Blutfluss

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2016
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Als Blutfluss wird die Fortbewegung des Blutes im Körperkreislauf verstanden. Der Blutfluss wird von verschiedenen Gegebenheiten im Körper beeinflusst.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Blutfluss?

Blut ist eine Flüssigkeit des Körpers, die aus speziellen Blutzellen und aus flüssigem Blutplasma besteht. Über den Blutkreislauf verteilt sich das Blut im Körper. Der Blutkreislauf beginnt am Herzen. Verschiedene Blutgefäße wie Arterien, Arteriolen und Kapillaren verteilen das sauerstoffreiche Blut im Körper. Venolen und Venen transportieren das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen.

Die Fortbewegung des Blutes in den Blutgefäßen wird als Blutfluss bezeichnet. Der Blutfluss wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Er ist zum Beispiel abhängig vom Blutdruck, von der Viskosität des Blutes und vom Widerstand der Blutgefäße.

Grundsätzlich folgt der Blutfluss aber den Gesetzen der Hämodynamik. Die Hämodynamik befasst sich mit den Strömungstechniken des Blutes. Die Blutströmung beeinflusst die Funktionalität des Körpers.

Gewebe, die aufgrund eines gestörten Blutflusses zu wenig Sauerstoff erhalten, können nicht mehr regelgerecht arbeiten. So können sich verschiedene Erkrankungen entwickeln. Auch schwerwiegende Erkrankungen, wie beispielsweise der Herzinfarkt oder der Schlaganfall beruhen auf einer Störung des Blutflusses.

Funktion & Aufgabe

Die Hämodynamik wird vom Blutdruck bestimmt. Der Blutdruck ist der Druck, der in einem bestimmten Abschnitt der Herztätigkeit im arteriellen Gefäßsystem herrscht. Durch einen zu hohen Blutdruck werden Gefäßwände oder Organe geschädigt. Ein zu niedriger Blutdruck hat einen langsameren Blutfluss zur Folge. Eine Minderdurchblutung von Geweben und Organen ist dann die Folge. Der Blutdruck wird auch in Abhängigkeit vom Gefäßzustand reguliert.

Ebenso spielen das Herzminutenvolumen und die Viskosität des Blutes eine Rolle. Das Herzminutenvolumen ist das Blutvolumen, das das Herz pro Minute in den Blutkreislauf befördert. Die Blutviskosität ist die Zähflüssigkeit des Blutes. Sie hängt unter anderem von dem Gehalt an Blutzellen, von der Verformbarkeit der roten Blutkörperchen und von der Zusammenballung der roten Blutkörperchen ab. Auch Temperatur und die Strömungsgeschwindigkeit, die wiederum vom Gefäßzustand und auch vom Blutdruck abhängt, beeinflussen die Viskosität des Blutes. Über die Veränderung einzelner Parameter kann der Körper die Durchblutung der einzelnen Organe regulieren. Ziel ist, dass der Bedarf jedes einzelnen Organs optimal gedeckt wird.

Als Blutfluss wird die Fortbewegung des Blutes im Körperkreislauf verstanden.

Durch die Regulierung wird auch dafür gesorgt, dass trotz der Druckunterschiede zwischen der Auswurfphase (Systole) und der Füllungsphase (Diastole) des Herzens das Blut größtenteils gleichmäßig durch den Körper fließt. Für diesen gleichmäßigen Blutfluss sorgt auch die Windkesselfunktion der Hauptschlagader (Aorta). Während der Systole dehnt sich die Aorta aus. Dadurch nimmt sie einen Teil des ausgeworfenen Blutes auf. Während der Diastole zieht sie sich zusammen und das gesammelte Blut fließt ins Gefäßsystem. Würden die Gefäße nicht mit dieser elastischen Ausdehnung reagieren, so würde das Blut immer stoßweise durch den Körper fließen.

Die Blutdruckwelle bewegt sich bei einem jungen Menschen mit durchschnittlich sechs Metern pro Sekunde durch den Körper. Beim alten Menschen verdoppelt sich diese Zeit aufgrund der geringeren Gefäßelastizität auf zwölf Meter pro Sekunde.

Der Blutfluss in den Arterien hängt zu einem großen Teil von der Pumpleistung des Herzens ab. In den Venen spielen andere Mechanismen eine Rolle. Wichtig sind hier zum Beispiel die Venenklappen. Sie verhindern, dass das Blut zurückfließen kann. Auch die umliegenden Muskeln sorgen via Muskelpumpe dafür, dass das venöse Blut aus der Peripherie zum Herzen zurückfließen kann.

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Krankheiten & Beschwerden

Ein gestörter Blutfluss im arteriellen System führt zu einer mangelnden Versorgung der Organe und Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Eine Erkrankung, die durch einen gestörten Blutfluss hervorgerufen wird, ist beispielsweise die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Sie wird durch einen fortschreitenden Verschluss der Bein- oder Armarterien verursacht. Infolge von Arteriosklerose kann das Blut in den betroffenen Gefäßen nicht mehr ungestört fließen. Es kommt zu einer Unterversorgung der Beine oder Arme. Im Stadium I der Erkrankung bemerken die Patienten den gestörten Blutfluss in der Regel noch nicht. Im Stadium II, der Claudicatio intermittens, entwickeln sie Beschwerden beim Gehen. Im Stadium IIb liegt die beschwerdefreie Gehstrecke unter 200 m. Das Stadium III geht sogar mit Ruheschmerzen einher. Im Stadium IV entwickeln sich aufgrund der Unterversorgung Geschwüre und Nekrosen.

Das Pendant zur pAVK im venösen System ist die chronisch venöse Insuffizienz. Durch eine pathologische Veränderung der Beinvenen entwickeln sich Abflussbehinderungen und Mikrozirkulationsstörungen im Bereich der Füße und der Unterschenkel. Verursacht wird die chronisch venöse Insuffizienz durch eine Druckerhöhung in den Beinvenen. Der Druck kann beispielsweise durch Thrombosen in den Beinvenen, durch eine fehlende Muskelpumpe oder durch eine Fehlfunktion der Venenklappen steigen. Durch den gestörten Blutfluss entwickeln sich Ödeme an den Unterschenkeln. Auch dunkelblaue Hautveränderungen werden sichtbar. Das Stadium zwei geht mit Hämosiderose und Purpura an der Haut der Unterschenkel einher. Es kommt zu Stauungsekzemen und einer Blaufärbung der Haut. Endstadium der chronisch venösen Insuffizienz ist das Ulcus cruris. Es handelt sich dabei um eine tiefe und nässende Wunde am Unterschenkel. Auslöser ist oft eine kleine Verletzung, die aufgrund des gestörten Blutflusses nicht ausheilen kann.

Ein Ulcus cruris tritt auch gehäuft beim Diabetes mellitus auf. Hier liegt die Ursache ebenfalls in einer Störung des Blutflusses. Der Diabetes mellitus führt in seinem Verlauf sowohl zu einer gestörten Mikro- als auch zu einer gestörten Makrozirkulation.

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