Blasse Haut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Der folgende Artikel beschreibt die Ursachen, die Diagnose und die Behandlung bei blasser Haut. Darüber hinaus wird erläutert, mit welchen Strategien eine bestmögliche Vorbeugung erreicht werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist blasse Haut?

Blasse Haut bezeichnet in der Medizin eine körperliche Beschwerde, bei der sich ein Patient über eine signifikante Veränderung der Hautfarbe beklagt. Bei Blässe wirkt diese heller und weniger lebhaft als gewohnt.

Zu beachten ist, dass der Begriff der Blässe in der Medizin von der Charakteristik eines hellen Hauttyps getrennt wird. So handelt es sich bei der Blässe stets um eine Beschwerde, die unter Umständen sogar auf mögliche Grunderkrankungen hinweist. Von einem hellen Hauttyp spricht man dagegen, wenn dies auch die reguläre Hautfarbe des Patienten ist.

Da sich Blässe bei unterschiedlichen Menschen anders auswirkt, gibt es allerdings keine allgemeine Definition. Auch ist es einem Arzt kaum möglich, Blässe bei einem neuen Patienten selbst zu erkennen. Stattdessen werden Veränderungen vom Patienten selbst am stärksten erkannt. Gleiches gilt für Freunde und Bekannte. Veränderungen der Hautfarbe treten im Gesicht und an den Armen am deutlichsten auf.

Ursachen

Blasse Haut kann auf unterschiedliche Ursachen zurückgeführt werden. Eine der bekanntesten Ursachen ist das Erschrecken. In einer Schocksituation wird Blut aus dem Gesicht in die inneren Organe verlagert. Der körpereigene Mechanismus soll das Verteidigungspotenzial des Betroffenen erhöhen.

Zur Blässe kann es ebenfalls kommen, wenn unter starkem Blutverlust gelitten wird. Dies ist beispielsweise nach einem Unfall oder bei einem blutenden Magengeschwür der Fall. Kurzfristig kommt es zur Blässe, wenn der Blutdruck plötzlich fällt. Unter chronischer Blässe leidet ein Mensch hingegen, wenn er eine Hypotonie (niedriger Blutdruck) oder eine Anämie (Blutarmut) aufweist.

Zu den weiteren Ursachen gehört das Rauchen. Die Verengung von Blutbahnen führt zu einer Mangeldurchblutung in Gesicht und Händen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Erkrankungen, die blasse Haut zur Folge haben. Dabei kann es sich um Infektionen, Organschäden oder Tumoren handeln.

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Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Bei Blässe handelt es sich stets um eine Beschwerde, die unter Umständen sogar auf mögliche Grunderkrankungen hinweist. Veränderungen der Hautfarbe treten im Gesicht und an den Armen am deutlichsten auf.

Sollte blasse Haut ohne erkennbaren Grund auftreten, empfiehlt es sich, einen Allgemein- oder Hautarzt aufzusuchen. Zu Beginn erfragt der Arzt in einem ausführlichen Gespräch, wann sich die Blässe bemerkbar macht. Darüber hinaus sammelt er wichtige Daten zu vorangegangenen und bestehenden Erkrankungen.

Zudem sollte dem Arzt mitgeteilt werden, wenn Medikamente genommen oder Drogen konsumiert werden. Beschwerden wie Abgeschlagenheit oder Appetitlosigkeit sollten ebenfalls erwähnt werden. Im weiteren Verlauf stellt der Arzt weitere Fragen, welche die Gewohnheiten der Ernährung und der Freizeitgestaltung betreffen. Dies wird von einer körperlichen Untersuchung begleitet, bei der der Blutdruck gemessen, die Herzfunktion mittels EKG untersucht und Blutwerte überprüft werden.

Bleibt eine blasse Haut weiterhin bestehen, werden zusätzliche Untersuchungen durchgeführt. Dazu zählen ein Belastungs-EKG, eine Ultraschalluntersuchung und eine Knochenmarkdiagnostik. Sollte die Blässe trotz der Diagnostik und einer damit verbundenen Therapie weiterhin auftreten, wird von einer chronischen Erkrankung gesprochen.

Komplikationen

Blasse Haut ist an sich kein krankhafter Zustand, sondern kann Bestandteil des Phänotyps eines gesunden Menschen sein. Allerdings können durch blasse Haut gesundheitliche Probleme entstehen, die ein Mensch mit dunklerer Haut nicht bekommen würde. Sonnenbrand ist eine davon, denn hellere Hauttöne weisen weniger Melanin auf - dies ist nicht nur der Hautfarbstoff, sondern gleichzeitig ihr natürlicher Schutz vor UV-Einstrahlung.

