Blastomykose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. Oktober 2017
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Bei der Blastomykose handelt es sich um eine infektiöse Krankheit. Die betroffenen Personen infizieren sich bei der Blastomykose mit dem Erreger Blastomyces dermatitidis. Die Blastomykose kommt in bestimmten Regionen der Erde gehäuft vor. So tritt die Blastomykose zum Beispiel in den südlichen und östlichen Vereinigten Staaten von Amerika sowie dem Mississippi-Becken auf. Auch aus Afrika und Zentralamerika sind vermehrt Fälle der Blastomykose bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Blastomykose?

Die Blastomykose stellt eine infektiöse Erkrankung in der Folge einer Infektion mit einem bestimmten Krankheitserreger dar. Grundsätzlich unterteilt die Medizin die Blastomykose in drei verschiedene Formen, die sich vor allem nach dem Gebiet ihrer Ausbreitung richten. So existieren eine Nordamerikanische Blastomykose, eine Europäische Blastomykose sowie eine Südamerikanische Blastomykose.

Die Europäische Blastomykose ist auch unter der Bezeichnung Kryptokokkose oder Cryptococcus-Mykose bekannt. Der Auslöser der Europäischen Blastomykose findet sich in einem Erreger namens Cryptococcus neoformans beziehungsweise Cryptococcus bacillisporus. Die Nordamerikanische Blastomykose entsteht bei den Patienten in der Folge einer Infektion mit Blastomyces dermatitidis.

Diese Form der Blastomykose manifestiert sich zu Beginn der Erkrankung in einer Entzündung der Bronchien. Zudem betrifft die Nordamerikanische Blastomykose die Haut und Lungen der erkrankten Menschen. Durch die Nordamerikanische Blastomykose verlieren die Patienten meist stark an Gewicht und magern ab. Diese Ausprägung der Blastomykose konzentriert sich in ihrem Vorkommen auf Nordamerika und ist auch unter den Bezeichnungen Morbus Gilchrist oder Gilchristsche Krankheit bekannt.

Bei der Südamerikanischen Blastomykose findet sich der Erreger in einem Pilz namens Paracoccidioides brasiliensis. Diese Form der Blastomykose geht mit vielfältigen Veränderungen an der Haut einher. Dabei entwickeln sich an bestimmten Hautstellen Geschwüre. Die Tumoren bilden sich außerdem bevorzugt im Bereich der Lymphknoten sowie an der Schleimhaut. Die Südamerikanische Blastomykose konzentriert sich auf rurale Regionen Lateinamerikas.

Besonders häufig kommt die Südamerikanische Blastomykose dabei in Brasilien vor. Denn der Pilz profitiert von den milden Lufttemperaturen und dem hohen Feuchtigkeitsgehalt in der Luft. Im überwiegenden Teil der Fälle erkranken männliche Patienten an der Südamerikanischen Blastomykose, die das dritte Lebensjahrzehnt bereits überschritten haben. Seltener tritt die Blastomykose bei weiblichen Personen oder Kindern auf. Die Südamerikanische Blastomykose führt in bis zu 25 Prozent der Fälle zum Tod der erkrankten Patienten.

Ursachen

Die Ursachen der Blastomykose sind bereits vergleichsweise gut erforscht, sodass Mediziner die Mechanismen der Pathogenese weitgehend verstehen. Der Auslöser der Blastomykose findet sich in speziellen Krankheitserregern, in der Regel Pilzarten. So handelt es sich bei Blastomyces dermatitidis um einen Fadenpilz, der im Boden lebt. Die Übertragung des Pilzes auf den Menschen erfolgt entweder über die Luft oder durch den Kontakt mit der Haut. Sobald der Pilz in den menschlichen Organismus eingedrungen ist, vermehrt er sich im Bereich der Lunge in der Form von Hefe.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Wenn die Blastomykose die Lungen befällt, so äußert sie sich meist in eher unspezifischen Beschwerden. Die Patienten leiden durch die pulmonale Blastomykose vor allem an Symptomen, die denen einer Grippe ähneln. Zum Teil weiten sich die Anzeichen der Blastomykose jedoch auf tuberkuloseartige Beschwerden aus. Darüber hinaus kommt es zu einer Dissemination, die sich insbesondere an den Knochen entwickelt. Dabei entstehen mitunter Fisteln in der Haut.

Die kutane Ausprägung der Blastomykose bildet sich in manchen Fällen durch eine unmittelbare Inokulation des Erregers Blastomyces dermatitidis. Andererseits ist es möglich, dass sich der Krankheitserreger ausgehend von der Lunge in weitere Bereiche des Körpers verbreitet. Dabei äußert sich die Blastomykose oftmals in kleinen Knötchen, die einer Granuloma ähneln. Beim Fortschreiten der Blastomykose entwickeln sich in diesen Knoten teilweise Ulzerationen, in deren Folge Vernarbungen entstehen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose der Blastomykose ist von einem spezialisierten Facharzt zu stellen und richtet sich auch nach der Form der Krankheit. So ist bei der kutanen Blastomykose die Konsultation eines Dermatologen empfehlenswert. Im Rahmen der Anamnese versucht der Arzt herauszufinden, ob in der jüngsten Vergangenheit ein möglicher Kontakt zu den Krankheitserregern stattgefunden hat. Hat der Patient kürzlich ein entsprechendes Risikogebiet der Blastomykose besucht, dient dies ebenfalls als wichtiger Hinweis.

Die Diagnose der Blastomykose stützt sich vor allem auf histologische Untersuchungen von Gewebeproben. Zum einen ist es möglich, Proben des Eiters aus erkrankten Hautstellen zu nehmen und diese per Mikroskop zu untersuchen. Auch eine Analyse des Sputums ist möglich. Zudem kommt mitunter eine Bronchiallavage zur Diagnosestellung der Blastomykose zum Einsatz. Bei verstorbenen Personen kommt eine Biopsie in Frage, um die Blastomykose als Todesursache nachzuweisen.

