Bleaching

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Schon lange gibt es bei den Menschen den Wunsch nach weißen Zähnen, was schon vor einigen Hundert Jahren zu Zahnaufhellungsversuchen führte. Damals erfolgte die Aufhellung der Zähne mit schädigenden Mitteln wie Urin oder auch Säuren. Mittlerweile gibt es gute, ph-neutrale Mittel, die bei sachgemäßer Anwendung nicht zu Schäden an den Zähnen oder anderen Nebenwirkungen führen. Eine morderne Methode gegen Zahnverfärbungen ist das Bleaching.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bleaching?

Bei Bleaching (englisch „to bleach“ – bleichen) handelt es sich um eine Methode der Aufhellung menschlicher Zähne. Die Zahnaufhellung erfolgt in der Regel aus ästhetischen und kosmetischen Gründen.

In der Regel ist es das Schönheitsideal des Patienten, das die Motivation zur Zahnaufhellung liefert. Aus medizinischer Sicht ist Bleaching in der Regel nur dann notwendig, wenn sich die Zahnverfärbungen beim Patienten auf psychologischer Ebene belastend auswirken. Bei Zahnverfärbungen lagern sich farbgebende Stoffe in den Zahnschmelz und das Dentin ein.

Diese Verfärbungen lassen sich mit der einfachen Zahnreinigung nicht mehr entfernen, weshalb dann oft nur noch Bleaching die einzige Möglichkeit ist, die Zähne aufzuhellen. Wichtig ist, dass vor einer Bleaching-Behandlung vorab eine zahnärztliche Kontrolle auf Schäden an Zähnen und Zahnfleisch sowie möglichst eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt wird.

Funktion, Wirkung & Ziele

Bleaching kann auf unterschiedliche Art und Weise durchgeführt werden. Generell kommen hierbei Präparate mit Wasserstoffperoxid zu Einsatz. Diese dringen in den Zahn ein und spalten dort die Sauerstoffradikale ab.

Sauerstoffradikale können so auf die Farbstoffe im Zahn Einfluss nehmen, dass diese nicht mehr erkennbar sind. Wichtig ist, dass die Mittel zum Bleaching einen neutralen ph-Wert besitzen, um einem Aufrauhen der Zähne und damit einer erneuten Verfärbung vorzubeugen. Folgende Methoden kommen beim Bleaching zur Anwendung:

1. Aufhellung durch individuell angefertigte Zahnschienen („Home Bleaching“) Bei dieser Methode wird vor der eigentlichen Bleaching-Behandlung eine Schiene aufgrund einer Abformung der Zähne hergestellt. Die Schiene besteht in der Regel aus Kunststoff und ist passgenau auf das Gebiss des Patienten abgestimmt. In die Schiene wird ein peroxidhaltiges Aufhellungsgel aufgetragen, die Schiene überdeckt dann die Zähne. Die Konzentration des Peroxids beim Home-Bleaching liegt in der Regel bei 10 bis 20 Prozent. Je nach Ausgangsfarbe der Zähne und Konzentration des Gels muss der Patient die Schienen zwischen 1 und 8 Stunden tragen. Je nach Verfärbungsgrad, sind manchmal 5 bis 7 Behandlungen (z. B. bei Altersverfärbungen) oder aber mehr als 15 Behandlungen (z. B. bei Verfärbungen durch Tetracycline) notwendig. Soll der gesamte Zahnbogen aufgehellt werden, eignet sich das Home-Bleaching besonders gut.

2. Aufhellung durch direktes Auftragen („In-Office-Bleaching“ oder „Power-Bleaching“) Beim so genannten Power-Bleaching ist die Konzentration des Aufhellungsgels in der Regel höher, als beim Home-Bleaching. Die Behandlung erfolgt deshalb direkt beim Zahnarzt. In der Vorbereitung erfolgt der Schutz des Zahnfleisches mit Hilfe des so genannten Kofferdams (gummiähnlicher Überzug) oder einem anderen fließfähigen Material. Das Bleaching-Mittel wird anschließend direkt auf die Zähne gebracht und kann dort einwirken. Mit Bleaching-Lampen können durch Lichtbestrahlung intensivere Ergebnisse erzielt werden, wenn spezielle Gele aufgetragen werden, die unter UV-Licht aktiviert werden können. Das Gel wird dann in der Regel nach 15 bis 45 Minuten entfernt. Meist sind bei einer erstmaligen Behandlung noch ein bis zwei weitere Behandlungen notwendig, bis der gewünschte Aufhellungsgrad erreicht ist. Das Power-Bleaching wird meist dann angewendet, wenn nur einzelne, aber noch lebende Zähne aufgehellt werden sollen.

3. Aufhellung durch Zahneinlagen („Walking-Bleach-Technik“) Die Walking-Bleach-Technik wird meist dann angewendet, wenn nur einzelne (meist abgestorbene) Zähne aufgehellt werden soll. Hierbei wird die Zahnkrone geöffnet und es wird eine geeignete Einlage in die Zahnhöhle eingelegt. Das Aufhellungsmittel bleibt meist einige Tage im Zahn, welcher solange mit einem Provisorium verschlossen wird. Nachdem das Aufhellungsmittel entfernt wurde, wird die Krone auf Dauer versiegelt. Die Aufhellung ist bei dieser Methode immer zeitverzögert, da es einige Tage dauert, bis sich das Peroxid im Zahninneren durch den Zahnschmelz arbeiten kann. Es ist möglich, eine weitere Behandlung durchzuführen, wenn der gewünschte Aufhellungsgrad nicht erzielt wurde. Aus diesem Grund wird von vielen Zahnärzten die Krone erst dann verschlossen, wenn das Ergebnis dem Wunsch des Patienten entspricht.

