Blepharitis (Lidrandentzündung)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. Dezember 2017
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Die Blepharitis oder Lidrandentzündung ist eine häufig auftretende Augenerkrankung. Juckende, brennende und gerötete Augen und Verklebungen an den Lidrändern, besonders nach dem Aufwachen, sind die typischen Beschwerden. Es gibt verschiedene Ursachen für eine Blepharitis. Eine Lidrandentzündung kann auch chronisch werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Blepharitis

Bei einer Blepharitis bzw. Lidrandentzündung sind die Augenlidränder entzündet. Eine Lidrandentzündung kann durch bakterielle Infektionen entstehen. Aber auch nicht-infektiöse Gründe können dafür verantwortlich sein.

Eine Blepharitis kann in einigen Fällen immer wieder auftreten und damit chronisch werden. Akute Entzündungen heilen meist innerhalb kurzer Zeit wieder ab, sofern sie richtig behandelt werden. Eine nicht behandelte Lidrandentzündung kann Schäden an den Augen verursachen. Eine ärztliche Behandlung ist daher immer anzuraten.

Typische Beschwerden sind gerötete, brennende und juckende Augen. Besonders nach dem Aufwachen können die Lidränder verklebt sein. Je nach Ursache für die Erkrankung werden verschiedene Therapien zur Behandlung einer Blepharitis angewandt.

Ursachen

Für eine Blepharitis kann es verschiedene Ursachen geben. In vielen Fällen wird sie durch eine bakterielle Infektion ausgelöst. Dabei sind Staphylokokken die häufigsten Auslöser für die Infektion. Staphylokokken befinden sich bei den meisten Menschen auf der Haut. Sie produzieren verschiedene Substanzen, die bei einem geschwächten Immunsystem Entzündungen verursachen können.

Eine Infektion durch Staphylokokken kann oftmals chronisch werden, da sich die Bakterien ständig auf der Haut befinden. Darüber hinaus kann eine Lidrandentzündung durch Infektionen, durch andere Bakterien oder Viren entstehen. Auch Filzläuse oder Milben lösen manchmal eine Blepharitis aus.

Verschiedene Funktionsstörungen der Talgdrüsen und die Hauterkrankung Rosacea sind ebenfalls in manchen Fällen Ursache für die Erkrankung. Außerdem kommen noch allergische Reaktionen, sowie äußere Reizfaktoren wie Zugluft, Hitze, Kälte, Staub, chemische Substanzen, Rauch und häufiges Augenreiben als Ursachen für eine Blepharitis in Frage.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bei einer Blepharitis kommt es typischerweise zu einem Brennen und Jucken in den Augen. Meist sind die Augen außerdem stark gerötet und verklebt. Vor allem morgens nach dem Aufwachen sind die Lidränder stark verkrustet und/oder verklebt, und die Augen lassen sich nicht ohne Weiteres öffnen. Die Betroffenen verspüren zudem ein Fremdkörpergefühl, dass im Verlauf der Entzündung zunimmt und ein starkes Unwohlsein verursacht.

Eine Lidrandentzündung kann zur Entstehung von Schuppen am Lidrand beziehungsweise Wimperansatz führen. Neben den Augen sind auch die Lidränder gerötet und feucht, wodurch sie den typischen Glanz erhalten. Durch den Ausfluss verkleben die Wimpern und wirken in der Folge ölig und fettig. Teilweise bilden sich im Bereich der Augen kleine ölige Tröpfchen, die ein starkes Brennen verursachen können, wenn sie in das Auge gelangen.

Eine Blepharitis ist manchmal mit weiteren Beschwerden wie Fieber oder Grippe verbunden. Dann können Symptome wie Müdigkeit, ein erhöhter Puls und Sekretausfluss aus der Nase hinzukommen. Äußerlich ist eine Entzündung des Lindrandes durch die auffällige Rötung und die Verklebungen zu erkennen. Anhand dieser Anzeichen kann die Erkrankung in der Regel eindeutig diagnostiziert werden.

Diagnose & Verlauf

Eine Blepharitis ist der medizinische Begriff für Entzündungen der Augenlider. Häufig tritt sie gemeinsam mit einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) auf.

Zur Diagnosestellung einer Blepharitis fragt der Arzt zunächst nach allen Beschwerden. Juckende, brennende und gerötete Augen und Verklebungen nach dem Aufwachen sind meist eindeutige Indizien für eine bestehende Lidrandentzündung.

