Blut spucken

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Patienten, die Blut spucken, befinden sich in einem möglicherweise lebensgefährlichen Zustand. Meist wird Bluterbrechen durch eine Blutung im gastrointestinalen Trakt verursacht. Bei der Behandlung muss zuerst die Blutungsquelle gestillt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Blut spucken?

Blut spucken, auch Hämatemesis genannt, ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, bei der Betroffene Blut erbrechen. Der Ursprung des erbrochenen Blutes liegt meist in der Speiseröhre, dem Magen oder dem Zwölffingerdarm.

Da Blutungen des Gastrointestinaltrakts eine relativ hohe Sterblichkeitsrate von ca. 10% aufweisen, muss Bluterbrechen sofort ärztlich behandelt werden. Typischerweise ist das erbrochene Blut hellrot; bei Kontakt mit der Magensäure färbt es sich jedoch dunkel, weil die Salzsäure im Magen mit dem Hämoglobin des Blutes reagiert und Hämatin bildet.

Bluthusten darf nicht mit Blut spucken verwechselt werden, da es sich um zwei unabhängige Krankheitsbilder handelt. Erbricht der Patient mehr als einen halben Liter Blut, besteht Lebensgefahr. Allgemein besteht bei Blut spucken die Gefahr einer Anämie sowie eines Kreislaufversagens. Wenn der Körper zu viel Blut verliert, kommt es zu einem Schockzustand mit Herzrasen, Bewusstseinsstörungen und Atemnot.

Ursachen

Es gibt verschiedene Erkrankungen, welche mit Blut spucken einhergehen. Grundsätzlich weist Bluterbrechen auf eine gastrointestinale Blutung hin. Die häufigste Ursache von Blut spucken ist ein Geschwür im Magen- bzw. Zwölffingerdarm.

Geschwüre können zu bluten beginnen, was das Bluterbrechen auslöst. Beinahe ebenso häufig sind geplatzte Krampfadern in der Speiseröhre oder dem Magen. In diesem Fall spricht man von geplatzten Varizen. Eine Schädigung oder Verletzung der Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt kann dazu führen, dass Betroffene Blut spucken.

Eine Schädigung der Magenschleimhaut, welche zu Geschwüren führen kann, wird unter anderem durch Rauchen, die Einnahme von Schmerzmitteln sowie falsche Ernährung verursacht. Das Mallory-Weiss-Syndrom geht mit schwallartigem Erbrechen von Blut aufgrund von Läsionen in der Speiseröhre einher. Blut spucken kann auch eine Folge von Magenkrebs sein. Liegt ein besonders schwerer Fall von Nasenbluten vor, kann es vorkommen, dass die Patienten Blut spucken. Dies liegt daran, dass viel Blut geschluckt wird.

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Diagnose & Verlauf

Allgemein besteht bei Blut spucken die Gefahr einer Anämie sowie eines Kreislaufversagens. Wenn der Körper zu viel Blut verliert, kommt es zu einem Schockzustand mit Herzrasen, Bewusstseinsstörungen und Atemnot.

Bei Blut spucken muss im Rahmen der Diagnosestellung möglichst schnell die zugrunde liegende Krankheit gefunden werden. Die Krankengeschichte des Patienten ist von großer Bedeutung, da der Arzt hier möglicherweise Hinweise auf Vorerkrankungen findet, welche mit Bluterbrechen einhergehen können.

Zur Diagnosestellung wird auch die Färbung des erbrochenen Blutes herangezogen. Ist das Blut hellrot, bedeutet das, dass die Ursache oberhalb des Magens, also in der Speiseröhre liegt. Weist das Blut eine dunkelbraune Färbung auf, deutet das auf eine Blutungsquelle im Magen- bzw. Zwölffingerdarm hin. Um die Quelle der Blutung lokalisieren zu können, wird eine Spiegelung des Gastrointestinaltrakts bzw. der Speiseröhre durchgeführt.

Zusätzlich können Bluttests, Röntgenuntersuchungen sowie ein Ultraschall zur Diagnosestellung notwendig sein. Der Verlauf von Bluterbrechen hängt wesentlich von der Grunderkrankung und einer raschen Diagnose ab. Kann die Blutung rasch gestillt werden, ist der Verlauf im Großteil der Fälle als positiv anzusehen. Allerdings besteht Lebensgefahr, wenn der Patient innerhalb kurzer Zeit viel Blut spuckt und die Ursache unklar ist.

