Blutiger Durchfall

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Wenn blutiger Durchfall auftritt, sind die meisten Menschen erst einmal beunruhigt, weil Blut im Stuhl eines der Leitsymptome für Darmkrebs sein kann. Er kann aber auch harmlos sein oder eine Begleiterscheinung chronischer Darmerkrankungen sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist blutiger Durchfall?

Wenn ein Arzt von blutigem Durchfall spricht, unterscheidet er mehrere Varianten von blutigen Durchfällen. Es kann ein schwarzer Teerstuhl (Meläna) auftreten oder es kann dem Durchfall helles Blut beigemengt sein (Hämatochezie). Ein blutiger Durchfall sollte immer diagnostisch abgeklärt werden, es sei denn, der Patient kennt die Ursache bereits.

Helle Blutbeimengungen stammen oft aus dem unteren Darmbereich, zum Beispiel von Hämorrhoiden. Teerstuhl ist ein Zeichen dafür, dass die Ursache im Magen- und Darmbereich liegen könnte.

Ursachen

Ein blutiger Durchfall kann harmlose Ursachen haben, aber eine Untersuchung ist in jedem Fall sinnvoll. Die Hauptursache bei hellen Blutbeimengungen sind Hämorrhoiden, knotige gutartige Erweiterungen über dem Schließmuskel im After. Blutungen können auch durch kleine Risse in der Schleimhaut (Fissuren) verursacht werden und sind bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ebenfalls häufig.

Des Weiteren kann blutiger Durchfall bei Blutkrankheiten, Entzündungen der Gefäße (Vaskulitiden) und Missbildungen der Gefäße im Darm auftreten. Eine weitere Ursache könnte eine Darminfektion aufgrund von Keimbefall sein. Dunkle Blutungen wie beim Teerstuhl, haben ihre Ursache meistens in einer Blutung des oberen Verdauungstraktes, zum Beispiel im Magen. Kommt das Blut mit Magensäure in Berührung, färbt es sich schwarz.

Oft ist die Ursache für eine Blutung aus dem oberen Verdauungstrakt ein Geschwür wie ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür. Auch beim Zwerchfellbruch (Hiatushernie), der dazu führt dass sich Bereiche des Magens in Richtung Brustkorb verlagern, oder bei Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) kann es zu Blutungen kommen, die auch blutigen Stuhl nach sich ziehen.

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Diagnose & Krankheitsverlauf

Helle Blutbeimengungen stammen oft aus dem unteren Darmbereich, zum Beispiel von Hämorrhoiden. Teerstuhl ist ein Zeichen dafür, dass die Ursache im Magen- und Darmbereich liegen könnte.

Es ist immer sinnvoll, eine Blutbeimengung im Stuhl zu untersuchen. Für den Arzt bedeutet das, dass er zunächst einmal herausfinden muss, woher das Blut stammt, wo die Ursache liegt, ob es sich um eine Verletzung handelt. Ein erster Hinweis auf die Ursache kann die Färbung des Blutes sein. Dunkles oder schwarzes Blut spricht für den Magen-/Darm-Trakt, helles für den Enddarm.

In der Anamnese fragt der Arzt den Patienten nach seinen Stuhlgewohnheiten, ob öfter ein blutiger Durchfall auftritt und/oder Magen-/Darmbeschwerden, ob es bei ihm andere Vorerkrankungen oder chronische Krankheiten gibt, eventuell ein Gewichtsverlust aufgetreten ist. Bei der körperlichen Untersuchung wird der Bauch abgetastet und mit einem Stethoskop untersucht. Manchmal wird zusätzlich der Enddarm abgetastet. Zur Untersuchung des blutigen Durchfalls werden Stuhlproben im Labor untersucht.

Bei Bedarf wird eine Magenspiegelung (Gastroskopie) oder Darmspiegelung (Koloskopie) durchgeführt, um weitere Hinweise über die Ursache des blutigen Durchfalls zu erhalten. Darüber kann es erforderlich sein, Bauchraum zu röntgen, die Baucharterien zu untersuchen und eine Szintigraphie durchzuführen. Der Krankheitsverlauf ist abhängig von der Ursache des blutigen Durchfalls.

Hämorrhoiden lassen sich gut behandeln und verlaufen meistens günstig. Ist die Ursache ein Darmkrebs, hängt der Verlauf davon ab, wie früh er entdeckt wird. Im schlimmsten Fall endet die Krankheit tödlich. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa müssen durch Langzeittherapie behandelt werden.