Zur Festigung der Diagnose betrachtet der Augenarzt das Auge mit einer Spaltlampe. Eine Spaltlampe wirft einen spaltförmig gebündelten Lichtstrahl auf das Auge und macht es dem Arzt gleichzeitig möglich, Auge in vergrößerter Form zu betrachten. Treten die typischen Symptome einer Blepharitis auf, sollte unbedingt eine Abklärung beim Augenarzt erfolgen.

Komplikationen

Unbehandelt kann eine Lidrandentzündung zu Schäden am Auge führen. So kann es zu einer chronischen Bindehautentzündung, zu narbigen Veränderungen am Lidrand und zum Ausfall der Wimpern kommen. Eine akute Blepharitis heilt mit Behandlung innerhalb weniger Tage oder Wochen ab. Chronische Lidrandentzündungen lassen sich nicht heilen. Durch entsprechende Behandlung können die Beschwerden einer chronischen Blepharitis jedoch gelindert werden.

Bei einer Blepharitis kommt es vorwiegend zu Komplikationen und Beschwerden an den Augen. Dabei kann es zu Juckreiz oder zu Brennen in den Augen kommen. Die Lebensqualität wird durch die Blepharitis extrem verringert und die Symptome treten vor allem nach dem Schlafen beim Patienten auf. Falls die Blepharitis nicht durch einen Arzt behandelt wird, kann es dabei zu starken Schäden und Entzündungen am Auge kommen.

Hierbei kann sich eine Bindehautentzündung ausbilden. Die Behandlung selbst kann dabei mehrere Tage oder Wochen andauern und hängt stark von der Ausprägung der Entzündung ab. Die Behandlung zielt in erster Linie auf die Linderung der Symptome ab. Der Betroffene muss über einen bestimmten Zeitraum Antibiotika einnehmen und ist auf Augentropfen oder Augensalben angewiesen.

Dabei treten keine weiteren Komplikationen oder Beschwerden auf und der Krankheitsverlauf ist positiv. Durch die Blepharitis ist der Patient in seinem Alltag nur wenig eingeschränkt. Allerdings müssen staubige und rauchige Gegenden vermieden werden, damit es zu keinen weiteren Beschwerden am Auge kommt und der Heilungsprozess nicht verhindert wird.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ob eine Blepharitis ärztlich behandelt werden muss, entscheidet sich nach ihrer Dauer, Ausbreitung und Ursache. Es ist dabei wichtig, zwischen infektiöser und nicht-infektiöser Lidrandentzündung zu unterscheiden.

Bei Vorliegen klassischer Entzündungszeichen (Rötung, Schwellung, Schmerz) handelt es sich in den meisten Fällen um eine infektiöse Blepharitis. Verursacher sind häufig bakterielle Erreger, seltener Viren oder Parasiten. Die Behandlung muss deshalb erregerspezifisch durch den Augenarzt erfolgen. Von einer Selbstbehandlung ist abzuraten, weil dabei die Gefahr besteht, Erreger in umliegende Areale zu verschleppen. Im schlimmsten Fall führt dies zu einer Ausweitung der lokalen Infektion auf die Binde- oder Hornhaut des Auges.

Eine nicht-infektiöse Blepharitis, der eine Fehlfunktion der Talgdrüsen im Augenlid (Meibom-Drüsen-Dysfunktion, MDD) zugrunde liegt, kann bei sonstiger Beschwerdefreiheit zunächst selbst behandelt werden. Dabei ist das empfohlene Reinigungsschema (Auflegen feuchtwarmer Umschläge, Lidmassage und Lidreinigung) zweimal täglich über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen anzuwenden. Die Verwendung eines Tränenersatzmittels kann das Abheilen zusätzlich unterstützen. Zeigt sich nach einigen Wochen keine deutliche Besserung der Beschwerden oder treten zusätzliche Komplikationen auf, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.

Bestimmte Grunderkrankungen (Rosazea, atopische Dermatitis, seborrhoeische Haut) begünstigen das Auftreten von Lidrandentzündungen. Bei häufig wiederkehrender Blepharitis ist es deshalb sinnvoll, diese durch einen Facharzt für Dermatologie abklären zu lassen.

Behandlung & Therapie

Eine Blepharitis kann durch verschiedene Maßnahmen behandelt werden. Sind bakterielle Infektionen die Ursache, werden Augensalben angewandt, die Antibiotika enthalten. In manchen Fällen muss ein Antibiotikum in Form von Tabletten eingenommen werden. Bei fast allen Formen der Blepharitis werden Augensalben mit entzündungshemmenden Wirkstoffen verabreicht.

