Blow-out-Fraktur

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. August 2017
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Bei einer Blow-out-Fraktur handelt es sich um einen Bruch im sogenannten Orbitaboden. Die Blow-out-Fraktur wird in vielen Fällen auch als Orbitabodenfraktur oder als Überdruckfraktur bezeichnet. Eine Blow-out-Fraktur ist durch den Bruch des Bodens der Augenhöhle bis zur Kieferhöhle gekennzeichnet. Bei einer leicht ausgeprägten Fraktur ist der Knochen lediglich angebrochen. Jedoch kann der Orbitaboden im Rahmen einer Blow-out-Fraktur auch von einem vollständigen Durchbruch betroffen sein.

Inhaltsverzeichnis

Blow-out-Fraktur?

Eine Blow-out-Fraktur entsteht im überwiegenden Teil der Fälle in Folge einer stumpfen Krafteinwirkung auf den entsprechenden Bereich des Gesichts. Dies ist zum Beispiel durch einen Schlag mit der Faust oder eine Verletzung durch einen Tennisball möglich. Aufgrund der Krafteinwirkung bricht der Augenhöhlenboden. Die Blow-out-Fraktur geht häufig mit einer fehlerhaften Wahrnehmung einher.

So klagen zahlreiche betroffene Personen über Doppelbilder und ausgeprägte Störungen der Beweglichkeit der Augen. Im Rahmen einer Blow-out-Fraktur ist in erster Linie die passive Beweglichkeit beeinträchtigt. Grund dafür ist, dass Binde- und Muskelgewebe in vielen Fällen in der Bruchspalte eingeklemmt werden, die durch die Fraktur entsteht.

Auch können Muskelhämatome auftreten, die Störungen der Beweglichkeit zur Folge haben. Bei der Orbita handelt es sich um den Boden der Augenhöhle, der von knöcherner Struktur ist. Bei einem Bruch des Augenhöhlenbodens sinkt der Inhalt der Orbita in das sogenannte Kieferhöhlenlumen ein.

Ursachen

Eine Blow-out-Fraktur bildet sich üblicherweise durch eine punktuelle und direkte Gewalteinwirkung, die im Areal des Augapfels (medizinische Bezeichnung Bulbus) eintrifft. Die Kraft schlägt frontal auf den Augapfel auf. In der Folge bildet sich eine Fraktur im Orbitaboden, wobei auch die Kieferhöhle einbricht.

Darüber hinaus sinkt der Bulbus ein, weshalb die Gefahr besteht, dass die Weichteile der Augen eingeklemmt und verletzt werden. Die Gewalteinwirkung auf den Augapfel kann auch in axialer Richtung erfolgen. In einigen Fällen tritt die Blow-out-Fraktur auch in Kombination mit einem Bruch des medialen Jochbogens auf.

Ebenso kann es begleitend zu einer Fraktur am Rand der Infraorbita kommen. Dabei handelt es sich um den Bereich unterhalb der Augenhöhle. Im Rahmen einer Differenzialdiagnose sind mechanische Einschränkungen, die in der Folge einer Blow-out-Fraktur auftreten, von neurogen verursachten Beeinträchtigungen abzugrenzen.

Um tatsächliche Lähmungen der Augenmuskeln von mechanisch verursachten Einschränkungen der Augenbewegungen zu unterscheiden, kommt der genannte Traktionstest zum Einsatz. Damit wird die passive Beweglichkeit der Augen geprüft.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die typischen Symptome, die im Rahmen einer Blow-out-Fraktur auftreten, können verschieden sein. Die Beschwerden variieren in Abhängigkeit des Schweregrads und der Ausprägung der Fraktur. So ist eine Erhöhung des Augeninnendrucks möglich, wenn die betroffene Person in die Richtung der eingeschränkten Beweglichkeit schaut.