Komplikationen

Blutiger Durchfall tritt zumeist als Symptom einer Erkrankung des Darms auf. Mit dieser zugrundeliegenden Erkrankung können einige Konsequenzen und Komplikationen einhergehen. Im Folgenden werden jedoch nur solche Komplikationen betrachtet und ausgeführt, die direkt auf das Symptom des blutigen Durchfalls zurückgehen.

Zunächst einmal müssen die zwei Komponenten des Symptoms betrachtet werden. Zum einen liegt ein Blutverlust vor, zum anderen ein Durchfall. Beide "Anteile" des Symptoms führen zu einer erheblichen Schwächung des Organismus. Somit sind als "Komplikationen" zunächst ein allgemeines Krankheitsgefühl, allgemeine Schwäche und Müdigkeit zu erwarten. Auch Kreislaufprobleme und Schwindel können durch blutigen Durchfall hervorgerufen werden. Durch den Durchfall entsteht ein mehr oder minder stark ausgeprägter Wasserverlust. Die Symptome des Wasserverlustes und die des Blutverlustes verstärken sich. Beide führen zu einer Schwächung des Körpers. Um schlimmere Folgen, zum Beispiel einen Zusammenbruch des Kreislaufs, den Verlust des Bewusstseins oder den Tod, zu vermeiden, gilt es, den Wasserverlust auszugleichen.

Letztendlich lässt sich festhalten, dass bei einem blutigen Durchfall Blut und Wasser in signifikanten Mengen verlorengehen. Beides führt zu einer akuten Schwächung des Körpers und kann unbehandelt zum Tod führen. Anzeichen der Schwächung sind unter anderem Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Schwindel und Probleme des Kreislaufs. Ist ein kritischer Zustand erreicht, kann es zum Verlust des Bewusstseins kommen. Der blutige Durchfall bedarf einer ärztlichen Behandlung.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Der Darmausgang gehört zu den empfindlichsten Stellen des menschlichen Körpers, sodass sich pathogene Veränderungen sehr schnell bemerkbar machen. Entsprechend breit ist die Anzahl an potenziellen Ursachen, was eine Identifizierung erschwert. Deshalb sollte ein Arztbesuch bei blutigem Durchfall nicht auf die lange Bank geschoben werden. Es gilt, aus Sicherheitsgründen Hemmungen möglichst frühzeitig zu überwinden.

Nur durch eine exakte Beobachtung in Verbindung mit einer ordnungsgemäßen ärztlichen Betreuung kann eine Diagnose gelingen. Als erste Anlaufstelle kann deshalb der Hausarzt (meist ein Allgemeinmediziner) fungieren. Diesem sollten die genauen Beschwerden sowie die gemachten Beobachtungen (z. B. Farbe und Häufigkeit des blutigen Durchfalls) umfassend mitgeteilt werden. Der Hausarzt wird bei Bedarf an einen Facharzt wie etwa einen Proktologen verweisen.

In einigen Fällen kann das Blut im Durchfall mit ziemlicher Sicherheit auf konkrete Gründe zurückgeführt werden. Hier kann zunächst eine eigenständige Beobachtung sinnvoll sein. Insbesondere nach einer starken Ernährungsumstellung kommt es bei vielen Menschen zu harmlosen Veränderungen des Stuhlgangs, die unter Umständen auch zu Durchfall und Blutungen führen können. Die Dauer der eigenständigen Beobachtung ist allerdings zwingend auf nur wenige Tage zu beschränken. Im Zweifel sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Behandlung & Therapie

Eine Behandlung muss nicht zwangsläufig erfolgen, weil viele leichte Blutungen von allein wieder aufhören. Größere Blutungen gehen aber immer mit einem Blutverlust einher und sollten möglichst schnell aufgehalten werden. Bei einfachen Magen-/Darminfekten, die auch mit Blutbeimengungen verbunden sein können, hilft meistens Schonung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und bei Bedarf die Einnahme eines Antibiotikums.

Wenn Magengeschwüre oder Krampfadern in der Speiseröhre bluten, ist meistens ein schneller operativer Eingriff notwendig. Blutungen durch kleinere Hämorrhoiden werden meistens mit Salben oder Zäpfchen behandelt, bei größeren Hämorrhoiden, die stärke Blutungen verursachen, kann eine Verödung oder das komplette Entfernen sinnvoll sein. Wenn Darmpolypen oder Darmdivertikel die Ursache für die Blutungen sind, können sie im Rahmen einer Darmspiegelung endoskopisch entfernt werden.

Bei Darmkrebs kann eine Operation notwendig sein und darüber hinaus eine Chemo- und Strahlenbehandlung. Chronische Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, die ebenfalls mit blutigen Durchfällen verbunden sind, werden häufig mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt, die aber in der Langzeittherapie meistens schlecht vertragen werden wegen der Nebenwirkungen.