Komplikationen

Wenn Patienten Blut spucken, muss schnellstens etwas unternommen werden. Blut spucken kann lebensbedrohlich sein, deshalb muss immer erst die Blutung gestillt werden. Meist liegt die Ursache im Magen oder dem Zwölffingerdarm, doch auch die Speiseröhre kann der Auslöser sein. Blut spucken muss schnellstens ärztlich behandelt werden, bei diesem Krankheitsbild ist die Sterblichkeitsrate sogar relativ hoch.

Das erbrochene Blut ist meist von hellroter Farbe, wird jedoch dunkel gefärbt, wenn es mit Magensäure in Berührung kommt. Nun darf Blut spucken nicht mit Blut husten verwechselt werden, es sind zwei total verschiedene Krankheitsbilder. Wenn es sich jedoch um Blut spucken handelt und erbricht der Patient mehr als einen halben Liter Blut, besteht höchste Lebensgefahr.

Es kann viele Gründe haben, warum es zu Blut spucken kommt, doch meist ist die Ursache im Magen oder dem Zwölffingerdarm zu suchen. Es sind hier Geschwüre, die das Blut spucken auslösen. Häufig sind es auch geplatzte Krampfadern in diesem Bereich oder es ist die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt verletzt. Daraus können sich Geschwüre bilden, die durch das Rauchen, einer falschen Ernährung oder der Einnahme von Schmerztabletten verursacht werden. Bei manchen Patienten wird auch Magenkrebs diagnostiziert. Ebenfalls kann das Blut spucken von sehr starkem Nasenbluten kommen, es wird einfach zu viel Blut geschluckt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Blut im Speichel kann ein deutlicher Hinweis auf eine ernste Erkrankung sein. Wer Blut spuckt oder hustet, sollte deshalb möglichst rasch einen Arzt aufsuchen, insofern die Ursache nicht klar ist. Ist die Ursache bekannt und erscheint harmlos (Verletzungen im Mund- und Rachenraum, Zahnfleischbluten, Erkältung u.a.), müssen die Symptome zumindest beobachtet werden.

Bleiben die Beschwerden bestehen oder handelt es sich bei dem Auswurf um reines Blut, liegt womöglich eine ernste Ursache vor – ein Arztbesuch ist anzuraten, bei akuten Beschwerden sollte ein Notarzt eingeschaltet werden. Blut spucken oder husten, welches über mehrere Tage bestehen bleibt oder mit Begleiterscheinungen wie Schluckbeschwerden, Schmerzen im Lungen- und Rachenbereich oder Bruststechen einhergehen, bedarf ebenfalls einer ärztlichen Abklärung.

Auch sollte bei bestehenden Grunderkrankungen wie einer Immunschwäche oder einer Grippe grundsätzlich ein Mediziner hinzugezogen werden, um eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes zu verhindern. Bei Kindern und Säuglingen, die Blut spucken, muss generell zum Arzt gegangen werden. Dasselbe gilt, wenn die Beschwerden unmittelbar nach dem Verzehr saurer, reizender oder scharfer Lebensmittel oder nach Konsum von Genussmitteln oder Drogen auftreten. Werden die Beschwerden durch Medikamente, einen Unfall oder den Kontakt mit giftigen Stoffen verursacht, empfiehlt sich ebenfalls ein Arztbesuch. Durch eine Speichelprobe kann die Ursache in der Regel zweifelsfrei abgeklärt werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Blut spucken besteht zuerst einmal darin, die Blutungsquelle zu finden und die Blutung zu stillen. Dies ist wichtig, damit der Blutverlust minimiert und ein Kreislaufzusammenbruch des Patienten verhindert wird.

Um den Kreislauf aufrechtzuerhalten, wird darüber hinaus ein venöser Zugang gelegt. Um den Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten auszugleichen, wird dem Patienten intravenös Kochsalzlösung verabreicht. Weiterhin kann eine Bluttransfusion notwendig sein, wenn der Patient bereits große Mengen an Blut verloren hat. Mittels einer Notfallendoskopie wird gleichzeitig die Blutungsquelle identifiziert. Nach der Versorgung des Körpers mit Flüssigkeit, geht es darum, die Blutung zu stoppen.

Liegt ein blutendes Magengeschwür vor, ist häufig ein chirurgischer Eingriff notwendig, um das Geschwür zu entfernen. Wurde das Geschwür durch Bakterien verursacht, muss der Patient nach der Operation Antibiotika einnehmen. Eine geplatzte Krampfader im Ösophagus wird endoskopisch verödet, wodurch die Blutung rasch gestillt wird. Nach der notfallmedizinischen Behandlung erfolgt eine langfristige Therapie, welche die Ursachen der Hämatemesis angeht.