Darüber hinaus treten im Rahmen einer Blow-out-Fraktur in zahlreichen Fällen Störungen der Sensibilität in der Gegend von Oberlippe und Wangen auf. Zudem bilden sich mitunter sogenannte Monokelhämatome. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form von Hämatomen, die sowohl das Oberlid als auch das Unterlid betreffen.

Ein weiteres mögliches Symptom einer Blow-out-Fraktur ist ein sogenannter Enophthalmus. Dieser bezeichnet einen Augapfel, der in den Gesichtsschädel eingesunken ist. Mitunter ist die Blickwendung des Auges eingeschränkt oder gar vollkommen aufgehoben. Begleitend dazu ist in der Regel der Musculus rectus inferior betroffen. Auch sind diverse Verletzungen am Auge möglich wie etwa Zerreißungen, Einblutungen oder auch Ablösungen der Retina.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um die sichere Diagnose einer Blow-out-Fraktur zu stellen, kommt eine Vielzahl an untersuchungstechnischen Methoden und Maßnahmen in Betracht. Als Erstes muss der Unfallhergang exakt dokumentiert werden. Im Anschluss daran untersucht der behandelnde Arzt den betroffenen Bereich auf das Vorliegen eines Enophthalmus sowie einer Fehlstellung der Augäpfel.

Auch eine mögliche Stufenbildung im Gesicht, hervorgerufen durch die Fraktur, wird inspiziert. Schließlich wird die Beweglichkeit des Augapfels getestet, indem der betroffene Patient mögliche Seheinschränkungen beschreiben muss. Dabei wird die Person zum Beispiel im Hinblick auf Doppelbildsehen befragt.

Zusätzlich wird auch der HNO-Status des Patienten überprüft. Darüber hinaus wird in der Regel eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, bei der unter anderem mögliche Knochenfragmente gesichtet werden.

Komplikationen

Bei einer Blow-out-Fraktur können unterschiedliche Komplikationen auftreten, die von der Schwere des Symptoms abhängen. In den meisten Fällen führt eine Blow-out-Fraktur zu einer verminderten Beweglichkeit des Auges und damit oft zu einer eingeschränkten Sehstärke. Oft kommt es aufgrund der Blow-out-Fraktur auch zu Sensibilitätsstörungen. Diese können an unterschiedlichen Regionen auftreten.

Dazu gehören vor allem die Lippen und die Wangen. Allerdings können auch Nase und Backen von diesen Störungen betroffen sein. Im schlimmsten Falle kann das Auge durch die Blow-out-Fraktur nicht mehr bewegt werden. Hinzu kommen mögliche Schäden, die am Auge selbst auftreten. Dazu gehören Blutungen, Zerreißungen oder Schäden an der Retina selbst.

In den meisten Fällen kann eine Blow-out-Fraktur relativ gut behandelt werden, meistens ist jedoch ein operativer Eingriff notwendig, um den Schaden zu beheben. Vor allem nach einem Unfall sollte ein Arzt aufgesucht werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Nach der Behandlung selbst treten in der Regel keine weiteren Komplikationen auf.

Die Sehstärke kann in machen Fällen eingeschränkt sein, was allerdings nicht universell vorausgesagt werden kann. Um eine Blow-out-Fraktur zu vermeiden, sollte vor allem bei Kampfsportarten ein Gesichtsschutz getragen werden, um Verletzungen am Auge zu vermeiden. Komplikationen treten nur dann auf, wenn das Symptom nicht umgehend behandelt wird.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

In der Regel wird der Betroffene bei einer Blow-out-Fraktur schon direkt in ein Krankenhaus eingeliefert oder von einem Notarzt behandelt. Aus diesem Grund ist ein zusätzlicher Besuch beim Arzt nicht notwendig. Ein Arzt sollte dann aufgesucht werden, wenn der Patient an starken Schmerzen an den betroffenen Stellen leidet. Auch eine eingeschränkte Beweglichkeit oder Lähmungen und Störungen der Sensibilität können auf die Blow-out-Fraktur hindeuten und sollten untersucht werden.