Manchmal tritt durch eine Lidrandentzündung auch eine Störung des Tränenflusses auf. In diesen Fällen wird der Arzt Tränenersatzflüssigkeit in Form von Augentropfen verschreiben. Sind andere Erkrankungen die Ursache für die Blepharitis, werde diese entsprechend behandelt. Zusätzlich zu allen medikamentösen Behandlungen sollte zur Unterstützung der Therapie das Augenlid täglich gereinigt werden.

Dabei sollten Verkrustungen vorsichtig entfernt werden und das Augenlid gereinigt werden. Es sollte also auf absolute Hygiene geachtet werden, damit eventuell vorhandene Bakterien sich nicht weiter verbreiten können. Feucht-warme Kompressen können helfen, verhärteten Talg in den Lidranddrüsen zu verflüssigen. Alle unterstützenden Maßnahmen können die Beschwerden einer Blepharitis lindern.

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Aussicht & Prognose

Die Prognose einer Blepharitis richtet sich nach dem Krankheitsverlauf. Werden die Beschwerden chronisch, besteht die Möglichkeit, dass der Patient über viele Jahre an der Entzündung leidet. Ein geschwächtes Immunsystem und ein hohes Alter des Betroffenen sind ebenfalls ungünstig für eine vollständige Heilung.

Gute Aussichten sind gegeben, wenn der Patient eine frühzeitige Behandlung in Anspruch nimmt, sich im mittleren Erwachsenenalter befindet und keine Vorerkrankungen hat. Bei einer gesunden Lebensführung und einer ausgewogenen Ernährung, verfügt der Organismus häufig über genügend Abwehrkräfte, um auch aus eigener Kraft die Entzündung zu kurieren. Mit einer medizinischen Versorgung des Auges verkürzt sich der Heilungsweg in einem deutlichen Maß.

Verzögerungen können eintreten, wenn der Patient eine Unverträglichkeit gegenüber den verschriebenen Medikamenten entwickelt. Obwohl es eine Vielzahl von alternativen Arzneien gibt, kann die körperliche Reaktion aufgrund der Allergie das Immunsystem weiter schwächen. Damit verfügt der Organismus über zu wenige Ressourcen, um sich gegen die Krankheitserreger erfolgreich zu wehren. Die Lidrandentzündung kann in schweren Fällen dazu führen, dass weitere Keime in das Körperinnere eindringen. Dadurch sich zusätzliche Erkrankungen ausbilden, deren Heilungsaussichten ungewiss sind. Wird den Vorgaben des Arztes Folge geleistet und zusätzlich durch Selbsthilfemaßnahmen das Augenlid entlastet, ist eine Heilung innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen möglich.

Vorbeugung

Gegen eine akute Blepharitis gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen. Eine akute Lidrandentzündung kann nur durch eine entsprechende Behandlung therapiert und die Beschwerden gelindert werden. Sofern die Lidrandentzündung chronisch verläuft sollte das Augenlid täglich hygienisch gesäubert werden. Auch sollte Reize, die eine Lidrandentzündung auslösen können, möglichst vermieden werden. Zugluft, Rauch oder Staub gehören zu den Faktoren, die eine Blepharitis verursachen können.

Das können Sie selbst tun

Zur Vorbeugung von Lidrandentzündungen ist es wichtig, die Augen nicht unnötig Reizungen auszusetzen, z. B. intensive Sonneneinstrahlung ohne Sonnenbrille, Belastung durch Staub, Reizung durch Staub oder im Winter eine Austrocknung durch Heizungsluft.

Bei einer Lidrandentzündung ist es sehr wichtig, für eine ausreichende Lidrandhygiene zu sorgen. Diese beginnt mit feuchtwarmen Kompressen, um das zähe Sekret, das die Tränendrüsen verstopft, zu verflüssigen. Dazu können Sie ein frisches Tuch oder einen frischen Waschlappen mit warmem Wasser befeuchten und für ca. fünf bis zehn Minuten auf die Augen legen. Bitte nur einmal verwenden und danach in die Wäsche geben. Anschließend massieren Sie den Lidrand mit gereinigten Händen oder einem Wattestäbchen zu den Wimpern hin, um die verstopften Drüsen vom Sekret zu befreien.

Danach ist eine sorgfältige Lidrandreinigung wichtig. Nehmen Sie am besten eine Reinigungslösung aus der Apotheke und verwenden Sie nicht fusselnde Wattestäbchen oder -pads. Um Entzündungen zu vermeiden, dürfen alle Hilfsmittel grundsätzlich nur einmal verwendet werden und auch nicht für beide Augen zusammen. Tauchen Sie die Watte in die Reinigungslösung getaucht und befreien Sie anschließend vorsichtig das äußere Auge von Verkrustungen oder Sekretresten.

Bücher über Augenentzündungen

Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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