Blasenspiegelung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Die Blasenspiegelung, medizinisch Zystoskopie oder Urethrozystoskopie, ist eine endoskopische Untersuchung der Harnblase durch den Harnleiter mittels eines starren oder flexiblen Zystoskops. Die Blasenspiegelung gehört zu den modernen urologischen Untersuchungsverfahren und ein spezielles Endoskop für die Untersuchung wurde zuerst im Jahr 1879 in Wien vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise

Das Zystoskop bei einer Blasenspiegelung verfügt über Linsen, durch die die detaillierte Betrachtung des Inneren des Harntrakts vorgenommen werden kann. Das maximal neun Millimeter dicke Endoskop für die Blasenspiegelung ist mit einem Licht an der Spitze ausgestattet und kann optische Fasern besitzen, die das Bild weiterleiten. Für medizinische Eingriffe kann das Zystoskop Röhren besitzen, durch die während der Blasenspiegelung medizinische Instrumente geführt werden können.

Für die Blasenspiegelung, vor allem mit starrem Endoskop, wird in der Regel eine Lokalanästhesie vorgenommen. Wird bei der Blasenspiegelung gleichzeitig ein operativer Eingriff an der Harnblase gemacht, kann eine Vollnarkose nötig sein. Bei Verwendung eines flexiblen Endoskops kann auf Betäubung während der Blasenspiegelung verzichtet werden.

Die folgenden medizinischen Indikationen können den Arzt zur Durchführung einer Blasenspiegelung veranlassen:

  • Auffallend häufige Harnwegsinfekte
  • Verdacht auf einen Tumor oder bei Tumornachsorge
  • Inkontinenz, Blasenüberaktivität oder Blasenentleerungsstörungen
  • Einsetzen eines Blasenkatheters
  • Verdacht auf Harnröhrenverengung, Fistelbildung oder Fremdkörper im Harngang

Anwendung

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der Harnblase. Klicken, um zu vergrößern.

Durchgeführt wird die Blasenspiegelung im Liegen des Patienten mit einem starren oder flexiblen Endoskop. Bei Erwachsenen kann eine lokale oder volle Anästhesie statt finden, um Schmerzen zu lindern, während Kinder bei der Blasenspiegelung meist unter Vollnarkose gesetzt werden. Eine spezielle Diät vor der Blasenspiegelung ist nicht notwendig und der Patient kann im Anschluss an die Untersuchung wieder normal seinen Aktivitäten nachgehen. Vor der Blasenspiegelung kann eine Urinanalyse erfolgen, bei der nach Keimen gesucht wird.

Damit die Blasenspiegelung weitgehend steril erfolgt, wird der Harntrakt während des Untersuchungsvorgangs mit steriler Flüssigkeit durchspült, die durch das Zystoskop geleitet wird. Sie füllt bei der Blasenspiegelung nach und nach die Harnblase, die so bei der Blasenspiegelung besser untersucht werden kann, während der Patient das Gefühl, sich erleichtern zu müssen, verspüren kann.

In der Regel werden die Bilder der Blasenspiegelung auf einem Monitor dargestellt und Patienten, die keine Vollnarkose bekommen, können die Untersuchung auf dem Bildschirm mitverfolgen. Bei Männern erfolgt bei der Blasenspiegelung routinemäßig die Untersuchung der gesamten Harnröhre sowie der Harnblase. Bei Frauen dagegen wird meist nur die Harnblase untersucht. Eine Blasenspiegelung ohne zusätzliche Eingriffe ist in der Regel in rund fünfzehn Minuten erfolgt.

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Nebenwirkungen & Gefahren

Im Anschluss an die Blasenspiegelung verspüren viele Patienten unangenehmes Brennen oder leichte Schmerzen im Unterleib. Kontinuierliches Trinken von einem Liter Wasser in den ersten zwei Stunden nach der Blasenspiegelung sowie ein warmes Bad können Erleichterung verschaffen.

Bei der Blasenspiegelung besteht bei Harnwegsinfektionen das Risiko, Krankheitserreger zu verschleppen. Um das zu vermeiden, wurde in der Vergangenheit vor und während der Blasenspiegelung Antibiotika verabreicht. Doch da durch den häufigen Einsatz von Antibiotika ohne Indikation Krankheitskeime Resistenzen bilden können, sieht man heute von dieser Anwendung ab.

Ein weiteres Risiko ist die mechanische Verletzung der Schleimhaut bis hin zur Perforation des Gewebes während der Blasenspiegelung. Schleimhautverletzungen können zur Harnröhrenverengung führen. Bei Männern kann die Blasenspiegelung zu einer chronischen Entzündung der Prostata, der Prostatitis, führen.

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Quellen

  • Eichenauer, R.: Klinikleitfaden Urologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Kramme, R.: Medizintechnik. Springer, Berlin 2011
  • Sökeland, J., Schulze, H., Rübben, H.: Urologie. Thieme, Stuttgart 2004

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