Jeder Sonnenbrand ist unangenehm, zugleich schafft er aber auch die Basis für Hautkrebs. Das Risiko hängt nicht etwa davon ab, wie oft es schon zu Sonnenbrand gekommen ist; theoretisch kann eine Zellentartung bei jedem Sonnenbrand passieren. Langfristig kann sich das sogenannte Melanom entwickeln. Blasse Haut birgt nicht nur ein erhöhtes Krebsrisiko in Folge von Sonnenbränden, sondern kann auch ein Krankheitszeichen sein - es wird aber gerne übersehen, da viele Menschen blasse Haut haben, wenn sie nicht den ganzen Tag draußen sind.

Eine neu entstandene Blässe kann dafür stehen, dass nicht genug Nährstoffe aus der Nahrung verstoffwechselt werden können. Meistens geht es dabei um Eisen, sodass von einer Anämie die Rede ist. Eine Veränderung des Hauttons ins Blasse kann aber auch für Schilddrüsenprobleme stehen. Die Rede ist dann vom Mixödem, da die Haut nicht nur blass, sondern auch strukturell anders wird. Hautveränderungen werden als Symptome aber oft nicht erkannt und bleiben deswegen unbemerkt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Medizinisch betrachtet hat blasse Haut nichts mit einer typbedingten hellen Haut zu tun. Wenn Ärzte von einer blassen Haut sprechen, meinen sie dies als Symptom. Sieht ein Arzt einen Patienten mit blasser Haut erstmals, fehlt ihm zur verbindlichen Einschätzung häufig das bisherige Erscheinungsbild. Eine Ausnahme wäre ein als kreidebleich bezeichnetes Hautbild, wie es in Schockzuständen oder bei hohem Blutverlust auftritt. Hier können Verwandte und Freunde hilfreiche Hinweise zur blassen Haut geben. Anders sieht es beim Hausarzt aus: Er kennt seinen Patienten bereits und kann den aktuellen Hautton beurteilen.

Neben Schock und Blutverlust spielen auch Unterkühlung, Blutdruckabfall, chronisch niedriger Blutdruck und Blutarmut wichtige Rollen für eine blasse Haut. Bekannt ist dazu die blasse Haut vieler Raucher. Ebenfalls in Betracht als Ursache blasser Haut kommen Herzerkrankungen und in seltenen Fällen Schilddrüsenprobleme.

Wer bereits sein ganzes Leben lang eine blasse Haut hat und sich dabei gut fühlt, braucht deswegen keinen Arzt aufzusuchen. Anders sieht dies bei einer erst seit Kurzem blassen Haut aus, erst recht, wenn weitere Symptome wie Appetitmangel und Abgeschlagenheit bestehen. Der Hausarzt ist als Ansprechpartner bei blasser Haut optimal. Gegebenenfalls wird er an Fachärzte wie den Internisten oder Kardiologen zur weiteren Abklärung überweisen.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung spielt die diagnostizierte Ursache eine wichtige Rolle. Konnte eine Blutungsquelle (z.B. Magengeschwür) gefunden werden, so muss diese unmittelbar behandelt werden. Ist blasse Haut dagegen mit einer Mangelernährung verbunden, so werden ein Ernährungsplan aufgestellt und Nahrungsergänzungsmittel verschrieben.

Schwieriger gestaltet sich die Behandlung, sollte eine Grunderkrankung vorliegen. Einer blassen Haut kann in diesem Fall nur entgegengewirkt werden, wenn die Grunderkrankung erkannt und behandelt wird. Dies ist erschwert, wenn es sich um eine chronische Krankheit handelt. Als Beispiel gelten Hypotonie und Anämie. Die Behandlung der Blässe erweist sich ebenfalls als schwierig, sollte diese durch eine Leukämie (Krebserkrankung) verursacht sein. Bei einer Chemo- und Strahlentherapie ist Blässe eine natürliche Folge.

Kann eine blasse Haut dagegen auf eine langjährige Rauchgewohnheit zurückgeführt werden, so muss in erster Linie auch das Rauchen unterbunden werden. Mit Medikamenten ist es dagegen nur kurzfristig möglich, eine Blässe zu beseitigen. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die eine blutdrucksteigende Wirkung annehmen.

Entsprechende Mittel sollten nur nach den Vorgaben des Haut- oder Allgemeinarztes verwendet werden. Möchte man der Blässe langfristig entgegenwirken, muss zunächst die zugrunde liegende Ursache behandelt werden.

