sein kann, dass sie keine Blutungen mehr bekommt.

Ähnlich verhält sich die Prognose, wenn eine bestehende Erkrankung die Ursache der Blutungen außerhalb der Regel ist. Diese können so lange auftreten, bis die Erkrankung selbst behandelt wird. Eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt kann die Frau darauf vorbereiten, worauf sie sich im Laufe einer Behandlung einzustellen hat und wie lange das Problem in ihrem Fall weiter bestehen kann.

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Vorbeugung

Als wirksame Vorbeugung gilt ausreichendes Bewegen zum Stressabbau und zum Erhalt einer gesunden Muskulatur. Mönchspfeffer hilft bei der Vorbeugung von azyklischen Blutungen.

Eine Ernährung mit kaltgepressten Ölen und Salaten, tagsüber grünem Gemüse, Eiern, Magerquark-Desserts und täglich zwei Handvoll unbehandelten Nüssen kann bei Zwischenblutungen in Kombination mit Übergewicht oder trägem Stoffwechsel helfen und vorbeugen.

Blutungen außerhalb der Regel können ein Alarmsignal sein, wenn sie keine organischen Ursachen haben. Sie können helfen, dem Körper wieder einen Ausgleich von Bewegung und Ruhe zu gönnen, nötige Tätigkeiten von entspannendem Nichtstun oder Kreativität zu unterscheiden und das Leben als Frau wieder zu genießen.

Das können Sie selbst tun

Zwischenblutungen und Schmierblutungen, die erstmalig auftreten, sollten immer durch eine Gynäkologin abgeklärt werden. Sind die Ursachen bekannt, können in manchen Fällen auch alternative oder naturheilkundliche Methoden helfen. Häufig sind Störungen des Hormonhaushalt verantwortlich für Blutungen außerhalb der Regel. Möchte eine Patientin dann keine allopathischen Medikamente und keine hormonellen Verhütungsmittel einsetzen, kann auch der Gang zum Heilpraktiker helfen.

In der Naturheilkunde wird versucht, den Hormonhaushalt mithilfe bioidentischer Hormone aus Pflanzen und Heilkräutern wieder herzustellen. Silberkerze, Hopfen und Bockshornklee werden bei einem Östrogenmangel verordnet. Mönchspfeffer soll ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron ausgleichen. Auch dem Frauenmantel werden ausgleichende Eigenschaften zugeschrieben. Hormonschwankungen werden in der Naturheilkunde außerdem mit Akupunktur und Fußreflexzonenmassagen therapiert. In der Homöopathie kommen Schüßler Salze zum Einsatz.

Häufig sind Zwischenblutungen aber auch eine Folge von emotionalen Ausnahmesituationen und Stress in Verbindung mit einseitiger oder ungesunder Ernährung. In diesen Fällen können Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training helfen. Frauen, die eine Reduktionsdiät durchführen, sollten außerdem auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen achten. Wenn sich die Blutungen außerhalb der Regel nicht erfolgreich behandeln lassen, sollten betroffene Frauen sich angewöhnen, stets Mini-Tampons und Slipeinlagen mitzuführen. So können im Alltag zumindest peinliche Situationen vermieden werden.

Bücher über Menstruationsbeschwerden

Quellen

  • Faller, A., Schünke, M.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012
  • Haag, P., Hanhart, N., Müller, M., et al.: Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis. 2014/15. Medizinische Verlags-und Informationsdienste, Breisach 2014
  • Pschyrembel Wörterbuch Sexualität. de Gruyter, Berlin 2003.

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