Hierbei kann zum Beispiel ein Ernährungsberater eingesetzt werden, um zusammen mit dem Patienten einen entsprechenden Ernährungsplan auszuarbeiten. Je nach Ursache des Bluterbrechens muss der Patient eventuell über einen längeren Zeitraum hinweg Medikamente einnehmen, um den gastrointestinalen Trakt zu schonen.

Aussicht & Prognose

Den Verlauf bzw. eine präzise Prognose abzugeben, ist beim Blutspucken äußerst schwer, da die ursachen vielfältig sein können. Die häufigste ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Zahnfleischentzündung. Dabei kommt es zu realtiv wenig Austritt von Blut, sodass keine weitere Behandlung erforderlich ist. Die Blutungen hören in so einem Fall von alleine auf und sollten nach drei bis vier Tagen vollständig verschwunden sein.

Anders sieht die Prognose bei einer ernsthaften Erkrankung aus. Generell gilt: Kommt es zum Blutspucken aufgrund eines Magengeschwürs, Magenkrebs, Alkoholismus oder Speiseröhrenkrebs, so muss dies zwingened ärztlich behandelt werden. Bei einer Nichtbehandlung verlaufen diese Krankheiten in der Regel tödlich oder führen zu schwerwiegenden Folgeschäden.

Allerdings ist auch mit einer entsprechenden Behandlung keine Garantie auf eine vollständige Genesung gegeben. Besonders bei unterschiedlichen Krebsarten ist der Zeitpunkt der Diagnose überaus entscheidend. Umso eher der Krebs entdeckt wird, desto besser stehen die Chancen auf eine vollständige Genesung.

Bei der Diagnose wird zudem die Farbe, die Menge und die Häufigkeit des Blutes in Betracht gezogen. Nach der Berücksichtigung dieser Faktoren kann in der Regel eine zuverlässigere Prognose bzw. Aussicht gestellt werden.

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Vorbeugung

Um Blut spucken zu vermeiden, sollte vor allem auf einen gesunden Magen-Darm-Trakt geachtet werden. Schleimhautschäden, die sich zu Geschwüren weiterentwickeln, können durch einen gesunden Lebensstil vorgebeugt werden. So sollte unter anderem auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden.

Es lohnt sich darüber hinaus, den Konsum von Alkohol und Nikotin stark einzuschränken, da diese Substanzen die Schleimhaut des Verdauungstrakts schädigen. Außerdem sollten Schmerzmedikamente wie Aspirin nicht über längere Zeit hinweg eingenommen werden, da diese das Risiko einer gastrointestinalen Blutung erhöhen.

Das können Sie selbst tun

Blut spucken deutet auf eine ernsthafte Erkrankung der Atemwege oder inneren Organe hin und bedarf einer umgehenden ärztlichen Abklärung. Begleitend dazu helfen verschiedene Hausmittel und Maßnahmen gegen den blutigen Auswurf. Zunächst empfiehlt es sich, viel zu trinken und den Konsum von Alkohol und Zigaretten einzustellen. Nahrungsmittel, welche die Schleimhäute weiter reizen könnten, gilt es zu vermeiden.

Bei blutigem Auswurf in Folge einer Bronchitis empfehlen sich Hausmittel wie Thymian, Isländisches Moos und Eibischwurzel. Das Inhalieren einer Salzlösung beruhigt die Atemwege und spült das Blut auf natürliche Weise aus. Daneben empfehlen sich auch Süßholzwurzel und Salbei, die in Form von Tee eingenommen werden können. Außerdem sollte der Rachenraum warm gehalten werden. Je nach Beschwerdebild kann die Brust auch gekühlt und mit homöopathischen, schleimlösenden Salben eingerieben werden.

Begleitende Beschwerden sollten vor dem Arztbesuch in einem Krankentagebuch notiert und möglichst ausführlich beschrieben werden. Nach Möglichkeit kann außerdem etwas Blut in ein Glas gefüllt und mit zum Arzt genommen werden. Bei starkem Bluthusten muss in jedem Fall sofort der Notarzt gerufen und gegebenenfalls Erste Hilfe geleistet werden.

Bücher über Erbrechen

Quellen

  • Bley, C.-H., Centgraf, M.: I care Anatomie, Physiologie. Thieme, Stuttgart 2015
  • Braun, J., Dormann, A.J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart, 2013

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