Aussicht & Prognose

Blasse Haut kann für einen einzelnen Menschen ganz normal sein, während sie bei einem anderen ein Symptom einer Erkrankung darstellt. Wenn blasse Haut beim gesunden Menschen auftritt, hat sie keinen Krankheitswert und somit auch keine Prognose. Dennoch ist in diesen Fällen der Sonnenschutz sehr wichtig, da andernfalls ein Sonnenbrand entstehen kann und sich aus diesem möglicherweise im Alter Hautkrebs entwickelt. Dunklere Hauttypen sind dagegen durch ihren erhöhten Melaningehalt besser geschützt.

Tritt blasse Haut als neue Erscheinung auf, kann das allerdings durchaus Krankheitswert haben. Häufig ist die blasse Haut nur ein anfängliches Symptom und der betroffene Patient wird in nächster Zeit noch weitere Anzeichen darauf bemerken, dass etwas nicht stimmt. Es kann jedoch eine Weile dauern, bis man von alleine darauf kommt, dass blasse Haut und andere neu aufgetretene Symptome einen Zusammenhang haben.

Beginnt die Behandlung - beispielsweise bei Eisenmangel oder Blutarmut - dauert es oft noch eine ganze Weile, bis sich blasse Haut wieder normalisiert. Es hilft in diesen Fällen auch wenig, sich häufiger in die Sonne zu legen. Davon wird die Haut natürlich mit der Zeit braun, sie ist in ihrem blassen Zustand aber auch sonnenbrandgefährdet. Lieber achtet man in dieser Zeit auf guten Sonnenschutz und gesunde Ernährung, die dabei hilft, die Ursache der blassen Haut dauerhaft zu beheben.

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Vorbeugung

Einer blassen Haut kann mit verschiedenen Strategien vorgebeugt werden. Zunächst ist es wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Darüber hinaus spielt das ungestörte Schlafen eine wichtige Rolle.

Zudem sollte auf den Konsum von Tabak, Alkohol und Drogen weitgehend verzichtet werden. Ferner ist es wichtig, regelmäßigen Sport zu betreiben. Meist reicht es bereits aus, Joggen oder Schwimmen zu gehen. Dabei nehmen die Bewegung und die sauerstoffreiche Luft eine positive Wirkung an.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, in regelmäßigen Abständen die Blutwerte untersuchen zu lassen. Ebenso sollte eine individuelle Krebsvorsorge in Betracht gezogen werden.

Das können Sie selbst tun

Liegt dem Symptom Blasse Haut keine ernst zunehmende Erkrankung zugrunde, können zahlreiche Hausmittel Abhilfe schaffen. Erfahrungsgemäß ist blasse Haut auf einen Eisenmangel zurückzuführen. Diese kann behoben werden, indem Betroffene ausreichend Eisen zu sich nehmen. Dabei sind handelsübliche Eisenpräparate nur selten notwendig, da eine Vielzahl an Lebensmitteln Eisen enthält. Zum Verzehr eignen sich Hirse, Soja und Hafer. Ebenso enthalten Roggen, Kichererbsen sowie weiße Bohnen eine beträchtliche Menge an Eisen.

Bei blasser Haut können ebenfalls Heilpflanzen zum Einsatz kommen. Kräuter wie Brennnesseln oder Löwenzahn lassen sich in purer Form oder als Tee sowie Salat verwerten. Zu den natürlichen Eisenlieferanten zählen ebenso Säfte aus Himbeeren oder Johannisbeeren. Bei blasser Haut empfiehlt sich gleichermaßen Kirsch-, Trauben- sowie Granatapfelsaft.

Blasse Haut entsteht ebenso häufig durch einen zu niedrigen Blutdruck. Dennoch sind Medikamente nur selten erforderlich. Um den Blutdruck zu stabilisieren und Blässe zu reduzieren, helfen einfache Methoden wie Bewegung, Entspannung sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Nennenswert sind genauso Hydrotherapieanwendungen nach Sebastian Kneipp. In erster Linie ist das kalte Armbad zu erwähnen. Diese Anwendung regt den Blutdruck an und erfrischt. Betroffene sollten diese Anwendung jedoch nur nach genauer Anweisung durchführen.

Bücher über blasse Haut

Quellen

  • Altmeyer, P., et al.: Dermatologische Differenzialdiagnose. Springer, Heidelberg 2012
  • Braun-Falco, O. et al.: Dermatologie und Venerologie. Springer Medizin Verlag, Berlin 2005
  • Schweitzer, R.: Dermatologie. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2011

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