Normalerweise können die Augenlider nicht mehr bewegt werden, was zu deutlichen Einschränkungen im Alltag des Patienten führt. Weiterhin ist ein Arzt aufzusuchen, wenn es zu Schwellungen oder zu Einblutungen an den betroffenen Regionen kommt. Ein Arzt muss sofort aufgesucht werden, wenn es durch die Blow-out-Fraktur zu Sehbeschwerden oder zu einer verringerten Sehstärke kommt. Die Behandlung erfolgt in einem Krankenhaus. Möglicherweise ist der Betroffene auch auf den Besuch bei einem Augenarzt angewiesen, falls es zu Sehbeschwerden durch die Blow-out-Fraktur kommt.

Behandlung & Therapie

Die Therapie einer Blow-out-Fraktur kann auf verschiedene Weise erfolgen. Zunächst wird in der Regel der Orbitaboden im Rahmen eines operativen Eingriffs rekonstruiert. Dazu kommen beispielsweise Kunststoff oder ein metallisches Osteosynthesematerial zum Einsatz. Liegen lediglich Überdruckfrakturen vor, ist eine operative Therapie in einigen Fällen nicht zwingend erforderlich.

Oftmals treten spontane Verbesserungen des Zustands auf, die in erster Linie innerhalb des ersten Monats nach dem Unfall auftreten. Daher sind etwaige Behandlungen und operative Eingriffe vorher genauestens abzuwägen. Auch eine konservative Therapie der Blow-out-Fraktur kommt in Frage, wenn sich keine Symptome zeigen und keine dislozierte Fraktur in der Röntgenuntersuchung nachgewiesen werden kann.

Auf der anderen Seite erfordern dislozierte Frakturen in der Regel eine operative Intervention, insbesondere wenn Beschwerden wie Sensibilitätsstörungen und Doppelbildsehen vorliegen.

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Vorbeugung

Konkrete Maßnahmen zur Vorbeugung einer Blow-out-Fraktur existieren nicht. Bei tendenziell riskanten Sportarten, etwa dem Boxen, empfiehlt sich das Tragen eines entsprechenden Gesichtsschutzes. Bei langanhaltenden Schmerzen in der Folge eines Schlags auf das Gesicht ist ein Arzt zu konsultieren, um eine eventuelle Blow-out-Fraktur angemessen zu therapieren.

Das können Sie selbst tun

In der Regel kann der Betroffene die Heilung und Genesung bei der Blow-out-Fraktur mit einigen Mittel selbst beschleunigen. Die Patienten sollten dabei auf das Schnäuzen verzichten, da dadurch die Beschwerden in den meisten Fällen verstärkt werden. Auch abschwellende Nasentropfen können die Beschwerden lindern und den Alltag des Patienten weiterhin erleichtern.

Da in vielen Fällen bei einer Blow-out-Fraktur auch Antibiotika eingenommen werden müssen, muss der Betroffene in dieser Zeit auf Alkohol verzichten, um die Wirkung des Antibiotikums nicht abzuschwächen. Da die Behandlung dieser Krankheit in der Regel durch einen operativen Eingriff stattfindet, muss sich der Betroffene danach vor allem schonen und ausruhen. Bettruhe und Entspannung wirken sich dabei ebenfalls sehr positiv auf den Krankheitsverlauf dieser Beschwerde aus. Mit Hilfe von lindernden und abschwellenden Cremes können die Beschwerden dabei minimiert werden.

Sollte der Betroffene allerdings an Sehbeschwerden oder an Störungen der Sensibilität leiden, so muss ein Arzt aufgesucht werden, da diese Beschwerden der Blow-out-Fraktur nicht mit Mitteln der Selbsthilfe gelindert werden können. Weiterhin sollte bei gefährlichen Sportarten ein Gesichtsschutz getragen werden, um das erneute Auftreten einer Fraktur zu vermeiden.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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