Hier ist die Naturheilkunde mit ihrem ganzheitlichen Ansatz eine gute Alternative. Sie bezieht auch die Psyche des Patienten und seine Ernährungsgewohnheiten in die Behandlung mit ein, weil Darmerkrankungen durch eine falsche Ernährung mit begünstigt werden können.

Aussicht & Prognose

Ein blutiger Durchfall muss nicht in jedem Fall auf eine schwerwiegende Erkrankung hindeuten. In den meisten Fällen steckt hinter der roten Farbe ein harmloses Symptom.

Der blutige Durchfall tritt sehr oft bei Menschen auf, die an Verstopfung leiden. Gefäße werden durch den sehr starken Druck beschädigt, sodass beim Durchfall noch etwas Blut hinauskommt und zu einer roten Färbung führt. Dieses Symptom muss nicht behandelt werden, wenn der Infekt von alleine verschwindet.

In der Regel dauert es mehrere Tage, bis ein Magen-Darm-Infekt bekämpft wurde. Zur Unterstützung können hier Medikamente aus der Apotheke eingenommen werden. Falls der Infekt nicht von alleine verschwindet, kann der Arzt durch Antibiotika nachhelfen. In den meisten Fällen kommt es hier zu keinen weiteren Beschwerden oder Komplikationen.

Im schlimmsten Falle leidet der Patient an Darmkrebs. Dieser äußert sich allerdings durch einen langanhaltenden blutigen Durchfall, der nicht von alleine verschwindet und mit starken Schmerzen verbunden ist.

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Vorbeugung

Da Darmerkrankungen viel mit der Ernährung zu tun haben, ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung eine gute Vorbeugung vor Darmerkrankungen und Erkrankungen des Bauchraums allgemein. Magen-/Darminfektionen werden häufig durch verdorbene Lebensmittel oder durch Ansteckung ausgelöst. Hier hilft eine gute Hygiene. Lebensmittel sollten regelmäßig untersucht werden, ob sie noch in Ordnung sind.

Bei Magen-/Darminfektionen können antibakterielle Reiniger erforderlich sein, wenn ein gemeinsames WC benutzt wird. Eine weitere wichtige Vorbeugung gegen Infektionen ist das regelmäßige Händewaschen. Wer häufiger unter Verstopfung leidet, sollte auf eine ballaststoffreiche Ernährung und Bewegung achten, um Hämorrhoiden, die durch starkes Pressen beim Stuhlgang begünstigt werden, wirksam vorzubeugen.

Das können Sie selbst tun

Der Auslöser für blutigen Durchfall muss immer von einem Arzt abgeklärt werden. In einigen Fällen können die Betroffenen aber auch selbst zu einer Besserung der Symptome oder einer Bekämpfung der Ursachen beitragen. Bereits vorhandene Risse und Fissuren im Analbereich brechen bei Durchfall häufig wieder auf. Da diese Verletzungen in der Regel entstehen, wenn der Patient beim Stuhlgang heftig pressen muss, sollten Betroffene auf eine geregelte Verdauung achten. Am wichtigsten ist in diesen Fällen eine gesunde, faserreiche Ernährung und die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit, vorzugsweise Mineralwasser oder Tee.

Es gibt auch eine Reihe von Hausmitteln, die die Verdauung ankurbeln. Ein bis zwei Teelöffel Apfelessig auf ein Glas Wasser, direkt vor dem Schlafengehen eingenommen, sorgen für einen regelmäßigen Stuhlgang. Hilfreich sind auch Flohsamen, Weizenkleie oder Rizinusöl. Auch Bewegungsmangel führt regelmäßig zu Verdauungsproblemen. Leichte Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder flott Spazierengehen sorgen hier für Abhilfe.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass die verletzte Haut im Analbereich richtig gepflegt und auf Hygiene geachtet wird. Der Patient sollte den Analbereich nach jedem Stuhlgang mit warmen Wasser reinigen und danach gegebenenfalls eine spezielle Pflegecreme auftragen. Die beschriebenen Maßnahmen helfen auch, wenn vergrößerte Hämorriden der Grund für blutigen Stuhl sind. Wenn blutiger Durchfall auf ernsthafte Erkrankungen zurückzuführen ist, wie zum Beispiel Morbus Crohn oder Darmkrebs, sollte von Experimenten mit Hausmitteln aber besser Abstand genommen werden, in diesen Fällen ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich.

Bücher über Durchfall

Quellen

  • Braun, J., Dormann A. J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2010
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 266. Auflage. De Gruyter, Berlin 2014
  • Winkler, R., Otto, P., Schiedeck, T.: Proktologie. Thieme, Stuttgart 2011

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