Komplikationen

Pilzerkrankungen wie die Blastomykose stellen oft kritische Komplikationen bei schwer kranken Patienten dar. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunstatus. Neben einer längerfristigen Therapie mit Corticosteroiden gehören Zytostatikabehandlungen sowie die Immunsuppression nach einer Organtransplantation zu den größten Risikofaktoren für Betroffene aus westlichen Industrieländern.

Krankheiten wie Leukämie, malignes Lymphom oder AIDS begünstigen ebenfalls das Auftreten opportunistischer Pilzinfektionen. Eine gefürchtete Komplikation der Blastomykose ist die systemische Ausbreitung der Erreger, die zu einem Befall des Gastrointestinaltrakts, des Skeletts, des ZNS sowie der Prostata und der Nebenhoden führen kann. Aufgrund des massiv geschwächten Immunsystems bleiben die Pilze nicht in der Lunge oder der Haut, sondern verteilen sich über die Blut- und Lymphbahnen im Körper.

Unbehandelt zeigen die schweren Komplikationen eine rasche Progredienz und verlaufen nicht selten tödlich. Dank effektiver Antimykotika ist eine systemische Blastomykose bei rechtzeitiger Diagnose heilbar. Zu den möglichen Komplikationen der Blastomykose zählen unter anderem Pneumonie, eine akute respiratorische Insuffizienz (ARDS), eine Herdenzephalitis und ein Pleuraerguss. Auch Fieber unbekannter Ursache ist möglich, sowie eine granulomatöse Prostatitis, Erythema nodosum sowie das Reizdarmsyndrom.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Da sich die Blastomykose relativ schnell im gesamten Körper vermehren kann, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Beschwerden und Symptome dieser Krankheit auftreten. In der Regel leiden die Betroffenen an den Beschwerden einer typischen Grippe. Sollten diese Beschwerden allerdings über einen längeren Zeitraum anhalten und auch mit Hilfe einer Behandlung nicht verschwinden, so muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Ebenso kann die Ausbildung von Fisteln auf der Haut für die Blastomykose sprechen, sodass die Haut untersucht werden sollte.

Nicht selten leiden die Patienten durch die Blastomykose auch an Atembeschwerden. Auf der Haut können sich Knoten ausbilden, die weiterhin ihre Farbe verändern. Sollte es zu diesen Beschwerden kommen, so muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Falls es nicht zu einer Behandlung kommt, verstirbt der Betroffene in der Regel an den Folgen der Blastomykose. In akuten und dringenden Notfällen sollte direkt das Krankenhaus aufgesucht werden. Um die Krankheit zu diagnostizieren kann ein Hautarzt oder ein Allgemeinarzt aufgesucht werden. Bei einer erfolgreichen Behandlung kommt es nicht zu einer Verringerung der Lebenserwartung des Patienten.

Behandlung & Therapie

Eine rasche Behandlung der Blastomykose ist in jedem Fall sehr wichtig, da die Krankheit ohne Therapie oft tödlich endet. Die Patienten erhalten meist eine medikamentöse Behandlung mit den Wirkstoffen Amphotericin B oder Itraconazol. Eine kontinuierliche ärztliche Überwachung des Therapiefortschritts ist bei der Blastomykose unerlässlich und verbessert die Überlebenswahrscheinlichkeit der erkrankten Personen.

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Aussicht & Prognose

Die Heilungsaussicht einer Blastomykose richtet sich nach dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten sowie dem Zeitpunkt der Inanspruchnahme einer ärztlichen Versorgung.

Ohne eine medizinische Behandlung nehmen die Beschwerden stetig zu. Die Gesundheit verschlechtert sich, der Patient wird zunehmend schwächer und es kommt letztlich zu einem kritischen Zustand des Betroffenen. Durch den progressiven Krankheitsverlauf ist ein Ableben des Patienten sehr wahrscheinlich. Je später eine medizinische Versorgung in Anspruch genommen wird, desto geringer ist die Heilungschance. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und verschiedenen Vorerkrankungen erfüllen ebenfalls sehr ungünstige Voraussetzungen für eine Genesung. In vielen Fällen reichen die körpereigenen Abwehrkräfte sowie vorhandenen Ressourcen nicht mehr aus, um sich den Krankheitserregern im Organismus erfolgreich stellen zu können.

Eine gute Prognose kann Menschen gegeben werden, die sich frühstmöglich in eine medikamentöse Behandlung begeben, über eine ausreichende körperliche Fitness sowie ein stabiles sowie gesundes Immunsystem verfügen. Wird den Vorgaben des behandelnden Arztes Folge geleistet, kann innerhalb weniger Wochen eine Beschwerdefreiheit erreicht werden und der Patient wird als geheilt aus der Behandlung entlassen. Unterstützend zu der medikamentösen Therapie trägt eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu einer Verkürzung des Heilungswegs bei. Kommt es erneut zu einer Blastomykose, sollte schnellstmöglich eine Behandlung eingeleitet werden, damit die Überlebenschancen steigen.

Vorbeugung

Eine Vorbeugung der Blastomykose ist zum Teil möglich, indem sich Patienten in den bekannten Risikogebieten besonders aufmerksam verhalten und nach Möglichkeit den Kontakt mit Erde vermeiden. Eine sichere Prävention ist auf diese Weise allerdings nicht möglich.

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Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004
  • Thomas, C. (Hrsg.): Atlas der Infektionskrankheiten. Schattauer, Stuttgart 2010

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