Gelbe Zähne sehen nicht nur unschön aus, sie sind auch oft ein Zeichen von Zahnerkrankungen. Bleaching kann hier gute Ergebnisse bringen.

Generell gilt für alle Methoden, dass die Zähne nicht dauerhaft aufgehellt bleiben. In der Regel bleibt das Ergebnis aber über einige Jahre bestehen, was jedoch auch von der Quantität sowie der Qualität der Mundhygiene sowie den Konsumgewohnheiten des Patienten (z. b. Kaffee-, Teegenuss, Rauchen) abhängig ist. Das Bleaching muss dann wiederholt werden, wenn die Zähne deutlich nachdunkeln. Diese so genannten Auffrischungsbehandlungen sind in der Regel deutlich schonender für die Zähne, da die Menge des Peroxids nicht mehr so hoch gewählt werden muss.

Bleaching wird immer dann angewendet, wenn unschöne Zahnverfärbungen verschwinden sollen. Diese entstehen meist durch den Genuss von färbenden Lebensmitteln wie Tee, Kaffee, Säften, Rotwein oder auch Tabakrauch. Aber auch durch Medikamente, Unfälle, Karies sowie Mangelernährung und eines Absterben des Zahnmarks kann es zu Verfärbungen an den Zähnen kommen.

Wird Bleaching durchgeführt, verändern sich die Farben von Zahnfüllungen, Brücken oder auch Kronen nicht. Vor allem im sichtbaren Bereich müssen Füllungen, Kronen oder auch Brücken und Verblendungen nach einem Bleaching meist erneuert und der neuen Farbe angepasst werden. Problem dabei ist die Höhe der Kosten, die dadurch entstehen können, denn Zahnaufhellungen sind nicht von Dauer und mit jeder Auffrischbehandlung kann es vorkommen, dass es zu einer erneuten Erneuerung von Brücken, Kronen, Füllungen und Verblendungen kommen kann. Über die Auswirkungen und die Kosten von Bleaching sollte der Zahnarzt deshalb immer vor der Behandlung ein aufklärendes Gespräch mit dem Patienten führen, da die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen werden.

Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Durch die Bleaching-Behandlung kann es beim Patienten zu einigen Nebenwirkungen kommen. Die ersten zeigen sich oft schon während der Behandlung in Form einer schmerzhaften Empfindlichkeitsreaktion auf das Bleichmittel.

Zudem reagieren gerade behandelte Zähne meist auf Süßes und Saures sowie auf Kälte oder Wärme empfindlich. Generell sind diese Empfindungen allerdings nur zeitlich begrenzt und oft innerhalb weniger Tage verschwunden. Wichtig ist, dass alle Aufhellungsmittel ph-neutral sind, da bei einem zu niedrigen ph-Wert mit einer oberflächlichen Aufrauhung der Zahnsubstanz zu rechnen ist. Wird das Bleaching fachgerecht und mit entsprechenden Präparaten durchgeführt, kann Bleaching sogar vor Karies schützen.

Bleaching kann den Zähnen allerdings Mineralien entziehen und dadurch die Schutzschicht des Zahns zumindest vorübergehend schwächen, wodurch unter Umständen auch überdeckende weiße Flecken entstehen können. Allerdings verschwinden auch diese innerhalb weniger Tage nach der Behandlung wieder, was mit Hilfe eines speziellen Gels unterstützt werden kann. Auf jeden Fall sollten Patienten immer bedenken, dass durch Bleaching eine Schwächung der Zahnstruktur und in der Folge auch eine Brüchigkeit des Zahns entstehen kann. Auch mit einer Irritation der Schleimhaut muss gerechnet werden, wenn das Bleaching-Mittel mit der Mundschleimhaut in Kontakt kommt.

Inzwischen gibt es Untersuchungsergebnisse, die aufzeigen, dass es durch das Bleaching zu Schäden an der Zahnoberfläche kommen kann. Außerdem geht man davon aus, dass etwa 25 Prozent des Gels beim Bleaching verschluckt wird, was sowohl zu Schäden im Mund- und Rachenraum als auch im Magen führen kann. Allerdings beziehen sich diese Schätzungen auf die Heimanwendung. Auch im freien Handel gibt es inzwischen Mittel zur Zahnaufhellung (z. B. zum Aufpinseln oder Klebestreifen).

Da diese Mittel unterschiedliche Qualitätsmerkmale aufweisen, kann es unter Umständen bei einigen Mitteln zu nachhaltigen Zahnbeschädigungen oder auch unzureichender und ungleichmäßiger Aufhellung kommen. Außerdem fehlt hier eine Vorabdiagnose, denn als Laie ist es schwer, die Ursachen für die Zahnverfärbungen zu beurteilen. Dadurch können möglicherweise schwerwiegendere Schäden an Zähnen übersehen werden (z. B. Karies, Wurzelentzündungen). Aus diesem Grund sollte vorab immer ein Zahnarzt aufgesucht werden, damit eventuell notwendige Behandlungen durchgeführt werden können.

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Bücher über weiße Zähne

Quellen

  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Schumacher, G.-H., Gente, M.: Odontographie – Anatomie der Zähne und des Gebisses. Hüthig, Heidelberg 1995
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2016

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