Blount-Krankheit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 8. November 2016
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Die sogenannte Blount-Krankheit, auch Blount-Syndrom, Morbus Blount oder Erlacher-Blount-Syndrom genannt, bezeichnet ein gestörtes Wachstum des inneren Oberschenkelknochens (der Tibia). Hierdurch kommt es zu einer bogenförmigen Deformierung des Knochens, die sich meistens durch einen Knick direkt unterhalb des Knies zeigt. Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen sind beide Beine deformiert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Blount-Krankheit?

Die Blount-Krankheit oder auch das Blount-Syndrom bezeichnet ein fehlerhaftes Wachstum des inneren Oberschenkelknochens. Bei dieser Fehlbildung kommt es in der Regel zu einer bogenförmigen Deformierung oder auch Verbiegung des Knochens. Meistens bildet sich hierbei zudem ein Knick oder ein Bogen direkt unterhalb des Knies.

Des Weiteren fallen Patienten, die unter der Blount-Krankheit leiden, häufig durch unterschiedliche Längen der unteren Gliedmaßen und durch ein sehr auffällig hervorstehendes Schienbein auf. Sehr häufig tritt das Blount-Syndrom bereits im Kleinkindsalter auf, wird jedoch erst später bemerkt – zum Beispiel im Grundschulalter. Zudem wird unter zwei Arten unterschieden: der infantilen und der adoleszenten (verspäteten) Form.

Erstere Form tritt überwiegend bei Kindern unter zehn Jahren auf und betrifft beide Beine. Von letzterer Form sind oft Jugendliche, gehäuft an nur einem Bein, betroffen. Übergreifend sind allerdings in rund 60 Prozent der Fälle beide Beine des Patienten betroffen. Die tatsächliche Häufigkeit (Prävalenz) des Syndroms ist jedoch bis dato nicht gänzlich bekannt. Aber: Die Blount-Krankheit gilt als relativ selten und kommt gehäuft in den südafrikanischen Staaten auf.

Ursachen

Das Blount-Syndrom wird verschiedenen Experten und Studien nach oftmals durch Übergewicht und/oder durch recht frühes Laufen begünstigt. Des Weiteren wird oft ein vorzeitiger Verschluss oder auch eine Verschmälerung der medialen Wachstumsfuge des Oberschenkelknochens vermutet.

In diesem Fall sind die Kräfte, die zum Beispiel beim Laufen, auf die Wachstumsfuge einwirken zu groß – es kommt zur Verformung. Dennoch scheint es mehrere Faktoren zu geben, die eine Verformung des oberen Anteils der Tibia begünstigen können. Welche Rolle eventuell genetische Veranlagungen spielen, ist bis dato unbekannt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Blount-Krankheit zeigt sich grundlegend durch eine ein- oder durch eine beidseitige Verformung oder auch Verbiegung des Oberschenkelknochens. In der Medizin wird meistens von einer Deformation des oberen Anteils der Tibia gesprochen. Es wird zwischen einer frühen Form und einer Spätform unterschieden. Von ersterer sind sehr häufig übergewichtige Kinder unter dem zehnten Lebensjahr betroffen.

Die Spätform tritt gehäuft im Jugendalter und meistens nur einseitig auf – nur selten wird die Krankheit hier allerdings nach dem 15. Lebensjahr diagnostiziert. Im Volksmund werden Beine, die durch das Blount-Syndrom verformt sind, übrigens oft auch als "O-Beine" bezeichnet. Schmerzen verspüren die betroffenen Kinder meistens zwar nicht, nicht behandelt kann die Verformung aber später zu starken Beeinträchtigungen führen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Blount-Krankheit kann in der Regel erst ab dem zweiten Lebensjahr erfolgreich diagnostiziert werden, da eine leichte O-Form der Beine im sehr jungen Kindesalter nur schwer ersichtlich ist. Da die betroffenen Kinder zudem meistens keine Schmerzen und (zu Beginn) keine Beeinträchtigungen verspüren, wird die Krankheit ebenfalls häufig erst etwas später bemerkt.

Klinisch fallen betroffene Kinder meistens zwischen dem zweiten und zehnten Lebensjahr durch sichtliche "O-Beine" auf. Liegt der Verdacht vor, dass ein Patient unter dem Blount-Syndrom leidet, wird dieser Verdacht durch verschiedene Untersuchungen wie etwa Röntgenuntersuchungen bestätigt oder ausgeräumt. Ohne Behandlung kann die Deformation der Gliedmaßen übrigens schwere Ausmaße annehmen und schon recht früh zu Beschwerden oder Folgekrankheiten wie einer Arthritis der Kniegelenke führen.

Behandlung & Therapie

Liegt ein diagnostiziertes Blount-Syndrom vor, muss die orthopädische Behandlung jedem Kind und jedem Krankheitsbild spezifisch angepasst werden. Denn bei einer erfolgreichen Therapie kommt es vor allem auf den Typ, auf das Ausmaß der Erkrankung und der Verformung der oder des Oberschenkelknochens an.

Übergreifend erfolgt die Behandlung der Blount-Krankheit allerdings ganz konservativ mit Schienen. Diese müssen je nach Ausmaß der Erkrankung einige Wochen oder Monate, in manchen und eher wenigen Fällen einige Jahre getragen werden. Darüber hinaus können verschiedene orthopädische Maßnahmen (spezielle sportliche Übungen und mehr) die Therapie begleiten und optimieren.

Nur in wenigen, schwereren, ausgeprägten und/oder mit Schmerzen verbundenen Krankheitsfällen ist eine chirurgische Korrektur der Verformungen notwendig. Das ist häufiger bei der Spätform der Erkrankung notwendig als bei der Frühform.




Vorbeugung

Da das Zusammenwirken der einzelnen Ursachen und inwieweit genetische Veranlagungen eine Rolle spielen bei der Blount-Krankheit bis heute nicht gänzlich geklärt ist, ist es schwer, einer, Deformierung des Oberschenkelknochens vorzubeugen. Da verschiedenen Studien und Experten nach jedoch oft Kinder betroffen sind, die übergewichtig sind und früh mit dem Laufen begonnen haben, sollten Eltern auf diese beiden Faktoren verstärkt achten.

Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich, umgehend einen Arzt zurate ziehen. Dieser kann, wenn eine Erkrankung naheliegt oder diagnostiziert werden kann, frühzeitig eine Therapie in die Wege leiten – etwa, indem er Schienen anpassen lässt oder weitere orthopädische Maßnahmen verordnet.

So lässt sich eine Deformierung des oberen Anteils der Tibia vielleicht nicht immer vermeiden, aber deren Auswirkungen in Grenzen halten. Dem Kind aus Angst vor einer Erkrankung, etwa weil eventuell die Eltern oder Geschwister betroffen sind oder waren, das Laufen zu untersagen, das ist allerdings kein guter Weg der Vorbeugung.

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