Blow-out-Fraktur

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 13. Oktober 2016
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Bei einer Blow-out-Fraktur handelt es sich um einen Bruch im sogenannten Orbitaboden. Die Blow-out-Fraktur wird in vielen Fällen auch als Orbitabodenfraktur oder als Überdruckfraktur bezeichnet. Eine Blow-out-Fraktur ist durch den Bruch des Bodens der Augenhöhle bis zur Kieferhöhle gekennzeichnet. Bei einer leicht ausgeprägten Fraktur ist der Knochen lediglich angebrochen. Jedoch kann der Orbitaboden im Rahmen einer Blow-out-Fraktur auch von einem vollständigen Durchbruch betroffen sein.

Inhaltsverzeichnis

Blow-out-Fraktur?

Eine Blow-out-Fraktur entsteht im überwiegenden Teil der Fälle in Folge einer stumpfen Krafteinwirkung auf den entsprechenden Bereich des Gesichts. Dies ist zum Beispiel durch einen Schlag mit der Faust oder eine Verletzung durch einen Tennisball möglich. Aufgrund der Krafteinwirkung bricht der Augenhöhlenboden. Die Blow-out-Fraktur geht häufig mit einer fehlerhaften Wahrnehmung einher.

So klagen zahlreiche betroffene Personen über Doppelbilder und ausgeprägte Störungen der Beweglichkeit der Augen. Im Rahmen einer Blow-out-Fraktur ist in erster Linie die passive Beweglichkeit beeinträchtigt. Grund dafür ist, dass Binde- und Muskelgewebe in vielen Fällen in der Bruchspalte eingeklemmt werden, die durch die Fraktur entsteht.

Auch können Muskelhämatome auftreten, die Störungen der Beweglichkeit zur Folge haben. Bei der Orbita handelt es sich um den Boden der Augenhöhle, der von knöcherner Struktur ist. Bei einem Bruch des Augenhöhlenbodens sinkt der Inhalt der Orbita in das sogenannte Kieferhöhlenlumen ein.

Ursachen

Eine Blow-out-Fraktur bildet sich üblicherweise durch eine punktuelle und direkte Gewalteinwirkung, die im Areal des Augapfels (medizinische Bezeichnung Bulbus) eintrifft. Die Kraft schlägt frontal auf den Augapfel auf. In der Folge bildet sich eine Fraktur im Orbitaboden, wobei auch die Kieferhöhle einbricht.

Darüber hinaus sinkt der Bulbus ein, weshalb die Gefahr besteht, dass die Weichteile der Augen eingeklemmt und verletzt werden. Die Gewalteinwirkung auf den Augapfel kann auch in axialer Richtung erfolgen. In einigen Fällen tritt die Blow-out-Fraktur auch in Kombination mit einem Bruch des medialen Jochbogens auf.

Ebenso kann es begleitend zu einer Fraktur am Rand der Infraorbita kommen. Dabei handelt es sich um den Bereich unterhalb der Augenhöhle. Im Rahmen einer Differenzialdiagnose sind mechanische Einschränkungen, die in der Folge einer Blow-out-Fraktur auftreten, von neurogen verursachten Beeinträchtigungen abzugrenzen.

Um tatsächliche Lähmungen der Augenmuskeln von mechanisch verursachten Einschränkungen der Augenbewegungen zu unterscheiden, kommt der genannte Traktionstest zum Einsatz. Damit wird die passive Beweglichkeit der Augen geprüft.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die typischen Symptome, die im Rahmen einer Blow-out-Fraktur auftreten, können verschieden sein. Die Beschwerden variieren in Abhängigkeit des Schweregrads und der Ausprägung der Fraktur. So ist eine Erhöhung des Augeninnendrucks möglich, wenn die betroffene Person in die Richtung der eingeschränkten Beweglichkeit schaut.

Darüber hinaus treten im Rahmen einer Blow-out-Fraktur in zahlreichen Fällen Störungen der Sensibilität in der Gegend von Oberlippe und Wangen auf. Zudem bilden sich mitunter sogenannte Monokelhämatome. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form von Hämatomen, die sowohl das Oberlid als auch das Unterlid betreffen.

Ein weiteres mögliches Symptom einer Blow-out-Fraktur ist ein sogenannter Enophthalmus. Dieser bezeichnet einen Augapfel, der in den Gesichtsschädel eingesunken ist. Mitunter ist die Blickwendung des Auges eingeschränkt oder gar vollkommen aufgehoben. Begleitend dazu ist in der Regel der Musculus rectus inferior betroffen. Auch sind diverse Verletzungen am Auge möglich wie etwa Zerreißungen, Einblutungen oder auch Ablösungen der Retina.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um die sichere Diagnose einer Blow-out-Fraktur zu stellen, kommt eine Vielzahl an untersuchungstechnischen Methoden und Maßnahmen in Betracht. Als Erstes muss der Unfallhergang exakt dokumentiert werden. Im Anschluss daran untersucht der behandelnde Arzt den betroffenen Bereich auf das Vorliegen eines Enophthalmus sowie einer Fehlstellung der Augäpfel.

Auch eine mögliche Stufenbildung im Gesicht, hervorgerufen durch die Fraktur, wird inspiziert. Schließlich wird die Beweglichkeit des Augapfels getestet, indem der betroffene Patient mögliche Seheinschränkungen beschreiben muss. Dabei wird die Person zum Beispiel im Hinblick auf Doppelbildsehen befragt.

Zusätzlich wird auch der HNO-Status des Patienten überprüft. Darüber hinaus wird in der Regel eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, bei der unter anderem mögliche Knochenfragmente gesichtet werden.

Behandlung & Therapie

Die Therapie einer Blow-out-Fraktur kann auf verschiedene Weise erfolgen. Zunächst wird in der Regel der Orbitaboden im Rahmen eines operativen Eingriffs rekonstruiert. Dazu kommen beispielsweise Kunststoff oder ein metallisches Osteosynthesematerial zum Einsatz. Liegen lediglich Überdruckfrakturen vor, ist eine operative Therapie in einigen Fällen nicht zwingend erforderlich.

Oftmals treten spontane Verbesserungen des Zustands auf, die in erster Linie innerhalb des ersten Monats nach dem Unfall auftreten. Daher sind etwaige Behandlungen und operative Eingriffe vorher genauestens abzuwägen. Auch eine konservative Therapie der Blow-out-Fraktur kommt in Frage, wenn sich keine Symptome zeigen und keine dislozierte Fraktur in der Röntgenuntersuchung nachgewiesen werden kann.

Auf der anderen Seite erfordern dislozierte Frakturen in der Regel eine operative Intervention, insbesondere wenn Beschwerden wie Sensibilitätsstörungen und Doppelbildsehen vorliegen.




Vorbeugung

Konkrete Maßnahmen zur Vorbeugung einer Blow-out-Fraktur existieren nicht. Bei tendenziell riskanten Sportarten, etwa dem Boxen, empfiehlt sich das Tragen eines entsprechenden Gesichtsschutzes. Bei langanhaltenden Schmerzen in der Folge eines Schlags auf das Gesicht ist ein Arzt zu konsultieren, um eine eventuelle Blow-out-Fraktur angemessen zu therapieren.

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